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Kabuki Sushibar

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Kabuki Sushibar

Beitrag von Kibe Asano am Fr Jul 17, 2015 3:26 pm

Die Kabuki Sushibar ist weit und breit bekannt. Zumindest in Kunugi. Dafür sorgt nicht nur das qualitativ hochwertige Essen, sondern auch die Atmosphäre. Auch wenn der Speisebereich an sich nicht sonderlich groß ist, ist er doch durch das gedimmte Licht und die im Hintergrund leise erklingende Musik durchaus einladend. Rund um das Laufband stehen die Stühle, man kann sich jedoch auch alleinstehende Tische suchen, wenn man etwas Abgeschiedenheit wünscht und sich lieber etwas von der Speisekarte bestellt.





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Re: Kabuki Sushibar

Beitrag von Kibe Asano am So Jul 19, 2015 1:12 am

Cf: Straßen von Kunugi

Wie es schien hatte Kibe eine sehr, sehr aufmerksame Begleitung aufgeschnappt. Auf ihr Kommentar bezüglich der Farbe des Hemdes, bemerkte Kami, dass auch Kibe Schwarz nicht abgetan war. Wenn man bedachte, dass eigentlich jedes Kleidungsstück das sie trug diese Tönung hatte, konnte man das durchaus behaupten. Dafür musste man nicht einmal wirklich darauf achten. „Du bist ein richtiger Blitzmerker.“, stellte sie in einer recht fröhlichen Tonlage fest. Während Kami das Hemd bezahlen ging fragte Kibe sich, ob er es denn zurück gehängt hätte, wenn sie sagte es stünde ihm nicht. Was natürlich eine glatte Lüge gewesen wäre. Aber das hielt die Nekromantin nicht davon ab, diesen Gedankengang zumindest anzuschneiden.
Wirklich lange hielten sie sich also in dem Modegeschäft nicht auf. Wozu auch? Sie hatten hier nichts mehr verloren und um mit Kami Klamotten zu kaufen war sie nicht hier. Das sollte er schön mit irgendwem anderes machen. Da ließe sich bestimmt der ein oder andere finden, der ihn gerne in seiner Kleiderwahl beriet und sich die Zeit für ihn nahm. Aber nicht Kibe. Diese hatte andere Dinge im Kopf außer Klamotten. Zumindest im Augenblick. Das hielt sie natürlich nicht davon ab, noch eine abschließende Bemerkung hinsichtlich seines Erscheinungsbildes zu machen. Das auch sogleich mit einem Kompliment seitens des Dragonslayer erwidert wurde. Im ersten Moment glaubte Kibe, sie habe sich verhört. Sie erinnerte sich noch genau an die Worte, die er bei ihrem ersten Treffen an sie richtete. Der Tonfall hatte nichts gemein, und nun war sie kurzzeitig ein wenig überrumpelt. Das sah man ihr an. Trotzdem zuckten ihr Mundwinkel, das aufkommende Lächeln wurde halbwegs unterdrückt. „Schleimer.“, entgegnete sie halb ernst gemeint, halb amüsiert und lies den jungen Mann anschließend einfach stehen. Wenn sie weiter Zeit vertrödelten, hätte bestimmt kein Restaurant mehr offen. Trotzdem freute sich die Weißhaarige insgeheim über die Worte, würde das wohl nie zugeben.

Schnell hatte Kami wieder aufgeholt, war an ihrer Seite. Da gehörte er für heute Abend auch hin. Schließlich hatte er das Geld. Innerhalb kürzester Zeit schaffte Kibe es ein geeignetes Etablissement zu erspähen und teilte ihre Begeisterung auch gleich mit. Wenn sie etwas mochte, dann war es Sushi. Unter anderem. Zumindest eignete sich das, wenn man wirklich viel Hunger hatte. Und nicht bezahlen musste. Denn Sushi sättigte nicht nur, sondern war auch enorm kostspielig. Ein Grund mehr diese Situation voll auszukosten. Und Kami schien sich nicht zu beschweren. Also entweder hatte er noch nie Sushi gegessen oder wusste nicht wie teuer es war. Oder aber er unterschätzte Kibes Appetit.
Die Schwelle der Sushibar war schnell überschritten und sofort stieg einem der Geruch von Reis, Soya und Nudeln in die Nase. Zufrieden atmete die Nekromantin einmal tief ein und aus, war einfach nur froh, endlich etwas zu futtern zu bekommen. Es dauerte auch keine Minute, da wurden sie auch schon in Empfang genommen und gefragt, ob sie lieber von der Karte oder vom Fließband speisen wollten. Daran verschwendete Kibe nicht mal einen Gedanken und übernahm für Kami das Antworten. Wenn sie schon hier waren, dann wollte die junge Frau auch wirklich Sushi essen und nicht irgendetwas von der Karte. Also wurden ihnen zwei Stühle zu gewiesen. Das Restaurant war nicht überfüllt, aber ganz gut besucht. Die Menschen unterhielten sich nicht zu laut, so dass man sich recht ungestört fühlen konnte. Die Empfangsdame nahm noch kurz die Bestellung der Getränke auf, ehe sie die beiden alleine ließ. Anhand des strahlenden Lächelns auf ihren Zügen konnte man ablesen, dass Kibe mehr als glücklich war.

Nachdem sie es sich gemütlich gemacht hatten, nahm Kibe die Essstäbchen in die Hände und brach sie auseinander. Während sie sich überlegte, mit welcher Art von Sushi sie denn anfangen wollte, richtete sie das Wort an Kami: „Warst du schon einmal Sushi essen?“. Seine Antwort von eben war reichlich vage, ließ eher auf Unerfahrenheit schließen. Zum Glück war das hier kein Problem. Selbst wenn man keinen Fisch mochte, oder eben Sushi, gab es auch kleine Portionen anderer Gerichte wie Nudeln und Fleisch, das auf den bunten Tellerchen an ihnen vorbei fuhr. „Ich könnte das quasi den ganzen Tag essen. Nun ja, metaphorisch gesprochen. Das Zeug macht pappsatt.“. Nachdem dann auch die Getränke gebracht wurden, tischte sich Kibe auch den ersten Teller auf. „Guten Appetit.“, wünschte sie ihrer Begleitung mit einem breiten Lächeln. Und schon verschwand das erste Maki in ihrem Mund. Auf Soyasauce verzichtete sie. Ebenso auf Wasabi. Abgesehen davon, dass sie scharfe Sachen ohnehin nicht so gut vertrug, war die grüne Pampe einfach die Hölle. „Weisst du, ich bin dir wirklich dankbar. Das hättest du nicht machen müssen. Auch ohne Einladung zum Essen hätte ich dich da gewiss nicht verbluten lassen. Sehr zuvorkommend von dir.“. Ihr Ton klang sanft, nicht neckend, nicht übermäßig fröhlich. Sondern wirklich dankbar und dementsprechend ernst. Kein Wunder also, dass sie gerade in dieser Situation den Blickkontakt mied. So etwas war sie nicht gewohnt. Und dank ihrer Haltung war das auch kein Geheimnis. Dieser Abend würde ihr wohl lange im Gedächtnis bleiben und somit auch der Dragonslayer. Und er würde definitiv problemlos und angenehm verlaufen. Das fühlte die Nekromantin einfach.
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Re: Kabuki Sushibar

Beitrag von Kamiro am So Jul 19, 2015 2:01 am

Cf : Straßen von Kunugi

Wieder war ein Stück geschafft, auf dem Weg hin zu ihrer Abendmahlzeit. Bevor sie überhaupt daran denken konnten, ein Lokal zu betreten, musste Kami sein Oberteil wechseln. Zum  Glück hatte er einen entsprechenden Laden schnell gefunden, genauso schnell das Hemd, welches er einige Momente später sein eigen nennen konnte. Dazu holte er sich natürlich Kibes fachmännische Meinung und Bestätigung ein. So viel Zeit musste einfach sein. Obwohl er ein Kompliment sicherlich nicht überbewerten würde, dennoch hörte man es gerne, wenn man bestätigt wurde. So kam die Weißhaarige erst auf die Farbe des Hemdes zu sprechen, woraufhin Kami zurückgab, dass es auch genau ihre Farbe zu sein schien. Wobei sie ihn in einer freundlichen Tonlage als einen Blitzmerker abstempelte. Darauf gab er ihr aber keine Antwort, nahm es aber auch nicht negativ auf. Dann sprach Kibe aber auch, dass sie sich so sicherlich mit ihm blicken lassen konnte, was ihn dazu veranlasste, ihr ebenfalls ein dezentes Kompliment zu machen. Natürlich musste er erstmal sehen, wie sie überhaupt darauf reagieren würde, obwohl sie sowas ab und zu auch ganz gerne hörte, da war der Slayer sich sicher. Doch auf diesem Gebiet bewegte man sich stets auf dünnem Eis, musste seine Worte vorsichtig und mit Bedacht wählen. Das tat er auch, blickte seine Begleitung dabei an, um auch anhand ihrer Mimik erkennen zu können, was sie davon hielt. Sie wirkte etwas perplex, so als hätte sie nie im Leben mit solchen Worten gerechnet. War ja klar, dass sie sowas von Kami nicht erwartet hätte, denn damals machte er einen ganz anderen Eindruck, sagte möglicherweise Dinge, die er so nicht gemeint hatte. Ihre Mundwinkel zuckten, zu einem Lächeln reichte es nicht ganz. Über ihre Lippen kam das Wort „Schleimer“, wie sie es direkt gemeint hatte, konnte Kami schlechter einschätzen. Immerhin verblieb sie keinen Moment bei ihm, sondern lief gleich weiter um nicht noch länger warten zu müssen. Er wusste grade nicht, was er darauf noch sagen sollte. Erstmal machte er sich bei, etwas aufzuholen. Neben ihr angekommen sprach er noch kurz „Es besteht ein Unterschied zwischen jemanden der für jede Situation ein überzogenes Kompliment bereit hat, und jemanden der zum richtigen Zeitpunkt, das äußert was er denkt“ Danach schwieg er wieder, hatte keinen Ausdruck in seinem Gesicht.

Endlich nun waren sie fündig geworden, sie hatten ihr Lokal für den Abend in Kunugi gefunden. Ihr Ziel war also eine Sushibar. Obwohl Kami das noch nicht so oft gegessen hatte, konnte er sich vorstellen, diesen Ort mit ihr zu besuchen. Immerhin gehört dieser Abend mit dem Essen ihr, der Dragonslayer gab etwas aus, wollte ihr damit beweisen, dass er es mit der Wiedergutmachung ernst meinte. Somit zögerte er nicht, widersprach ihrer Idee auch nicht. Sie waren sich also einig, betraten zusammen das Restaurant. Kamis Geruchssinn war definitiv besser als der eines normalen Menschen, weshalb er das Essen auf intensive Art und Weise wahrnahm, er konnte schon fast die genauen Zutaten für jedes Gericht bestimmen, das die Kunden hier auf ihren Tellern hatten. Apropos Kunden.  Zum Glück war die Bar nicht überfüllt. Gut besucht, aber nicht übertrieben sodass man keinen Abend hier verbringen konnte. Die Geräusche waren dabei angenehm für Kamis Ohren, falls es zu laut gewesen wäre, hätte er das sofort etwas stärker wahrgenommen. Dabei drang auch sanfte Musik in seine Ohren. Nun wartete er auf das, was Kibe vorhatte, sie sollte ihn in dem Fall etwas leiten. Sofort kam jemand auf sie zu, fragte sie danach, wie sie es denn gerne hätten. Die Weißhaarige klärte alles und arrangierte ihnen die Möglichkeit, heut doch noch zu etwas essbarem zu kommen. Sie bekamen Stühle zugewiesen und nahmen an einem Art Fließband mit Speisen Platz.

Während Kami sich sein Getränk bestellte, ein Glas Wasser… nur die Zitrone nicht vergessen, achtete der Schwarzhaarige wieder auf seine Begleitung. Ihr Gesicht sprach Bände. Sie sah einfach glücklich und zufrieden aus, einfach komplett erleichtert und befreit von Sorgen. Das freute sogar Kami, einfach der Umstand, dass es ihr so gefiel, hier zu sein. Nun war es jedoch an der Zeit, sich langsam um das Essen zu kümmern. Als er sah, dass Kibe die Stäbchen zerbrach, tat er es ihr gleich, widmete sein Blick dem Buffet. Jedoch drang eine Frage in seine Ohren, die er erst beantworten musste, bevor er zu den Speisen kam. „Ich hab mal in der Gilde gegessen, wir durften uns dort verschiedene Sachen aussuchen. Allerdings war es eher zum Kosten. Ich fand es nicht schlecht, wobei es in einem richtigen Restaurant wie diesem, wohl noch besser schmeckt. Wie ich das sehe, ist das auch nicht dein erstes Mal in einem solchen Lokal?“ antwortete er offen und ehrlich, wollte dann aber auch hören, wie es bei ihr aussah. Kurz wünschte sie noch einen guten Appetit, woraufhin der Slayer natürlich antwortete. „Den wünsche ich dir auch. Lass es dir schmecken, iss so viel wie du willst“ forderte er sie quasi mit einem Grinsen im Gesicht auf. Schließlich meinte sie doch, dass sie es den ganzen Tag essen könnte, jetzt hatte sie die Gelegenheit. Es war an der Zeit, sich auch etwas für den Anzugträger auszusuchen. Gespannt schaute er in die Schüsseln, wusste gar nicht was er zuerst nehmen sollte. Es sah definitiv gut aus. Kurzerhand griff er sich eine Schale mit Nudeln, sofort noch eine mit derselben Speise, die auch Kibe aß. Probieren konnte er ja alles mal. Als erstes griff er zu den Nudeln, wickelte sie mit seinen Stäbchen ein, beförderte sie dann in seinen Mund. Als er es dann runtergeschluckt hatte, machte er einen zufriedenen Gesichtsausdruck, wollte sich gleich eines dieser Maki hereinschaufeln, stoppte aber kurz vorher, denn Kibe fing an zu reden.

Nun war sie es, die ihn etwas mit ihren Worten überraschte. Er hatte grade nicht damit gerechnet, sowas von ihr zu hören. Sie war dankbar dafür, dass er ihr ermöglichte, an diesem Abend mit ihm zu speisen. Selbst wenn er das nicht getan hätte, hätte sie ihm geholfen. Gut zu wissen, aber das war nicht Kamis Art. Sie bezeichnete ihn als zuvorkommend. Ihre Tonlage war anders als zuvor, man konnte die Ehrlichkeit in ihren Worten schon fast mit eigenen Augen sehen. Er legte das Maki in die Schale zurück, blickte sie mit seinen kalten Augen an. „Du hast mir geholfen, ohne mit der Wimper zu zucken, und das obwohl ich so dämlich war, in der Vergangenheit. Ich habe nicht mal damit gerechnet, überhaupt einen Neuanfang zu kriegen. Das ist das mindeste was ich tun kann um dir zu beweisen und zu zeigen, dass ich wirklich daran interessiert bin, dich nochmal kennenzulernen, diesmal aber richtig“ Seine Worte waren ruhig und bedacht, spiegelten genau das wieder, was er grade im Kopf hatte. Er sprach eigentlich seinen Gedanken nach. „Um ehrlich zu sein, würde ich mich auch freuen, wenn das nicht unbedingt das letzte Mal gewesen ist, an dem wir uns gesehen haben“ fügte er kleinlaut hinzu, bemerkte dass sie ihn bisher nicht angesehen hatte. Daran konnte man feststellen, wie schwer es auch für sie war, diese Worte zu äußern. Kami griff dann wieder mit den Stäbchen in die Schüssel und nahm sich sein Essen heraus, gönnte sich einen Bissen. Nachdem er wieder einen leeren Mund hatte, richtete er noch ein paar Worte an sie. „Ich will diesen Abend genießen, ihn nutzen um dich besser kennenzulernen, einfach in netter Umgebung mit dir reden zu können. Deshalb bin ich froh, dass du hier neben mir sitzt und nicht draußen in der Wildnis streifst, irgendwann daran zurückdenkst, dass du mal einem ziemlich idiotischen Dragonslayer begegnet bist, der deine Meinung wiedermal bestätigt hat“ So viel dazu. Bei dem letzten Satz schmunzelte er etwas, griff zum Glas Wasser und trank einen kräftigen Schluck.

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Re: Kabuki Sushibar

Beitrag von Kibe Asano am So Jul 19, 2015 3:11 pm

Anstatt Kibes leichte Abfuhr einfach mit einem Lächeln abzutun, ließ sich Kami noch einmal dazu herab, ihr zu erklären worin der Unterschied zwischen einem passenden Kompliment und einer übertriebenen Geste lag. Die Nekromantin schnalzte daraufhin mit der Zunge, warf ihm einen amüsierten Blick über die Schulter zu, sagte aber nichts weiter. Er mochte zwar recht haben, aber für Jemanden der solche Worte selten hörte und sie allgemein lieber vermied gab es da keinen großen Unterschied. Ihre Entgegnung hatte viel mehr dazu gedient ihren Standpunkt zu vertreten und eines klar zu machen – mit so etwas kam man bei ihr nicht weit. Oder anders gesagt: darauf legte sie keinen Wert. Was sie hingegen gerne hörte waren positive Eindrücke bezüglich ihrer Persönlichkeit. Das wirkte authentischer und so, als ob sich die andere Partei wirklich Gedanken um einen machte. Und das war es doch, was zählte, oder nicht? Man konnte noch so hübsch anzusehen sein; wenn man einen furchtbaren Charakter hatte, machte einen das auch nicht schöner.

Nun, da das Wetter wirklich anfing schlechter zu werden, kam ihnen die Sushibar ganz gelegen. Schon bevor sie die Bar betraten, kündigte ein dunkles, tiefes Grollen am Nachthimmel das über sie einbrechende Gewitter an. Darum mussten sie sich jetzt erst einmal keine Gedanken machen. Sie saßen im Warmen und Trockenem, fern ab vom schlechten Wetter und unterhielten sich lieber. Denn nachdem sie sich ihre Plätze gesucht hatten, fackelte Kibe auch nicht lange und begann das Gespräch fortzuführen. Und was eignete sich als Thema besser als das, was sie gerade taten? Essen. Um genau zu sein Sushi. Obwohl man meinen wollte, dass sich die Speise bereits etabliert hatte, kam es doch vor, dass Jemand sich mit dem Gedanken rohen Fisch zu essen nicht anfreunden konnte. Etwas, was Kibe nicht ganz verstand, aber durchgehen ließ. Für Kami gab es jetzt hingegen kein zurück mehr, auch wenn er sich nicht sofort an die Sushi-Röllchen wagte. Bevor er ihr ebenfalls einen guten Appetit wünschte, erklärte er ihr, dass er zwar schon einmal Sushi gegessen hatte, das allerdings nicht richtig zählen würde. Es stimmte schon, dass es zwischen selbstgemachtem und professionellem Sushi Unterschiede gab. Die schmeckte man einfach heraus. Umso besser, dass der Dragonslayer jetzt noch einmal die Gelegenheit bekam um sich an dem Gericht zu versuchen. Kibe war sich beinahe sicher, dass er es nicht bereuen würde. Wie er richtig festgestellt hatte, war es tatsächlich nicht Kibes erste mal in einer Sushibar. „Nope. Ich war früher öfter mit Freunden in der nächst gelegenen Stadt essen. Ist aber schon ein Weilchen her.“, erklärte sie, blickte einige Sekunden nachdenklich vor sich hin. Vielleicht hatte sie ja Glück und hatte in Kami einen neuen Sushi-Partner gefunden? Zumindest forderte er sie auf, so viel zu essen wie sie wollte. Ohje. Kami hatte tatsächlich keine Ahnung, wie das enden würde, oder? Seine Finanzen würden darunter leiden, so viel stand fest. Aber hey. Das war ein geringer Preis für das eigene Leben, oder? Nicht, dass er ohne Kibes Hilfe elendig verreckt wäre... aber er hätte bei weitem nicht so einen angenehmen Abend gehabt! Das beruhte allerdings auf Gegenseitigkeit.

