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Bahnhof von Kunugi

 :: RPG Bereich :: Fiore :: Kunugi

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Bahnhof von Kunugi

Beitrag von Kami am Sa Jul 18, 2015 10:56 pm

Der Bahnhof dieser Stadt liegt ein paar Hundert Meter abseits. Man muss nur einem kleinen Pfad außerhalb von Kunugi folgen, bevor man dort ankommt. Man erreicht von dort jeden Ort, der über eine Zugverbindung verfügt, so ziemlich jede Stadt in Fiore wird dazu gezählt. Es ist kein recht moderner Bahnhof, sondern erfüllt einfach seinen Zweck. Dennoch gibt es ein paar Sitzmöglichkeiten und Überdachungen. Ebenso ein Gebäude in dem man sich die Karten kaufen kann. 




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Re: Bahnhof von Kunugi

Beitrag von Kami am Do Jul 23, 2015 8:23 pm

Cf: Kabuki Sushibar

Nun war es langsam an der Zeit gewesen, der Sushibar den Rücken zuzukehren, jeder schöne Moment endete einmal, aber nicht für immer. Sie hatten sich schon eine ganze Menge unterhalten, wobei der Dragonslayer dann doch den etwas höheren Sprachanteil gehabt hatte, aber was sagte das schon aus? Man konnte viele Worte aussprechen und gleichzeitig nichts damit sagen. In diesem Fall aber, formulierte sich der Anzugträger oftmals etwas großflächig, was nicht bedeutete, dass Kibe ihm nicht folgen konnte. Es reichte manchmal schon in das Gesicht eines Menschen zu sehen, um zu wissen, was sie einem grade sagen wollen. Aber es war ja nicht so, dass Kibe nichts sagte, allerdings hielt sie sich eher kurz, knapp und bündig. Auf den Punkt gebracht. Damit konnte der S-Klasse Magier sehr gut leben, es störte ihn nicht, denn das änderte nichts an dem Wert ihres Gesprächs. Es reichte schon wenn sie sich gegenseitig in die Augen sahen, ihre Mundwinkel sich nach Oben bewegten und sie so einige Augenblicke verharrten. Der Schwarzhaarige verstand sie sehr gut, ihre Sorge mit der Familie, würde wahrscheinlich auch so manches anderes verstehen, dass sie ihm jetzt noch nicht gesagt hatte. Auch wenn er das Gefühl hatte, ihr sofort vertrauen zu können, wartete er mit manchen Dingen noch ab, die er ihr gerne überbracht hätte. Schließlich könnte auch sie diejenige sein, die sowas persönliches noch nicht hören wollte. Was nicht war, konnte noch werden, sie machten sich ja nicht umsonst aus, ein 2. Treffen haben zu wollen. Dieses schienen sich dem Ende zu neigen. Die Rechnung war schnell bezahlt, die Sushibar verlassen. Das Lokal wurde von den Mitarbeitern sicher verschlossen, die sich auch auf den Heimweg machten. Im Gegensatz zu Kibe und Kami waren diese jedoch auf das Unwetter vorbereitet, hatten vorgesorgt. Nun standen sie dort, der Regen auf ihren Häuptern, die dunklen Straßen Kunugis unter ihnen. Es war nun Zeit den Bahnhof zu suchen, um nachhause zu können. Allerdings war das nur der Anfang. Kibe nahm seine Äußerungen eben beim Wort und sie sollte schon bald nicht enttäuscht werden.

Natürlich war es nicht grade die beste Idee, sich ohne weiteres dem Regen zu stellen, aber eine andere Wahl hatten sie auch nicht. Der Vorschlag Kibes sich eine Regenjacke zu kaufen, wäre wohl die einzige gute Lösung gewesen, obwohl sie wie schon sagte, jetzt war es eh zu spät, sie hätte nicht mehr viel gebracht. „Ist doch nur etwas Wasser. Lange brauchen wir bis zum Bahnhof bestimmt nicht mehr. Spätestens in der Gilde wärmen wir uns auf“ versicherte er seine Begleitung, während er langsam dabei war, sich in Bewegung zu setzen. So ganz unvorbereitet ging das dann doch nicht, zumindest für den jungen Mann im durchnässten schwarzen Hemd. Ein Wellblech war das Objekt seiner Begierde, allerdings zu klein, als das 2 Menschen darunter Platz haben würden. Da musste er sich also entscheiden. War er ein Egoist der erst an sich dachte und daran, dass er krank werden könnte, oder dachte er an seine weibliche Begleitung, die das Wasser wahrscheinlich auch ungerne abbekam, egal wie sie beteuerte, dass Kami das Blech über dem Kopf mehr gebrauchen würde. Da gab es keine Zweifel mehr, kurzerhand war es in seiner Hand, perfekt zurecht geformt. Still und heimlich, ohne Vorwarnung hielt er es über den mit der Kapuze bedeckten Kopf der Weißhaarigen. Natürlich ging sein Plan auf, der Großteil des Regens erreichte sie gar nicht mehr. Der Blick den Kami für diese Aktion erntete, war nicht grade rosig, denn wie bereits erwähnt, war sie der Meinung, dass jemand der verletzt war, so wie er, es eher gebrauchen könnte um sich nicht zu erkälten. Ihre nächsten Ausführungen machten das nochmal deutlich. Allerdings bedankte sie sich trotzdem bei ihm, nahm es ihm ab um es alleine zu halten. Kami winkte mit der Hand ab. „Das Risiko dass du krank wirst, ist genauso hoch wie bei mir. Eine Erkältung wäre wohl mein kleinstes Problem.  Ist ja nichts, was ich mit Ruhe und Geduld nicht wieder auskurieren könnte. Und außerdem, wenn du dich schon um meine Verletzungen gekümmert hast…“ Erneut ein Grinsen in seinem Gesicht, bewusst ließ er das Ende des Satzes offen. Mit Sicherheit konnte sie sich denken, auf was er da scherzhaft angespielt hatte. Er würde nie im Leben verlangen oder gar erwarten, dass man sich um ihn kümmerte, während er krank in seinem Bett lag. Daran war er dann selbst schuld. Vorgewarnt hatte sie ihn ja, aber wie der Slayer so war, musste er ja selbstlos agieren, sein eigenes Wohl stand dabei hinten an.

So liefen sie nun die Straßen entlang, auf der Suche nach dem Weg zum Bahnhof. Es war gar nicht so einfach bei dieser Tageszeit sich in einer Stadt zurecht zu finden, in der man so gut wie noch nie war. Außerdem war zu dieser Uhrzeit keiner mehr auf den Straßen unterwegs, denn man mal schnell hätte fragen können. So mussten sie auf gut Glück loslaufen. Kami merkte, wie Kibe etwas unruhig immer mal zu ihm herübersah, sie hatte wohl Angst gehabt, dass sie sich verlaufen hätten und nun noch mehr suchen müssten. Allerdings war das nicht der Fall, denn ein Schild signalisierte ihnen, dass sie doch auf der richtigen Spur waren. Gott sei Dank, der Instinkt hatte sie nicht getäuscht. Fing doch schon mal ganz gut an, im Gegensatz zu dem was ihn im höllischen Gefährt auf Schienen wiederfahren würde. Genau danach fragte Kibe nochmal nach, sie konnte ihm vorhin nicht ganz folgen. Wie auch? Sie konnte nur schlecht darüber Bescheid wissen, was mit Dragonslayern und Transportmitteln passierte. „Also, es ist so: Wir Dragonslayer haben eine Schwäche für Transportmittel, wenn sie sich zu stark bewegen. Wir sind so gut wie gelähmt, können grade mal aufpassen, dass wir uns nicht übergeben. Dort sind wir quasi machtlos. Ich werde mich schon zusammenreißen und zurückhalten, so gut ich kann“ Erklärte er ihr, obwohl es ihm ein wenig unangenehm war, eine solche Schwäche zu offenbaren, für die er nicht mal was konnte. Das erkannte man an seinem Blick, der gespickt war mit Demut. Sie musste es ja auch nicht gleich jedem auf die Nase binden. Mittlerweile hatten sie den Bahnhof erreicht, wenn man das so nennen konnte. Hauptsache ein Zug würde sie dahin bringen, wo sie wollten. Der Regen wurde auch etwas weniger, aber dennoch spürbar. „Ich besorge uns schnell die Karten, stell dich solange da unter“ Mit dem Finger deutete er auf einen Unterstand, unter dem auch ein paar andere Passagiere Platz genommen hatten. Kami machte das Gebäude ausfindig in dem die Karten verkauft wurden, das würde nicht lange dauern. Glück hatten sie allemal, denn lange würde der Zug nach Gallowstown nicht mehr auf sich warten lassen.

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Re: Bahnhof von Kunugi

Beitrag von Kibe Asano am Fr Jul 24, 2015 7:39 pm

Cf: Kabuki Sushibar

Auch wenn es stimmte, was Kami sagte, besserte das die Situation nicht wirklich auf. Schließlich war es nicht nur Wasser sondern in diesem Fall Regen. Was sich im Grunde zwar nicht unterschied, aber letztes neigte dazu einen zu überraschen und eine unangenehme Begleiterscheinung für den restlichen Abend zu sein. Erst recht wenn man sich gerade draußen befand. Ohne Schirm. Verletzt. Unter anderen Umständen hätte der Regen der Atmosphäre sicherlich zutragen können, aber nicht so. Die Nekromantin war nicht wirklich zufrieden mit der Lösung des jungen Mannes, doch beklagte sie sich auch nicht. Irgendetwas sagte ihr, dass eine Diskussion jetzt zu nichts führen würde, und sie sich ihrem Atem sparen konnte. Auch wenn seine Begründung nicht ganz stimmte: unter den gegebenen Umständen war er durchaus mehr gefährdet, sich eine Erkältung einzufangen als die junge Frau. Seine Kräfte kehrten jetzt ja erst zurück und sein Körper müsste noch ziemlich angeschlagen sein. Sein Immunsystem begrüßte den kleinen Spaziergang im Regen sicher nicht. Aber spätestens im Zug waren sie dann im Warmen und Trockenem, was wohl auch keine große Hilfe mehr sein würden. Auch wenn ihre Gesichtszüge bis zu diesem Zeitpunkt wenig von ihren Gedanken preis gegeben hatten, von ihrem Blick mal abgesehen, musste sie bei seiner angedeuteten Bemerkung doch ein wenig lächeln. „Das hättest du wohl gern.“. Selbst wenn der Slayer einen Schnupfen bekäme. Oder Fieber. In seiner Gilde gab es sicherlich den ein oder anderen Magier, der sich mit Freuden um die Gesundheit des S-Klasse kümmern würde. Dafür waren Gilden ja da, oder nicht? Auch wenn die Nekromantin die Schuldgefühle wohl plagen würden, sollte sie davon erfahren. Aber allein dieser Umstand war unwahrscheinlich – bis dahin war sie sicherlich schon längst wieder unterwegs und hatte sowohl Kami als auch seine Gilde hinter sich gelassen. Zumindest war das bis jetzt ihr Plan. Nicht etwa, weil sie die Anwesenheit des Magiers nicht genoss. Im Gegenteil, sie fühlte sich sehr wohl und gut aufgehoben. Aber sie konnte ja schlecht ewig an seiner Seite sein, davon würde sie nichts erreichen. Und irgendwohin wollte sie ja. Nur wusste sie noch nicht wohin genau.