Und ihre Dankbarkeit diesbezüglich brachte Kibe mit kurzen und knappen Worten zum Ausdruck, die in einem ähnlichen Ton erwidert wurden. Natürlich freute sich die junge Frau darüber, auch wenn sie es mit ihren Gesichtszügen nicht wirklich zum Ausdruck brachte. Das Lächeln blieb jedoch bestehen, würde es wohl den restlichen Abend. Auch wenn ihre Mimik für einen kurzen Moment Verwunderung zeigte, auch wenn sie dann den Kopf zu ihm drehte und ihm ein breites Grinsen präsentierte. „Achso? Klar. Lässt sich einrichten. Musst mich nur immer schön zum Essen einladen.“, stellte sie ihre Bedingungen da und musste ganz leise Lachen, winkte dann jedoch ab. „Nein, war ein Scherz. Ich hätte ehrlich gesagt auch nichts dagegen, wenn man sich mal wieder über den Weg läuft.“. Hah! Doch jemanden zum Sushi futtern gefunden. Zwischen den Pausen die entstanden schaffte Kibe es ganz gut, eine Menge Sushi zu verputzen. Wenn das ein Wettbewerb wäre, würde sie den Dragonslayer locker nieder machen. Aber so machte sie ihn auch einfach nur arm. Dafür nahm sie auch in Kauf, dass sie tatsächlich ihre Meinung bezüglich des jungen Mannes revidieren musste. Auch wenn sie ihn vorher für einen absoluten Idioten gehalten hatte, konnte sie sich nun wirklich eine Freundschaft zwischen ihnen vorstellen. Oder irgendwie sowas in der Richtung. Zumindest etwas, das über bloße Bekannte hinaus ging. Denn der Grundstein war dafür gelegt – sie verstanden sich fürs erste wirklich verdammt gut. Der lockere Umgang war eine angenehme Abwechslung zu dem, was der Alltag einem sonst so in den Weg stellte. Wissen, wie es um Kamis Sozialleben stand konnte sie nicht, aber ihr fehlte so ein bisschen Rumgealbere verdammt oft. Trotzdem konnte sie sich das ein oder andere Kommentar einfach nicht verkneifen. „Ich hoffe auch, dass du mich nicht mehr für das Gör von früher hältst.“, bemerkte sie ohne jeglicher Mimik oder Emotion, richtete den Blick ihrer stählernen Augen auf ihn, als wollte sie ihn damit durchbohren. Dann begann sie jedoch zu lächeln, ja beinahe zu grinsen. „Wenn doch, musst du mir ohnehin noch eine Chance geben, dir das Gegenteil zu beweisen.“. Obwohl man mit dieser Bezeichnung ja nicht zwingend unrecht hatte. Die Nekromantin konnte sich tatsächlich wie ein verzogenes Kind benehmen. Auch, wenn sie das nicht immer nach Außen trug. „Und was macht ein S-Klasse Magier außerhalb seiner Aufträge? Außer Fremde zum Essen einzuladen, natürlich.“. Eine berechtigte Frage. Kami sah nicht so aus, als würde er zum Ausgleich stricken oder töpfern.
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Re: Kabuki Sushibar

Beitrag von Kamiro am So Jul 19, 2015 4:47 pm

Das Klamottengeschäft hatten sie hinter sich gelassen, sie konnten sich jetzt der Suche nach einem Restaurant widmen. Es blieb ihnen nichts anderes übrig als weiterhin auf den Straßen  von Kunugi zu wandern und die Augen offen zu halten. Kibes Spürsinn für Essbares würde ihnen dabei sicherlich behilflich sein, daran zweifelte der Schwarzhaarige in einem Moment. Deshalb überließ er ihr auch die Wahl, was sie denn gerne zu Abend essen wollen würde. Zusammen würden sie schon was Geeignetes finden, obwohl sie sich erstmal darüber auseinandersetzen mussten, was für den Dragonslayer ein Schleimer war. Denn so hatte sie ihn bezeichnet, als er ihr Kompliment etwas anders zu ihr zurückgab. Nachdem er seiner Definition nach erklärte, warum er nicht das war, als was sie ihn bezeichnete, schenkte sie ihm einen amüsierten Blick über die Schulter und schnalzte mit der Zunge. So viel dazu, mehr wollte Kami gar nicht haben, sie hatte es aufgenommen und verinnerlicht. Das reichte aus. Gut auszusehen bedeutete eben längst nicht alles, damit hatte man normalerweise nicht viel erreicht in seinem Leben. Dessen war sich der Slayer durchaus bewusst, denn eigentlich interessierte er sich auch gar nicht so dafür, er hatte meistens viel Wichtigeres zu tun. Aber darum ging es gar nicht, denn erstmal hatte er vor, diesen Abend einfach nur dafür zu nutzen, sich bei Kibe wieder in eine gute Position zu bringen, den Zwist von damals vergessen zu lassen. Im Moment war er auf einem guten Weg, im Restaurant konnte es ja kaum schlechter laufen, da war er sich sicher, sondern es könnte nur immer besser werden. Schließlich verlief bisher optimal, sie brachte ihn sogar soweit einfach zu vergessen, was ihm am heutigen Tage alles wiederfahren war. Jedenfalls war dann eine Sushibar gefunden worden, die die beiden nutzen wollten. Prompt traten sie ein, bekamen ihre Plätze und konnten nun eigentlich zuschlagen, denn es herrschte eine Art Selbstbedienung.

Die Atmosphäre an diesem Ort war definitiv auszuhalten, sogar recht angenehm. Nicht zu laut, nicht zu voll, aber auch nicht komplett verlassen. Hier hatte man die gute Möglichkeit, ein Gespräch anzufangen, während man eine nette Umgebung und ein Dach über dem Kopf hatte, denn draußen begann es schon ziemlich stürmisch zu werden, es sah nach Unwetter aus. Während sie nun damit begonnen hatten, sich ihr Essen sorgfältig auszuwählen, fielen schon ein paar Worte zwischen ihnen. Damit begonnen, ob Kami überhaupt schon mal Sushi gegessen hatte, was er bejahen konnte, gefolgt von einer Frage die er an sie stellte. Wie er es sich gedacht hatte, war sie auch nicht das erste Mal hier. In Begleitung von Freunden hatte sie vor einiger Zeit einen solchen Laden bereits aufgesucht. „Klingt nett. In angemessener Begleitung schmeckt das Essen gleich doppelt so gut“ fügte er ihrer Aussage hinzu und nahm wieder einen Bissen. Um ehrlich zu sein konnte er sich sogar jetzt schon vorstellen, diesen ganzen Abend mit ihr zu wiederholen, da es ihm einfach gut tat. Es war eben etwas anderes. Er war einfach er selbst, sprach das aus was er dachte, und sie nahm es zur Kenntnis, zweifelte nicht unbedingt daran. Einfach diese Ebene auf der sie sich befanden, löste Entspannung und Fröhlichkeit aus. Seinem Geldbeutel würde das schon nicht schlecht tun, er hatte genug Jewel zur Verfügung, da er ansonsten recht sparsam lebte und viele Grundbedürfnisse durch die Gilde gestillt waren. Er brauchte sich wieder um Unterkunft, noch wirklich um Verpflegung kümmern. Hatte so immer genügend Geld auf der hohen Kante. Aufträge bei denen man sich in Gefahr begab, versprachen eben immer schöne Sümmchen, die man heutzutage gut gebrauchen konnte. Als ein Mann der in Armut aufgewachsen war, auf dem Feld helfen musste, brauchte er sich um Geld nur noch wenige Gedanken machen. Auch wenn ihm das manchmal gar nicht so bewusst war. Das spielte keine Rolle für ihn. Mit Geld allein wurde man auch nicht glücklich.

Die Stimmung der beiden lockerte sich immer mehr, Sekunde für Sekunde konnte man meinen. So auch als Kibe das Wort ergriff, ihre ehrlichste Dankbarkeit an Kami richtete, die sie parat hatte. Das ließ ihn kurz stocken, diesmal war sie diejenige, die ihn damit überraschte.  Natürlich hatte er aber auch dafür die passenden Worte parat. Sie stand mit ihrer Meinung und Sicht nicht alleine, das wollte der Schwarzhaarige ihr vermitteln, was auch klappte. Das Lächeln in ihrem Gesicht blieb bestehen. Allerdings war Kami etwas angespannt und voller Erwartung dessen, was sie auf seine nächsten Worte zu sagen hatte. Denn er machte klar, dass er sie gerne wiedersehen würde. Fast unbemerkt atmete er durch als sie erst einen kleinen Spaß machte und dann ehrlich zugab, dass sie ihm auch mal wieder über den Weg laufen wollen würde. „Das lässt sich definitiv einrichten. Bis dahin überlege ich mir, wie wir das gestalten können. Lass dich überraschen“ Gab er ihr zu verstehen, lachte dabei ein kleines bisschen auf. Damit wollte er natürlich auch erreichen, dass sie ihn dann schnellstmöglich für Kami halten würde, nicht nur einen dahergelaufenen Dragonslayer der einen miesen Tag hatte und sie wohl deshalb damals angriff. Kibe meinte, dass er sie nicht mehr für das Gör von früher halten sollte, zumindest hoffte sie das. Denn genau das war Kamis Wortwahl gewesen. Kurz kratzte er sich an der Stirn. Sofort bemerkte er, wie ihr Blick ihn dabei förmlich durchbohrte, bis es zu einem Lächeln überging. Falls er sie noch für eines halten würde, sollte sie wenigstens die Chance bekommen, ihn vom Gegenteil zu überzeugen. Er hob die Augenbrauen an, grinste herausfordernd. „So ist das also? Mach dir darüber mal keine Gedanken mehr. Gör wäre nun das letzte Wort, was mir für dich einfallen würde. Für heute bist du meine Begleitung, worüber ich sehr erfreut bin“ ließ er sie wissen, wobei er lächelte. Das Lachen jedoch verschwand von seinem Gesicht, es wurde eher etwas erstauntem, wobei er kurz den Mund aufriss. Wie viel hatte sie bereits verspeist in dieser Zeit? Es war fast so, als wenn Kami gar nicht mitbekam wie viel sie aß, es ging so schnell. Da musste er plötzlich einfach lachen, diese Angewohnheit von ihr amüsierte ihn wirklich sehr. „Es schein dir zu schmecken. Das freut mich sehr. Ich finde es auch köstlich“ Kurz danach gönnte er sich wieder etwas aus seiner Schale.

Jetzt war wieder etwas Zeit gekommen, sich gemütlich neben Speis und Trank zu unterhalten, wobei sie mit einer einfachen Frage den Anfang machte. Was machte ein S-Klasse Magier eigentlich, wenn er mal keinen Auftrag annahm und sein Leben aufs Spiel setzte? Außer Kibe zum Essen auszuführen. „Nun ja. Oftmals nutzte ich die Zeit um zu trainieren, stärker zu werden. Denn mein Ziel ist es einmal, meinem Drachen zu begegnen, der mich aufgezogen hat. Ich muss mich der Herausforderung stellen. Noch bin ich dieser nicht gewachsen. Ansonsten verbringe ich Zeit mit meinem Gildenmeister der gleichzeitig sowas wie mein Bruder einer anderen Mutter ist. Generell gibt es ein paar Leute dort, mit denen ich mich gerne unterhalte, wenn sie nicht selbst grade unterwegs sind“ erklärte er kurz und knapp. „Und was ist mit dir? Du rennst ja sicherlich auch nicht den ganzen Tag nur durch die Gegend, oder doch?“ Wollte Kam wissen, nahm wieder einen kleinen Schluck vom Wasser, schaute sie einen ganzen Moment lang danach an.

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Re: Kabuki Sushibar

Beitrag von Kibe Asano am So Jul 19, 2015 5:29 pm

Als nett konnte sie ihre vergangenen Tage durchaus bezeichnen. Bis sie vor einigen Monaten ein jähes Ende gefunden hatte. Aber so spielte das Leben. Man verlor etwas und gewann etwas anderes dazu. Wie sagte man so schön? Wenn sich eine Tür schloss, öffnete sich eine nächste. Ob einem gefiel was dahinter lag, war eine andere Sache. Kibe selbst war sich dessen noch nicht im klaren, versuchte deshalb so wenig wie möglich darüber nachzudenken und war froh, wenn sie eine weitere Woche hinter sich hatte. Aber davon ließ sie sich in der Regel nichts anmerken. Vor allem jetzt wo sie in Gegenwart eines anderen war, blitzte nichts von diesen Gedanken auf. Allein um die Ablenkung war sie froh, ließ sich es sich einfach mal wieder gut gehen und schaltete ab. Vielleicht auch grade weil die Beiden sich nicht so gut kannten, oder recht wenig Berührungspunkte in ihren Leben vorhanden waren. Es war der reine Zufall der sie heute zusammen gebracht hatte, nicht mehr und nicht weniger. Das konnte man nun als Zeichen sehen oder nicht, sie waren zumindest ungezwungen hier. Keine Erwartung wurde von dem anderen gestellt, da es nichts zu erwarten gab. Auch wenn sie nicht zwingend unbeschriebenen Blättern glichen, kamen sie dieser Umschreibung doch schon recht nahe.

Bei dieser einen, oder zweiten, Begegnung sollte es jedoch nicht bleiben. Weder die Nekromantin noch der Dragonslayer hatten etwas dagegen einzuwenden, sich irgendwann einmal wieder über den Weg zu laufen. Auch ohne Hilfe des Zufalles. Dabei machte Kami ihr das Angebot, dass er sich schon etwas einfallen ließe und sie sich einfach überraschen lassen sollte. „Wenn du dir was nettes einfallen lassen möchtest – gerne.“. Noch eine Sorge weniger, auch wenn Kibe nicht immer einen Plan brauchte. Sie nahm das Leben so wie es nun mal kam, machte sich selten Gedanken über das was kommen würde. Dafür hatte sie auch einfach keine Grundlage. Wer so lebte wie sie konnte nicht wissen, was der nächste Morgen brachte. Man musste sich nicht nur auf seine Umgebung einstellen, sondern auch auf viele Überraschungen. Bisher war beinahe jede Begegnung mit einem anderen Menschen eine eben solche gewesen.
Ihre Befürchtung, dass man sie noch immer für ein Gör halten würde, zerstreute der Slayer gekonnt. Nun ja, eigentlich hatte sie den Schwarzhaarigen nur ein wenig aufziehen wollen. „Selbst wenn nicht – es gibt weit aus schlimmere Dinge mit denen man mich bezeichnen könnte. Trotzdem schön zu hören, dass ich deine Meinung ändern konnte. Das ist wohl das positive an Neuanfängen.“. Hätte ihr Jemand vorher gesagt, dass sie sich ausgerechnet mit diesem einen Magier blendend verstehen würde, hätte sie diesem einen Vogel gezeigt. Auch hätte sie nicht gedacht, dass Kami zu so einer Bandbreite von Emotionen in der Lage war. Als erstes hatte sie ihn als ruhigen, recht abgestumpften Charakter eingeschätzt. Nicht zu vergleichen mit seinem jetzigen selbst. Nur kurz sah Kibe zur Seite und erhaschte dabei einen Blick auf sein Gesicht, blinzelte ihn erst ebenso verwundert an, bis sie sich das Lachen verkneifen musste und stattdessen nur den Handrücken vor den Mund hielt. Erst als sie den Fisch samt Reis hinuntergeschluckt hatte, begann sie zu sprechen. „Ich kann nicht anders. So etwas muss man doch ausnutzen.“, rechtfertigte die junge Frau sich und deutete mit einem Nicken auf seinen eher bescheidenen Tellerstapel. „Du scheinst dir ja lieber Zeit zu lassen.“. Außerdem ging es beim Sushi essen darum, sich möglichst viel rein zustopfen, bevor das Sättigungsgefühl einsetzte!

Kibes Aufmerksamkeit wurde kurzzeitig vom Essen abgelenkt und auf die Straßen draußen gezogen. Kleine Wassertropfen schlugen im seichten Rhythmus gegen die Fensterscheiben und malten verworrene Muster daran, ehe sie sich auf dem Boden zu kleinen Pfützen bildeten. Die meisten Menschen hatten sich ins Innere gerettet, nur vereinzelnd liefen sie entweder mit hochgezogener Kapuze oder Regenschirm im Eiltempo durch die Straßen. Und so wie der Himmel aussah, würde das Unwetter auch noch eine ganze Weile bestehen bleiben. Aber das trübte die Stimmung innerhalb des Lokals nicht. Viele schienen das schlechte Wetter auch noch gar nicht bemerkt zu haben, so vertieft wie sie in ihre Gespräche waren. So erging es Kibe einige Sekunden später auch, als Kami ansetzte ihre Frage zu beantworten. Mit einer ähnlichen Ausführung hatte sie auch schon gerechnet. Mit hochgezogener Augenbraue ließ sie ihre Stäbchen auf den Tellerrand sinken. Außer trainieren und Aufträge erfüllen hatte Kami also kein Leben. Die paar Kontakte in der Gilde – Pff. Das lief mit Magiern desselben Kalibers bestimmt aufs gleiche hinaus. Aber wer war sie schon um darüber zu urteilen? „Ich sagte doch, du bist total der Gildenmensch.“. Damit hatte er sie eigentlich bestätigt. Und natürlich folgte die Gegenfrage, die sie kurz zum Grinsen brachte. „Doch, eigentlich schon. Ich lauf Tag ein Tag aus von A nach B. Das ist doch irgendwie normal, wenn man weder einer Gilde zugehörig ist, noch eine andere Berufung hat, oder?“. Da war sie wieder: ihre Planlosigkeit. „Aber so bin ich immerhin flexibel und muss mich an keine Regeln halten.“. Es hatte eben auch Vorteile keine Verpflichtungen zu haben. Ein kurzer Moment der Stille. „Wie willst du nachher überhaupt nach Hause kommen? Hast du mal aus dem Fenster gesehen? Wäre sicherlich nicht förderlich für deine Gesundheit bei dem Wetter zurück zu laufen.“, erwähnte sie beiläufig, bevor das nächste Maki dran glauben musste.
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Re: Kabuki Sushibar

Beitrag von Kamiro am So Jul 19, 2015 7:31 pm

Mittlerweile waren sie in einem netten Lokal angekommen, um genau zu sein: In einer Sushibar. Kami sollte das durchaus Recht sein, schließlich hatte er sie am See eingeladen und überließ ihr die Wahl was und vor allem wie viel sie essen wollte, um die Bezahlung kümmerte sich im dem Fall natürlich er. An diesem Abend brauchte sie sich keine Sorgen um irgendwas machen, sondern durfte sich einzig und allein auf ihren Gesprächspartner und das gute Essen konzentrieren. Denn so erging es auch dem Dragonslayer. Seine Gedanken waren mit dem gefüllt, was sie zu ihm sagte, nichts weiter. Weder Sabertooth, noch Nathan oder irgendwelcher anderer Kram mit dem er sich sonst den ganzen Tag beschäftigte. Im Moment hatte er Kibe neben sich und vor ihm befand sich das Essen und ein Getränk. So ließ es sich leben. Nichts weiter außer seinen Appetit zu stillen, dazu noch eine Unterhaltung mit ihr zu führen. Alles Weitere sah man dann.  Zumindest stand ja schon so gut wie fest, dass das nicht das letzte Treffen der beiden gewesen sein sollten. Den sie zeigten Interesse daran, den jeweils anderen wiederzusehen, diesmal aber ohne dass die Zeit sie wieder zusammenführte, sondern etwas geplanter, organisierter und vorherbestimmt. Dem Schwarzhaarigen kam das ganz gelegen und Kibe sah auch nicht grade aus, als würde sie kein Gefallen an der Idee finden. So fielen auch ihre Worte aus, sie war gerne bereit dazu. Kami musste dann nur noch mit den Gedanken spielten, was er bei einem nächsten Treffen mit ihr unternehmen könnte. Irgendwas würde sich sicherlich finden. Am besten nicht wieder das Gleiche, sondern etwas was sie überraschte, etwas Neues eben. So teilte er es ihr auch ohne weiteres mit. Irgendwas würde Kami da sicherlich einfallen. Das nächste Treffen stand ja dann sicherlich nicht von heute auf Morgen an, sondern sie hatten selbst in der Hand, wann sie sich erneut sehen wollten.

So war sie darüber zufrieden und damit einverstanden, dass Kami sich etwas einfallen lassen wollte. Daraufhin nickte er kurz „Mir fällt sicher was ein. Zu besprechen haben wir sowieso noch genug“ stellte der Dragonslayer belustigt fest, trank wieder etwas von seinem Glas. Das prickelnde Wasser mit leichtem Zitronengeschmack ging zügig seine Kehle herunter. Danach stellte er den Behälter wieder ab. Als wirklich spontan konnte man den Slayer nicht unbedingt bezeichnen. Er hatte gerne Ideen und Vorstellungen bevor an eine Seite heranging. Aber einen umso spontaneren und lockeren Part dabei zu haben, machte die Sache einfacher. So passten sie sich gegenseitig etwas an. Das ein oder andere Mal, sahen sie sich an, grinsten, lächelten, sprachen einige Worte und aßen dann weiter. Ein ganz ungezwungener und äußerst angenehmer Ablauf eines Abends, den Kam selten erlebt hatte. Er konnte sich nicht daran erinnern, etwas derartiges schon oft getan zu haben. Wenn er mal mit anderen aß und sich unterhielt, passierte das innerhalb der Wände seiner Gilde. Neue Erfahrungen machte man wohl immer…und diese gefiel ihm sogar sehr. Besonders deshalb, weil sie nicht in jeder Sekunde nur über ernste Themen sprechen mussten, sondern sehr wohl erfreuliche Dinge hatten, auch ihren Humor spielen ließen. Manchmal waren es sogar durchaus ernste Worte, die einen lustigen Beigeschmack hatten. So auch als er darauf hoffte, dass sie ihn nicht mehr für einen idiotischen Dragonslayer hielt, der nicht besser war als der ganze Rest von ihnen. Und sie wollte nicht, dass er noch immer das von ihr hielt, als was er sie vor einiger Zeit bezeichnete. Beide waren sich einig nicht mehr das sein zu wollen, was der andere beim ersten Mal von ihnen dachte. Doch wie es aussah, änderten sie ihre Meinungen schnell zum positiven. Alle beide.  Es gab immer eine Stufe schlimmer, für was man sie halten konnte, selbst wenn Kami denken würde sie wäre eine Göre. Doch dem war nicht so, was sie als positiv an einem Neuzugang sah. „Damals hab ich kaum ein Wort mir dir gewechselt. Das einzige was wir ausgesprochen haben, waren Beleidigungen und Drohungen. So kann das auch nicht funktionieren. Wir brauchten nur etwas Zeit und siehe da, wir sitzen nebeneinander und essen zusammen. Unsere ganze Geschichte glaubt uns jetzt wahrscheinlich schon kaum einer“ äußerte er amüsiert, was sich gleich noch steigerte, da Kibe in der Lage war, wahrliche Berge an Essen zu verputzen.

Erst war es Kami, der sie etwas verwundert anstarrte, den gleichen Blick bekam er auch zurück. Dann begann er herzhaft zu lachen, nicht auf erniedrigende Art und Weise, sondern weil er das an ihr wirklich super fand. Sie war eine Frau und bekam in Lichtgeschwindigkeit so viel Maki herunter, dass Kami es nicht mal realisieren konnte. Allerdings war sie auch belustigt, weshalb sie auch fast anfangen musste zu lachen, sich aber beherrschen konnte. Immerhin hatte sie einen vollen Mund gehabt. Erst nachdem sie runtergeschluckt hatte, begann sie zu sprechen. Sie konnte also nicht anders, musste es ausnutzen, wobei sich hingegen Zeit beim Speisen ließ, grade mal knapp die Hälfte von dem runterbekam, was sie wahrscheinlich schon verdaut hatte. „Kein Problem, greif einfach zu. Dafür sind wir unteranderem hier. Satt bin ich auch noch nicht. Es ist einfach schön zu sehen, wie sehr es dir schmeckt. Das ist nur einer der Punkte, der mir bestätigt, dass das die richtige Entscheidung war“ teilte er ihr daraufhin mit, grinste breit.  Wobei sie jetzt langsam wieder zu etwas anspruchsvolleren Themen überzugehen schienen, nämlich nach ihren Tagesabläufen. Kami teilte ihr als erster mit, was er so machte, wenn er mal nicht auf Aufträgen war. Bisher war sein Leben eigentlich recht gleichmäßig und geplant, da war nicht viel Platz für Neues. Zumindest bisher, denn die Möglichkeiten selbst die Initiative zu ergreifen, fehlten ihm. Anscheinend hatte er damit ihre Theorie bestätigt, dass er ein Gildenmensch war. Eine Person die für die Gilde lebte und dafür geschaffen war. „Ich denke, ich bin da einfach so reingeraten. Ich bin jedoch immer offen für neues. Der Abend zeigt doch, dass es schön ist, sich nicht jeden Tag mit den Sorgen der Gilde rumzuschlagen, oder mit meinen eigenen Problemen, in meinem Fall. Ich glaube dass ich auch ohne ein Gilde nicht viel anders gewesen wäre. Mein Problem mit meinem Ziehdrachen kann Sabertooth auch nicht lösen. Das ist meine Aufgabe“ klare Worte seinerseits, wobei er noch ausließ, dass es Acnologia war, den man eigentlich kannte. Würde sie noch weiter nachhaken, würde sie die Antwort ohne zu zögern bekommen. „Manchmal frage ich mich, was passiert wäre, wenn ich in Sabertooth nie meinen Bruder getroffen hätte. Wahrscheinlich wäre ich auch rastlos, nur auf der Suche“ fügte er hinzu, grübelte etwas, wollte aber auch wissen, was Kibes Alltag ausmachte.

Die Antwort darauf folgte schnell. Kami hatte sich geirrt, sie ging sehr wohl an einem Tag einfach irgendwo hin, ohne Rast und ohne Ziel, schaute einfach was der Tag ihr so brachte. Was sollte man sonst machen, wenn man weder eine Gilde noch einen Job hatte. Irgendwie musste man sich eben beschäftigen. Sie konnte ihren Tag selbst bestimmen und das was sie machte, frei wählen. Die große Macht des freien Menschen, die ihr da zugewiesen wurde. „Du scheinst damit gut klarzukommen, ich wüsste nicht ob ich das auf Anhieb meistern würde. Dafür ist mein Alltag zu geregelt, meine Rechte und Pflichten klar verteilt. Obwohl es eine schöne Vorstellung ist, dem ganzen einfach mal zu entgehen, auszubrechen und einfach zu sehen, was alles passieren kann“ Dabei ging sein Blick aus dem Fenster, musste feststellen, wie stark es doch bereits regnete. So konnte er nicht nachhause laufen, das Wetter würde ihn schwer mitnehmen. Sofort dachte er aber auch an die Weißhaarige, die ja kein festes Zuhause hatte. Allerdings kam die Frage danach, wie er überhaupt heimkommen wollte, bei diesem Wetter. Laufen war keine gute Idee, das hatte sie scharf beobachtet. „Mir bleibt wohl nur…der Zug“ sprach er langsam und ehrfürchtig aus, legte eine Hand an seine Stirn und atmete merkbar schwerer. Er wusste was dort auf ihn zukam, doch er hatte keine Wahl. Jetzt aber musste er nicht gleich daran denken, er riss sich zusammen. Sein Blick richtete sich wieder auf Kibe. „Was ist mit dir? Wo willst du denn bleiben?“ fragte er eigentlich nur nach, musste aber noch einige Worte hinzufügen. „Du sagtest ja, dass du keine feste Bleibe hast und Geld für eine vernünftige Unterkunft vielleicht auch nicht. Ich sage dir gleich, bei diesem Unwetter kann dich nicht zurücklassen. Meine Gilde hat noch ein paar freie Zimmer. Ich wäre erfreut, wenn ich wüsste, dass du diese stürmische Nacht in einem warmen Zimmer, in einer Decke eingehüllt verbringen könntest. Keine Sorge, es ist sehr nett dort. Aber du musst nicht, wenn du nicht willst“ Richtete er an sie, wobei der letzte Satz etwas leiser war, er schon ein Stück der Reaktion zeigte, wenn sie wirklich lieber ins Unwetter gehen wollte, als ihn zu begleiten, die Chance zu haben, ganz sicher im Trockenen zu schlafen.

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Re: Kabuki Sushibar

Beitrag von Kibe Asano am So Jul 19, 2015 10:12 pm

Nun ja, man konnte nicht leugnen, dass die beiden Magier einen überaus schlechten Start miteinander gehabt hätten. Noch vor gar nicht all zu langer Zeit, waren sie sich Gegenseitig lieber an die Kehle gegangen als auch nur daran zu denken, den anderen ein nettes Wort zu sagen. Doch das Blatt hatte sich gewendet. So kam es eben doch, dass auch Feinden so etwas wie Freunde werden konnte. Oder zumindest gute Bekannte. Jedenfalls wollte man sich nicht mehr gegenseitig an die Gurgel springen, sondern unterhielt sich beim Abendessen. Verrückte Geschichte, die es sich sicher zu berichten lohnte. Irgendwann hätten sie sicherlich die Gelegenheit, darüber Witze zu reißen und zu lachen. Selbst jetzt taten sie ihr vorherigen Handeln ab und schoben es in eine andere Schublade als den heutigen Umgang miteinander. Aber vielleicht sollte Kami Recht behalten: vielleicht kaufte ihn sowieso keiner die Story ab. Auch wenn nicht – dann hatten sie halt ihr eigenes, kleines Geheimnis. So etwas schweißte zusammen. Es war sogar soweit gekommen, dass man schon von einem nächsten Treffen sprach. Und da hatte Kibe absolut nichts gegen einzuwenden. Schließlich war es nichts schlechtes diese beginnende Freundschaft weiter auszubauen, und später dann zu pflegen. Der Nekromantin gefiel der Gedanke, weshalb sie auch ganz bestimmt daran festhalten würde. Aber um das wann, was und wo konnten sie sich später Gedanken machen. Oder aber sie ließ sich tatsächlich von dem Slayer überraschen.

Immerhin fühlte sich die Nekromantin in der Gegenwart des Dunkelhaarigen wohl genug, um das doppelte von dem zu verdrücken, was Kami selbst zu sich nahm. Dafür erntete sie im ersten Moment auch einen sehr überraschten Blick, auch wenn gleich daraufhin ein herzhaftes Lachen folgte. Kibe wusste nicht ganz, was sie davon halten sollte, und spiegelte den irritierten Blick ihrer Begleitung. Das Essen schmeckte aber auch wirklich zu gut, als dass man es einfach so an sich vorbei ziehen lassen konnte. Wortwörtlich. Mal ganz davon abgesehen, dass sie nicht immer auf eine regelmäßige Mahlzeit setzen konnte und die Situation deshalb sehr genoss. Nicht, dass sie hungerte. Sie musste sich aber mit dem zufrieden geben, was das Leben ihr in dem Moment halt preis gab. Oder das, was sie zuvor eingepackt hatte. Und dazu gehörte selbstverständlich kein Sushi. Allerdings legte sich die Verwunderung der Hellhaarigen schnell und sie musste selber ein Lachen unterdrücken. Auf seine Worte hin lächelte sie, wie schon so oft an diesem Tag. Irgendwann bekäme sie sicherlich Muskelkater davon, oder ihr würde schwindelig davon werden. Auch wenn es ein wenig merkwürdig war, dass er sich für sie freute, wusste sie seine Freundlichkeit doch zu schätzen und stempelte es als putzig ab. Es war eine schönes Charaktereigenschaft, die sie an Kami nicht vermutet hätte. Allerdings hatte sie so vieles nicht vermutet, von dem er ihr gerade das Gegenteil bewies.

Was ihre Lebensweisen anging, konnten die beiden einfach nicht unterschiedlicher sein. Kami hatte seine Gilde, verdiente mit Aufträgen sein Geld und konnte ungefähr erahnen, was ihn beim Aufwachen erwartete. Auch wenn er der festen Meinung war, dass sein Leben ohne Gilde nicht viel anders verlaufen wäre. Kibe war sich da nicht so sicher, doch widersprach sie nicht. Allerdings kam er dann auch wieder auf eine ganz besondere Eigenart zurück, die ihm schließlich seine Magie ermöglichte: das Aufwachsen bei einem Drachen. „Kann ich mir das mit deinem.. Ziehdrachen so vorstellen, wie mit Adoptivelten?.. Woher weiss ein Drache, wie man mit Kindern umgehen muss..?“, fragte sie nun etwas neugierig und hoffte dabei, dass sie nicht zu persönlich wurde. Wobei sich ihre Frage lediglich um das Aufwachsen bei einem Drachen drehte, nicht um Kamis speziellen Fall. Wenn er ihr etwas dazu berichten wollte, würde er das schon tun. Außerdem erwähnte er noch, dass er ohne die Gilde wohl auch rastlos wäre, ohne festen Platz im leben. „Man muss sich halt seinen eigenen Ort schaffen, an den man hingehört. So etwas braucht Zeit.“. Kibe sprach dabei aus Erfahrung. Bisher hatte sie noch Niemanden getroffen und keinen Umstand erlebt, der ihr Leben derart verändert hätte, dass sie sich zuhause fühlte. Und mittlerweile war sie sich gar nicht mehr sicher, wie sich so etwas überhaupt anfühlte. Trotzdem machte sie, laut seiner Aussage, den Eindruck, dass ihr das ganze keine Schwierigkeiten bereiten würde. „Wir leben halt in unterschiedlichen Welten.“, stellte sie mit einem schiefen Lächeln fest, widmete sich wieder ihrem Sushi. Mittlerweile stapelten sich die Teller neben ihr schon in den unterschiedlichsten Farben, während ihre Begleitung sich doch dezenter zurückzuhalten schien.

Mit Kibes Einwand lenkten sie das Gespräch in eine ganz andere Richtung. Und zwar auf den Abschied. Mehr oder weniger. Schließlich gab die Nekromantin zu bedenken, dass das Wetter seinen Verletzungen nicht zu gute käme. Zumindest nicht, wenn er jetzt noch den Marsch nach Hause antreten wollte. Daraufhin wollte er den Zug nehmen, schien alles andere als glücklich darüber zu sein. „Was hast du gegen Zug fahren..?“, fragte die junge Frau daraufhin verwirrt. Es gab wenig angenehmere Fortbewegungsmittel. Immerhin war es schnell und komfortabel. Das konnte man vom Wandern nicht behaupten. Sie selbst zuckte mit den Schultern. Eigentlich wollte sie gerade zur Antwort ansetzen und dem Schwarzhaarigen versichern, dass sie sich irgendwo hier für die Nacht etwas suchen würde, da unterbreitete er ihr ein Angebot das sie nicht ablehnen konnte. Allein schon wegen dem Tonfall, den er dabei anschlug. Kibe wog ab und brauchte nicht lange um sich zu entscheiden. „Wenn ich dir damit keine Umstände mache, nehme ich dein Angebot gerne an.“. Irgendwo hin musste sie sowieso nicht, da spielte es keine Rolle wo sie übernachtete. „Du.. bist wirklich verdammt freundlich. Das ist beinahe gruselig. Aber auch nur beinahe.“, neckte die Nekromantin den Slayer und trank etwas von ihrem Getränk. Hoffentlich fuhr der Zug auch so, wie sie ihn brauchten. Das wäre auch das erste mal, dass Kibe eine Gilde von Innen sehen würde.
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Re: Kabuki Sushibar

Beitrag von Kamiro am So Jul 19, 2015 11:13 pm

Der Abend war definitiv noch jung für die beiden, sie hatten noch einige Sachen die sie sich erzählten wollten, oder über das sie diskutieren konnten. Zumindest ging es dem Schwarzhaarigen so, wobei er einfach davon ausging, dass Kibe einen ebenso regen Sprachbedarf hatte, wie er. Zumindest war sie diejenigen die meistens eine Frage zuerst stellte, Kami antwortete nur darauf und gab die Frage an sie zurück. Lange musste das nicht mehr so bleiben, denn auch der Anzugträger hatte ein paar Dinge, die er gerne von ihr gewusst hätte. Wenn nicht jetzt, wann dann? Immerhin konnte sich so ein Gespräch aufbauen und das Abendessen dazu genutzt werden, sich kennenzulernen und anzufreunden. Im Moment waren sie voll dabei, genau das zu tun. Während sie ihr Sushi und alles dazugehörige, wirklich stark genossen. Das war einer dieser Momente, wo man sich wünschen würde, dass die Zeit langsamer verginge. Doch sie hatten noch Zeit, die Zweisamkeit in diesem Lokal auszukosten, immerhin hatten sie es ja grade erst betreten, so spät war es dann doch noch nicht. Gesprächsthemen hatten sie auch genügend, genauso wie der Humor stets parat war. So war es doch denkbar, dass man noch ein paar Stunden es dort aushalten könnte. Immer wieder mal, nahm Kami kleine Häppchen aus den Schalen heraus und verspeiste sie, probierte sich etwas aus. Zwar konnte er mit seiner Weißhaarigen Begleitung nicht mithalten, allerdings musste er ja auch irgendwie seinen Hunger stillen. Da kamen ein paar dieser Schüsseln auch zusammen. Es hielt sich aber doch noch in Grenzen. Wenn das so weiterging, würde Kibe mit ihrem Geschirr eine Wand zwischen den beiden errichten können. Allerdings musste sie sich deswegen nicht schlecht fühlen. Sie konnte wohl sie viel essen wie sollte, hatte dabei aber trotzdem noch eine super Figur. Ihr Körper war angemessen geformt, zumindest dachte der Dragonslayer das. Er hatte schon genügend weibliche Wesen herumlaufen sehen um sie mit diesen zu vergleichen. Ein Phänomen.



So langsam aber sicher rollte wieder ein Gespräch zwischen ihnen an, das Thema diesmal war dabei ganz klar ihr Alltag. Was sich bei Kami oftmals um die Gilde handelte, oder eben Training. Irgendwas war ja immer. Dafür musste er eben sehen, dass er stärker wurde, denn eines Tages wollte er ja seinem Erzfeind die Stirn bieten können, mit ihm in den Ring steigen. Dass dieser Moment früher kommen würde, als gedacht, konnte er zu diesem Zeitpunkt noch nicht erahnen, nicht mal einen einzigen Gedanken daran verlieren. Bei Kibe war es eben so, dass die ziellos durch die Gegend streifte. Jedem das seine, auch wenn Kami sich erstmal daran gewöhnen müsste, so wie Kibe an eine Gilde. Es wäre eben etwas vollkommen neues, was man sonst nicht gewohnt war. Während Kami ihr das erklärte, den Umstand dass er eigentlich gar nicht so ein Gildenmensch war, und das was seinen Drachen, den Ziehvater betraf. Kibe war neugierig geworden, stellte vollkommen natürlich die Frage, wie man sich das mit einem Drachen als ein Elternteil vorstellen konnte. Kurz dachte der Schwarzhaarige darüber nach, gab ihr zügig eine Antwort. „Ein Drache nimmt einen eigentlich nur auf, wenn man keine Eltern mehr hat, die das Kind schützen. Der soziale Kontakt beschränkt sich eigentlich auf das nötigste, dabei geht nur darum, dass man ausgebildet wird, die Magie bekommt, einen Drachen zu töten. Eigentlich ein Widerspruch, doch es ist so. Viele Dragonslayer suchen ihren Drachen, haben eine gute Beziehung zu ihm gehabt, wollen ihn wiedersehen. Ich will ihn auch wiedersehen, nur dass ich ihn töten will“ kam es beinahe schauerhaft und gruselig kalt aus seinem Mund, was wohl so rüberkommen würde, ohne dass mein den Hintergrund kannte, den Kami gleich nach einer kurzen Pause hinzufügte. Dabei schaute er Kibe jedoch nicht an. „Mein Ziehdrache war Acnologia, ich bin mir sicher dass du den Drachen der Apokalypse kennst. Ich erzähle dir kein Märchen. Er hat so vielen Menschen das Leben genommen und grade ich musste als hilfloses Kind sein Schüler werden. Er behandelte mich wie eine leblose Hülle die seinen Anweisungen folgen musste. Er hat einen Fehler begangen, denn nun beherrsche ich die Dragonslayer Magie der Apokalypse. Das soll er zu spüren bekommen. Er hat mein Leben von Anfang an zerstört“ Verdammt ehrliche und offene Worte von Kami, die er so stehen ließ. „Wenn wir schon dabei sind. Warum reist du herum, wenn du nicht eigentlich auch zu deiner Familie zurückkehren könntest, wenn du ein Dach über dem Kopf brauchst?“ Wollte er nun schon gerne wissen, wo er ihr auch verraten hatte, was Acnologia in seinem Leben für eine Rolle spielte. Allerdings ließ er noch aus, dass grade er es war, der Kamis Familie tötete. Unter Umständen konnte sie es sich bereits denken.

Dieses Thema sollte die Stimmung aber nicht ruinieren! Deshalb schwenkte Kami um, als sie meinte, wenn man so herumreiste wie sie, musste man sich seinen Ort in der Welt suchen, bemerkte auch, dass sie ihr Leben nicht mit dem von Kamis vergleichen konnte. „Genau das macht es doch so interessant. Wenn du genauso leben würdest wie ich, hätten wir uns auf Anhieb weniger zu erzählen. Jeder hat seine Erfahrungen gemacht, die er mit dem anderen teilen kann. Ich finde das gut so. Es ist, als wenn unsere Welten kollidieren würden“ So brachte er es herüber, mit einem zarten Lächeln im Gesicht. Immer wieder mal nahm er sich etwas zu Essen vom Band, trank einen Schluck. Mittlerweile war das Wasser leer, weshalb er kurzerhand ein neues beorderte. Das gleiche nochmal. Das Wetter draußen spielte ordentlich verrückt, zeigte sich nicht grade von seiner sonnigsten Seite. Da kam glatt die Frage auf, wie der Slayer wieder nachhause kommen sollte. Da blieb wohl nur der Zug, wenn er sich nicht dem ekelhaften Wetter stellen wollte. Seinen Wunden würde das sicherlich nicht gut tun. Da musste er durch. Kibe bemerkte natürlich, dass er darauf nicht gut zu sprechen war. „Du weißt es vielleicht nicht, aber wir Dragonslayer haben es nicht so mit Transportmitteln. Warte ab, du wirst schon sehen, lass dich überraschen“ meinte Kami mit einem Seufzen und wusste dabei ganz genau, was auf sie und ihn zukommen würde. Ja… auch auf sie, denn sie hatte zum Glück zugestimmt, die Reise mit ihm anzutreten und die Nacht bei Sabertooth zu verbringen. „Wirklich? Das ist gut. Hätte sonst kaum schlafen können, wenn ich gewusst hätte, dass du durch den Regen stapfst und nach einer Bleibe suchst“ offenbarte er, woraufhin er bei ihrem Kommentar schmunzeln musste. Er führte sich so freundlich auf, beinahe gruselig. Das kam ihr nur so rüber, weil sie auch eine andere Seite von ihm kannte. „Ich kann eben auch anders. Manchmal muss man mir nur etwas Zeit dafür geben“ Stellte er dabei fest, wollte er noch etwas sagen. „Aber lass uns nicht über Abschied reden, wir haben noch eine Weile Zeit in diesem Restaurant. Noch will ich nicht aufbrechen“ machte er Kibe klar und lächelte sie an, nahm diesmal den Blickkontakt auf. Dabei erinnerte er sich etwas an das erste Treffen zurück. Einer der Gründe weshalb sie sich damals zerstritten haben. Es war dieses Amulett was beide haben wollten. Kami wollte es, weil ein Auftraggeber danach bat, Kibe wollte es für sich selbst. „Sag mal, was ist eigentlich aus dem Amulett von damals geworden, dass dir diese Kräftesteigerung verlieh? Das Ding mit den Nebenwirkungen?“ fragte er dann interessehalber nach, war gespannt auf ihre Antwort.