Für einige Meter verfielen sie in ein angenehmes Schweigen. Der Regen prasselte nun beruhigend auf den Asphalt und bildete munter Pfützen. Darum herum zu laufen bemühte sich die Weißhaarige nicht. Sie trug Stiefel, ein paar Pfützen waren für sie absolut kein Problem. Gerade in der Dunkelheit ähnelten sie mehr Teer, und würden sie das Licht der Straßenlaternen nicht widerspiegeln, könnte man sie fast dafür halten. Das entfernte Grollen hatte sich schon längst zu einem stetigen Begleiter gewandelt und zog kaum mehr Aufmerksamkeit auf sich. Die ruhige Stille wurde lediglich von ihren kurzen Kovernsations-Fetzen zerrissen. Und nicht selten an diesem Abend war Kibe diejenige, die ihre Neugierde nicht zügeln konnte und fragte. Auch wenn das nichts an der Tatsache änderte, dass der Slayer detaillierte Antworten gab als sie selber. Diesmal hatte sie wissen wollen, warum er nicht vom Zugfahren hielt. Die Frage war berechtigt, waren sie doch kurz davor einen solchen als Fortbewegungsmittel zu benutzen. Dass das ein Umstand war mit dem alle Dragonslayer klar kommen mussten, war ihr neu. Und leuchtete ihr auch irgendwie nicht ein. „Woran liegt das?“. So etwas kam doch nicht von ungefähr, oder doch? Zumindest war das eine äußerst kuriose Schwäche, das musste man ihnen lassen. „Darauf wäre ich nie gekommen. Wäre schade um das Sushi...“. Das bedeutete wohl, dass die Zugfahrt eher still und ruhig verlaufen würde. „Vielleicht solltest du im Zug dann versuchen ein bisschen zu schlafen? Ich pass dann schon auf dich auf.“. Kibe war sein Blick nicht entgangen, weshalb sie nicht anders konnte als ihn ein bisschen damit aufzuziehen. Nichts desto trotz wäre das eine sehr günstige Gelegenheit ein wenig die Augen zu schließen und vielleicht wäre die Fahrt für Kami dann ja sogar erträglich. Wie sollte ihm übel werden, wenn er nichts von all dem mitbekam? Für Kibe klang das logisch. Aber ob der Slayer auf Knopfdruck einschlafen konnte war eine andere Sache.

Der Bahnhof kam in Sicht. Genau in diesem Moment ebbte der Regen etwas ab und machte das stehen im Freien erträglicher. Trotzdem schickte der Schwarzhaarige die Nekromantin unter eines der Dächer, damit sie sich unterstellen konnte und ließ sie kurz allein zurück, um die Karten zu holen. Ohne Widerrede lehnte sich die junge Frau gegen einen der Stützbalken, schob ihre Hände in die feuchten Jackentaschen. Auch ihre Kapuze hatte sie vorher vom Kopf geschoben. Natürlich fühlte es sich unangenehm in den nassen Klamotten an, aber das war nichts zu dem, was ihre Begleitung gerade empfinden musste. Man hätte meinen können, er wäre in einen Bach oder See gefallen. Zwar hatten sie mit dem Wetter kein Glück gehabt, aber mit den Zeiten. Denn gerade als Kami wieder zu ihr stieß, rollte der Zug in den Bahnhof ein. Oder besser gesagt: er blieb mitten auf der Strecke stehen. Kibe konnte immer noch nicht ganz fassen, dass man so etwas als Bahnhof bezeichnete. In was für einem Kaff waren sie nur gelandet? Obwohl der Regen etwas nachgelassen hatte, beeilten sich die Passagiere mit dem einsteigen. Schon im Innenraum begrüßte warme, trockene Luft die beiden Magier. Kibe war das nicht zwingen lieb, aber war für die Gesundheit der beiden wohl angebrachter. Gemeinsam suchten sie sich einen Platz, wobei die Nekromantin sich gegenüber des Slayers nieder ließ, ihn mit wachsamen Blick beobachtete. „Weisst du, wie lange wir brauchen?“, fragte sie, während ihr Blick nach draußen wanderte.
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Re: Bahnhof von Kunugi

Beitrag von Kami am Fr Jul 24, 2015 11:36 pm

Es war spät am Abend, die Straßen waren dunkel und das Wetter absolut nicht auf ihrer Seite. Jedoch ließ sich daran nichts ändern, sie mussten da durch. Das Lokal war nun geschlossen, ihr Weg sollte sie direkt zum Bahnhof führen, zumindest war das so geplant gewesen, wo sie am Ende landeten lag an ihnen selbst. Dabei machte es ihnen der starke Regen nicht leichter, von A nach B zu kommen. Kami agierte selbstlos und gab nichts darauf, dass er durch seine Verletzungen leichter anfällig für irgendwelche Krankheiten war, die durch das Wetter auftreten könnten. Er sorgte lieber dafür, dass Kibe etwas über dem Kopf hatte, es war zwar nur ein Wellblech, aber der Gedanke zählte. Sie sollte es einfach hinnehmen und sich nicht darüber beschweren, dass der Schwarzhaarige sowas für sie tat, obwohl er wohl lieber in dem Fall auf sich selbst achten sollte. So war Kami eben, manchmal konnte man ihn einfach nicht belehren, ein Dickkopf in manchen Situationen. Allerdings fand sie sich damit ab, war ihm vielleicht im Inneren doch auch etwas dankbar dafür, dass er das tat. So allerdings schwiegen sie sich etwas an, was aber nicht negativ zu deuten war, sie nahmen den Augenblick einfach so hin, während sie nach dem Weg zum Bahnhof suchten. Das stellte sich schwieriger heraus, als es eigentlich sein sollte, aber war dann im Nachhinein nichts, was sie nicht bewerkstelligen konnten. Sie brauchten zwar eine Weile, hatten aber Glück, dass sie sich nicht wirklich verlaufen hatten, sondern den Bahnhof relativ problemlos fanden. Wenn es überhaupt ein richtiger Bahnhof war, was sich vor ihren Augen erstreckte. Eher eine Zughaltestelle, mitten im Nichts. Die Hauptsache war doch, dass sie in Gallowstown ankommen würden, alles Weitere war dann auch egal. Da war er absolut glücklich, dass Kam diese Reise nicht alleine antreten musste, wenn es überhaupt noch dazu gekommen wäre, hieß das. Schließlich würde er ohne ihre Hilfe wohl irgendwo verrotten. Da war es doch klar, dass er auch im Falle auf eine Erkältung, auf ihre Hilfsbereitschaft zählen konnte, davon ging er aus, natürlich nur scherzhaft, was die Weißhaarige zum Glück auch so aufgenommen hatte. „Wir werden ja sehen“ Waren seine Worte daraufhin noch.

Das einzige worüber sich die beiden noch unterhalten haben, war die kleine aber feine Schwäche eines Dragonslayers, wovon kein Nutzer dieser Magie verschont blieb. Natürlich wusste nicht jeder davon, was auch besser so war. Transportmitteln waren der Erzfeind, die es eigentlich zu meiden galt, dann dort waren sie wehrlos, angreifbar und ausgeliefert. Genau deshalb gab man es einfach ungerne zu, einer so einfachen alltäglichen Situation ausgeliefert zu sein. Da er es aber bereits angedeutet hatte, nicht gerne mit dem Zug zu fahren, dank bestimmten Problemen, war es nur natürlich, dass Kibe es genauer wissen wollte und nochmal nachfragte. Er hatte nicht das Gefühl, dass sie diese Lage für sich ausnutzen würde, keines Weges, also erzählte er ihr die komplette Geschichte, was es damit auf sich hatte. Natürlich hatte sie damit nicht gerechnet, etwas erstaunt war sie allemal. Die nächste Frage brachte sogar den Dragonslayer zum Grübeln, der mit diesem Problem immer wieder konfrontiert war. Woran lag das überhaupt? „Naja, das kann ich dir auch nicht beantworten. Ich weiß es nicht. Ist wohl so eine Veranlagung. Das geht jedem einzelnen Dragonslayer so“ Erklärte er ihr und hörte dabei von ihr auch, dass sie nie darauf gekommen wäre. Wie auch? Schade um das Essen was er grade erst zu sich genommen hatte, war es natürlich auch, wenn er es im Zug sofort wieder loswerden musste. Das war aber nichts im Vergleich zu dem, was sie danach sagte. Kami sollte sich ruhig eine Auszeit gönnen und etwas schlafen, sie würde auf ihn Acht geben. Das bestätigte seine Theorie natürlich nochmal, dass die Weißhaarige nicht unbedingt vorhatte, die Zeit in der es ihm schlecht ging, eiskalt auszunutzen, eher im Gegenteil. Er vertraute ihr einfach, obwohl sie sonst was hätte machen können. „Ich werde vielleicht versuchen zu ruhen, schlafen kann ich dabei nicht. Aber ich kann entspannter sein, wenn ich weiß, dass du solange über mich wachst“ Teilte er ihr daraufhin mit und schenkte ihr ein ehrliches und breites Lächeln. Normalerweise war er immer auf sich alleine gestellt, musste dafür Sorge tragen, dass niemand ihm etwas antat, doch jetzt konnte er sich etwas zurücklehnen, abschalten.



Am Bahnhof angekommen, konnte sich Kibe zum Unterstand begeben und auf ihre Begleitung warten, denn der machte sich nämlich schnell dabei, die Karten zu besorgen. In einem kleinen Haus würde man diese bekommen, was nicht schwer war ausfindig zu machen. So viele Möglichkeiten gab es da ja nicht. An der Rezeption angekommen, sprach er dann. „2 Karten nach Gallowstown bitte“ Gesagt, getan. Der Mann gab ihm für den entsprechenden Preis die Tickets, mehr brauchte er dort nicht. Zügig eilte er heraus, bemerkte schon, dass der Zug gehalten hatte, sie lagen perfekt in der Zeit. Zusammen mit Kibe stieg er dann ein, suchte nach einem geeigneten Platz. Solange wie der Zug sich noch nicht bewegte, war alles gut. Sie hatten die Sitzbank für sich alleine, setzten sich gegenüber hin. So hatten sie sich immer im Blick und könnten eigentlich optimal miteinander reden, wenn da nicht die Transportmittelschwäche wäre. Die Zeit hätte er sonst gerne dazu genutzt, noch ein paar Worte mit ihr zu wechseln. Allerdings hielt der Zug noch, weshalb er auf ihre Frage, wie lange es dauern würde, gut eingehen konnte. „Bis nach Gallowstown werden es wohl knappe 2 Stunden sein. Wenn wir ankommen, ist es wohl kurz nach Mitternacht. So ungefähr zumindest“ Meinte der Anzugträger bevor er sich nochmal durch die Haare strich, sich kurz schüttelte. Jetzt wollte er das Hemd ungerne ausziehen, vielleicht trocknete es durch die Wärme in diesem Abteil ja wieder ein wenig. Plötzlich gab es eine Durchsage, dass der Zug gleich losfahren würde. Kami machte sich auf das schlimmste gefasst, blickte seiner Begleitung nochmal eindringlich in ihre kalten aber doch schönen Augen. „Ich werde versuchen einfach durchzuhalten, so gut es geht“ Versicherte ihr und schloss dann seine Augen, stützte denn Kopf auf seinen Händen ab, atmete tief durch. So konnte er vielleicht einige, vorsichtige Worte herausbringen. Da ging es auch schon los, der Zug fuhr ab, direkt in Richtung Gallowstown, in Richtung Heimat. Kami spürte das natürlich sofort, wie sein Magen ihm Probleme bereitete, sich alles um ihn herum drehte, doch er hielt tapfer durch. Er war sich sicher, dass er die Fahrt so überstehen würde. „Das bleibt unser Geheimnis, okay?“ fragte er dann, blickte für den Bruchteil einer Sekunde hoch, dann sofort wieder zurück. Um diese Uhrzeit war einfach nichts mehr los, der Zug war ziemlich leer. Nur vereinzelt saßen ein paar Leute still auf ihren Plätzen und beschäftigten sich irgendwie.