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Re: Kabuki Sushibar

Beitrag von Kibe Asano am Mo Jul 20, 2015 12:24 am

Obwohl Kibe sich recht schnell ihre Meinung bezüglich Dragonslayer, oder Slayer aller Art, gebildet hatte, musste sie zugeben, dass sie im Gegenzug doch recht wenig davon verstand, wie genau die Magie eigentlich funktionierte. Allgemein hatte sie wenig Ahnung von Magien außer ihrer eigener, und selbst diese bestand noch aus vielen Mysterien. Bisher hatte Kibe noch nie wirklich den Ansporn gehabt, sich großartig weiter damit zu beschäftigen. Schließlich verstand sie vieles nicht, musste es deshalb aber nicht gleich studieren. Es reichte, wenn es so funktionierte wie es sollte. Auchheinlich von Vorteil war, wenn man wusste wie die Welt im groben Tickte. Bisher belief sich das für Kibe hauptsächlich auf die Eigenwarten von Menschen. Wie diese funktionierten und dachten, konnte sie sich in großen Teilen selber zusammen reimen.

Trotzdem schaffte man es immer wieder sie zu überraschen. Nicht weiter verwunderlich, schließlich war die junge Frau noch nicht so alt, wie sie sich gerne mal mit ihren Kommentaren gab. Weisheit kam eben oft mit den Jahrzehnte und keimte aus Erfahrungen. Und diese machte Kibe von Tag zu Tag immer aufs Neue. Ob es nun erfreuliche waren oder nicht. Dass Kami anders handelte als vorerst angenommen war zumindest eine positive Überraschung. Der Abend verlief besser, als sie es zu träumen gewagt hatte und lange Zeit hielten sie sich mit ruhigeren, beiläufigen Themen auf und vertrieben so die Zeit. Erst als sie auf das Thema seiner Magie und somit indirekt seiner Kindheit zu sprechen begannen, kippte es. Zuerst hatte die Nekromantin wissen wollen, wie man sich das Verhältnis zu einem Drachen vorstellen konnte. Natürlich war es nicht mit dem einer echten Familie zu vergleichen. Ein Tier, so gewaltig es auch sein mochte, würde wohl nicht in der Lage sein einem Menschenkind das Aufwachsen zu ermöglichen, wie es die eigenen Eltern wohl getan hätten. Allerdings bedeuteten Kamis Worte auch, dass er selbst keine Eltern mehr hatte. Sofort bereute Kibe ihre Frage, hätte sie am liebsten zurück genommen. Doch ehe sie ihre Beleidsbekundung irgendwie Ausdruck verleihen konnte – das wäre sowieso irgendwie furchtbar merkwürdig rüber gekommen – fügte der Dunkelhaarige noch hinzu, dass er seinen Drachen am liebsten tot sehen wollte. Sehr verwunderlich wenn man bedachte, dass Drachen einem Elternteil in solchen Fällen wohl am nächsten kamen. Erst seine weiteren Worte brachten Licht ins Dunkel. Und beinahe hätte Kibe sich an dem Reis verschluckt. Nicht, dass Kibe besagten Drachen persönlich kannte, dann wäre sie wohl nicht hier. Aber sie hatte Geschichten gehört. Diese Art von Geschichten, die einem das Blut in den Adern gefrieren ließen. Wie erstarrt saß die junge Frau da, musterte Kami ganz genau. Niemals hätte sie für möglich gehalten, dass ausgerechnet so ein Drache einen Schüler bei sich aufnahm. Da war es gut nachzuvollziehen, dass Kami ihn tot sehen wollte. „Kann.. ich verstehen..“, pflichtete sie ihm mit leiser Stimme bei, musste das Gesagte erst einmal verarbeiten. Glücklicherweise war sie in solchen Dingen immer ganz fix, zuckte nur einmal mit den Schultern. Jeder hatte sein Päckchen zu tragen. Wie schwer das des Schwarzhaarigen war, konnte sie nicht erahnen und wollte auch nicht weiter danach fragen. „Das erklärt zumindest, warum du Training als Hobby bezeichnest...“. Wenn man auf so ein Ziel hinarbeitete, musste man eben auch was leisten. Da reichte es nicht wie sie einfach in den Tag hinein zu leben. Die Tragweite dessen was er gerade gesagt hatte, entfaltete sich noch nicht vollends.

Damit war die Schiene der unangenehmen Themen aber längst nicht abgefahren, denn nun kam Kami auf ihre Beweggründe zu sprechen. Warum sie sich denn Wind und Wetter aussetzen würde, wenn sie sich doch auch zu Hause anderen Dingen widmen könnte. „Nun...“, begann die Weißhaarige, suchte nach den richtigen Worten. „Das ist nicht ganz so einfach. Meine Eltern leben in einem kleinen Dorf und ich hab so meine Schwierigkeiten mit den Bewohnern dort.“. Eigentlich hatte sie vorgehabt damit recht vage zu bleiben, spielte das ganze dann jedoch recht simpel runter. „Ein Nekromant in der Nachbarschaft ist nicht das, was man sich unter seinem idyllischem Leben vorstellt. Und bevor ich meinen Eltern Sorgen bereite, bin ich lieber los gezogen.“, erklärte sie und sah den jungen Mann an ihrer Seite dann wieder an, schenkte ihm ein beruhigendes, wenn auch schwaches Lächeln. Ihr selbst machte das nicht viel aus. Ein bisschen von Zuhause weg sein konnte  doch auch ganz nett sein, oder? Zumindest redete Kibe sich das ein. Um nichts weiter sagen zu müssen griff sie nach ihrer Schorle.
Ihre unterschiedlichen Lebensstile waren schon etwas besonderes. Zumindest war es erfrischend, sich einmal darüber unterhalten zu können und über den eigenen Tellerrand zu blicken. Da gab sie Kami vollends recht. Es war auch interessant, die kleinen Eigenarten des anderen kennen zu lernen. So auch der Umstand, dass Kami es wohl nicht so mit Zügen hatte, was er auf die Art seiner Magie schob. So recht konnte die Hellhaarige sich zwar nicht erklären wo da der Zusammenhang lag, doch beließ sie es einfach mal dabei und glaubte ihm. Sie würde ja schon sehen, was das ganze zu bedeuten hatte. Denn das würde unweigerlich folgen, nun da sie ihm zugestimmt hatte ihn zu begleiten. Was ihn scheinbar freute. Auch wenn sie nicht ganz sicher war, ob sie ihm den Teil mit der Schlaflosigkeit abkaufen konnte. Vielleicht sagte er es auch nur so, um seine Besorgnis auszudrücken. Gut möglich. Das Thema verschob Kami allerdings auf später, griff ein anderes, längst vergessenes auf. Auf die Frage, ob sie das Amulett von ihrer ersten Begegnung noch hatten, gab sie ein nicken von sich. „Klar. Ich hab nicht so viel riskiert, um es dann zu verlieren. Ich trag es eigentlich immer in meiner Tasche mit mir rum. Tragen möchte ich es nicht, wenn ich es nicht muss..“, erklärte sie und spielte dabei auf die Nebenwirkungen an. Bisher Gebrauch hatte sie auch nicht davon gemacht. Eigentlich dumm von ihr. Aber die Umstände hatten es einfach nicht verlangt. Auch wenn sie dabei an eine gewisse Begegnung mit einem gewissen Magier denken musste. Unweigerlich fuhr ihre Hand zu ihrer linken Schultern, fuhr über die Narbe, während ihr Blick ins Leere wanderte. „Wieso fragst du?“. Ihre Stimme klang erst belegt, bis sie sich wieder fing und den Blick seiner eisigen Augen suchte und ihn anschließend hielt. „Willst du es mir doch wieder abnehmen?“, fügte sie verspielt mit einem Schmunzeln hinzu.
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Re: Kabuki Sushibar

Beitrag von Kamiro am Mo Jul 20, 2015 1:45 am

Bei allem Spaß und der Freude, die in ihren Worten steckten, mussten sie ab und zu auch mal wieder zu den ernsten Dingen des Lebens kommen. Das blieb nicht aus, wenn man den anderen besser kennenlernen wollte. Jeder hatte seine Probleme, die ihn wohl zu dem Menschen formten, der man war. Somit musste man lernen, damit umzugehen, sich auch mal anderen damit anzuvertrauen, wenn man glaubte, dass sie dafür geeignet waren. Für sowas konnte man eine Weile brauchen, aber es gab auch Situationen und Zufälle, da kannte man eine Person nicht so lange und hatte trotzdem das Gefühl, ihnen besser vertrauen zu können, als so manch anderen auf diesem blauen Planeten.  Normalerweise war es für den Schwarzhaarigen schwer einzuschätzen, inwiefern er auf jemanden zugehen konnte, denn er hatte es ja auch nicht unbedingt mit neuen Bekanntschaften. Da hatte er Glück, denn Kibe war nicht mehr ganz so fremd. Auch vor der Sache am See, waren sie sich ein Begriff. Was dahintersteckte war vollkommen egal. Denn auch aus Feinden wurden manchmal Freunde. Unter Umständen waren das bessere Freundschaften, als andere es je hätten werden können. Es lag eben an denjenigen selbst, was sie daraus machen wollten. Bei Kibe und Kami war der Fall ja eindeutig, ansonsten säßen sie wohl kaum in einer Sushibar, aßen und lachten zusammen. Sie waren sich einig, wieder Schritte aufeinander zu zumachen. Mit diesen Gedanken ging der Slayer an die Sache heran, war dementsprechend bereit, ihr Dinge aus seinem eigenen Leben preiszugeben, Dinge aus seiner Vergangenheit, die manchmal schmerzte. Doch nur soweit wie man es zuließ, daran dachte. Irgendwann musste man versuchen damit abzuschließen, reden mit Menschen die einen verstanden, half da am besten. Also machte Kami den Anfang, nutzte das momentane Thema aus um ihr die Umstände zu erklärten, wenn man von einem Drachen aufgezogen wurde, ging dabei speziell auf seinen eigenen Fall ein. Acnologia und seine Zerstörungskraft.

Auch wenn es ihm schwerfiel, erklärte Kami ihr, dass er seinen eigenen Ziehvater töten musste, denn ein Dragonslayer wurde man nicht ohne Grund. Sie wurden von Drachen aufgezogen, um die eigene Familie zu ersetzen, sie wurden ausgewählt um Träger einer mächtigen Magie zu werden. In Kamis Fall wurde er seiner Familie beraubt, dann von Acnologia wie Dreck behandelt, einfach mit ungeahnter Kraft stehengelassen.  Nachdem er realisierte was ihm wiederfahren war, sich einen festen Stand in Fiore erarbeitete, konnte er mit seiner eigenen persönlichen und schwersten Mission beginnen, die einen langen Weg brauchte. So machte es auch für Kibe Sinn, die natürlich erstmal geschockt reagierte. Man saß nicht jeden Tag neben einem Magier, der von einem Ungeheuer aufgezogen wurde. Drache ist eben nicht gleich Drache. Da gab es gewisse Unterschiede. So ziemlich jedes Kind kannte und hasste Acnologia. Da sah das bei Wesen wie Igneel anders aus, obwohl er Kami durchaus ein Begriff war. Die Worte zu hören, dass sie ihn verstand, bedeuteten für jemanden wie Kami mehr, als sie es vielleicht gemeint hatte. Er wirkte zufrieden. „Viele Menschen die diesen Fakt wissen, suchen das Weite vor mir. Sie wissen nicht, dass ich das Gegenteil zu meinem Ersatzvater bin. Sie denken, dass ich in seiner Sache diene. Ich hasse Vorurteile. Menschen müssen nicht einmal gute Magier zu sein, um jemanden verletzen zu können. Doch ich stehe drüber. Denn nur ich weiß, dass ich wirklich bereit dazu bin, mein Leben zu geben um diesen Drachen tot auf dem Boden zu sehen“ Zu diesen Worten folgte ein Nicken, auch als sie nun erkannte, das Training ein fester Bestandteil zu seinem Leben sein musste.  „Wenn ich wirklich vorhabe, mich mit dieser Kreatur zu messen, muss ich sämtliche Vorstellungskraft einer magischen Grenze überschreiten. Ich wurde quasi dafür geschaffen, diesem Wesen den Gar auszumachen. Das ist das mindeste was ich tun kann. Für mich, für meine Eltern, für alle die diese Bestie hat Leiden lassen“ Dabei wirkte er gar nicht so emotional, wie diese Worte vielleicht klangen. Zumindest konnte er das nun frei heraus sagen, da seine Begleitung zu verstehen schien, wie er es meinte. Auch wenn er nicht klar und deutlich gesagt hatte, dass seine Eltern tot waren, durch einen Angriff dieser Bestie. Für eine Geschichtsstunde hatten sie später immer noch Zeit.

Allerdings war jetzt erstmal Kibe damit an der Reihe, ein paar Emotionen in ihre Worte zu legen, denn wie es schien, hatte auch er aus Versehen einen wunden Punkt getroffen. Er bemerkte schnell, was er da gesagt hatte. Sein Blick wirkte mitfühlend, fast schon etwas traurig. Wenn einer verstehen konnte, wie es sein musste, seine Familie nicht mehr sehen zu können, weil andere ihnen ein Strich durch die Rechnung machte, dann war es Kami. Doch es bestand Hoffnung. Ihre Eltern waren noch am Leben, sie wohnten in einem kleinen Dorf. Allerdings lag das Problem an Kibe, denn die anderen Einwohner sahen ihre Magie nicht gerne, fürchteten sich. Da hatten sie es doch! Im Prinzip auch ein Problem, das sie gemeinsam hatten. „Du hast wirklich selbstlos gehandelt, um deine Familie zu schützen. Es tut mir sehr leid, was dort vorgefallen ist. Du bist wirklich mutig, diesen Schritt gemacht zu haben“ Damit wollte er ihr sein Mitgefühl ausdrücken, sie aber auch wieder etwas ermutigen. „Ich habe dieses Problem auch. Es gibt genügend Leute die sich vor mir fürchten, obwohl sie nicht wissen, wer ich bin. Magie spielt keine Rolle, für das Herz einer Person. Solange man hinter die Fassade blicken kann, heißt das. Ich sehe hier keine Nekromantin vor mir. Sondern eine junge Dame die unglaublich gerne Sushi isst und ein Lächeln aufsetzt, dass einem keine Wahl gibt, mit einem zu antworten. Aber was weiß ich schon, bin ja auch nur der böse Sohn von Acnologia“ Er war sich sicher, dass er mit diesen Worten ein gutes Gefühl in ihr auslösen konnte, denn er sah Kibe wie sie war, nicht was ihre Magie über sie preisgab. Sie hatte einen farbigen Charakter, der für jede Situation etwas parat hatte. Das bemerkte er sofort, er konnte nur noch mehr dazulernen, je länger er bei ihr war. Deshalb entfernte sich der Slayer auch wieder etwas von diesen unangenehmen Themen, kramte etwas auf ihrem ersten Treffen heraus. Das Amulett. Er wollte wissen, ob sie es noch bei sich hatte. Ihre Antwort zeigte Kami, dass sie das Ding noch bei sich trug, nicht umsonst so viel dafür riskierte. Sie trug es nur bei sich, zog es nicht an. Allerdings dachte sie wohl an etwas Schlimmes, denn sie suchte einen eindringlichen Blickkontakt, ging davon aus, dass Kami es ihr abnehmen wollte. „Ich wollte mich nur danach erkundigen. Schließlich hat es einen unschönen Beigeschmack. Es gehört dir, doch ich glaube nicht, dass du es unbedingt brauchst. Zum stärker werden gehört viel mehr, als eine Kette die dir vielleicht ein paar neue Fähigkeiten gibt. Man muss seine Magie kennen, wissen wie sie tickt und sie beherrschen. Erst dann wirst du stärker. Aber ich muss es ja wissen, mache ja den halben Tag nichts anderes“ Wiedermal ein Spagat zwischen Ernsthaftigkeit und Humor. Nun kam auch sein neues Getränk an. Prompt nahm er einen Schluck, sprach dann wieder. „Musstest du deine magischen Kräfte eigentlich oft unter Beweis stellen? Ich meine, es ist doch schwer, wenn man in der Not ist, denn das benötigt wahrscheinlich Vorbereitung. Soweit ich mich erinnern kann“ hakte er nach, wollte einfach wissen, wie es genau um ihre magischen Fertigkeiten war. So konnte er dann beruhigt sein und war sich vielleicht bewusst, dass selbst wenn sie in Schwierigkeiten war, sich gut wehren konnte. Ansonsten hatte Kami vielleicht schon etwas gefunden, was er beim nächsten Treffen machen könnte…

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Re: Kabuki Sushibar

Beitrag von Kibe Asano am Mo Jul 20, 2015 4:01 pm

Für ein erstes richtiges Treffen vertrauten sich beide Parteien schon unglaublich viel an. Schließlich verlief ihre erste Begegnung alles andere als rosig, und trotzdem unterhielten sie sich im Augenblick, als wären sie alte Freunde. So fühlte sich das ganze auch an, als seien sie alte Freunde, die nach langer Zeit mal wieder auf ein Essen zusammen kamen. Kein Wunder also, dass ihre Gesprächsthemen ein recht breites Spektrum abdeckten. Obwohl sie sich die meiste Zeit bemühten recht oberflächlich zu sein, rutschten sie bald schon in die persönlicheren Bereiche ab und verweilten dort für eine Weile. Dabei brachten sie sich nicht nur ihre unterschiedlichen Lebensstile näher, sondern auch einfach ihre derzeitige Situation. Das kostete wohl auf beiden Seiten Überwindung. Allerdings deckten sie damit auch wieder einige Gemeinsamkeiten auf. Beide besaßen nicht unbedingt den besten Ruf, auch wenn sie keinen direkten Einfluss darauf genommen hatten. Auch wenn der Schwarzhaarige um einiges offener mit dem Thema umging, als Kibe es vielleicht getan hätte. Mit so etwas ging man nicht hausieren. Zumindest sollte man es nicht jedem auf die Nase binden. Auch wenn die Reaktionen sicherlich unterschiedlich ausfielen, hatte Kami die Reaktion seiner Begleitung wohl durchaus erahnen könnten. Viele Möglichkeiten darauf angemessen zu antworten hatte sie ja nicht, denn leugnen, dass es irgendwo doch sehr überraschend kam, konnte sie nicht. Die Worte des Slayers waren hart und klar gewesen, beinahe unterkühlt. Doch scheinbar hatte die Nekromantin genau richtig reagiert, sonst würde er seine Umstände wohl kaum weiter erläutern und vor ihr ausbreiten. Dabei konnte die Weißhaarige beides verstehen: die Vorurteile und auch wie es sich anfühlte, wenn man zu Unrecht für etwas gehalten wurde, was man nicht war. Womöglich hätte Kibe auch anders reagiert, wenn sie mehr über Drachen gewusst hätte. Doch in ihrer Unwissenheit sah sie sich nicht dazu genötigt eine große Sache daraus zu machen. Immerhin war es nicht rechtens Jemanden für seine Magie zu verurteilen. Es hing immer davon ab, wie man sie einsetzte. Und Kami wollte sie als Waffe gegen den eigenen Ziehdrachen verwenden. Auch unter Einsatz seines Lebens. Verwundert blickte die Nekromantin den Slayer an, fuhr sich mit der linken Hand durch die helle Mähne und lockerte sie auf. „Echt? Du würdest dein Leben dafür geben...?“, fragte sie, ließ ein bisschen Unverständnis durchschimmern. „Auch wenn deine Absichten durchaus nobel erscheinen... ich meine... dein eigenes Leben?! Das.. ist verdammt viel was du zu geben bereit bist...“. Und das nicht einmal für sich selbst. Er wäre tot, hätte nichts mehr davon. Es gab doch noch so viel, für das es sich zu leben lohnte, auch wenn es nur ganz banale Dinge waren.