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Re: Bahnhof von Kunugi

Beitrag von Kibe Asano am So Jul 26, 2015 9:44 am

Nun, in Anbetracht der Umstände wäre es sicherlich besser, wenn sie es nicht sehen würden. Denn es wäre bestimmt nicht nur der Nekromantin lieber, wenn der Slayer von einer Erkältung verschont wurde. Das dürfte auch in seinem Interesse sein. Aber dazu äußerte sie sich nicht weiter. Ihren Standpunkt hatte sie ganz klar vertreten, und wenn Kami stur bleiben wollte, wäre sie die letzte die ihm dabei im Wege stünde. Zumindest unter der gegebenen Situation. Es gab wohl schlimmeres, weswegen man sich uneinig sein konnte. Und ausnahmsweise hatte die Weißhaarige nicht wirklich das Bedürfnis, eine Diskussion anzufangen. Dafür war es einfach viel zu spät und die momentan herrschende Stimmung zu angenehm. Wann hatte sie das letzte mal neben Jemanden so zwangfrei eine Straße hinab schlendern können? Das schien Jahre her zu sein. Und auch wenn das Wetter nicht auf ihrer Seite war, genoss die junge Frau jeden Augenblick davon. Auch dir ruhigeren Minuten. Diese dauerten aber vergleichsweise nicht lange an. Denn wie immer ließen bestimmte Fragen die Nekromantin einfach nicht in Ruhe. Sie konnte da nichts für! Wenn man mit ihr sprach, weckte man einfach ihre Neugierde. Das war nichts, was sich einfach umgehen ließ. Außerdem half es der jungen Frau, ihren Gegenüber besser verstehen zu können. Unbedingt nötig war es mit ihrer Begleitung zwar nicht – die beiden schienen auf einer Wellenlänge zu sein – aber trotzdem führten ihre Konversationen zu einigen Fragen. Erst recht, wenn es um so etwas wie Magie ging. Da hatte der Schwarzhaarige ihr auch einen kleinen Vertrauensbeweis erbracht, als er ihr seine Schwäche offenbarte. Gerade weil es eine war, auf die man als Außenstehender vielleicht nicht käme. Es sei denn, man kannte einen anderen Dragonslayer und wusste über den Nachteil, den diese Magie mit sich brachte, von diesem Bescheid. War bei der Weißhaarigen nicht der Fall. Bisher hatte sie es nicht für nötig gehalten, sich länger mit einem Slayer zu unterhalten. Das ganze hier war also eine Premiere.

Auch wenn Kamis Antwort nicht wirklich zufriedenstellend war. Denn warum er eine solche Reisekrankheit besaß, konnte er ihr nicht beantworten. Er schob es auf Veranlagung. Wirklich informativ war das zwar nicht gewesen, aber was sollte sie tun, wenn der Dunkelhaarige es selbst nicht mal wusste. „Und es hat dir nie in den Fingern gejuckt, das heraus zu finden? Wenn man weiss, woher das kommt, kann man es vielleicht unterbinden?“. Wäre die junge Frau in seiner Lage, würde sie alle Hebel in Bewegung setzen, nur um diese verfluchte Übelkeit ein für alle mal los zu werden. Es war vielleicht nicht gravierend, aber nervig doch alle mal. Oder etwa nicht? Aber hier und jetzt ließ sich ohnehin schlecht etwas dagegen machen, weshalb man sich mit anderen Mitteln behelfen musste. In diesem Fall schlug Kibe vor, dass der Slayer sich ruhig in ihrem Beisein ausruhen konnte, um die Übelkeit so ein wenig in den Griff zu kriegen. In seinem Zustand wäre er ohnehin keine Große Hilfe, selbst wenn etwas passieren würde. Aber davon ging die junge Frau nicht aus – wer belästigte um diese Uhrzeit schon Leute im Zug? Absurd. Trotz ihres Angebotes ging Kami nur teilweise darauf ein, meinte, dass er sowieso keinen Schlaf finden würde. „Na, so lange ich dir immerhin ein bisschen dabei helfen kann, reicht mir das.“. Und wenn es nur der Umstand war, dass er sich nicht auf das konzentrieren musste, was um ihn herum geschah. Das war das mindeste, was Kibe für ihn tun konnte.

Wirklich etwas unter seiner Schwäche konnte sich die Nekromantin nicht vorstellen. Zwar hatte der Slayer ihr davon berichtet, trotzdem konnte sie nicht ahnen, was auf sie zu kam. Zumindest nicht bis sie den Zug betraten. Bevor der Zug los fuhr saßen sie sich erst einmal gegenüber. So weit, so gut. Bisher zeigte Kami keine Anzeichen für seine aufkommende Reisekrankheit. Mal von der Nervosität abgesehen. Anscheinend wusste er ganz genau, worauf er sich da einließ. Ein Grund mehr, den jungen Mann im Auge zu behalten. Trotzdem konnte sich Kibe nicht verkneifen zu fragen, wie lange es wohl dauern würde. Zwei Stunden waren da schon eine beachtliche Zeitspanne, und langsam verstand sie, warum Kami den Zug im Normalfall vermied. Trotzdem war dies die einzige Möglichkeit. Zu Fuß hätten sie ewig gebraucht und mit seinen Verletzungen wäre das vielleicht nicht gut ausgegangen. Bevor es los ging, richtete er noch kurze, knappe Worte an die Magierin. „Sag einfach, wenn es nicht mehr geht. Ich lasse mir dann irgendetwas einfallen.“. Auch wenn sie absolut keine Ahnung hatte, was.  „Und wenn ich dich den Rest des Weges tragen müsste.“, fügte sie etwas scherzhaft hinzu. Dazu musste es hoffentlich nicht kommen. Als der Zug sich in Bewegung setzte, flackerte der Blick der Magierin zu ihrer Begleitung. Und diese sah jetzt schon mitgenommen aus. So wie er da saß, das Gesicht in den Händen vergraben, den Boden mit dem restlichen Regenwasser volltropfte. Ohje. Das sah nicht gut aus. Mitfühlend biss sich die Nekromantin auf die Unterlippe. Ihr erster Instinkt wäre es gewesen, den anderen irgendwie eine Stütze zu sein. Aber das Empfinden variierte von Person zu Person. Während ihr selbst es half, wenn man ihr in solchen Situationen Halt gab, hatten andere lieber ihre Ruhe. Aber so schlecht konnte es dem Schwarzhaarigen nicht gehen, als er aufblickte und meinte, dass es ihr gemeinsames Geheimnis bleiben würde. „Versprochen.“. Was hätte sie davon, das rum zu erzählen? Höchsten um Kami damit aufzuziehen. Vielleicht würde sie das auch irgendwann einmal tun. Aber im Augenblick schien es das beste sein, den Slayer erst einmal in Ruhe zu lassen. Also wandte die Nekromantin sich der Umgebung zu, die draußen am Fenster vorbeizog. Dabei zog sie sich die nasse Jacke aus und ließ sie neben sich fallen. Sie konnte nicht behaupten, dass es das erste mal wäre, dass sie Zug fuhr, aber häufig war es bis dato auch nicht vorgekommen. Für sie selbst war es ja auch kein Problem. Was man von ihrer Begleitung nicht behaupten konnte. In regelmäßigen Abständen sah die junge Frau zu dem Slayer herüber, prüfte quasi sein Befinden. Trotzdem konnte sie es sich nicht verkneifen, bei einem kurzen Stopp dorch eine Frage loszuwerden: „Wie ist Gallowstown eigentlich so? Ich hab gehört, dass sie irgendwie mit deiner Gilde in Verbindung steht, kann mir aber keinen Reim darauf machen.“. Das war einer der Orte, die Kibe bisher nicht besucht hatte. Wozu auch? Von Gilden hielt sie nichts – dementsprechend hatte es sie nie gereizt die Stadt aufzusuchen.
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Re: Bahnhof von Kunugi

Beitrag von Kami am So Jul 26, 2015 2:01 pm

Alles war für ihre Abreise vorbereitet. Der Regen stellte kein großes Hindernis mehr da, wenn sie erstmal im Zug sitzen würden, richtig Gallowstown fuhren. Am Bahnhof konnten sie sich zumindest kurz unterstellen, jedenfalls tat das Kibe, denn Kami war dafür zuständig, die Karten für die Heimfahrt zu besorgen. Gesagt, getan. Schnell eilte er wieder zu ihr, denn der Zug war schon angekommen und könnte jede Sekunde wieder ablegen, mit oder ohne den Dragonslayer. Auch wenn er lieber drauf verzichtet hätte, hatte er einfach keine andere Möglichkeit. Ein bisschen musste er dann doch auf sich achten, außerdem war Kibe ja auch noch bei ihm und wollte etwas auf ihn Acht geben. Grund genug sich dieser Tortur letztendlich doch zu stellen. Schließlich wusste die junge Frau ja nun über die etwas peinliche Schwäche eines Dragonslayers Bescheid und was diese bewirkte, allerdings nicht woran das lag. Das konnte der Anzugträger ihr nämlich nicht beantworten, der Grund dafür blieb bisher verborgen und ein Rätsel, zumindest für Kami. Da bemerkte er schnell, dass die Weißhaarige sich wirklich dafür zu interessieren schien, denn sie winkte das Thema nicht sofort ab, stellte immer wieder eine kleine Frage. Wobei die nächste ihn wieder kurz nachdenken ließ. Er hatte bisher nie die Anstalten gemacht, nach einer Lösung für dieses Problem zu suchen, der Sache auf den Grund zu gehen. „Ich weiß nicht, aber diese Schwäche hat mich bis jetzt nicht so oft erwischt. Bisher konnte ich es immer gut vermeiden und jetzt bist du bei mir. Was soll also schon passieren?“ So gerne er jetzt wieder ein Lächeln aufbringen wollte, konnte er es nicht, denn der Zug war bereits abgefahren und das zeigte, wie erwartet, seine Wirkung. Alles um ihn herum drehte sich, der Magen spielte verrückt, aber er hielt stand. Seine Pose verriet zwar, dass es nicht grade einfach war, sich dabei zu konzentrieren und sogar noch zu reden, aber er war eben hart im Nehmen, wie schon gesagt.

So saß er nun da, das Gesicht in den Händen vergraben, etwas verspannt und angestrengt alles in seinem Magen dort zu lassen, wo es hingehörte. Dabei versuchte er immer wieder mal einen kurzen Blick zu seiner Begleitung gegenüber zu werfen, sich einfach zu  versichern dass sie noch dort saß und alles gut war. Ohne sie an seiner Seite wäre er jetzt ein einfaches Ziel, sie war seine einzige Stütze, obwohl er das wohl kaum einfach so zugeben würde. Wie könnte er übermäßig Schwäche zeigen, was würde man dann von ihm denken? Die Sache die ihm in der Gilde am Trainingsplatz passierte, war etwas anderes, dort lag es nicht unbedingt in seiner Hand, was passierte. Ansonsten wusste der Schwarzhaarige schon, in welchen Augenblicken man einfach stark bleiben musste. Stark genug auch um einer anderen Person genau das zu vermitteln. In diesem Fall aber verließ er sich ganz auf seine Begleitung, sie bot ihm sogar an, sich etwas ausruhen zu können, während sie auf ihn Acht gab. Sowas hörte er nicht oft, deshalb stimmte es ihn ziemlich glücklich, die Möglichkeit zu haben, sich keine Sorgen darum machen zu brauchen, wenn er in einem Transportmittel einfach etwas schwächelte. Das Gefühl was er grade im Ansatz verspürte war wohl sowas, was man Geborgenheit nennen konnte, ein Zustand der nicht einfach so aufgerufen werden konnte, das stand fest. Ab und zu hörte man ihn schwerer atmen, aber dann auch wieder etwas beruhigender und sanfter. Es schien ihr einfach zu reichen, dass sie ihm etwas helfen konnte. Da konnte er gar nicht anders als etwas hochzuschauen, sie anzugrinsen, bevor sein Kopf sich wieder etwas gequält senkte. „Du tust mehr als ich verlangen kann. Ansonsten würde ich nicht in diesem Zug sitzen, weil ich geschlagen wäre, doch du gibst mir grade Sicherheit“ teilte er ihr daraufhin mit, drückte sich die Hände kurz gegen den Magen, signalisierte dass es ziemlich hart war, was grade in ihm vorging. Kami konnte sich ganz in Ruhe seinem Magen in dessen Inhalt widmen, den Rest erledigte Kibe mit ihrer bloßen Anwesenheit. „Wenn ich irgendwann rauskriege, wer dafür verantwortlich ist,dass ich in einem verdammten Transportmittel sitzen kann, fließt Blut, da bin ich mir sicher“ Dabei musste er dann doch etwas lachen, mehr als ein schwacher Scherz am Rande war es dann doch nicht. So ganz ohne ein Wort zu verlieren, ging es dann doch nicht, sie hatten einfach den Drang einige Worte an den anderen abzugeben.