Sobald sie sich ihrer eigenen Vergangenheit widmeten, wurde die junge Frau etwas zurückhaltender, begann auch leicht mit dem Saum ihrer Jacke zu spielen. Das war keines ihrer Lieblingsthemen, auch wenn sie gerne über sich selber sprach. Zumal es etwas sehr, sehr persönliches war. Der Blick den Kami ihr daraufhin schenkte, bewirkte zwar, dass sie sich verstanden fühlte, das Thema aber auch so schnell es ihr möglich war wieder wechseln wollte. „Ach naja. So selbstlos war das auch nicht. Ich wäre so oder so früher oder später gegangen.“. Dort gab es nichts für sie zu holen, das hatte sie schon immer gewusst. Und nun war es an Kibe, beinahe rot anzulaufen. Seine Worte waren unglaublich liebenswert gemeint und bewirkten auch, dass sie sich zumindest ein bisschen besser fühlte, allerdings stieg dabei diese unangenehme Wärme in ihr hoch. Angefangen im Magen arbeitete sie sich ihren Weg hoch zu ihren Wangen, wobei die Nekromantin sofort den Blick abwendete und sich auf die Unterlippe biss. „Nun ja.. ein Mensch hat immer mehrere Gesichter. Es kommt drauf an, welches man den anderen sehen lässt.“. Sicherlich konnten beide ihrer Rolle gerecht werden, ob sie es nun wollten oder nicht. Es kam alles auf den Blickwinkel an. Und nachdem sich Kibe mit Hilfe ihrer Schorle ein wenig abgekühlt hatte, wagte sie es auch wieder dem anderen ins Gesicht zu sehen. Richtiger Zeitpunkt um das Thema zu wechseln.

Mit der folgenden Situation konnte die Magierin wieder besser umgehen. Ihre Haltung entspannte sich wieder, wirkte nicht mehr so nervös. Es ging um das Amulett, um welches sie sich bei ihrer ersten Begegnung gestritten hatte. Kibe musste schmunzeln als sie daran dachte, dass Kami es nicht einmal für nötig gehalten hatte, sich darüber zu informieren. Das hatte dafür gesorgt, dass er es ihr letzten Endes überließ. Noch immer trug sie es bei sich, auch wenn sie es selten zum Einsatz brachte. Eigentlich nicht sonderlich intelligent, wenn man bedachte, dass es ihr in so manch einer Begebenheit sicherlich zugute gekommen wäre. Allerdings konnte sich Kibe es nicht verkneifen, bei seiner Ansprache über Stärke die Augen zu verdrehen. „Ich weiss, ich weiss.“, unterbracht sie ihn und hob abwehrend die Hände. „War ja klar, dass das von einem Trainings-Junkie wie dir kommen musste.“ fügte sie scherzhaft hinzu. Zwischenzeitlich war das Getränk des Schwarzhaarigen angekommen. Trinken konnte er. Da hatte er etwas mit Kibes Vater gemein. Noch ein Umstand der sie zum Lächeln brachte, dem anderen aber verborgen blieb. Auf seine nächste Frage war sie jedoch nicht vorbereitet, musste kurz nachdenken. „Phew.. ab und zu schon.“, erklärte sie und lehnte sich etwas zurück, ließ ihren Blick wandern , folgte dem vorbeifahrenden Sushi. „Ist nicht immer einfach. Ich verlasse mich die meiste Zeit auf meine Instinkte. Ist nicht immer elegant, aber bisher hat es gereicht.“. Und eine ordentliche Portion Glück war natürlich auch nicht schlecht. Aber damit wurden ja alle großen Schlachten und Kriege gewonnen, oder nicht? „Ist nicht unbedingt die offensivste Magie. Aber davon würdest du als Dragonslayer sowieso nichts verstehen.“, warf sie ihm scherzhaft vor, schenkte ihm einen belustigten Seitenblick.
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Re: Kabuki Sushibar

Beitrag von Kamiro am Di Jul 21, 2015 2:11 am

Der Abend verlief sehr angenehm, bisher gab es kein Anzeichnen von Schwierigkeiten oder Missverständnissen. Im Gegenteil, sie verstanden sich beängstigend gut, ließen anscheinend jetzt schon das hinter sich, was sie in der Vergangenheit belastete. Somit kam es auch vor, dass Themen angesprochen wurden, die sie nicht jeden Tag aussprachen. Allerdings tat es mal ganz gut, sowas zu äußern, zu wissen dass die Person gegenüber einem dafür nicht gleich den Kopf abriss oder jemanden für verrückt erklärte. Obwohl sie manche Details noch ausließen, erstmal schauen mussten, wie weit sie bei dem anderen mit ihren Worten gehen konnten. Sie durften eben nicht vergessen, dass sie sich erst an diesem Tage quasi richtig kennengelernt hatten. Trotzdem konnte der Schwarzhaarige nicht anders, als ihr ein paar Sachen aus der Vergangenheit preiszugeben, besonders war seine Geschichte mit seinem Drachen zu tun hatte. Der größte Konflikt in seiner ganzen Existenz, das was ihn sehr belastete, wofür er trainierte und kämpften musste. Er hatte das Gefühl, Kibe ohne weiteres davon berichten zu können. Also tat er es auch. Sie wusste nun welche Verbindung er mit Acnologia hatte und was Kami dagegen machten wollte. Natürlich war es nicht einfach, solche Worte über die Lippen zu bringen, doch die Weißhaarige machte ihm die Situation etwas angenehmer. Dafür reichte es schon, zuzuhören und zu verstehen. Manchmal musste man eben nicht großes vollbringen, um einem anderen Menschen damit zu helfen. Es reichte anwesend zu sein, richtige Worte zu finden. Etwas, was allerdings auch nicht jeder konnte. Deshalb war es umso erstaunlicher, dass das bei den beiden ein wenig der Fall war. Manchmal klappte das bei Leuten nicht, die sich ewig kannten. Hier sah das anders aus. Neben gutem Essen, brachte der Abend noch einiges mehr an guten Dingen. Das war wohl nur der Anfang einer guten Beziehung, zwischen 2 Menschen die erst Feinde waren, sich langsam zu Freunden entwickeln konnten.

Deshalb blieb das Thema mit seinem Drachen auch noch kurz aktuell, auch der Fakt, dass er sterben würde, um diese Bestie irgendwie zu töten. Ein hohes Opfer, dessen Preis der Tod sein konnte. Darüber wirkte die junge Dame erstaunte, hakte deshalb bei ihm nochmal nach. Sie machte ihn darauf aufmerksam, dass es eine noble Tat wäre, doch das was er unter Umständen dafür zahlen würde, war dann doch sehr hoch. Dessen war Kami sich bewusst, sehr gut sogar. Er wusste was er da tat. Obwohl es recht traurig schien, dass er zu sowas bereit war. Das hatte einen Grund. „Manchmal glaube ich, dass ich kaum etwas zu verlieren habe. Mir bleibt kaum etwas anderes übrig. Ich kann wieder etwas glücklicher in meine Vergangenheit blicken, wenn ich wüsste, dass derjenige der für alles verantwortlich ist, dafür durch meine Hände büßen musste. Obwohl das an der Tatsache was passiert ist, nichts ändern wird“ teilte er ihr kurz daraufhin mit. „Wer weiß was bis dahin noch passiert. Ich bin kein Idiot, ich hänge an meinem Leben und daran, was es noch für mich bereithält. Aber schon als Kind, lief alles darauf hinaus, diesen Weg zu gehen“ Danach war er erstmal still, füllte seinen Mund mit einem Maki. Jetzt war ja sie wieder an der Reihe, einen Beitrag zum Thema unangenehmen Dingen hinzuzufügen. Bei ihr war es die Familie, allerdings war ihre noch am Leben, im Gegensatz zu der Kamis. Jedoch war sie wegen ihrer Magie nicht gerne in ihrem Heimatort gesehen, ging lieber los, bevor sie ihren Eltern damit Sorgen bereitete. Sie selbst sah das aber nicht als so selbstlos an, da sie sowieso irgendwann gegangen wäre. „Man sollte seine Familie verlassen, wenn man dazu bereit ist, auf eigenen Beinen zu stehen. Nicht wenn man von fremden Menschen beinahe dazu gezwungen wird“ Damit gab er seine Meinung ab. Auf seine folgenden Worte, reagierte Kibe wie erwartet, sehr positiv. Er bemerkte, dass sie eine Wirkung ausgelöst hatten, denn sie konnte ihm ja nicht mal in die Augen sehen. Kami richtete seinen Blick kurz an die Decke, grinste verlegen. Ehrliche Worte waren manchmal die schönsten, wenn man sie richtig ausdrückte. Was sie sagte, stimmte vollkommen. Man selbst war dafür zuständig, wie man sich vor einer anderen Person gab. Denn ein Mensch bestand nicht nur aus einer einzigen Fassette. Nachdem sie dann einen Schluck trank, war sie auch wieder bereit, für einen Blickkontakt. „Ich bilde mir meine Meinung über Personen mit denen ich zu tu habe, am liebsten selbst. Die Worte anderer sind nichts dabei wert“  Was genau das zu bedeuten hatte, ließ er dabei offen.

Sie machten einen kleinen Trip zurück in die Vergangenheit. Zumindest was ihr neues Gesprächsthema anging. Es handelte sich um das Artefakt, weswegen sie damals überhaupt erst aneinandergeraten waren. Einfach Interesse halber, wollte der Dragonslayer wissen, ob sie es noch bei sich hatte, ohne es ihr abnehmen zu wollen, oder sonstiges. Es ging einfach nur um den Fakt, ob sie es noch besaß. Schließlich hatte es ein paar unangenehme Nebenwirkungen, abgesehen davon, dass es angeblich einen Kräfteschub versprach. Den konnte sie sich allerdings auch ersparen, wenn sie einfach trainieren würde. Diesen Teil der Meinung, hatte er seit damals nicht geändert, obwohl es ihr bewusst war. Natürlich machte sie wieder einen Scherz auf seine Kosten. „Natürlich. Ich weiß wovon ich da rede. Ich mache das ja nicht ohne Grund. Wenn es dazu kommen sollte, gebe ich dir mal ein paar Ratschläge. Behalte es im Hinterkopf“ Sie sollte selber entscheiden, inwiefern sie diese Worte nun ernst nahm, oder nicht. Kami wäre durchaus bereit ihr dabei zu helfen, besser mit ihren Kräften umzugehen. „Tu mir nur einen Gefallen. Bitte benutze das Ding nicht so oft, wer weiß was das Teil mit dir anrichtet. Höchstens im Notfall, da du auch ohne die Kette stark werden kannst. Tut mir leid, wenn ich etwas belehrend klinge, aber ich weiß was sowas für Folgen haben kann“ So viel dazu. Sie sollte einfach Acht geben, wie oft und wann sie dieses Amulett für ihre Magie benutzte, denn auch ohne weiteres konnte sie die Stärke erlangen, die ihr dieses Artefakt versprach. Jetzt lag das Thema eben generell auf Magie, während sie zwischendurch immer mal wieder einen Happen verspeisten. Nun wollte der Slayer wissen, wie es um ihre Magischen Fähigkeiten bestellt war und ob sie sie oft einsetzten musste. Sie meinte dass sie sie ab und zu verwenden müsste, verließ sich dabei eher auf Instinkte, nicht auf ihre Kräfte. Dabei war ihre Magie eben auch nicht die offensivste, aber was wüsste ein Dragonslayer darüber schon. Kami legte einen gespielt entsetzten Gesichtsausdruck auf. „Ich haue auch nicht nur blind drauf. Aber du hast Recht. Meine Magie ist eigentlich nur offensiv ausgelegt, doch dabei bleibt es nicht. Dazu kommen Körpereigene Attribute und Fähigkeiten. Manchmal gewinnt man einen Kampf nicht nur mit Muskeln, sondern auch mit den richtigen Strategien und Methoden“ Das war doch recht verständlich. Indem man blind auf seinen Feind einschlug, konnte man nicht wirklich gewinnen, wenn dieser eben einen Plan hatte. „Ich hätte mir auch nur schlecht vorstellen können, dass du oft in Kämpfe gerätst. Das ist auch besser so. Dank meiner Gilde kann ich dem kaum ausweichen. Aber naja, nur so kann ich eben meinen Unterhalt sichern. Mit normaler Arbeit verdient man kaum genug Geld, um zu überleben“ Wahre Worte des Dragonslayers, wobei er kurz seufzte. Es gab genug Menschen die ihr Leben lang hart arbeiteten, um ihre Familie irgendwie über Wasser zu halten. Der Schwarzhaarige hatte als Kind einen kurzen Einblick bekommen, was man mit körperlich schwerer Arbeit auf dem Feld erreichen konnte. So gut wie nichts.

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Re: Kabuki Sushibar

Beitrag von Kibe Asano am Di Jul 21, 2015 5:09 pm

Es gehörte einiges dazu, einer anderen Person so viel anzuvertrauen. Vor allem, wenn es etwas war was einem sehr nahe ging, persönlich war. Und dass das Thema welches sie im Augenblick behandelten zweifelsohne in diese Kategorie fiel, zeigte allein der Umgang miteinander. Nicht nur anhand der Wortwahl konnte man die Ernsthaftigkeit des Gesagten abschätzen, auch einfach an der Mimik und den Blicken. Auch wenn die Nekromantin eigentlich dazu neigte, diesen Themen aus dem Weg zu gehen, rechnete sie es ihre Gesprächspartner hoch an, dass er ihr so sehr vertraute. Das bedeutete nur, dass sie ihm in Zukunft mit ähnlicher Aufgeschlossenheit begegnen würde. Auch wenn das sicherlich eine enorme Umstellung für die Weißhaarig darstellen würde. Schließlich offenbarte man nicht irgendwem das, was einem so tief im Inneren beschäftigte und anspornte, das zu tun, was man nun einmal tat und für richtig hielt. Auch wenn das viel mehr auf Kami zutraf als auf Kibe selber. Denn er hatte wirklich ein Ziel vor Augen, in dessen Verwirklichung er seine ganze Energie steckte. Bewundernswert, wenn es nicht gleichzeitig einen bitteren Nachgeschmack hinterlassen würde.

Denn über die Tatsache, dass der Schwarzhaarige bereit wäre sein Leben dafür zu geben, konnte Kibe einfach nicht hinweg blicken. Gerade weil sie so sehr mit dem Tod in Verbindung stand, schätzte sie das Leben umso mehr. Auch seine Ausführungen zu dem Thema schafften es nicht, ihren Standpunkt diesbezüglich auch nur einen Millimeter zu verrücken. „Zu verlieren gibt es immer etwas. Auch wenn es nur die Chance auf das ist, was noch hätte sein können.“, entgegnete sie deshalb, blickte ihn einige Sekunden eindringlich an. Natürlich konnte sie es irgendwo nachvollziehen. Zumal sie ja nicht einmal ein Ziel hatte, auf das es sich hinzuarbeiten lohnte. Deswegen schätzte sie die kleinen Überraschungen im Leben umso mehr. Und diese Begegnung, dieser Moment war eine davon. Selbst als Kami ich versicherte, dass er an seinem Leben hing, stimmte das die junge Frau nicht versöhnlicher. Viel mehr unterzog sie ihn wieder einen prüfenden Blick, signalisierte so, dass sie seinen Worten nicht so ganz zu glauben schien. Aber da sie sich nicht in Position fand, ihm irgendwie in sein Leben reinzureden, schwieg sie lieber, wandte sich ebenso ihrem Essen zu und war schon fast dabei gewesen das Thema zu vergessen und sich lieber angenehmeren Dingen zu widmen. Da musste sie natürlich ebenfalls zumindest eine klitzekleine Sache von sich Preis geben. Und in Anbetracht dem, was Kami ihr eben quasi gebeichtet hatte, war das wirklich nur eine Kleinigkeit. Natürlich beschäftigte sie ihre Familiensituation. Aber es war nicht zu vergleichen mit dem, womit sich der Dunkelhaarige herum schlagen musste. Deshalb sah sie es auch nicht für nötig, mehr Worte darüber zu verschwenden als unbedingt erforderlich. Für sie war das nicht so eine große Sache, was sie auch deutlich machte. Kami sah das aber anders. Daraufhin lächelte die Weißhaarige nur schwach. „Oftmals weiss man das nicht, bevor man es ausprobiert hat.“. Schließlich war sie bereit dafür gewesen, ihre Familie zu verlassen. Das bedeutete nicht, dass sie es gewollt hatte. Auch wenn die Stimmung der Nekromantin sich für einige Augenblicke verdüstert hatte, änderte sich das gleich wieder mit den aufbauenden Worten ihrer Begleitung. Für einen kurzen Moment hatte sie damit sogar gar nicht richtig umgehen könnten, was wahrscheinlich nicht unbemerkt blieb. Aber das wurde galant von der sich fortsetzenden Unterhaltung überspielt. „Da sind wir schon zwei.“. Wozu sollte man sich auch auf das Urteil von anderen verlassen, wenn man seinem eigenen doch am meisten traute?

Auch wenn die beiden Magier gerade auf dem besten Weg waren, einen Neuanfang zu wagen, kamen sie um das ein oder andere Thema aus ihrer gemeinsamen Vergangenheit nicht drum rum. Unter anderem ging es eben auch um das Artefakt, was Kibe hatte mitgehen lassen. Ohne den Einwand des Slayers wäre sie wohl nicht wieder darauf zu sprechen gekommen. Gerade weil sie es so selten benutzte, war es ihr nicht immer präsent. Dabei drückte Kami auch gleich die Bitte aus; sie solle das Amulett doch nicht zu häufig benutzen. Aufgrund bestimmter Nebenwirkungen. Daraufhin hielt Kibe kurz im Essen inne, ließ die Stäbchen wieder sinken und blinzelte den Magier neben sich beinahe perplex an. Er tat ja beinahe so, als ob das Ding eine Droge wäre, die einen zerstörte und von der man nicht mehr los kam. Ob Kibe nun gekränkt oder belustigt sein sollte, konnte sie nicht einschätzen. Vielleicht Letzteres? „Klar, wenn dich das beruhigt, verspreche ich dir das. Sicher. Bisher hab ich es eh nicht benutzt – keine große Umstellung.“, stimmte sie schließlich zu und aß in Ruhe weiter. Dabei schien Kami einen wichtigen Unterschied zwischen ihnen nicht zu begreifen: „Es geht mir nicht darum, stärker zu werden. Ich will einfach nur in Ruhe gelassen werden. Und mich im Notfall eben verteidigen können. Das Amulett ist mehr so etwas wie ein.. Backup-Plan.“. Dementsprechend war ihre Antwort auf die Frage, wie es um ihre Fähigkeiten stand auch eher vage ausgefallen. Das ließ sich schwer einschätzen, wenn man noch nie wirklich auf die Probe gestellt wurde. Außerdem musste sie ja ganz anders damit umgehen, als der Slayer selbst. Beinahe hätte die Nekromantin mit einer nüchternen Antwort gewartet, da erhaschte sie einen Blick auf Mimik ihres Gegenüber und musste dabei dann doch ein wenig grinsen. „Willst du mir jetzt auch noch sagen, dass du ein Meisterstratege bist? Gibt es auch irgendetwas, was du nicht kannst?“, fragte sie nun mit einem neckenden Unterton. Das war eher sarkastisch gemeint gewesen. Schließlich steckten sie beide voller Fehler und dessen waren sie sich sicherlich bewusst. Zumindest war die Magierin sich das. Auch wenn sie nun wieder indirekt auf Gilden zu sprechen kamen. „Stimmt zwar, aber ich weiss nicht, ob ständig sein Leben zu riskieren die angenehmste Art von Arbeit ist. Auch wenn es scheinbar wie für dich geschaffen ist. Du scheinst mir nicht der Typ, der Auseinandersetzungen aus dem Weg geht.“
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Re: Kabuki Sushibar

Beitrag von Kamiro am Di Jul 21, 2015 8:50 pm

Langsam aber sicher schienen sie sich von den ganz unangenehmen, privaten Dingen zu entfernen. Nachdem sie darüber gesprochen hatten, verstand sich. Niemand wollte länger an einem solchen Thema festhalten, als es nötig war. Es war gut, dass es mal gesagt wurde, sollte aber nicht gleich die Stimmung für den ganzen Abend verderben. Sie achteten darauf, einen guten Ausgleich an Gesprächsstoff zu finden. Obwohl der Dragonslayer es als äußerst angenehm empfand, sich mit ihr zu unterhalten, da war es bisher egal, über was sie geredet hatten. Daher fiel es ihm auch nicht ganz so schwer, ihr von seinem Problem mit seinem Drachen zu berichten, und sie ihm von der Sache mit ihrer Familie. Im Grunde genommen, ähnelten sich ihre Probleme im Kern. Sowas schweißte zusammen, in der Zukunft konnte es noch wichtig werden, wenn sie sich ihre Sorgen beim jeweils anderen von der Seele reden konnten und unter Umständen dem anderen auch direkt helfen. Reden war meistens schon Hilfe genug, aber wenn man mehr machen konnte… warum denn nicht? Aber dafür hatten sie noch genügend Zeit. Sie standen erst am Anfang ihrer neuen Beziehung, obwohl es besser und vor allem schneller lief, als man es vorher vielleicht gedacht hätte. Nicht ohne Grund vertieften sie sich auch etwas in dem, was Kami ihr grade erst gesagt hätte. Der Fakt dass er sterben würde um seinen Hassfeind zu töten, löste in ihr ein mulmiges Gefühl aus. Das Leben war viel wert und hatte einiges zu bieten, doch der Anzugträger hatte das Gefühl, nur wenig verlieren zu können, wenn er es nicht schaffen sollte. Obwohl er am Leben hing und gerne miterleben wollte, was es für ihn bereithielt. Mit diesen Aussagen konnte die Weißhaarige trotzdem nicht leben, sie biss sich etwas fest, denn ihrer Meinung nach hatte man immer was zu verlieren, auch wenn es noch nicht zu sehen war. Der Schwarzhaarige schwieg kurz, dachte etwas intensiver und gründlicher nach, bevor er ihr darauf antworten konnte.

Ich bin gespannt, wann sich die unzähligen Rückschläge endlich auszahlen, wann ich endlich zufrieden sein kann. Kleine Lichtblicke scheint es ab und zu noch zu geben. Einer ist dieser Abend für mich. Wer weiß schon, wo ich sonst gelandet wäre“ Meinte er und schaute dabei besorgt aus dem Fenster, beobachtete das Spiel des Regens. Niemand konnte ihm jemals beantworten, was in der Zukunft passieren würde, inwiefern sich alles zum Guten oder zum Schlechten wendete. Man musste eben das nutzen, was man hatte, an den schönen Augenblicken festhalten, auch wenn es nur wenige waren. „Ich will mir nicht schon Gedanken darüber machen, wie alles endet. Schließlich hat es doch grade mal begonnen. Ich hab vor irgendwann auf mein Leben zurückblicken zu können und zu sagen, dass ich glücklich war. Nicht am Boden liegend, Acnologias riesige Pranke auf mir. Ich will das Beste daraus machen“ Vielleicht waren diese Worte etwas besser für sie ertragen, als wenn er sagte, dass er keine Angst vor dem Tod hatte, wenn er dafür dieses Drachen beseitigen konnte. So ging es auch der Weißhaarigen. Sie dachte nicht länger über ihr Problem nach, lebte in den Tag hinein und versuchte einfach ihr Leben so gut es ging zu führen. „Weißt du was? Ich glaube dass deine Eltern auch stolz auf dich wären, wenn sie wüssten, wie du dich zu jeder Zeit draußen in der harten Welt schlägst. Zwar tun wir nicht Tag für Tag das Gleiche, doch wir haben noch was gemeinsam. Wir beißen uns durch, denn wer vor anderen Schwäche zeigt, hat oftmals verloren. Zumindest wenn man diesen Menschen nicht vertrauen kann“ Natürlich wollte er sie gerne damit aufmuntern, ihr zeigen, dass ihr Entscheidung zwar schwer war, aber sie bisher alles gut überstanden hatte. Eines Tages würde sie ihre Familie wieder in die Arme schließen können, ihre Einstellung würde sich lohnen. Dass das gar nicht in so weiter Ferne lag, wusste an diesem schönen Abend, keiner von ihnen, wollten es auch nicht so weit ausbreiten. Die Äußerung von Kami, dass er Menschen gerne selbst kennenlernte, bevor er Gerüchten und Urteilen anderer glaubte, erwiderte sie, es ging ihr ähnlich. „Da haben wir wohl wieder was gemeinsam“ Wollte er noch zu ihrer Aussage hinzufügen, lächelte kurz, aber ehrlich.

Magie war immer ein beliebtes Thema um sich zu unterhalten, dass es da Differenzen gab, war meistens schon vorprogrammiert. Jedoch spielte dabei auch dieses Amulett eine Rolle, dass Kibe bei sich trug. Kami wusste was es einem angeblich versprach, auch dass es Nebenwirkungen hatte. Das reichte ihm um sie nun darum zu bitten, auf sich aufzupassen, das Ding nicht ganz so oft zu benutzen. Kamis Blick wirkte erstaunt, sehr überrascht. Sie versprach es ihm, wenn es ihn beruhigt, hatte es noch gar nicht so oft gebraucht. „Also, ich weiß gar nicht was ich sagen soll. Es freut mich wirklich, dass du dieses Amulett nicht so oft benutzt, auch nicht benutzt hast. Das beruhigt mich irgendwie“ Teilte er Kibe mit, bevor er wieder einen kleinen Schluck trank. Allerdings gab es da noch ein paar Komplikationen zwischen den beiden, was ihre Ansicht auf das Stärker werden anging. Sie wollte sich nicht steigern, nur im Notfall austeilen können, ansonsten wollte sie ihre Ruhe. Kami schüttelte grinsend den Kopf. „Du denkst wirklich, dass du dir da draußen aussuchen kannst, wann du Ruhe hast und wann nicht? Fiore ist um einiges gefährlicher als du vielleicht denkst. Ich hab genug in diesem Königreich gesehen. Vielleicht ist es nur etwas Sorge, dass du irgendwann vor etwas stehst, dem du nicht entkommen kannst und ich nicht da bin um dir zu zeigen, was ein guter Umgang mit Magie bewirkt. Du hast sicherlich Potenzial“ Versuchte er ihr zu vermitteln. Er wollte einfach nicht, dass Kibe irgendwann vor einer Aufgabe stand, die sich nicht lösen konnte, weil sie sich bisher immer auf das nötigste verlassen hatte.

Zu einem erfolgreichen Kampf gehörte allerdings mehr als nur Kraft, was Kami deutlich machte. Natürlich konnte es die Weißhaarige nicht lassen, einen Scherz auf seine Kosten zu veranstalten. „Etwas was ich nicht kann? Kochen. Aber man tut was man kann“ scherzt er zurück, lachte sie an. „Es gibt noch genügend Dinge ich verbessern muss. Ich weiß zwar darüber Bescheid, doch beherrschen tue ich auch nicht alles. Aber du weißt ja, S-Klasse wird man auch nicht grundlos… denke ich doch“ fügte er diesmal etwas ernsthafter hinzu. Immerhin hatte es ja einen Grund, dass Kami diesen Posten in der Gilde erlangen konnte. Das beruhte eben nicht nur auf Vertrauenswürdigkeit und Zuverlässigkeit. Obwohl sie ihn immer noch für jemanden zu halten schien, der sich gerne prügelte. Denn seine Arbeit ließ Konfrontationen nicht aus, und sie nahm an, dass Kami davon keiner aus dem Weg gehen würde. „Wenn es mir was bedeutet, kämpfe ich. Ich habe keine Angst in einen Kampf zu gehen. Doch ich hasse es, wenn man sinnlos wütet. Als Dragonslayer kann man sich auf seine Kraft verlassen, doch nicht darauf, unsterblich zu sein. Ich warte nur darauf, dass sich das alles irgendwann lohnt, ich etwas habe an dem ich sehen kann, dass mein Leben wundervoll verläuft. Vielleicht klingt das kindisch, aber ich glaube, dass alles gut wird, solange man daran glaubt und dafür kämpft. Und das tue ich“ Nach diesen Worten setzte er ein Lächeln auf, schaute seiner Begleitung in ihr Gesicht, verlor sich in ihren Augen. Um sie herum konnte man meinen, dass alles still war, Kami blendete es aus, konzentrierte sich nur darauf.

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Re: Kabuki Sushibar

Beitrag von Kibe Asano am Di Jul 21, 2015 11:22 pm

Nur widerwillig ließ sich die Nekromantin von den Worten des Slayers überzeugen. Auch wenn er ihre erste Annahme widerlegte und doch gar nicht mehr so Todessehnsüchtig klang, war sie noch immer nicht ganz darüber hinweg. Mit wachen Blick ließ sie den Slayer keine Sekunde aus den Augen, registrierte jede noch so kleine Veränderung in seiner Mimik. Was in seinem Kopf vor sich ging konnte die junge Frau nur erahnen und nicht mit Gewissheit sagen. Und auch da lagen ihre Chancen schlecht mit ihrer Annahme richtig zu liegen. Dafür kannte sie den jungen Mann nicht gut genug, auch wenn es sich gerade nicht so anfühlte, als sei er ihr noch fremd. Wenn sie genau darüber nachdachte, wusste sie nicht, wie sie am Ende dieser Begegnung über Kami denken würde. Das ließ sich zu diesem Zeitpunkt auch schwer sagen, aber eines stand fest: es würde eine komplett andere Meinung sein als die, die sie bisher von ihm hatte. Eigentlich eine verrückte Sache, wenn man genau drüber nachdachte. Niemand schien dem anderen das Getane wirklich übel zu nehmen. Vielleicht war es dafür einfach schon zu lange her.

Zumindest schaffte Kami es, Kibe begreiflich zu machen, dass er das Leben durchaus zu schätzen wusste. Sollte er auch. Es könnte ihm sicherlich noch viel schlechter gehen. Nicht, dass er nicht schon genug gelitten hätte.. aber schlimmer ging es ja bekanntlich immer. Aber darüber konnte sich die junge Frau kein Bild machen, hatte zu wenig Informationen um das Puzzle gänzlich zusammen zu setzen. Möglicherweise würde er ihr irgendwann einmal die Chance da zu geben. Denn ebenso wie sie hielt er diesen Abend für eine positive Entwicklung, einen schönen Zufall, der eben bewies, dass das Leben lebenswert war. Ihr Blick folgte dem seinen auf die Straße. „Nun ja. Jedenfalls nicht hier im Trockenen.“, schlussfolgerte sie. Womöglich säße er noch immer am See und ließe sich den Dreck und das Blut vom Regen abwaschen. Keine schöne Vorstellung, weshalb Kibe auch recht schnell wieder von ihr abließ. „Dann solltest du nächstes mal ein bisschen besser auf dich acht geben, damit ich dich nicht schon wieder mit Pflastern vollkleben muss. Dann wirst du vielleicht noch ein paar Jährchen vor dir haben.“. Auch wenn die junge Frau durchaus ernst nahm, was der andere zu sagen hatte, fiel es ihr sichtlich schwer sich mit diesem düsteren Thema abzufinden. Viel mehr versuchte sie es zu umgehen oder zumindest aufzulockern. Vielleicht war es auch einfach nur ihre Art mit ernsten Themen im Allgemeinen umzugehen. Wenn man sich immer Sorgen und Gedanken machte, litt nur die Seele darunter. „Aber Spaß bei Seite... ich meine das durchaus ernst. Sein Leben sollte man nicht so einfach aufs Spiel setzen.“. In der Regel hielt die Nekromantin sich an ihre eigenen Worte, weshalb sie es damals auch vorgezogen hatte den Wünschen der älteren Dorfbewohner folge zu leisten und lieber das Weite zu suchen. Allein schon ihrer Eltern wegen. Nachdenklich wanderte ihr Blick zu dem jungen Mann an ihrer Seite, und einige Sekunden sah sie ihn einfach nur an. „Vielleicht. Aber ich denke wirklich begeistert wären sie nicht. Erst recht nicht, wenn ich ihnen erzählen würde, dass ich einfach so potentiellen Gefahren einen Verband umlege.“. Natürlich spielte sie mit dieser Gefahr auf Kami an, weshalb sie nicht umhin kam wieder leicht schelmisch zu Lächeln. Sie konnte es einfach nicht lassen. Aber es stimmte – sie hatten wirklich ausgesprochen viel Gemeinsam, obwohl sie doch so grundverschieden wirkten.

Kami gab der jungen Frau recht viele Gelegenheiten amüsiert über sein Verhalten oder seine Worte zu sein. So nun auch in diesem Augenblick, wo er nicht mit ihrer Antwort gerechnet hatte und beinahe überrascht wirkte. Was hatte er erwartet? Dass sie jetzt großartig mit ihm zu diskutieren anfing? Wozu? Es war nicht so, dass er ihr Versprechen kontrollieren konnte. Also behielt die Weißhaarige sich das Recht vor, nach ihrem Ermessen zu handeln und es entweder geltend zu machen oder nicht. Das änderte allerdings nichts daran, dass sie ihre Worte durchaus ernst meinte. Sie sah keinen Grund das Amulett nur zum Spaß zu benutzen. Aber trotzdem niedlich, dass er sich Gedanken machte. Dieser Gedanken wurde aber gleich wieder zu Seite geschoben, als er sie indirekt als naiv bezeichnete. Dafür erntete er wieder den Blick. „Natürlich nicht. Ich bin nicht erst seit Vorgestern auf der Reise. Ich komm' schon klar. Mach dir keine Sorgen. Dich bin ich ja auch irgendwie los geworden.“, widersprach sie und tat seine Sorge um sie mit einem Schulterzucken ab. Potential hin oder her. „Außerdem.. ist dir bewusst, was ich mit meiner Magie anrichten kann..? Was ich aufwecken könnte, wenn ich nicht vorsichtig bin?“. Ihre Stimme war ein bisschen leiser geworden, monotoner. Beinahe ein Flüstern. „Ne, da lass ich lieber die Finger von.“. Die Verantwortung wollte sie einfach nicht übernehmen.

Im Augenblick bestanden ihre Gespräche durch Aufs und Abs der unterschiedlichsten Themen. Schnell kamen sie auf etwas weniger morbides zu sprechen. „Was bringt man euch in Gilden eigentlich bei, dass du nicht einmal kochen kannst?“, fragte sie, konnte dabei selber gerade einmal sie simpelsten Gerichte. Bisher hatte es sich noch nicht ergeben weiter an ihren Kochkünsten zu feilen. „Da hilft dir deine S-Klasse auch nichts, wenn du ein Steak braten willst.“. So wirklich nahm die junge Frau die Einteilung in unterschiedliche Kategorien nicht ernst. Vieles war eben Situationsabhängig, das hatte sie mittlerweile gelernt. Auch der mächtigste Magier konnte einfach mal Pech haben. War das nicht das, was dem Leben die Würze verlieh? Ganz so optimistisch wie Kami war Kibe zwar nicht, aber dass Nichts von Nichts kam, wusste sie. „Klar, wenn du nichts unternimmst, wird sich auch nichts ändern.“, stimmte sie ihm zu und hielt den Blickkontakt für einige Sekunden. „Deshalb sind wir ja hier.“, fügte die Hellhaarige in einem etwas sanfteren Tonfall hinzu. In der Zwischenzeit hatte sich das Sättigungsgefühl bei ihr auch schon eingestellt. Schon. Neben ihr stapelten sich die Teller und die Bedienung warf ihnen schon recht verwunderte Blicke zu. Bis weilen hatte sich das Etablissement auch schon ziemlich geleert. Beinahe verwundert blickte sich Kibe um. Wie spät es wohl sein mochte?
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Re: Kabuki Sushibar

Beitrag von Kamiro am Mi Jul 22, 2015 1:42 am

Es wurde später und später, die Zeit verging einfach. Um sie herum wurde es langsam leerer, doch es interessierte sie nicht, sie redeten einfach weiter, aßen, lachten und fühlten miteinander. Sie brauchten in diesem Augenblick nur den jeweils anderen, der diesen Abend zu dem machte, was er im Endeffekt war. Kami dachte in keiner Sekunde daran, wieder nachhause zu fahren, auch wenn Kibe ihn begleiten würde, wollte er, dass dieser Augenblick noch nicht vorbei war. Sie wollte es zwar wiederholen, doch es konnte immer was dazwischen kommen, außerdem würde sicherlich etwas Zeit vergehen, bis es soweit war. Obwohl es an ihnen lag. Jedenfalls wollte er einfach das tun, was er sich vorgenommen hatte, die positiven Augenblicke in seinem Leben genießen und an ihnen festhalten. Genau das tat er grade. Sie hatten sich am heutigen Tage eben auch schon eine ganze Menge unterhalten, über die verschiedensten Dinge, machen schon ziemliche Fortschritte, wenn man das so sagen konnte. Ihr Spektrum an Emotionen wurde dabei relativ strapaziert, es kam einiges zum Vorschein, aber längst nicht alles. Trotzdem war Kami bereit schon ziemlich etwas preiszugeben, da er empfand, Kibe sofort vertrauen zu können. Dieses Gefühl gaben ihm sonst nicht allzu viele Leute. Sie war ja auch der wenigen, die wusste was Kami mit Acnologia zu tun hatte und ihm trotzdem noch positiv gesinnt gegenübersaß. Das rechnete er ihr hoch an, Vorurteile hätte er von ihr sowieso niemals erwartet. Sie hatte ja selbst damit zu kämpfen. Doch regte sie an, über ein Thema nachzudenken, dass sonst in seinem Kopf nicht so oft überdacht wurde. Wie leichtsinnig es eigentlich war, sein Leben geben zu wollen, um den Drachen tot zu sehen. Dabei konnte das Leben noch so einiges für ihn parat haben, für das es sich lohne, zu leben. Er kam zu dem Entschluss, dass er es nicht leichtfertig wegwerfen wollte, aber alles dafür tat, eine positive Zukunft zu haben. Was das bedeutete, war jetzt noch nicht greifbar.

Anzeichen gab es schon ab und zu, dass es irgendwann besser werden konnte. So wie dieser Abend, der ihm zeigte, dass es Momente im Leben gab, die ausnahmslos positiv waren, ohne irgendeinen Haken. Ohne Kibe wäre er wohl draußen am See, würde seine Wut und seinen Zorn ständig im Kopf haben, nicht wissen wo er damit hinsollte. Das hätte unter Umständen ganz böse enden können. Dessen war der Slayer sich mittlerweile auch bewusst. Diesen Tag und den Ort, würde er niemals in seinem ganzen Leben vergessen, das stand fest. Sein Blick galt im Moment dem Unwetter außerhalb. Wobei die Weißhaarige ihn etwas aus seinen Gedanken zurückholte, im dem sie anmerkte, dass er wohl kaum im trockenen sitzen würde. Wenn er wirklich was daraus machen wollte, musste er wohl besser auf sich Acht geben, Situationen wie diese am See ernster nehmen, denn sie hätte aus den bedrohlichen Verletzungen den Tod zaubern können. Außerdem würde er dann vermeiden, dass sie ihn mit Pflastern zukleben musste. Wenn er das beachtete, würde er noch ein paar Jahre lang leben. Damit lockte sie dem Dragonslayer ein Schmunzeln heraus. „Bis ich so aussehe wie heute Nachmittag, brauch es schon etwas von großem Kaliber. Ich sagte ja, so schnell kriegt man mich nicht klein. Durch sowas werde ich nur stärker und stärker. Und falls es mal wieder so sein sollte, warte ich solange irgendwie, bis du mich findest und behandelst. Zur Not belebst du mich mit deiner Magie wieder. Dann verbringen wir etwas Zeit zusammen“ Bei diesem Schlusssatz konnte er nicht ernst bleiben und lachte kurz auf, seine Arme verschränkten sich kurz hinter seinem Kopf. „Ich gebe auf mich Acht und wenn du in der Nähe bist, auch auf dich. Aber wenn ich nicht da bin, passt du gefälligst auf, dass dich niemand einfach verletzt. Sag ihnen einfach… du bist eine Freundin von Kami Firippu und sogar noch stärker als er. Dann rennen sie von alleine weg“ Die ernste Tatsache gespickt mit einem Scherz, der die Situation nicht ganz so angespannt wirken lassen sollte, dabei verwendete er sogar das Wort „Freund“.  Das meinte er ernst, er konnte sich gut vorstellen, sie als sowas zu sehen und dementsprechend sie zu schützen, wenn sie Gefahren ausgesetzt war. Das war keine Ansprache um ihn wie einen Helden klingen zu lassen… das meinte er ernst und beweisen würde er es auch noch.