Sie war im Moment einfach für ihn da, so gut sie konnte. Auch als sie sagte, dass er Bescheid geben sollte, wenn etwas sein sollte, im Notfall würde sie ihn bis zur Gilde tragen. Auch wenn das Ende eher ironisch gemeint war, da sie es wohl kaum umsetzen könnte, war Kami glücklich darüber. Sein Gesicht konnte sie zwar grade nicht sein, aber ein fröhliches Grinsen schlich sich auf die Visage. „Das tut man wohl für Freunde, ob man sie neu dazugewonnen hat, oder sie schon länger kennt. Man trägt sie alle im Herzen“ Den Sinn dahinter hatte sie sicherlich verstanden, damit ließ er es auch vorerst gut sein, bis zu dem Punkt, als ihr Interesse Gallowstown galt, die Stadt der Säbelzähne. Sie wollte wissen wie die Stadt war, kannte sich nicht aus. Außer den Fakt, dass sie zu Sabertooth gehörte, wusste sie nichts darüber. „Sie ist nicht grade groß, nichts Besonderes. Unsere Gilde hat sie damals befreit und dann übernommen und stets gut behandelt. Einige Mitglieder haben ihr Haus dort. Sie ist nicht besonders groß, hat aber alles was man brauch.“ Erklärte er Kibe kurz und schaute dann kurz aus dem Fenster. Es war stockfinster, sie hatten noch eine Weile an Fahrt vor sich. Wenn sie dann endlich da waren, würde sich Kami wohl noch kurz mit ihr unterhalten, das nachholen was er im Zug versäumen musste, danach hatte auch dieser durchaus schöne Tag erstmal ein Ende.  Erschöpft würde er in die Federn fallen und sich erstmal etwas erholen, seine Knochen ruhen um für das was noch kam, bereit und fit zu sein. Es war wohl trotzdem besser, wenn er sich nicht sofort großartig ankündigte, sondern Schritt für Schritt wieder versuchte sich einzufinden, auch ohne Nathan an seiner Seite. Das war nun ein Problem der Gilde, ERA hatte einen Mann in ihren Reihen, der durchaus eine Bedrohung für Sabertooth sein konnte, wenn er alles preisgab, was man ihm einst erzählte. Aber so waren Verräter nun mal, sie kannten keine Familie oder Freunde, sie handelten zu ihren eigenen Gunsten. Damit musste Kami leben. Nathan hatte das nicht umsonst getan, das stand fest. Nun war der Anzugträger aber noch fernab von solchen Gedanken, dafür hatte er noch früh genug Zeit, sich erneut den Kopf darüber zu zerbrechen. Im Moment wollte er damit die Zweisamkeit mit ihr nicht zerstören. „Wie ist eigentlich der Ort so, aus dem du ursprünglich kommst? Vielleicht kenne ich ihn ja“ fragte er dann brüchig und zögerlich nach, hoffte einfach dass ihr diese Frage nicht zu nahe ging, auf Grund der Probleme mit ihrer Familie.

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Re: Bahnhof von Kunugi

Beitrag von Kibe Asano am So Jul 26, 2015 11:07 pm

Verständlich, dass wenn man nicht Tag ein Tag aus mit einer unliebsamen Begebenheit konfrontiert war, man schnell vergaß, dass es sie gab. Wobei es fraglich war, ob der Slayer seine Reisekrankheit wirklich dermaßen verdrängen konnte. Wahrscheinlich nicht. Aber wozu sich bemühen ein Problem zu lösen, das kaum präsent war? Das war letzten Endes dann doch vielleicht mehr Arbeit als nötig und dementsprechend hätte es wenig Nutzen. Allerdings war die junge Frau nicht weniger zuversichtlich als der Schwarzhaarige. Sie glaubte nicht daran, dass sie zu so später Stunde noch belästigt werden würden. Wozu sich also Sorgen machen? Kami konnte sich ganz in Ruhe seiner klitzekleinen Schwäche widmen und die Nekromantin würde ein wachsames Auge auf ihn haben. Falls sich Probleme anbahnen sollten, würde sie ihn früh genug darüber in Kenntnis setzen. Doch die einzigen Passagiere die bisher an ihnen vorbei gelaufen waren, hatte das Wetter nicht minder schwer erwischt und ließen sich einfach nur erschöpft auf die Sitzplätze nieder, blieben für sich. Damit unterschieden sie sich also kaum von den beiden Magierin, die für eine kurze Weile in erneutes Schweigen verfielen. Der Zug hatte seine Reise angesetzt und rollte nun munter über die Schienen. Ganz zum Leidwesen des Slayers. Kibe war ein mitfühlender Mensch und konnte sich recht gut in die Lage des anderen hinein versetzten. Deshalb tat es ihr leid, dass sie ihn in eine solche Situation gebracht hatte. Irgendwie wurde sie das Gefühl nicht los, dass er ohne sie nicht in diesem Zug sitzen würde. Vielleicht wäre er noch immer am See und würde sich selbst auskurieren. Was natürlich länger gedauert hätte – so ganz ohne ihre fabelhafte Behandlung. Jap. Mit Sicherheit.

Bis zum ersten Stopp fuhren sie gar nicht mal so lange. Scheinbar handelte es sich um eine Nachbarstadt. Aber bevor sie dort ankamen, schaffte es Kami sogar ein paar Worte mit der Weißhaarigen zu wechseln. Auch wenn es Kibe lieber gewesen wäre, er wäre still geblieben. Nicht etwa, weil sie sich ungern mit ihm unterhielt, sondern einfach um seiner Gesundheit willen. Selbst, wenn er ein Grinsen zustande gebracht hatte. Mehr schlecht als recht, wohlgemerkt. „Ach quatsch. Das ist doch selbstverständlich. Kein Grund dankbar zu sein.“, winkte die durchnässte Magierin ab. Und das war ihr Ernst – das verstand sich doch nun wirklich von selbst. Was sollte sie tun? Ihn hier einfach im Zug sitzen lassen? Vielleicht war die junge Frau keine Anstandsdame, aber ungefähr wusste sie schon, was sich gehörte. Mal abgesehen davon, dass es einfach herzlos gewesen wäre. Und das war die Nekromantin bei weitem nicht. Auch wenn sie gerne so tat. „Oh, ich glaube da kannst du lange suchen. Aber ich drücke dir trotzdem die Daumen.“. Beiden war bewusst, dass es niemals dazu kommen würde. Unwahrscheinlich, dass eine einzelne Person für den Gemütszustand des Schwarzhaarigen verantwortlich war. Trotzdem war es bestimmt eine tröstende Vorstellung irgendjemanden dafür eins rein zu drücken. Irgendwohin musste man mit seinem Frust ja.

Für einen kurzen Moment sah die Nekromantin wieder aus dem Fenster, verlor sich in Gedanken, beobachtete wie der Regen und das Wetter die Welt draußen in Aufruhr versetzten. Hier drinnen war es still und ruhig. Und wer wusste schon, ob das Unwetter sich in ein paar Kilometern schon wieder aufgeklärt hatte? Wäre wahrscheinlich besser für die beiden Magier, dann mussten sie sich kein zweites Mal durch den Regen kämpfen. Diesen Gedanken riss die junge Frau jedoch nur an, da erreichten sie die gedämpften Worte des Slayers. Es dauerte einen Moment, bis sie ihre Bedeutung entfalteten und ihr bewusst wurde, was genau Kami da gerade gesagt hatte. Beinahe überrascht flackerte ihr Blick zu ihrer Begleitung zurück. Es bedurfte keiner Antwort, keiner Erwiderung. In diesem Augenblick hätte Kibe ohnehin nicht die richtigen Worte gefunden. Darin war sie extrem schlecht. Die meiste Zeit schwieg sie also, auch wenn das Lächeln was sich auf ihre Lippen stahl Antwort genug war. Es war lange her, seitdem das letzte mal Jemand sie so zum Lächeln gebracht hatte. Aber so schnell wie es gekommen war, verschwand es auch wieder. Es war nur ein kurzes Aufblitzen ihres inneren Gefühlslebens gewesen. Nichts, was man auf Dauer nach Außen tragen sollte. Das hatte sie sich schon lange abtrainiert.
„Übernommen?“, wiederholte die Weißhaarige mit einem sehr kritischen Unterton. Das klang merkwürdig. Wie konnte man denn eine gesamte Stadt übernehmen? „Mh. Vielleicht magst du mir das bei Gelegenheit ja genauer ausführen. Muss jetzt nicht sein.“. Sie wollte Kami ja schließlich nicht überfordern. Und dafür würden sie ein anderes mal sicherlich auch Zeit finden, oder etwa nicht? Zumindest wäre ihr das als Gesprächsthema lieber als das, was folgte. Wahrscheinlich ahnte Kami, dass das nicht unbedingt das war, worüber sie sich am liebsten unterhalten würde. Aber dennoch würde sie ihm eine Antwort geben. Dafür vertraute sie dem jungen Mann schon genug. Für sein Vertrauen brauchte sie keinen weiteren Beweis – so wie er gerade vor ihr saß. „Hm. Ist gar nicht mal so weit weg von hier. Meine Eltern leben in Shirotsume. Ist eigentlich ein ganz... netter... Ort. Klein. Man kennt sich. Das übliche. Hatte eigentlich eine sehr schöne Kindheit dort. Warst du schon einmal da?“, fragte sie nun. Im Verlauf des Abends kam das meiste von Kami. Und da dieser nun etwas verhindert war, blieb es an Kibe das Gespräch irgendwie weiter am laufen zu halten. Dabei war sie eine der Menschen, die lieber zuhörte anstatt zu reden. „Ich würde die Frage zurück geben, wenn es dir nichts ausmacht darüber zu reden. Schließlich hast du das größere Päckchen zu tragen.“. Es wäre vollkommen verständlich, sollte Kami ablehnen und lieber Stillschweigen über das Thema bewahren.
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Re: Bahnhof von Kunugi

Beitrag von Kami am Mo Jul 27, 2015 12:32 am

Auch wenn es Kami grade in seiner Verfassung nicht unbedingt gut ging, versuchten sie einfach sich nicht die ganze Zeit im Zug anzuschweigen. Außerdem war er ja nicht unbedingt unfähig vereinzelte Worte langsam von sich zu geben, er hatte eben nur damit zu kämpfen, sich unter Kontrolle zu halten. Natürlich konnte man sagen, dass er generell etwas eingeschränkt war, in seinen grundlegenden Fähigkeiten, aber um sein Sprechorgan zu betätigen, ging es grade noch so. Um mehr brauchte er sich auch im Augenblick keine Gedanken machen, denn dafür sorgte seine Begleitung Kibe schon. Obwohl es doch eher unwahrscheinlich erschien, dass man um diese Uhrzeit in einem Zug attackiert werden würde. Falls doch, war die Weißhaarige zur Stelle, darauf konnte er sich verlassen. Natürlich war er dankbar dafür, dass er sich in Sicherheit wiegen konnte, mal nicht derjenige sein musste, der in irgendwelchen Aufträgen auf andere achten musste, sondern sich diesmal auf seine Gesundheit konzentrieren konnte, weil er 2 weibliche Augen hatte, die über ihn wachten. Für die junge Dame war das natürlich mal wieder eine Selbstverständlichkeit, für die er sich nicht bedanken brauchte. Behandelte sie also jeden gleich, in dem sie einfach ihre ganze Hilfsbereitschaft für fremde Menschen aufbrachte? Das konnte irgendwann ziemlich ins Auge gehen, wenn sie nicht aufpasste. Dass sie wirklich so überaus gutmütig wäre, dachte der Schwarzhaarige nicht. Kibe war wohl reif genug um auf sich Acht zu geben, sie hatte genug vom Leben und der Welt gesehen um zu wissen, was sie tat. Oder? „Na wenn du das sagst“ Fügte er ihrer Äußerung noch hinzu und ließ es damit erstmal gut sein. Dabei fühlte er nochmal sein Hemd, wie nass es noch immer war. Es war nun mittlerweile recht unangenehm auf der Haut, aber wenn er in Sabertooth war, konnte er es ja loswerden. Nur stand für ihn persönlich fest, dass er dieses Hemd definitiv aufbewahren musste, es würde ihn immer wieder an diesen Abend erinnern, das war Grund genug.

Schließlich stoppte der Zug kurz, sie hatten wohl die erste Haltestelle erreicht, obwohl das bei so wenigen Menschen kaum lohnte. Es stiegen nur eine Hand voll aus, es kamen kaum neue Passagiere dazu. Allerdings spielte das keine Rolle, denn es war ein kurzer Moment der Erholung für den Anzugträger. Er konnte kurz durchatmen, sich in eine aufrechte Position begeben und sich kurz einmal strecken.  Da blieb auch noch Zeit, kurz auf ihre folgenden Worte einzugehen, die sich auf den Scherz bezogen, welchen Kami über das Thema der Schulfrage seiner Schwäche gerissen hatte. Eine Person dafür verantwortlich zu machen war nicht einfach, um sie dann zu bestrafen. Sie hatte wohl Recht, lange suchen konnte er da auf jeden Fall, dass sie ihm die Daumen drückte verstärkte den Kern ihrer Aussage nur noch. Immerhin konnte er absolut nicht wissen, woher diese Schwäche kam und welchen Umständen er sie zu verdanken hatte. Es sollte nicht seine Sorge sein, solange er sich von solchen Sachen fernhielt, jetzt war es nur schlecht zu vermeiden. Dabei war es die optimale Lösung, eine bessere fiel ihm auch nicht ein. Kibe hatte ihn darauf gebracht, sie begleitete ihn ja auch. Ohne sie wäre der Abend trist verlaufen, er wäre ertrunken in seinem eigenen Selbstzweifel und den Vorwürfen, der Trauer und der Wut. Wo er damit hinsollte, wusste er bis dahin auch noch nicht. Irgendwie trug er sie ja auch noch in sich, mit diesem wundervollen Abend waren seine Sorgen leider nicht verschwunden, aber sie wurden weniger wichtig. Das war eine ganze Menge wert. Um den Rest konnte er sich kümmern, wenn er wieder bei voller Gesundheit war und einen Kopf dafür hatte. Im Moment musste er mal egoistisch sein und an sich selbst denken, obwohl da ja noch die Weißhaarige war. Irgendwie war dieser Abend viel zu schön, als das er das Signal dafür sein könnte, erstmal wieder getrennte Wege zu gehen. Der Schwarzhaarige hatte da schon eine Idee, aber damit würde er wohl bis zum nächsten Morgen warten, da bot es sich am besten an, Situationsbedingt. Wenn Kibe ablehnte, musste er nur versuchen, sich das nicht so anmerken zu lassen, obwohl es ihn natürlich nicht kalt lassen könnte. Dafür konnte er sie einfach zu gut leiden, vertraute ihr ja sogar schon. Er fing einfach schnell damit an, sie wirklich zu mögen. Was auch immer das zu bedeuten hatte.

Da sie versuchen wollten, ihr Gespräch aufrecht zu erhalten, brauchten sie wieder Themen. Die Suche danach war aber schnell abgeschlossen, da Kibe diesmal die Initiative ergriff um die Unterhaltung zu leiten. Sie wollte mehr über Gallowstown wissen, die Stadt die den Säbelzähnen quasi gehörte. Schnell fand Kami eine Erklärung für den kleinen Ort, der an seine Heimat angrenzte. Der Fakt dass die Gilde, Gallowstown quasi übernommen hatte, störte sie etwas. Sie hatte wohl eine falsche Vorstellung unter diesem Begriff. Jedenfalls in diesem Fall. Aber sie winkte gleich ab, für eine genauere Erklärung war auch noch wann anders Zeit, dann wenn er wieder gesprächiger sein konnte. Jedenfalls war dieser Fakt gedanklich notiert, er würde es nicht vergessen, es ihr zu erläutern. „Wenn wir angekommen sind, erklärte ich dir was es damit auf sich hat. Ganz sicher“ Gab Kami ihr zu verstehen, blickte kurz wieder auf. Schnell fand sein Blick aber wieder nach unten, wie zuvor auch, anders ging es einfach nicht. Die Hände waren auf dem Bauch platziert, seine Haltung war ziemlich besonders. Er igelte sich schon fast ein, zog sich zusammen. Aber um nicht immer nur stupide antworten zu müssen, wenn sie fragte, wollte er auch wissen, wie denn ihr Heimatort zu war, aus dem sie kam, wo ihre Familie lebte. Natürlich war das nicht leicht für sein, auf Grund der Tatsache, dass sie von dort verjagt wurde. Vielleicht besaß sie aber ebenfalls das Vertrauen, ihn darüber aufzuklären. Und sie tat es auch. Lange zögerte sie nicht dabei. Shirotsume also. Ein kleiner Ort in dem jeder jeden kannte, sie eine schöne Kindheit verbringen konnte. Natürlich war es da klar, dass sie wissen wollte, ob er schon mal da war. Er dachte nach, fand die Antwort schnell. „Vor nicht allzu langer Zeit, war ich im Hakobe Gebirge. Dabei habe ich diesen Ort passiert, bin nur durchgelaufen. Was ich gesehen habe, hat mir gefallen. Ich kann mir vorstellen, dass du bis zu einem gewissen Zeitpunkt, eine tolle Zeit dort hattest“ Dabei versuchte Kami sich wieder etwas aufzurichten, sie ein wenig anzublicken.

Nun war wieder der Schwarzhaarige an der Reihe zu berichten, wie sein Heimatort war, wenn er denn darüber reden konnte. Natürlich konnte, doch die Erinnerung verblasste. „Ich kann dir leider nicht mehr sagen wie mein Ort hieß, ich war noch zu jung, als man ihn von der Landkarte radierte. Die Erinnerungen daran sind verblasst. Ich hatte eine einfache Kindheit, habe meinen Eltern oft auf dem Feld geholfen und die meiste Zeit mit meinem Bruder verbracht, mehr hatte ich nicht. Es hatte mir gereicht. Mein Bruder sagte mir im Nachhinein oft, dass ich ein glücklicher und aufgeweckter Junge war. Ich konnte die Zeit dort einfach nur nicht auskosten. Zu schnell musste ich erwachsen werden und lernen, wie ich am besten überleben kann“ Ganz klare und ehrliche Worte kamen dort aus seinem Mund, was man ihm anmerkte. Auch wenn er sie den Umständen entsprechend brüchig und langsam herausbringen musste. Der Blick war zittert nach außen gerichtet, seine Hände zu Fäusten geballt. Irgendwo dort draußen unter dem Nachthimmel, wartete diese Bestie, die versuchte sein Leben zu zerstören. Acnologia hatte wohl nicht damit gerechnet, dass er jemanden erschaffen hatte, der egal wie viele Rückschläge er erleiden musste, immer weiter kämpfte, bis er sein Ziel irgendwann erreicht hatte. „Ich weiß nur noch wo er ungefähr liegen müsste. Der Landstrich der davon übrig blieb“ Nun war er wieder leise, versunken in Gedanken und Erinnerungen. Leise hörte man die Regentropfen, welche gegen die Fensterscheiben aufschlugen, die Geräusche des Zuges.

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Re: Bahnhof von Kunugi

Beitrag von Kibe Asano am Mo Jul 27, 2015 3:50 pm

Wenn sie nun damit anfingen, sich für jeden Gefallen zu bedanken, wären sie lange dabei. Schließlich war es der Slayer gewesen, der beschlossen hatte, die Nekromantin mit zu nehmen und ihr ein Dach über den Kopf zu bieten. Das hätte er nicht tun müssen, das wussten sie beide. Deshalb machte Kibe sich auch nicht viel aus den Dingen, die für sie nur Kleinigkeiten waren. Vieles war für sie schon so in ihrem Wesen verankert, dass sie gar nicht anders konnte. Wenn Jemand Hilfe brauchte, dann ließ sie demjenigen diese im Normalfall auch zu Teil werden. Ganz egal unter welchen Umständen. Um sie davon abzuhalten musste schon etwas gehörig schief gegangen sein. Deshalb beließen sie es bei dem Thema. Darüber konnte man, wenn man wirklich wollte, auch noch später reden. Irgendwann würde die Weißhaarige ihre Dankbarkeit auch sicherlich noch einmal anders zum Ausdruck bringen. Im Augenblick fiel ihr das noch etwas schwer. So etwas brauchte Zeit und war mit einem simplen Danke nun mal einfach nicht getan. Aber war das in einer Freundschaft nicht immer so? Geben und Nehmen – hieß die Devise. Und so wie die Dinge gerade standen, fühlte sich die Zweisamkeit gar nicht mehr Fremd an, sondern beinahe schon vertraut. Ein schönes Gefühl, an dem Kibe gerne festhalten würde, so lange es ihr möglich war.

Wie Kibe schon vermutet hatte verlief die Zugfahrt ruhig. Ab und zu stiegen neue Fahrgäste und oder wieder aus. Genau dann konnte sich Kami eine kleine Verschnaufpause gönnen und sich für einen kurzen Moment ein wenig fangen. Kibe musste zugeben, dass es interessant zuzusehen war, wie schnell die Reisekrankheit wieder einsetzte. Sicherlich für den Betroffenen weniger schön. In diesem kurzen Zeitfenster sicherte er ihr zu, dass er ihr an ihrem Reiseziel erklären würde, was es nun mit seiner Gilde und der ihr zugehörigen Stadt auf sich hatte. Wirklich lange konnte er ihr dabei nicht in die Augen sehen, richtete seinen Blick gleich wieder dem Boden zu. Zum Glück hatten sie bereits ein beachtliches Stück der Strecke zurück gelegt, so dass der Magier nicht mehr all zu lange ausharren musste. So wie er dort zusammengekauert saß, hatte die junge Frau noch viel mehr Mitleid als kurz zuvor am See. Wobei sie dort nicht wirklich Mitleid mit ihm gehabt hatte. Da war sie doch recht emotional distanziert gewesen. Aber nun, da sie ihn zumindest ein bisschen besser kannte, sah die Sache anders aus. Viel tun konnte sie jedoch nicht. Da musste der Schwarzhaarige alleine durch. Dennoch schafften sie es zumindest vereinzelt einige Gesprächsfetzen aufzubauen, aufzuschnappen und weiter zu spinnen. Aus irgendeinem Grund war der Slayer auf die Idee gekommen, Kibe nach ihrem Heimatdorf zu fragen. Obwohl es wahrlich nicht ihr Lieblingsthema war, und dazu auch nichts besonderes, hatte sie ihm wahrheitsgemäß und wenig wertend geantwortet. Erstaunlicherweise kannte Kami den Ort sogar. Dabei war das Dorf nur ein kleiner Fleck auf der Landkarte, nichts besonderes. Deshalb erntete der Magier auch kurz einen verwunderten Blick, gefolgt von einem kurzem Lächeln. Kibe hatte nicht nur schlechte Erinnerungen an diesen Ort. Ganz im Gegenteil. Nur vermied sie es all zu sehr darüber nach zu denken, da sie sonst die Gefahr bestand, Heimweh zu bekommen. Etwas, was es zu vermeiden galt. Schließlich hatte es auch gute Seiten, dass sie ihre Heimat verlassen hatte. Sonst hätte sie Kami wohl kaum kennen gelernt. Mit dieser Sicht der Dinge ließ es sich gleich viel leichter leben.