Wieder trafen sich  ihre Blicke als Kibe nachdenklich zum Schwarzhaarigen sah. Bereitwillig und ohne zu zögern ging er darauf ein, wartete bis sich ihre Lippen bewegten. Die Tatsache dass ihre Eltern wohl stolz auf sie wären, griff sie nochmal auf. Begeistert würden sie wohl nicht sein, besonders wenn man einer Gefahr wie Kami auf die Beine half. Ihr Grinsen im Gesicht verriet zwar, dass sie es spaßig meinte, aber in diesem Augenblick lachte er nicht, gab ihr eine ernste Antwort zurück. „Du wirst es nicht bereuen, das getan zu haben. Sei dir da ganz sicher. Sowas vergesse ich nie“ Danach war er wieder ruhig, widmete sich wieder seinem Glas Wasser. Immerhin war sein Mund schon ganz trocken, vom ganzen Gerede mit ihr. Einige Worte musste er zum Thema Magie und deren Anwendung doch noch verlieren, so wie es aussah. Schließlich warf Kibe ihm einen Blick zu, der ihm zeigte, dass sie sich doch etwas uneinig waren. Kami dachte nicht unbedingt, dass sie nicht wusste was sie tat, war sich aber auch nicht sicher, ob sie einigen Gefahren dort draußen gewachsen war, seine Sorge für seine neudazugewonnene Freundin übermannte ihn vielleicht etwas schlagartig. Sie wusste was sie tat, war ja schon eine Weile unterwegs, hatte viel gesehen. Immerhin konnte sie Kami auch irgendwie loswerden, sich retten. „Auch nur weil ich dich hab gehen lassen. Ansonsten hätte ich dich wohl behandeln müssen“ Das war natürlich reine Provokation, aber auf eine verdammt gut gemeinte Art und Weise, es klang auch kein bisschen ernst, was er da sprach, unterstrichen durch ein keckes Grinsen in seinem Gesicht.  Vielleicht konnte sich Kami aber auch nicht viel unter ihrer Magie vorstellen, da er das volle Ausmaß noch nicht miterlebt hatte, denn laut ihrer Aussage konnte sie aus Versehen ziemlich mächtige Kreaturen erwecken. „Nun gut. Dann weiß ich ja, dass wenn es drauf ankommt, du gut gewappnet sein wirst. Daran zweifle ich ab jetzt nie wieder“ Das Grinsen blieb auch dabei bestehen.

Erneut waren sie kurz beim Thema Gilden angelegt, denn Kami erzählte ihr, dass er nicht kochen könne. Daraufhin fragte sie, was man in Gilden beigebracht bekam, wenn er nicht mal kochen konnte. „Eine Gilde vermittelt ein Gemeinschaftsgefühl, sie kann eine Familie oder eine Arbeitsstelle sein, je nachdem wie man es sieht. Sie ist ein Zuhause für viele Magier und bringt einem bei, wie man kooperiert und was es bedeutet, Leute an seiner Seite zu haben, die für einen kämpfen. So zumindest nach Definition. Frage beantwortet?“ Damit nahm er sie natürlich auf die Schippe, streckte ihr kurz die Zunge raus. „Ich brauche nicht kochen, ich kriege jegliches Essen umsonst. Aber probieren würde ich es mal“ beantwortete er es dann fairer Weise. Als S-Klasse Magier brauchten man eben andere Qualitäten, die außerhalb der Küche lagen. Der Spaß verflog einen Moment lang und wurde zu einer recht gefühlvollen Stimmung, denn seine Worte waren frei aus dem Bauch heraus, kamen direkt von Herzen und aus der Seele. Nichts würde sich zum positiven wenden, wenn er nicht irgendwann und irgendwo anfing dafür zu kämpfen. Das bestätigte Kibe, meinte, dass sie deswegen heute hier waren. Daraufhin folgte ein wirklich inniger Blickkontakt, der sich mit den anderen zuvor nur schlecht vergleichen ließ, ihre Augen hatten sich gefunden und ließen kurzzeitig nicht mehr voneinander los. Vielleicht kam es ihm nur so vor, denn als sie wieder wegsah, atmete er einfach durch, als wenn ihn diese Situation angestrengt hätte. Dem Blick einer Frau standzuhalten war eben nicht immer einfach. Sie waren allerdings mit Speis und Trank fertig. Während sich bei Kibe waren Türme bildeten, waren es bei Kibe nur wenige Schalen, aber satt war er trotzdem. Dafür trank er sicherlich mehr als seine weibliche Begleitung. Ein paar Worte konnten sie ja noch verlieren, bevor sie das Lokal verließen. Da fiel Kami plötzlich auf, ein Gefühl überkam ihn, dass ihm signalisierte, seine magischen Reserven würden langsam zurückkehren. Er streckte die Hand aus, ballte sie zu einer Faust, löste es dann kurz wieder. Er war dabei, sich wieder zu erholen. "Danke Kibe" flüsterte er nochmal leise, kaum hörbar, fand mit seinem Blick wieder das Fenster.

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Re: Kabuki Sushibar

Beitrag von Kibe Asano am Mi Jul 22, 2015 2:30 am

Ohne dass es einer der beiden so recht bemerkte, verging die Zeit wie im Flug. Als sie das Lokal betreten hatten, war es noch recht voll gewesen. Derweilen zählten sie zu den einzigen Gästen die sich noch in den Räumen des Etablissements aufhielten. Der Regen hatte trotzdem nicht nachgelassen, schlug noch immer gegen die Scheiben, als wollte er sie einschlagen. Ab und zu übertönte ein dumpfes Donnergrollen die Hintergrund Musik. Blitze blieben aber aus. Bei diesem Wetter schickte man niemand vor die Tür. Es war stockdunkel, wären die Straßenlaternen nicht. Kein wunder bei der Uhrzeit. Beide Umstände trugen dazu bei, dass sich Niemand mehr auf den Straßen aufhielt. Und vielleicht auch dazu, dass weder Kami noch Kibe daran dachten, sich in Richtung Ausgang zu bewegen. Dafür war die Unterhaltung zu angenehm. Und auf das furchtbare Wetter hatte die Nekromantin nun wirklich keine Lust, zögerte den Moment des Verlassens so lange hinaus, wie es ihr möglich war. Hungrig war sie zwar nicht mehr und auch die Müdigkeit machte sich langsam bemerkbar, aber das waren keine Gründe die sie zum Handeln zwangen.

Und obwohl sich die Beiden Stück für Stück annäherten und den ersten Grundstein für eine feste Freundschaft setzten, war noch lange nicht alles gesagt oder gefragt. Manches würde diese Unterhaltung auch nicht mehr zu Tage fördern. Ganz einfach aus dem Grund: dazu standen sie sich halt einfach noch nicht nahe genug. So kam es auch, dass Kibe nicht wusste warum Kami so verletzt am See gesessen hatte. Zwar hatten sie sich gegenseitig einen Einblick in die Vergangenheit des jeweils anderen gewährt und ermöglicht, aber zu so etwas waren sie noch nicht bereit. Kibe war nicht blöd. Sie merkte, bei welchen Themen ihr Gegenüber empfindlich reagierte. Aber dass irgendetwas schlimmes passiert war, war ihr durchaus bewusst. Das versicherte ihr indirekt auch der Schwarzhaarige, indem er meinte, dass es mehr bräuchte um ihn in eine solche Lage zu bringen und sie sich deshalb keine Gedanken um sein Wohlergehen machen brauchte. An solchen Aufgaben wuchs man. Und zu Not lies er sich von der Hellhaarigen aufsammeln. Genau. Super Plan. Die Idee ihn wiederzubeleben war noch besser. Das ließ Kibe ihn auch wissen indem sie zu nicken begann. „Top. So machen wir's.“. Obwohl ihre Wortwahl enthusiastisch klang, war es ihr Tonfall ganz und gar nicht. Er triefte vor Sarkasmus. Aber das war wohl auch beabsichtigt, und als Kami zu lachen begann, konnte sie auch nicht anders als zumindest zu lächeln. Dabei versprach er ihr sogar, dass er nicht nur auf sich selber achten würde, sondern auch auf sie, wenn sich ihnen die Möglichkeit bot. Und wenn er mal nicht da sein sollte, solle sie einfach seinen Namen und beiläufig auch ihre Freundschaft erwähnen. Das würde die meisten dann schon in die Flucht schlagen. „Ach so? Hätte ich das mal früher gewusst. Aber ich werde mich in Zukunft sicher daran halten. Kann ja gar nichts schief gehen.“. Wenn man einmal in der zynischen Schiene drin war, war es schwer wieder heraus zu finden. Das gleiche galt für Sarkasmus. Im Zuge des Gesprächs wäre ihr beinahe gar nicht aufgefallen, dass er sie als Freundin bezeichnete. Es klang einfach natürlich in ihren Ohren, als hätte sie es schon tausendmal gehört.

Und wieder kamen sie auf den Ausgangspunkt des heutigen Abends zu sprechen, auch wenn sie es diesmal nur kurz anrissen. Kibe war der Meinung, dass ihre Eltern von diesem Treffen nicht begeistert gewesen wären. Zumindest nicht von dem Teil, in welchem sie einem vermeintlich Fremden einfach so aus der Patsche half, ohne die Situation beurteilen zu können. Auch wenn eben dieser ihr hoch und heilig versprach, dass er es ihr nie vergessen würde. „Dann wäre ich auch beleidigt.“. Oh ja, das wäre sie. „Aber du bekommst sicherlich die Gelegenheit dich in ähnlicher Weise zu revanchieren.“. Immerhin hatten sie schon festgestellt, dass er von ihnen derjenige war, der sich bei Auseinandersetzungen eher zu helfen wusste. Auch wenn die Nekromantin bisher auch gut klar gekommen war. Selbst ihn hatte sie irgendwie abschütteln können. Daran drehte auch sein Kommentar nichts. Und natürlich ging Kibe auf die Provokation ein, sah ihn irritiert an. „Du beliebst wohl zu scherzen.“, drückte sie ihre Verwunderung mit übertrieben eloquenter Sprache aus, hob eine Augenbraue an, begegnete so seinem Grinsen. „Wir können ja beim nächsten mal sehen, wer hier wen behandeln muss.“. Ob die Verletzungen nun von einen externen Variablen zugefügt wurden oder nicht ließ sie dabei bewusst offen. Auch weil seine darauf folgenden Worte nicht wirklich ernstzunehmend klangen. Von wegen, er würde nie wieder an ihr zweifeln. Das notierte sie sich gedanklich, nur um es in einem Argument wieder heraus kramen zu können.

Eine dumme Frage verdiente eine dumme Antwort. Das musste Kibe heute Abend wieder aufs neue zu spüren bekommen. Auf ihre Frage, was er in seiner Gilde denn beigebracht bekäme, antwortete der Dragonslayer mit einem beinahe einstudiert klingenden Text. Wieder rollte sie mit ihren gräulich schimmernden Augen, lächelte trotzdem dabei. „Ja, vielen Dank für seine detailreiche Ausführung.“. Selbst wenn es Essen umsonst gab, wäre eine Gilde für Kibe nicht das richtige. Zu. Viel. Gemeinschaft. Da stellten sich ihr die Nackenhaare auf. Wahrscheinlich musste man regelmäßig in eine andere Stadt flüchten um wenigstens für eine Weile seine Ruhe zu haben. Warum sonst sollte er sich die Mühe gemacht haben, ganz hier her zu kommen? Aber diese Gedanken sprach die junge Frau nicht aus, suchte lieber den Blickkontakt zum anderen ließ diesen Moment verstreichen. Es fühlte sich merkwürdig an, dem anderen so lange in die Augen zu sehen. Nicht schlecht, nur ungewohnt. Deshalb war sie auch die erste die sich wieder abwandte und sich ein wenig umsah. Seine leisen Worte erreichten sie beinahe nicht, gingen fast im Umgebungslärm unter. „Huh?“, fragte sie deshalb nochmal nach, konnte sich aber gleichzeitig denken, was er gesagt hatte. Mit denn Ellbogen stützte Kibe sich auf die Tischplatte ab und beugte sich leicht nach vorne, stützte ihr Kinn ab. Für einen Augenblick sah sie auch nach draußen, ehe sie ihre Stimme wiederfand. „Immer wieder gerne.“. Drei simple Worte, die sie ehrlicher nicht hätte meinen können. Kurz ließ sie diese sacken, behielt diesen ruhigen Moment in Erinnerung. Bis sie ihn wieder unterbrechen musste. „Wollen wir langsam los? Ich glaube, die wollen hier bald schließen.“. Es wurde quasi schon aufgeräumt, während die beiden hier seelenruhig herum saßen.
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Re: Kabuki Sushibar

Beitrag von Kamiro am Mi Jul 22, 2015 6:34 pm

Wiedermal hatten sie die Kurve bekommen, gingen von den ernsten Themen langsam aber sicher wieder zu angenehmeren Dingen über. Sie schafften es schließlich jede ernste Situation zu retten, indem sie ein Stück weit auf den anderen zugingen und ihm entgegenkamen. Die Scherze die sie dabei immer wieder mal machten, spielten dabei auch eine wichtige Rolle. So wie sie miteinander umgingen, konnte man meinen sie würden sich schon ewig kennen, wusste wie der andere tickte und oder auf verschiedene Dinge reagierte. Somit hatte der Schwarzhaarige auch kein Problem damit gehabt, sie als Freundin zu bezeichnen, denn für ihn war sie so etwas irgendwie schon, beziehungsweise waren sie kurz davor. Ganz egal wie spät es mittlerweile war, das hinderte sie nicht daran, ungestört ihren Abend zu verbringen und sich zu unterhalten. Wobei Kami nun darauf zu sprechen kam, dass er auf sich Acht geben wollte, dabei passte er auch auf sie auf, wenn sie in der Nähe war, ansonsten musste sie sich eben selbst schützen. Immerhin willigte sie ja auch ein, ihm nochmal zu helfen, wenn er verletzt war oder ihn als Untoten zurückzuholen. Natürlich steckte in diesen Worten nicht der pure Ernst, das war dem Slayer durchaus bewusst, denn so hatte er es auch gar nicht gemeint. Ohnehin gab es so viele Dinge, die eigentlich mehr Humor Inne hatten, als sie es eigentlich manchmal sollten. So auch, als er meinte, dass sie ihren Feinden sagen sollte, Kibe wäre eine Freundin von ihm und sogar noch stärker. Daraufhin kam ein Lächeln über ihre Lippen.  Das Angebot ließ sie sich nicht entgehen. Immerhin wollte sie sich in der Zukunft daran halten. Kami grinste zurück. „Ausprobieren kannst du es ja. Warte ab“ Mehr hatte er dazu nicht zu sagen, wobei er noch immer einen freundlichen Gesichtsausdruck aufgelegt hatte, was auch sonst? Etwas anderes bekam sie an diesem Abend ja nur sehr wenig von ihm zu sehen.

Egal was sie für Probleme und Sorgen hatten, es gab Augenblicke im Leben, da vergaß man sie und dachte nicht weiter drüber nach, dieser Abend war so eine Situation. Obwohl sie einige schwierige Dinge angesprochen hatten, hielten sie diese nicht davon ab, sich ab und zu wieder anzulächeln. Jeder Schmerz verging einmal, geteiltes Leid ist halbes Leid. Aber darauf kam es gar nicht an, denn Kami hatte Kibe sowieso schon versichert, dass er ihre Tat niemals vergessen würde, sie hatte das richtige getan, ihm zu helfen, mit dem Abendessen war es für ihn nur nicht erledigt. Sie wäre wohl beleidigt, wenn der Anzugträger es nicht zu schätzen gewusst hätte. Verständlich. Man erwartete nie viel, aber Dankbar war eine Sache des Anstands, das mindeste. Dennoch würde er wohl noch eine Gelegenheit bekommen, sich zu revanchieren, laut der Weißhaarigen zumindest. „Wenn du mich brauchst, werde ich da sein. Verlassen solltest du dich nicht drauf, aber ich tue was ich kann“ Natürlich konnte er nicht immer helfen, wenn Kibe in Schwierigkeiten steckte, die sie nicht lösen konnte, das war einfach aus rein logischen Gründen, nicht möglich, leider. Aber wenn er in ihrer Nähe war, brauchte sie keine Angst haben, dass ihr etwas zustieß, dafür würde der Dragonslayer schon sorgen, darauf konnte sie sich ganz sicher verlassen. Auch wenn sie sich kurz daraufhin wieder auf die Schippe nahmen, denn Kibe war von sich überzeugt, was auch gut war, aber Kami konnte das so nicht einfach stehen lassen. Wirklich entkommen war sie dem Schwarzhaarigen ja nicht grade. Deshalb meinte Kami, dass er sie hatte gehen lassen, sonst wäre wohl er derjenige der sie behandeln müsste. Kibe verstand zu gut, was er damit gemeint hatte. Zum Glück. Sonst wäre dieser Scherz definitiv ins Auge gegangen. Sie hatte Recht, Scherze machte der Slayer ganz gerne, aber nur wenn es grade passte, was es an diesem Abend relativ oft tat. Auch deshalb gab er Kibe noch eine nette Antwort, auf ihre folgende Aussage. „Mir wäre es lieber, wenn es keinem von uns beiden passieren würde. Obwohl ich mich über deine Behandlung keines Weges beschweren kann“ Wieder mehr Ernsthaftigkeit in seinen Worten, als zuvor. Es tat schon gut, als sie ihm seine Wunden versorgte, nur so kam das alles überhaupt zustande, aber das musste ja nicht zur Gewohnheit werden, dass ein solcher Abend auf Verletzungen basierte.

Zu viel ernste Worte, Kibe forderte es ja beinahe heraus, dass er seinen Humor auspackte und sie etwas auf den Arm nahm. So auch bei ihrer eigentlich neckischen Aussage, die er im Handumdrehen gegen sie wendete. Ihr Gesicht dabei reichte dem Slayer als Bestätigung, wobei ihr Lächeln nicht verblasste. Daraufhin blieb es still zwischen ihnen, der einzige Kontakt der stattfand, basierte auf ihren Augen. Irgendwie war es ein gutes Gefühl, aber auch verdammt ungewohnt und neu. Man starre nicht jeder Person auf der Straße mehrere Sekunden lang einfach in die Augen, ohne auch nur ein Wort dabei zu verlieren. Sie hielten es eine Weile stand, bis Kibe zur anderen Seite sah, Kami es ihr gleich tat, mit seinen Augen das Fenster fand. Wiedermal beobachtete er, was die Natur anrichtete. Ein starker Regenfall in der Dunkelheit, kein Blitz der den nächtlichen Himmel erhellte. Nur Regentropfen die ihren Weg herunterfanden und auf dem harten und kalten Erdboden zerschellten. Und genau dorthin, würden sie sich wohl in den nächsten Augenblicken begeben. Er musste sich etwas einfallen lassen. Vorher aber blieb es nicht aus, dass er leise und vorsichtig noch einmal seinen Dank an sie aussprach, was sie sogar gehört hatte. Dabei eilte sein Blick wieder zu ihr rüber, achtete auf die Pose die sie einnahm und ihre Lippen, die aussprachen, dass sie es immer wieder gerne tat, was sie an diesem Tag für den Slayer vollbracht hatte. Ein Mundwinkel ging nach oben. „Dieser Tag ist der Anfang von etwas, was mir ein Stück Hoffnung zurückgibt. Du hast mich vergessen lassen und gleichzeitig auch erinnert, wofür ich kämpfen sollte und wie viel ein Leben bedeuten kann. Dabei starrte er auf seine Hände. „Ich denk an dich, jedes Mal wenn ich in eine solche Lage komme“ Nun irrten seine Augen im Restaurant umher, er bemerkte dass die Bedienung langsam aber sicher aufräumte, sie waren die letzten Gäste. Verlegen kratzte sich Kami am Kopf, auch Kibe deutete an, langsam los zu wollen. „Gerne doch. Wir haben ja noch eine Heimreise vor uns“ Die sich in einem Zug wohl sehr unangenehm für ihn gestalten würde. „Wir würden dann gerne zahlen“ machte er einen Mitarbeiter darauf aufmerksam, der sich langsam zu ihnen bewegte. Auch wenn der Teil im Lokal beendet war, war es ihre Zusammenkunft noch nicht. Er blieb ruhig sitzen, wartete mit dem Aufstehen noch, bis er bezahlt hatte. Sein Geldbeutel lag in seiner Hand. Das übernahm er schon, wie versprochen. Ein letztes Mal setzte er an seinem Glas an, trank es aus. Die Zitronenscheibe lag nun auf dem Grund des Glases.

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Re: Kabuki Sushibar

Beitrag von Kibe Asano am Mi Jul 22, 2015 11:02 pm

Es dauerte wirklich nicht lange, bis beide sich eine Basis für ihr weiteres Miteinander geschaffen hatten. Zur Zeit basierte es auf Humor und anfänglicher Zuneigung. Man schien den jeweils anderen zu mögen, weshalb man bereit war, mehr Zeit mit demjenigen zu verbringen. Auch wenn sie schon einige Themen abgegrast hatten. Ob nun von der Vergangenheit über den eigenen Lebensstil bis hin zu den heutigen Ereignissen. Mal ganz davon abgesehen, dass ihre gemeinsame Zeit damit nicht enden sollte. Denn auf Kamis Angebot, die Nacht im Warmen und Trockenem zu verbringen, ging sie gerne ein. Im allgemeinen war es sehr freundlich von ihm, ihr so unter die Arme zu greifen. Am heutigen Abend ließ er ihr vielleicht sogar mehr Freundlichkeit zu Teil werden, als sie eigentlich verdient hatte. Schließlich hatte sie nur seine Wunden versorgt und das war keine große Sache gewesen. Wie sie schon am See beteuert hatte: das hatte nicht zwingend etwas mit ihm zu tun gehabt. Auch wenn sie es jeder Zeit wieder tun würde. Ebenso wie er ihr versicherte, ein Auge auf sie zu haben, wenn sie sich unmittelbar in seiner Nähe befand. Ein Angebot, auf das sie vielleicht irgendwann einmal zurück greifen würde. Oder müsste. Doch im Augenblick wollte sie sich um so etwas keine Gedanken machen. Denn auch wenn Kamis Worte gut gemeint waren, implizierten sie, dass sie sich irgendwann einmal in Schwierigkeiten befinden musste. Und genau das versuchte die Nekromantin eigentlich so gut es ihr möglich war zu vermeiden. Eine Strategie, die nicht immer auf ging. Aber hatte sie das nicht letzten Endes auch irgendwie hier her geführt? Wäre sie dem Dragonslayer damals erfolgreich aus dem Weg gegangen, wären sie sich heute vielleicht anders begegnet, als sie es nun tatsächlich taten.