Und natürlich folgte von ihrer Seite die Frage, wie es eigentlich mit seiner Heimat aussah. Auch wenn sie von Anfang an klar stellte, dass er nicht darüber reden brauchte, wenn er nicht wollte. Ihre Bedenken wischte der junge Mann allerdings gleich zur Seite, zögerte nicht um ihr zu erläutern, was er noch wusste. Dabei schaffte es schon sein erster Satz, dass die Nekromantin leicht zusammen zuckte und sich wünschte, nicht gefragt zu haben. Auch wenn seine Stimme es nicht vermittelte, hinterließen seine Worte einen sehr bitteren Nachgeschmack. Sogleich sank die Magierin etwas in ihrem Sitz zusammen, begann mit dem Saum ihres T-Shirts zu spielen. Es dauerte einen Moment, bis Kibe ihre Stimme wieder fand. Zuvor hatte sie ihre Begleitung nur eindringlich beobachtet. „Entschuldige, ich hätte nicht fragen sollen.“. Denn auch wenn seine Worte den Umständen entsprechend und doch klar gewesen waren, erzeugte seine Haltung und sein Blick ein anderes Bild. Vergangenheit war immer ein sehr heikles Thema. Ihr Blick fiel hinab auf seine Hände, und ohne groß zu überlegen, rutschte die Nekromantin auf ihrem Sitz ein wenig vor. Vorsichtig umfasste sie mit ihrem Händen die seinen, löste die Anspannung. Ihre Berührung war warm und sanft, ihr Blick jedoch auf den Verband geheftet. Erst als seine Hände nicht mehr zur Faust geschlossen waren, sondern ruhig in ihren lagen, sah sie hoch zu dem Dunkelhaarigen. „Sonst fängt es noch wieder an zu bluten.“. Das war Kibes Art ihre Unterstützung deutlich zu machen. Eine kleine Geste, mehr nicht. Trotzdem ersetzten sie jedes Wort, das sie hätte sagen können. So schnell wie diese Wandlung gekommen war, ging sie auch wieder. Die Nekromantin löste den Kontakt und ließ sich wieder gegen die Lehne ihres Sitzes sinken, doch brach den Blickkontakt nicht. Ein wenig hoffte sie, ihn damit aus seinen Gedanken geholt zu haben. Mit so etwas sollte man nicht allein gelassen werden. Auch wenn Kibe nun wirklich nicht die beste Ansprechpartnerin für so etwas war, gab sie doch irgendwie ihr Bestes. Im Augenblick konnte sie nicht mehr tun als den anderen von seinen Schmerzen abzulenken. Sie zu nehmen vermochte sie nicht. Aber vielleicht würde er eines Tages einen Weg finden, mit ihm besser umzugehen und mit seinen Erinnerungen abzuschließen. Und wenn sie ihm dabei behilflich sein konnte – umso besser.
Ein Blick aus dem Fester verriet, dass sie das Unwetter hinter sich gelassen hatten. Nun fuhren sie schon eine Weile ohne einen weiteren Zwischenstoff. Wo sie waren, oder wie spät es war, vermochte die Nekromantin nicht zu sagen. Draußen war es finster. Nicht einmal Laternen am Wegesrand oder das Licht einer entfernten Stadt erhellten die Dunkelheit. Zeitgefühl war in diesem Moment nicht vorhanden. Wenn man aus dem Fenster sah, erblickte man nur sein eigenes Spiegelbild. Und nach Kibes Meinung sahen sie beide ziemlich mitgenommen aus. Ein Grund mehr nicht aus dem Fenster zu sehen. Stattdessen rutschte ihr Blick zurück zu ihrer Begleitung. „Ist dir kalt?“, fragte sie, überlegte, ob sie nicht etwas im Gepäck hatte, womit er sich aufwärmen konnte. Da hätte sie aber auch wirklich schon früher dran denken können.
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Re: Bahnhof von Kunugi

Beitrag von Kami am Mo Jul 27, 2015 6:05 pm

Innerlich hoffte der Dragonslayer, dass der Zug jeden Moment an der richtigen Stelle anhalten würde und sie aussteigen konnten, endlich in Gallowstown waren. Der Umstand der Reisekrankheit machte einem zu schaffen, besonders wenn man generell in keiner guten gesundheitlichen Verfassung war, dazu noch komplett durchnässt. Wenn er allerdings nicht bei Wind und Regen durch die Wildnis stapfen wollte, blieb ihm nichts anderes übrig, als die eigentlich bequemere Variante mit dem Zug zu wählen. Außerdem hatte er ja noch Begleitung in Form einer Dame bei sich, die auch ein Auge auf sein Wohlergehen warf. So hatte er Glück gehabt, gar nicht erst auf die Idee gekommen zu sein, irgendeine Dummheit anzustellen, wie einfach am See sitzen zu bleiben, sich seinen Verletzungen zu überlassen. Auch jetzt war sie immer noch an seiner Seite, sorgte indirekt dafür, dass er sicher und wohlbehütet in Sabertooth ankam. Ohne sie hätte das wohl kein so glimpfliches Ende genommen, das hatte der Schwarzhaarige schon zuvor antizipiert, was auch in diesem Fall nicht unbedingt schwer war, eher absehbar. Wie könnte er das jemals vergessen? Mit diesem Abend war die Sache noch lange nicht erledigt. Kami wollte sich nicht erkenntlich sagen um es dann beglichen zu haben, sondern weil er Interesse daran zeigte, sich ihr wieder etwas anzunähern, nachdem er damals vieles verbockt hatte. Genau deswegen saßen sie sich jetzt im Zug gegenüber, versuchten sich den Umständen entsprechend gut zu unterhalten, wollten nicht permanent 2 Stunden am Stück schweigen. Das war kostbare Zeit die man damit verbringen konnte, weiterhin Dinge über den anderen in Erfahrung zu bringen, oder sich einfach auszutauschen. Sie hatten zwar schon viel geredet und einiges angesprochen, doch es gab noch so viele Dinge die einfach fehlten und einfach wichtig waren, um behaupten zu können, dass man die andere Person kannte und wusste, mit was sie zu kämpfen hatte. Sicherlich wussten sie nach dem Treffen schon eine Menge voneinander, was dem geschuldet war, dass sie das Gefühl hatten, dem jeweils anderen sofort vertrauen zu können und es erwidert zu bekommen.

Obwohl Kami stark damit zu kämpfen hatte, die Zugfahrt so gut wie möglich zu überstehen, gab es einzelne Momente in denen verschnaufen konnte, sich aufrichtete oder sie einmal anblickte, versuchte zu lächeln. Natürlich strengte das alles an, aber er konnte einfach nicht anders. Die ganze Zeit stur auf den Boden zu starren war nicht grade sonderlich angenehm, wenn man eine Frau vor sich sitzen hatte, die versuchte sich mit ihm zu unterhalten, so gut es ging. Ein wenig Zeit war ja schon vergangen, was bedeutete, dass er nicht mehr ewig in diesem Gefährt und in dieser Haltung gefangen war. Die Unterhaltung war sekundär auch natürlich dazu da, die Dauer der Reise zu überbrücken, sich einfach etwas abzulenken. Er konzentrierte sich so eher auf Kibe, anstatt auf die Probleme die ein Dragonslayer in diesen Situationen hatte. Schnell war also ein Aspekt gefunden, an dem sie sich festhalten konnten, auch wenn es mal wieder etwas war, was vielleicht einem nahe gehen konnte. Es ging um ihre Herkunft, der Ort aus dem sie eben kamen. Die Weißhaarige machte den Anfang, wohlwissen dass sie ihre Heimat unfreiwillig früher verlassen musste. Trotzdem fand sie noch einige schöne Worte um dem Anzugträger zu erläutern, wie es dort so gewesen war. Wie es der Zufall so wollte, war Kami sogar schon mal dort gewesen, doch nur zur Durchreise. Kurz blickte er wieder hoch, wollte ihre Reaktion sehen. Verwunderung gekoppelt mit einem anschließenden Lächeln. Das reichte ihm vollkommen und zeigte Kami, dass sie damit umgehen konnte, was geschehen war. Alles führte irgendwann zu anderen Möglichkeiten und Optionen. Wäre das alles nie so gekommen, dann hätte der Schwarzhaarige nie ein Gespräch mit ihr führen können, wäre ihr wohl nie über den Weg gelaufen. Man konnte nicht sagen, dass es schön war, wie es gekommen ist, doch das Leben bereitete Schmerzen, um es auf anderen Wegen wieder kurieren zu können. In dem Fall war es die Zusammenkunft der beiden. Denn auch an Kami nagte der Zahn der Zeit, wenn es darum ging zu erläutern, wo er eigentlich herkam. Die Erklärung war er ihr schuldig, hatte auch kein Problem damit sie zu geben, ganz egal wie schwer es zusätzlich war, es in kompakte und klare Sätze zu packen. Man kam über Sachen hinweg, verarbeitete sie, doch vergaß nie.

Langsam aber sicher erklärte er ihr, was es mit seinem Geburtsort auf sich hatte, dem Platz an dem er nur ein paar seiner Lebensjahre verbringen konnte, bevor der Drache der Apokalypse kam und alles zerstörte. Natürlich peitschte es jedes Mal aufs Neue seine Wut wieder an, der Hass gegenüber diesem Wesen wurde nie kleiner, wenn er daran dachte, wie es hätte werden können, wenn seine Eltern noch lebten. Zwar wäre er nie ein starker Magier geworden, hätte aber weniger Probleme. Doch er war zufrieden mit dem was er nun hatte, er machte das Beste draus, wuchs mit seinen Anforderungen. Kibe bemerkte natürlich, dass es ihm nicht leicht fiel, entschuldigte sich sogar. „Ich habe dich gefragt, du hast geantwortet. Du hast mich gefragt, ich habe dir geantwortet. Manchmal gibt es eben nicht nur schöne Dinge zu berichten, aber ich vertraue dir bereits genug um dir ehrlich anzuvertrauen, was dort passiert ist. Es hilft uns beiden zu verstehen. Zu verstehen, warum wir so sind, wie wir sind. Und das ist wichtig zu wissen“ Damit hatte er natürlich Recht. Es war nicht schlimm wenn er ihr Dinge erzählte, die ihm Nahe gingen, denn nun wusste sie darüber Bescheid, kannte ihn ein Stück besser, mit jedem Detail. Auch wenn er wie in Gedanken versunken war, spürte er sofort als sich etwas Warmes an seinen Händen befand, ihn berührte. Er beugte sich etwas hoch, sah ihre Hände auf seinen liegen, als er sie zu Fäusten geballt hatte. Sie wollte nicht, dass es wieder begann zu bluten. Kami war etwas perplex. Sie wusste einem Menschen zu helfen, ihn fühlen zu lassen, ohne viele Worte zu benutzen. Auch Handlungen konnten direkt ins Herz gehen, Taten sprachen mehr als Worte. Langsam entfaltete er seine Hände wieder, ließ sie noch einen Augenblick auf den ihren liegen, fühlte einfach diesen Kontakt, der ihm etwas Halt gab. Kurz verging dieser Krampf im Bauch, als wenn man ihm die Chance geben wollte, sie im passenden Augenblick anzusehen. 

Wie eine Stimme die sagte „Hey los, schau ihr sofort in die Augen“ Das tat er auch, nutzte die Möglichkeit, richtete sich langsam auf, traf mit seinem kalten und nichtssagenden Blick, auf ihr Gesicht. Bis sie ihre Hände wegnahm, sich wieder zurücklehnte, aber den Blickkontakt aufrecht hielt. Er verharrte in dieser Position, blickte allerdings dann kurz auf seine Hände, die sie grade noch berührt hatte. Sein Blick ging wieder nach oben, kurz schloss er die Augen und atmete ein paar Mal gleichmäßig durch, die Wirkung der Reisekrankheit kam zurück, doch er kämpfte dagegen an. Anstatt des schmerzverzerrten Gesichtes, lächelte er. Dank ihr. Er hielt es aufrecht, egal wie sehr sein Magen verrücktspielte, oder es wehtat. Zwar trat wieder ein Schweigen ein, doch das machte nichts. Immerhin fragte sie ihn kurz darauf, ob ihm kalt war. Nun ja, das nasse Hemd an seinem Körper machte sich bemerkbar, es war ein unschönes Gefühl. Allerdings hielt es sich in Grenzen. „So hat sich schon lange niemand mehr um mich gekümmert.“ Zwar noch keine Antwort auf ihre Frage, aber das drückte auf jeden Fall aus, was er grade im Kopf hatte. So wirkte sich das also aus, wenn man das Gefühl hatte, in Sicherheit zu sein. „Es geht noch, wir sind ja hoffentlich bald in Sabertooth angekommen. Dort wärmen wir uns einfach etwas auf.  Wenn ich dann dort etwas für dich tun kann, egal was es ist, lass es mich wissen“ Vielleicht war das Hemd nass und kalt, ließ seinen Körper das spüren, doch in ihm machte sich diese Wärme breit, sein Gefühl übertönte den Zustand in dem er sich befand einfach.

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Re: Bahnhof von Kunugi

Beitrag von Kibe Asano am Mo Jul 27, 2015 7:46 pm

Ganz ohne Frage hätte das alles eine ganz andere Wendung nehmen können. Dann hätten sie nicht hier gesessen. Kibe wäre vermutlich von dem Wetter ebenso überrascht worden und hätte sich schwarz geärgert, überhaupt draußen in der Wildnis herum zu streifen. Stattdessen saß sie hier im Zug mit einem jungen Mann den sie kaum kannte, aber dennoch am See aufgelesen und ohne Umschweife seine Verletzungen in Augenschein genommen hatte. Unter anderen Umständen hätte sie sich wohl für ihre Leichtsinnigkeit gerügt und einen Vorwurf gemacht. Aber dazu wäre es wohl nur gekommen, wenn es nach hinten los gegangen wäre. Kami war ein Vorzeige Patient. Nicht nur, dass er sich keineswegs gegen ihre Behandlung gesträubt hatte, er war auch noch so großzügig gewesen sie zum Essen einzuladen und für eine Unterkunft zu sorgen. Genau deshalb saßen sie hier: Damit der verletzte Magier bald wieder nach Hause kam und Kibe erstmal für die Nacht untergebracht war. Der schnellste Weg zu der Gilde des Schwarzhaarigen war nun mal mit dem Zug. Und das wäre ja auch alles kein Problem gewesen, wenn der Slayer nicht von seiner Reisekrankheit geplagt wurde. Dabei gab er sich große Mühe sich im Griff zu haben, antwortete sogar, wenn Kibe die Dreistigkeit besaß ihn trotz seiner Verfassung etwas zu fragen. Es war etwas ganz anderes ihn jetzt so vor sich sitzen zu sehen, als ihm damals zu begegnen. Als wäre er ein komplett anderer Mensch. So recht konnte die Nekromantin das noch immer nicht realisieren, dafür waren seine Verhaltensweisen einfach zu verschieden. Und nun, da er ihr mit so einer freundlichen Art gegenüber stand, konnte die Weißhaarige auch nicht anders als es mit einer ebenso fürsorglichen Weise zu vergelten. Auch wenn die beiden Magier es vollkommen unterschiedlich zum Ausdruck brachten.

Aber in einem schienen sie sich einig zu sein: In ihren Vertrauensbeweisen. Mehr oder minder. Denn keiner von ihnen hielt es für nötig irgendein Detail aus seiner Vergangenheit auszulassen, sollte er danach gefragt werden. Wenn der eine etwas Preis gab, so tat es auch der andere. Wenn das nicht ein Zeichen dafür war, dass sie auf dem richtigen Weg waren, dann wusste Kibe auch nicht. Sie zumindest wusste es durchaus zu schätzen. Auch wenn sie sich für einen kurzen Augenblick gewünscht hatte, nicht so mutig gewesen zu sein und zu fragen, was es mit dem Heimatort des Slayers auf sich hatte. Seine Antwort fiel düster aus, aber das war zu erwarten gewesen. Trotzdem bestätigte Kami das, was die Nekromantin im Inneren bereits schon vermutet hatte: er vertraute ihr. Zumindest soweit, dass er dieses kleine Detail aus seinem Leben ohne zu zögern anvertraute. Seine Worte brachten die junge Frau zum nachdenken. „Das weiss ich zu schätzen. Das mit dem Vertrauen, meine ich..“, warf sie mit leiser Stimme ein. Der Blick ihrer stählernen Irden wanderte umher, fand jedoch nichts, woran er sich heften konnte. In einer anderen Situation wäre so viel Vertrauen vielleicht naiv gewesen. „Aber ich habe dir heute ja auch keine andere Wahl gelassen.“. Das hatte schon bei ihrer Behandlung am See angefangen. Was was ihm anderes übrig geblieben, als sich diesbezüglich in ihre Hände zu begeben? Nichts; außer verbluten. Aber natürlich hatte er auch recht, was das Verstehen betraf. Ohne zu wissen warum der andere tat, was er nun mal machte, kämen sie auf beziehungstechnischer Ebene nicht weiter. Trotzdem schien dieser Part der Weißhaarigen schwerer zu fallen als ihrer Begleitung.

Dafür ließ sie Taten sprechen. So wie jetzt auch. Anstatt weiter auf das einzugehen, was Kami gesagt hatte und ihm weiter gut zuzusprechen, beschränkte sie sich darauf, ihn ihre Unterstützung spüren zu lassen. Auch wenn es im Grunde nur eine ganz simple Gestik gewesen war. Nichts, was einer Erwähnung wert gewesen wäre. Das gewann erst an Bedeutung, wenn man wusste, wie Kibe eigentlich auf Berührungen reagierte. Sie mied sie Fremden gegenüber. Wozu Jemanden anfassen, den man nicht kannte? Davor schreckte sie zurück. Beinahe zögerlich hatte Kami nachgegeben, doch lagen seine Hände für einige Sekunden ruhig in ihren eigenen. Wieder musste sie feststellen, wie warm seine Haut war, ehe sie den Kontakt löste und sich zurück zog. Die Haltung des Slayers hatte sich geändert. Er blickte ihr nun direkt in das Gesicht, schien nicht recht zu wissen, was er von der Situation halten sollte. Oder hatte sie ihn überrascht? Sein Blick fiel wieder hinab auf seine Hände, und erst als Kibe sein Lächeln sah, stahl sich auch eines auf ihre Lippen. Es wurde unwillkürlich breiter, als er sagte, dass sich schon lange niemand mehr so um ihn gekümmert hätte. Im Grunde war das eine ziemlich traurige Aussage, schließlich tat die Nekromantin nicht fiel. „Naja, ich kann ja schlecht hier sitzen und so tun, als wäre nichts. Das wäre auf Dauer ziemlich anstrengend.“, löste sie die ernste Stimmung ein wenig und verschränkte wieder die Arme, sah zu ihrer Begleitung herüber. „Außerdem hab ich doch gesagt, dass ich auf die Acht gebe.“. Auch wenn sich das bis zu diesem Zeitpunkt nur sporadisch geäußert hatte. Ihrer Meinung nach war das, was sie tat, auch kein richtiges Kümmern. Nächstenliebe vielleicht? Einfach keine vollkommene Gleichgültigkeit ihrer Mitmenschen gegenüber. Allerdings war das nicht das gewesen, was sie gefragt hatte. Darauf sollte sie jedoch auch noch eine Antwort bekommen. Obwohl Kami nicht den Eindruck machte, dass ihm nicht kalt wäre – wem wäre das in den nassen Klamotten nicht? –  beschwichtigte er sie. In der Gilde würde er sich schon aufwärmen, und sollte es ihr an etwas fehlen, sollte sie ihm einfach nur Bescheid geben. „Klingt verlockend. Komm ich vielleicht drauf zurück.“. Kurz ließ sie ihre Gedanken wandern. „In der Gilde würde ich mir gerne noch einmal den Verband ansehen und wechseln. Der ist sicherlich ganz durchgeweicht und erhöht dann die Entzündungs- und Erkältungsgefahr. Dauert auch nicht lange. Danach kannst du beruhigt schlafen. Hast du dir dann aber auch verdient.“. Tja, Kibe dachte eben mit. Davon konnte sich so manch anderer wirklich eine Scheibe abschneiden.
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Re: Bahnhof von Kunugi

Beitrag von Kami am Mo Jul 27, 2015 10:25 pm

Mit jeder Sekunde die verging, kamen sie der Gilde immer Nähe. Ihre wohlverdiente Erholung war schon zum Greifen nahe. Alle beide hatten sicherlich einen anstrengenden Tag hinter sich, waren lange auf den Beinen gewesen. Sie waren erschöpft und müde, obwohl sie den Abend schön und ruhig ausklingen ließen. Wenn Kami sich etwas Schlaf gönnte, sah die Welt am nächsten Morgen vielleicht schon etwas anders. Zumindest würde ein Teil seiner Kräfte weiterhin zurückkehren. So war er am nächsten Tag definitiv wieder etwas fitter, als in der Zeit als er am See saß und Kibe ihn pflegte. Das Verhältnis der beiden änderte sich so schlagartig, sie brauchten nicht Monate oder gar Jahre, um sich wieder etwas näherzukommen, es genügte die Begegnung zum richtigen Zeitpunkt, die richtigen Worte zur richtigen Situation. Natürlich legte der Slayer sich ins Zeug um alles wieder in die richtige Bahn zu lenken, aber die Weißhaarige kam ihm dabei definitiv entgegen, ansonsten hätte das niemals so reibungslos funktioniert. Alles um sie herum verblasste etwas, nur der Augenblick zählte, die Worte die sie aussprachen. Draußen tobte das Wetter, innerhalb des Zuges konnte man sich recht geborgen fühlen, zumindest eigentlich. Die Transportmittelschwäche machte ihm dort einen Strich durch die Rechnung, aber zumindest kämpfte er mehr oder minder erfolgreich dagegen an, konnte immer mal wieder Worte mit seiner Begleitung wechseln, egal wie anstrengend es war, er nahm es in Kauf. Bisher klappte es doch ganz gut, es sah nicht danach aus, als würde sein Mageninhalt das Innere noch verlassen. Also konnte er weiterreden, sie ab und zu mal ansehen, seine Haltung verändern. In manchen Momenten ging es quasi kaum anders, als den Blickkontakt aufzunehmen oder wenigstens mal zu ihr herüberzuschielen. Das gehörte für den Dragonslayer einfach dazu, es intensivierte das Gespräch enorm, machte manche Worte deutlicher. Natürlich konnten so auch manche Gesten verstärkt und anders aufgenommen werden.