Der kurze Moment der Stille wurde nur durch die leisen Worte seitens des Dragonslayers durchbrochen. Im ersten Augenblick wusste die Nekromantin das nicht recht einzuordnen, fand aber schnell in ihr altes Muster zurück und versicherte, dass es da nicht viel zu danken gab. Sie hatte das gerne getan und schließlich hatte es sich ja auch bezahlt gemacht. Zumindest konnte sie über den Ausgang des Situation nicht glücklicher sein. Das erklärte auch, warum sie im Moment so furchtbar ruhig und entspannt war. Die Sorgen die sie manchmal plagten, schafften es nicht an die Oberfläche ihres Bewusstseins, kratzten nicht einmal daran. Auch wenn sie ganz kurz ein unliebsames Thema angesprochen hatten. Selten hatte es Jemand geschafft, ihr so eine Gelassenheit zu vermitteln. Doch dabei wollte es der Schwarzhaarige wohl nicht belassen. Der Blick seiner kühlen Augen wanderte wieder zu ihr hin. Mit seinen Worten hatte sie nicht gerechnet und so war sie es die für einige Sekunden keinen Mucks von sich gab. Befangen spielte sie mit einer hellen Haarsträhne, zuckte mit den Schultern. „Ist nicht so, dass du der Einzige bist, der von diesem Gespräch profitiert hat. Ich denke, dass ich das gesagte so zurück geben kann. Aber tu mir einen Gefallen und mach dir nicht so viele Gedanken, ja? Ich denke ich spreche für uns Beide, wenn ich sage, dass so eine Situation dann doch eher unerwünscht ist. Denk lieber wenn du Sushi siehst an mich.“. Diese ganzen Danksagungen machten sie noch ganz nervös – das war sie einfach nicht gewohnt. Da war es ihr lieber mit etwas positiven Assoziiert zu werden als mit Augenblicken der Not und vielleicht sogar Ungewissheit. Auch wenn es sicherlich nichts schlechtes war, einem anderen zumindest für wenige Stunden die Angst nehmen zu können.

Es stimmte: der Tag war noch lange nicht vorbei. Sie hatten noch ein ganzes Stück Weg zurück zu legen, bevor sie erschöpft und müde in die Feder fallen konnten. Also sollten sie sich langsam gen Ausgang bewegen. Das ging natürlich nicht, ohne vorher zu zahlen. Das überließ die Nekromantin dem Slayer. Auch wenn es ansonsten nicht ihre Art war sich einladen zu lassen, das mochte sie nicht sonderlich, ließ sie es ausnahmsweise durchgehen. Die Umstände sorgten dafür, dass es sich nicht komisch anfühlte. Kibe tat es ihrer Begleitung gleich und leerte ihre Schorle, während der Slayer die ganze Angelegenheit bezahlen durfte. Als ihr der Preis zu Ohren kam, sah sie zwar einige Sekunden verwundert aus, doch grinste den anderen dann betreten an. So ganz umsonst war ihre Behandlung dann wohl doch nicht gewesen. Kurz darauf konnten sie das Lokal auch verlassen und ohne zu zögern in den Regen hinaus. Die Nekromantin hob den Blick gen Himmel. Wolkenverhangen wie er war ließ er den Blick auf die Sterne oder den Mond nicht zu. Stattdessen begrüßten kalte Regentropfen die warme Haut der Weißhaarigen, perlten ihre Wangen herab und suchten sich ihren Weg hinab. Erst nachdem sie so einige Augenblicke im Regen gestanden hatte, zog sie sich schnell die Kapuze über den Kopf und wischte sich mit den Ärmeln das Gesicht ab. Lange würde auch die Jacke diesem Wetter nicht stand halten. Abwartend drehte Kibe sich zu Kami um, blickte ihn beinahe herausfordernd an. Dabei galt ihr Blick seinen Klamotten. „Du hättest dir lieber eine Regenjacke kaufen sollen.“. So hübsch das Hemd auch anzusehen war – bei den Gegebenheiten würde es seinen Zweck nicht erfüllen und bald ziemlich durchgeweicht sein. Und dann wären sie wieder bei dem Problem mit der Erkältung. „Wir sollten uns lieber beeilen, bevor wir ganz durchnässt sind. Es sei denn du möchtest das Wetter genießen und es im Anschluss daran mit einer dicken Erkältung würdigen.“, schlug sie vor. Gleichzeitig hatte sie sich aber auch schon in Bewegung gesetzt, auch wenn sie nicht recht wusste wohin es eigentlich zum Bahnhof ging. Hinein in die Stadt war sicherlich schon einmal ein guter Anfang, oder nicht?
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Re: Kabuki Sushibar

Beitrag von Kamiro am Do Jul 23, 2015 1:17 am

Langsam aber sicher neigte sich der Abend dem Ende zu, das schien Kami genauso wenig zu interessieren, wie seine Begleitung. Die Leute verließen langsam das Lokal, die Bedienung machte sich bereit für den Feierabend. Und was machten die beiden neuen Freunde? Richtig, sie unterhielten sich einfach weiter, als wäre nichts gewesen. Vorbeigehen tat es aber an ihnen auch nicht, weshalb sie sich langsam aber sicher auch darauf vorbereiteten, die Heimreise anzutreten. Letzte Worte zu ihren grade noch angesprochenen Themen fielen, aber nur indem sie sich einig worden. Es blieb so gut wie nichts offen, sie hatten sich ausführlich unterhalten. Einfach zwangslos, ohne irgendwelche Erwartungen an den anderen, ohne Sorgen und Probleme im Kopf, nur ein gemeinsames Abendessen um den Tag wunderbar ausklingen zu lassen. Selbst das war eine neue Erfahrung für den Herrn im schwarzen Hemd. Egal wie sehr er versuchte in seinen Erinnerungen zu kramen: Ein ähnliches Ereignis hatte er noch nie gehabt. Das Biertrinken in der Kneipe der Gilde mit Nathan, konnte man hiermit absolut nicht vergleichen. Alles hatte seine Vorteile, aber auch Nachteile, zumindest beim Biertrinken. Bei der heutigen Zusammenkunft mit der Weißhaarigen, konnte Kami noch keine Nachteile erkennen, im Gegenteil. Jedoch war sich nicht nur Kami bewusst, was für ein toller Abend es doch war, was man gar nicht genug sagen konnte. Es war nicht mal eine Angewohnheit sich so oft zu bedanken, das alles so sehr zu schätzen. Das kam nur daher, da es ihm neu war. Und neuen Situationen passte man sich an, war dankbar dafür, sie erleben zu dürfen. Dabei teilte er diese Erfahrung mit ihr, denn in der Art, hatte sie das sicherlich auch noch nicht erlebt. Für beide Neuland, besonders direkt zwischen ihnen. Im Moment gab es kaum einen Ort an dem er lieber wäre, als hier im Lokal mit ihr, befreit von seinen ganzen Verpflichtungen und Problemen des Alltages. Der Gilde Sabertooth.

Aus diesem Grund hatte er keine Probleme damit, ihr einfach aus dem Bauch heraus mitzuteilten, was es für ihn bedeutete, hier mit ihr zu sein, dass er immer an sie dachte, wenn es in Frage stand, wie viel sein Leben doch wert war. In einem Kampf oder in einer schwierigen Lage, würde es ihm wieder in den Kopf kommen, wofür es sich lohnte zu kämpfen. Kibe ging zwar darauf ein, dass dieser Abend für beide seine Vorteile hatte, besonders ihre direkten und offenen Gesprächsthemen. Allerdings wollte sie nicht mit einer solch unangenehmen Situation assoziiert werden, dann doch eher mit Sushi. Auf diese Worte antwortete Kami erst mit einem kleinen Grinsen, dann mit einer eigenen Ausführung. „Da kommst du auch nicht drum rum. Alleine gehe ich wohl kaum noch Sushi essen, dann weiß ich ja, dass etwas fehlt“ Er wartete erst kurz, bevor er noch etwas sagte. „Ich mache mir schon nicht so viele Gedanken, versprochen. Ich schenke deinen Worten Glauben. Wenn ich allerdings in deiner Nähe bin, überzeuge ich mich selbst davon und lasse es erst gar nicht dazu kommen, dass du es mir beweisen musst“ Nun war er wirklich still, sah kurz den Angestellten zu, wie sie weiterhin aufräumten, bereits mit genervten Blicken zu den letzten Kunden sahen und wohl darauf warteten, dass sie endlich gingen. Sie waren auch nur Menschen die irgendwann nachhause gehen wollten, weil sie Schlaf brauchten oder die Familie wartete. Sie führten ein einfaches Leben, was nicht bedeutete, dass sie keine Sorgen hatten, aber sie wussten genau, wofür sie ihr Leben führten und was sie erreicht hatten. Kami musste erst noch bestätigen, wo sein Platz in dieser Welt war, dafür blieb ihm noch Zeit. Zeit darauf hinzuarbeiten, für die Herausforderungen, die man für ihn bereithielt. Er musste jeden Lichtblick mitnehmen und ihn für sich behalten. Wenn es so weiterging, war er vielen Dingen gewachsen. Dieses Treffen machte ihm ein wenig klar, dass es dumm war, für den eigenen Tod zu kämpfen, wenn man sich nicht mal sicher war, dass man es schaffen konnte. Daher schaute er etwas positiver auf das herab, was er vorhatte, er nutzte einfach sein Selbstvertrauen und hatte ja kaum noch eine Wahl als zu gewinnen. Er wollte unter keinen Umständen verpassen, was das Leben ihm noch geschenkt hätte, wenn er lange genug gewartet hätte.

Jetzt war es wohl an der Zeit aufzubrechen, Kibe hatte das Thema schon etwas angeschnitten. Es war spät. Etwas müde waren sie wohl alle beide, nach diesem ereignisreichen Tag. Ein wenig Zeit bis zur Gilde brauchten sie ja auch noch. Deshalb war es wohl besser, wenn sie jetzt gehen würden, obwohl das Wetter draußen auch nicht grade gut war. Da mussten sie jetzt durch, bis zum Bahnhof zumindest, da waren sie wohl etwas geschützter vor dem Wetter. Kami deutete an, dass er nun zahlen wollte. Mit einem erleichterten Gesichtsausdruck kam ein Mitarbeiter zu ihnen, rechnete den Preis aus und legte ihn vor. Kami schaute herauf, verzog keine Miene. Er griff zum Geldbeutel, zählte nach und gab noch ein relativ gutes Trinkgeld. „Stimmt so, schönen Feierabend noch. Man sieht sich“ sprach er aus, während er Kibe nach draußen folgte. Nun standen sie dort, mitten im Regen, wurden sofort nass. Das kühle Nass fuhr auf Kamis Körper, es war angenehm, wenn er ehrlich war. Zwar eher weniger fördernd, aber ein gutes Gefühl. Er schaute auf den Boden, wie die Regentropfen zerschellten. Langsam aber sicher wurde auch seine eigene Aura wieder präsent, wurde für andere Magier spürbar, mehr und mehr Kraft kehrte in seinen Körper zurück, die Energie kehrte zurück. Jedenfalls machte ihn Kibe darauf aufmerksam, dass er sich doch lieber eine Regenjacke hätte zulegen sollen, anstatt eines Hemdes. Daraufhin blickte er zu ihr herüber, lächelte, während das Wasser in sein Gesicht lief, die Haare schon nicht mehr da lagen, wo sie es sollten, es störte ihn nicht. Das Hemd wurde langsam feucht, da es Schwarz war, konnte man jedoch nicht durchblicken, alleine die Konturen seines Oberkörpers zeichneten sich ab, da es nun eng anlag. Der Slayer griff in seine Haare, strich sie nach hinten, aus seinem Gesicht heraus. Aber sie hatte schon Recht, sie sollten sich lieber langsam bewegen um sich nicht zu erkälten, doch Kami passte etwas an der Situation nicht. Obwohl Kibe eine Kapuze trug, wollte er sie ein wenig schützen, denn Kleidung hielt nicht alles ab. Der Anzugträger besah sich seiner Umgebung, suchte nach etwas, was er gebrauchen konnte. Da er keinen Regenschirm hatte, musste er sich etwas einfallen lassen. An ein Haus angelehnt, stand ein Wellblech, was man wohl verschiedenen verwenden konnte. Kami wollte es sich nur mal borgen, beschweren würde sich bestimmt keiner. Ein kurzer Blick nach links, ein kurzer Blick nach rechts. Schnell eilte er dorthin, formte das Blech auf eine gute Größe und ging dann zu Kibe, hielt es etwas über ihren Kopf. Die Wassertropfen schlugen dort auf, erzeugten ein unverkennbares Geräusch, doch sie blieb weitestgehend trocken, im Gegensatz zu dem Dragonslayer. „Jetzt können wir gehen. Und keine Widerworte, ich erkälte mich schon nicht, keine Sorge“ Mit diesen Worten lief er los, wandelte neben ihr her, während sie die dunklen Straßen von Kunugi durchquerten, im schimmernden Schein der Straßenlampen, die ab und zu kurz an und aus gingen.

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Re: Kabuki Sushibar

Beitrag von Kibe Asano am Do Jul 23, 2015 2:49 pm

Alles Schöne musste einmal zu Ende gehen. So auch dieser Abend. Denn mittlerweile konnte man ihn nur schwerlich als einen solchen bezeichnen, dafür war die Zeit schon zu voran geschritten. Kein Wunder also, dass die Bedienung versuchte die beiden mit bösen Blicken zu verscheuchen. Und das sollte auch irgendwann gelingen. Zuvor hatten sie aber auch noch ein paar Worte miteinander zu wechseln. Erstaunlich, wie viel sie sich doch zu sagen hatten, obwohl sie sich im Grunde doch kaum kannten. Oder vielleicht war es ausgerechnet diesem Umstand zu verdanken. Es war zumindest nicht zu leugnen, dass diese Begegnung sich in irgendeiner Weise auf das Leben des anderen auswirken würde. Höchst wahrscheinlich auf eine positive Art. Und dafür schienen beide Parteien dankbar zu sein. Auch wenn es eher dem Schwarzhaarigen gelang das ganze in Worte zu verpacken, während Kibe sich noch etwas schwer mit solchen Dingen tat. Kein Wunder, dass ihre Antworten meistens entweder sehr sachlich oder nicht ernstzunehmenden ausfielen. Glücklicherweise war sie da an Jemanden geraten, der sie trotz allem interpretieren konnte und sich nicht daran störte. So ein Glück hatte sie nicht immer und wusste es deshalb sehr zu schätzen. „Ich nehme dich beim Wort.“, entgegnete sie deshalb wieder recht knapp, während ihre Haltung und ihr Lächeln mehr preis gaben als das Gesagte. Es war schön zu wissen, dass man Jemand anderem hatte helfen können, wenn man selbst gar nicht darauf abgezielt hatte. Zumindest nicht direkt. Erwartet, dass es über das Wunden versorgen hinaus ging, hatte die Nekromantin zumindest nicht. Ihr hatte der Slayer bewiesen, dass sie ihre Meinung über Personen ab und zu doch mal überdenken sollte und es sich lohnte, über seinen Schatten zu springen.

Das Wetter hatte kein Erbarmen mit ihnen. Unbeirrt wütete es weiter. Man konnte es fast schon als einen kleinen Sturm bezeichnen, wenn man zu Übertreibungen neigte. Wenigstens blitzte es nicht. Davor fürchtete sich die Nekromantin zwar nicht, aber es wäre der Situation sicherlich nicht zu Gute gekommen. Kurz nach ihr trat auch Kami ins Freie, wurde vom Unwetter begrüßt. Innerhalb kürzester Zeit war er noch durchnässter als die Nekromantin, würde sich sicherlich einen Schnupfen einfangen. Wenn nicht schlimmeres. Ein mulmiges Gefühl machte sich in der jungen Frau breit, brachte sie dazu, sich ein wenig umzusehen. Es dauerte einige Sekunden bis sie bemerkte, dass diese Vorahnung von dem Dragonslayer neben ihr ausgestrahlt wurde. An das magische Potential seinerseits musste sie sich aber noch gewöhnen. Im Normalfall war das nämlich ein Zeichen, sich lieber zu verdrücken. Vielleicht war die junge Frau auch etwas übervorsichtig. Zumindest bei Kami wusste sie, dass sie sich keine Sorgen machen brauchte. Als sie ihn ansprach begegnete er ihrem Blick, lächelte trotz der eher unschönen Gegebenheit des Dauerregens. Es sah fast so aus, als hätte Jemand einen Eimer Wasser über den jungen Mann ausgeleert. „Obwohl die Regenjacke jetzt auch nicht mehr viel helfen würde...“, fügte sie mit leiser, monotoner Stimme hinzu. Eine erkennbare Reaktion zeigte er trotzdem nicht, blickte sich um. Wahrscheinlich wusste er auch nicht wo der Bahnhof lag. Da würde ihnen nichts anderes übrig bleiben als auf gut Glück den Weg zu suchen. Nach dem Weg fragen konnten sie keinen mehr – die Sushibar hatte gerade geschlossen. Nicht wirklich auf den anderen wartend setzte sich die junge Frau in Bewegung. Er würde schon nachkommen. Und bei dem Wetter sollten sie sich wirklich ein bisschen beeilen! So bekam sie es auch nicht mit, als der Slayer sich kurz zum Straßenrand begab und mit dem Wellblech rumhantierte. Bei dem Sturm gingen einige Geräusche unter und ihre Kapuze sorgte ohnehin dafür, dass alles eher gedämpft zu ihr durchdrang. Erst als sie eine Bewegung im Augenwinkel wahrnahm und kurz darauf das hohle prasseln von Regen auf Metall, blickte sie hoch. Verwunderung spiegelte sich in ihren hellen Augen wieder. Damit wurde sie zwar nicht nass, aber der Regen hatte sie auch nicht gestört. Außerdem war sie ja schon lange nicht mehr trocken. Unschlüssig sah sie zu dem Slayer herüber, der ihr auch gleich verbot, zu widersprechen. Diese Aussage begrüßte sie mit einem recht starren Blick, vermittelte ihm so über Augenkontakt, was sie davon hielt. „Ich bin eh schon nass. Du kannst das eher gebrauchen...“, entgegnete sie, verschränkte die Arme vor der Brust. Doch als er einfach neben ihr weiter ging verfiel sie kurzzeitig in Schweigen, richtete ihren Blick wieder in die Ferne. „Trotzdem danke..“, nuschelte sie kaum hörbar, nahm ihm das Blech ab, damit er es nicht halten musste.

Vielleicht war es nicht die beste Idee gewesen einfach planlos los zu laufen. Der Weg kam der jungen Frau wie eine Ewigkeit vor. Das mochte zwar auch an dem Wetter und der Uhrzeit liegen, aber trotzdem stieg in ihr die Befürchtung auf, dass sie in die falsche Richtung liefen. Außerdem huschte ihr Blick immer etwas besorgt zu dem jungen Mann neben sich. Dabei blieb ihr Blick jedoch an einem Schild hängen, dass verkündete, dass sie sich gar nicht so weit vom Bahnhof entfernt befanden. Auch wenn das Schild sie einen ganz anderen Weg entlang schickte, als Kibe vermutet hatte. Nur noch ein paar hundert Meter, dann wären sie angekommen. „Wie ist das jetzt eigentlich mit dem Zug fahren. Du erwähntest ja, dass du damit das ein oder andere Problem hast.“. Etwas genaueres konnte die Nekromantin sich darunter nämlich nicht vorstellen. Schließlich hatte sie keine Ahnung von der Reisekrankheit der Slayer. Als der „Bahnhof“ in Sicht kam, nahm die Weißhaarige das Blech auch wieder runter. Augenblicklich verschwand das dröhnende Geräusch und wurde durch das sanfte Nieseln des Regens ersetzt. „Hübsch.“, kommentierte sie die äußerliche Erscheinung des Bahnhofs. Falls man diese Ansammlung von kleinen Hütten überhaupt als einen solchen bezeichnen konnte. Im Grunde blieb der Zug mitten auf der Strecke stehen. Und so etwas schimpfte sich Bahnhof!

Tbc: Bahnhof von Kunugi
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