Da fiel es auch nicht schwer, die ein oder andere wirklich persönliche Dinge zu äußern, dem anderen einen Einblick in das eigene Leben zu geben. Egal wie schmerzhaft es war, wenn man es jemanden sagen konnte, dem man vertraute und der einem das Gefühl gab, zu verstehen, war das mehr als genug Grund, es zu äußern. Manchmal war es genug, wenn man einfach nur zuhörte, die Worte zur Kenntnis nahm und sein Mitgefühl zum Ausdruck brachte, wie auch immer das aussehen konnte. Und genau so, teilte der Schwarzhaarige es ihr auch mit. Sie wusste sein Vertrauen zu schätzen, wobei er auch keine andere Wahl hatte, als Kibe zu vertrauen. Das hatte sie richtig erkannt. Ansonsten würde das ganze jetzt anders aussehen. „Du hast es mir auch leicht gemacht, dir mein Vertrauen zu schenken. Da konnte ich gar nicht anders“ Brachte er zum Ausdruck, während er vermehrt etwas Luft durch die Nase pustete, als Zeichen des leichten Lachens. Mehr war in seiner Verfassung kaum drin, er gab sein bestes. So vergaßen sie diese traurigen Themen wieder, nahmen etwas davon Abstand, nachdem sie kurz mal angesprochen wurden. Man musste sich nicht lange damit aufhalten, sie permanent diskutieren, sondern es reichte wenn man einfach davon erfuhr. Sie gingen so oder so aufeinander ein. Manchmal waren es Gesten die ausreichten um einem zu signalisieren, dass man für ihn da war, ihm zuhörte. Kibe tat das indem sie Kamis Hände umfasste, ihn einfach diese Berührung spüren ließ. Die Fäuste von Kami gingen wieder auf, sodass ihre Hände sich beinahe umfassten. Einen Moment lang verharrten sie so. Kurz wirkte er überrascht, hatte nicht mit ihrer sanften und warmen Berührung gerechnet, die er sofort zu spüren vermochte. Seine Augen suchten dann die ihren, das Gefühl was der Zug auslöste, verschwand, andere Dinge machten sich in ihm bemerkbar. Das Lächeln auf seinem Gesicht wurde größer, Worte dafür fand er grade nicht, um das zu beschreiben, was er dachte. Allerdings bemerkte er, wie sich auch in ihrem Gesicht ein Lächeln breit machte. Definitiv ein gutes Zeichen. Anschließend musste er aber noch loswerden, dass sich schon lange niemand mehr so um ihn gekümmert hatte. Es gab Menschen für die war das selbstverständlich, dass man sich um sie kümmert und sorgte, alleine schon wegen ihrer Familie, doch bei dem Anzugträger war das anders. Dabei war er oft auf sich alleine gestellt und musste zusehen, wie er am besten überlebte. Natürlich hatte er die Gilde und die Leute dort, aber das war nicht zu vergleichen.

Kibe reagierte gelassen darauf, sie konnte ja schließlich nicht nichts tun, zudem hatte sie ihm ja versichert dass sie auf ihn Acht geben würde. „Und du hast mich nicht damit kein bisschen enttäuscht. Ich habe dir meine Gesundheit quasi von Anfang an in die Hand gelegt und du hast dafür gesorgt, dass ich jetzt wohl in Sicherheit die Heimreise antrete. Zudem kommt noch, dass du sogar noch an meiner Seite bist. Tut mir Leid, aber sowas kannte ich vorher nicht“ Versuchte er deutlich zu machen, während er sich wieder etwas krümmen musste. Hoffentlich hatten sie es bald geschafft, es kam ihm bereits vor wie eine Ewigkeit, in der er sich irgendwie zusammenreißen musste. Jedenfalls machte er Kibe noch klar, dass ihm gar nicht so kalt war, immerhin konnten sie sich dann auch in Sabertooth aufwärmen. Dabei würde der Schwarzhaarige dafür sorgen, dass es ihr an nichts fehlte. Dieses Angebot schien ihr zu gefallen, unter Umständen würde sie darauf zurückkommen. Dabei wollte der Slayer natürlich dass es ihr dort gefiel und sie sich nicht fehl am Platz fühlte, auch wenn sie erstmal nur die Nacht dort blieb. Aber auch sie würde wieder etwas für den Anzugträger tun, indem sie sich nochmal seine Verbände ansehen wollte und zur Not wechselte, da das Wetter sie wahrscheinlich ziemlich mitgenommen hatte. Da er ja nun wusste, dass es kein Problem wäre, sich am Oberkörper zu entkleiden, gab es gar nichts mehr, worüber er nachdenken musste. „Das wäre sehr zuvorkommend von dir. Dagegen habe ich nichts einzuwenden“ Nachdem seine Zustimmung gegeben war, schaute er sie wieder etwas an. „Wenn du nichts dagegen hast, könnten wir uns noch ein bisschen unterhalten, bevor wir dann in unsere Betten fallen. Das nachholen, was wir auf der Zugfahrt etwas versäumen mussten, meine ich“ Diesmal war es ein Angebot seinerseits, was sie natürlich auch ablehnen konnte, wenn sie es vorzog, lieber sofort schlafen zu gehen. Das könnte er auch verstehen, aber am liebsten hätte er noch ein paar nette Worte mit ihr gewechselt, bevor er die Nacht für sich alleine in seinem Zimmer verbrachte, konfrontiert mit den Gedanken und Problemen die ihn so alltäglich belasteten. Die Sache mit Nathan war eben nicht vergessen, nur vorerst verdrängt worden. Es war eben ein Unterschied. Verarbeitet war da noch gar nichts. Der Schmerz und die Wut darüber saßen immer noch tief in ihm fest.

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Re: Bahnhof von Kunugi

Beitrag von Kibe Asano am Di Jul 28, 2015 12:35 am

Wie sagte man so schön? Der Ton macht die Musik. Und das hatte sich heute ein weiteres Mal bewahrheitet. Obwohl Kibe auch ganz anders konnte – indem die Jemanden gehörig vor den Kopf stieß zum Beispiel – hatte sie sich heute von ihrer besten Seite gezeigt. Und das sollte nicht unbelohnt bleiben. Dadurch war sie in der Lage gewesen alte Enden zu verknüpfen und vielleicht sogar einen Neuanfang zu wagen. Zumindest was ihre Beziehung zu Kami betraf. Wo sie vorher nur einen sehr anstrengenden, aggressiven Dragonslayer gesehen hatte, stand nun ein zuvorkommender junger Mann, dem sie das ein oder andere Detail ihres Lebens ohne Probleme anvertrauen konnte. Vielleicht sollte die Nekromantin anfangen generell etwas netter zu ihren Mitmenschen zu sein? Aber das wären auf Dauer zu große Umstände. Lieber nicht. Immerhin konnte sie nicht erwarten, dass sie mit jedem auf Anhieb auf einer Wellenlänge sein würde. Bei dem Dunkelhaarigen fiel es ihr sehr leicht sie selbst zu sein, nicht aufpassen zu müssen was sie sagte, oder Angst zu haben, dass man sie falsch verstand. Es tat gut, man selbst zu sein und dabei angenommen zu werden. Zumindest zum Teil. Alle Facetten ihrer Persönlichkeit kannte Kami nicht. Wie auch nach so kurzer Zeit? Wer wusste schon, ob sie ihn nicht letzten Endes doch überforderten oder auf Zustimmung stießen. Und wer wusste schon, ob es nicht umgekehrt der Fall sein würde? Aber bisher gab es keinerlei Hinweise darauf. Der Slayer schien sogar zu verstehen, was sie mit dieser kurzen Berührung hatte sagen wollen. Auch wenn ihre Bemerkung bezüglich seiner Verletzungen durchaus ernst gemeint gewesen war. Sicherlich hätte es wieder angefangen zu Bluten, wenn er weiter damit gemacht hätte. Auch wenn ihm das erst später aufgefallen wäre.

Leicht legte die Nekromantin den Kopf schief, pustete sich die Ponysträhnen aus den Augen. Mittlerweile war ihre Jacke wieder so weit trocken, dass sie diese wieder anziehen konnte. Denn auch wen Kami beteuerte, dass ihm nicht kalt war, konnte Kibe das nicht behaupten. Natürlich war ihr das leichte Frösteln lieber als erbarmungslose Hitze, und doch bevorzugte sie es ihre Jacke auf der Haut zu spüren. Irgendwie gab sie ihr Sicherheit. Währenddessen war sie durchaus in der Lage gewesen ihre Aufmerksamkeit auch teilweise für Kami zu erübrigen, hatte seine Worte vernommen. Auch, dass ihm die Fahrt ein weiteres mal zu schaffen machte blieb nicht unbemerkt. Für beides kassierte er einen recht mitleidigen Blick. „Nein, mir tut das leid. Dafür sind Freunde doch da, oder nicht?“. Man konnte vieles über Kibe behaupten. War sie egoistisch? Ja, auf jeden Fall. Ein wenig verzogen oder gar unfreundlich? Ab und zu. Aber trotzdem wusste sie den Wert einer guten Freundschaft zu schätzen. Das war es doch, was das Leben lebenswert machte. Oder nicht? „Eins sei dir versichert: wenn du mit mir unterwegs bist, musst du darauf nicht verzichten. Ist quasi Programm, wenn man mehr mit mir zu tun hat.“. Zumindest wenn man sie ein bisschen besser kennen lernte – oder ihr, wie in diesem Fall, sofort sympathisch war. Okay. Nicht sofort. Aber ihre erste Begegnung blendete Kibe erfolgreich aus.

Auf ihren Vorschlag, dass sie ihn in der Gilde noch einmal genauer unter die Lupe nahm, ging Kami gerne ein. Es wäre auch töricht ihr Angebot abzulehnen. Wenn sie schon einmal da war... Zumal sich um die Uhrzeit wohl kein professioneller Heiler auftreiben ließ. Zumindest dürfte sich das als Schwierig gestalten. Oder hatten Gilden eine Hauseigene Krankenstation? Etwas, was sie sicherlich mit der Zeit herausfinden würde. „Nein, ich hatte vor, dich die gesamte Behandlung über anzuschweigen.“. Heute hatte Kibe es aber auch mit ihrem Sarkasmus. Kaum hatten sie einen ruhigen Moment gehabt, musste sie ihn gleich wieder mit einer bissigen Bemerkung zerstören. Aber so war sie nun mal. Auch wenn ihre Mimik für einen kurzen Moment versteinert gewesen war, grinste sie nun wieder etwas schief. „Nein, natürlich. Gern. Bietet sich ja an.“. Wahrscheinlich könnte sie ohnehin nicht sofort schlafen. Auch wenn sie irgendwo doch schon verdammt müde war. Ihre Glieder fühlten sich schwer an, aber ihr Geist war wach. Das könnte wieder eine lange Nacht werden. Ob noch viele auf den Beinen sein würden? Wenn Kibe sich so umsah, bezweifelte sie das. Die wenigen Passagiere im Zug sahen ausgelaugt aus und einige schliefen sogar. Erst die folgende Durchsage rüttelte sie wieder wach, sorgte dafür, dass das Abteil in Bewegung geriet. Sie erreichten gleich zwar nicht die Endstation, aber dafür mussten wohl viele Gäste aussteigen. Darunter auch Kami und Kibe. Das dürfte dem Slayer gerade gelegen kommen. Während der Zug einfuhr und dabei an Geschwindigkeit verlor, richtete auch Kibe sich auf, streckte sich einmal ausgiebig und legte dabei kurz den Kopf in den Nacken. Dann griff sie ihre Tasche, blickte den jungen Mann erwartungsvoll an. „Na, scheint so als wären wir endlich da. Ab hier muss ich dir wohl blind folgen. Du wirst schon wissen, wo es lang geht.“. Natürlich wusste er das. Bestimmt kannte er die Stadt wie seine Westentasche. Und vielleicht ging es nur Kibe so, aber wenn sie die Straßen bei Nacht durchquerten, kamen sie irgendwie schneller ans Ziel als Tagsüber. Zumal sich ihnen hier kein Unwetter in den Weg stellte. Es wehte zwar ein frischer Wind durch die Straßen, aber nichts was ins Gewicht fiel. Sie wären im Handumdrehen in der Gilde angekommen – so viel stand fest.  

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