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See inmitten des East Forest

 :: RPG Bereich :: Fiore :: East Forest

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See inmitten des East Forest

Beitrag von Kami am Mo Jul 13, 2015 11:18 pm

Tief im östlichen Wald, zwischen vielen Bäumen verborgen, liegt ein kleiner See. Ihn zu erreichen ist recht einfach, wenn man weiß wo er liegt und kein Problem damit hat, sich durch das nervige Gestrüpp zu kämpfen, dass ihn versteckt hält. Als Belohnung dafür, findet man einen sehr sauberen See vor, an dem man sich gut entspannen kann und meist unentdeckt bleibt, da eigentlich nicht viele Leute auf die Idee kommen, wie ein Irrer jeden Fleck des Waldes abzusuchen. 





Zuletzt von Kami am Sa Jul 25, 2015 9:18 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet

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Re: See inmitten des East Forest

Beitrag von Kami am Mi Jul 15, 2015 1:26 pm

Cf: Trainingsplatz von Sabertooth

Irgendwo war er gewesen. Wo genau? Keinen Schimmer. Wütend, traurig und verzweifelt irrte er herum, war mittlerweile ein ganzes Stück von Sabertooth entfernt. Es interessierte ihn nicht, kein bisschen, auch wenn er jeden Moment zusammenklappen würde, weil seine Verletzungen nicht einmal behandelt wurden, nachdem der Kampf ein Ende fand. Der Kampf, den Kami nie wieder in seinem ganzen Leben vergessen würde. Ein Ereignis dass ihn so viele Gefühle gleichzeitig spüren ließ. Was hatte Kami falsch gemacht, dass man ihn so bestrafte?  Er hatte alles getan um seinen Bruder zu retten. Kami trainierte, eignete sich eine Technik an, die außer ihm kein lebender Dragonslayer mehr beherrschte, alleine das Training dazu, tötete ihn fast. Es war nur der Anfang. Mit dieser Fähigkeit ging er auf eine Reise, er musste seinen Bruder retten, der unter dem Einfluss einer Götterseele stand und nun auf freiem Fuß Chaos verübte. Es kostete Kami Unmengen an Zeit, herauszufinden, wo er sich befand. Als Kami seinem letzten Familienmitglied gegenüberstand, konnte er es schaffen, ihn mit aller Macht die er besaß, zu besiegen, ihn dabei fast zu töten. Die Seele war besiegt, Nathan verschwunden. Wieder stand der junge Anzugträger vor dem Nichts, wusste nur, dass sein Bruder frei war. Da tauchte er plötzlich bei Sabertooth auf, war eine fast neue Person und was geschah dann? Keine Versöhnung der Brüder, sondern Verrat der höchsten Stufe. Dieser Bastard schloss sich ERA an, den Feinden in der momentanen Situation. Kami dachte erst, Nathan würde scherzen, doch so war es nicht. Er folgte diesem Drachentöter einfach, ohne mit der Wimper zu zucken, ließ seine Familie im Nichts stehen, sie waren geschlagen, emotional am Ende. Kami durchlebte ein Karussell der Gefühle. Es waren Hass und Trauer, die in im wohnten und sich darin zeigten, dass er in seiner finalen Form am liebsten alles auseinandergenommen hätte, was ihm vor die Klauen kam. Er wusste nicht mehr, wo oben und unten war, hatte eigentlich keine Kraft mehr um noch nach vorne zu blicken. Niemand konnte ihm grade helfen, er war alleine, verlassen von dem was ihm noch blieb, seinem eigenen Bruder. Er war nun ein Feind, und Feinde waren dazu da, sie zu vernichten. Auch wenn Kami das nicht einfach konnte, musste er die Situation annehmen. Noch war die Zeit nicht gekommen, von der Erde zu gehen, er hatte eine Mission zu erfüllen, erst dann konnte er aufgeben, jetzt definitiv nicht. Er rappelte sich also auf, teilte Masao mit, eine Weile von der Gilde weg zu sein, zumindest hatte er das geplant, was sich im Nachhinein als falsch darstellte.

So kam es also, dass der junge Mann mitten im East Forest herumstreifte. Sein ganzer Körper schmerzte, er fühlte sich leer und schwach, selbst ein Amateur hätte wohl nun die Gelegenheit, ihm das Leben noch schwerer zu machen. Schritt für Schritt trottete er vor sich hin, hatte kein Ziel vor Augen. Allerdings hörte er in der Ferne das Plätschern des Wassers. Die Ohren eines Dragonslayers waren eben besser als die eines Menschen. Langsam kämpfte er sich durch das Gestrüpp, riss jeden Ast ab, der ihm dabei im Weg war. Genervt und etwas geladen durchdrang er die Pflanzen, stand nun vor einem kleinen See, der rundherum mit Bäumen eingedeckt war. Ein perfekter Ort um kurz zu rasten, seine müden Knochen auszuruhen, vielleicht einen Schluck zu trinken. Kami näherte sich dem Ufer, streckte zittrig seine Hand aus, tunkte sie ins Wasser an. Es brannte etwas, da er leichte Wunden hatte, die selbst an dieser Stelle weilten. Er fing so etwas Flüssigkeit auf und führte sie zu seinem Mund. Es tat gut, etwas Wasser zu trinken, zumal es recht sauber war, so keine große Gefahr dabei bestand. Nachdem dies erledigt war. Setzte sich Kam einfach an Ort und Stelle hin, zog mit einem Ruck sein Jackett aus, feuerte es ins Wasser. „Ich hasse dich dafür, ich hasse dich!“ schrie Kami fast schon, meinte damit natürlich seinen Bruder, musste etwas Frust loswerden. Mit seiner Faust schlug er mehrmals auf den Erdboden ein, ein kleiner Krater zeichnete sich ab, während seine Hand etwas mehr zu bluten begann, doch das kümmerte ihn jetzt auch nicht mehr. Er würde jetzt einfach hier sitzen bleiben und abwarten, was passierte. Seine Verletzungen würden ihn schon nicht töten, wenn doch, dann hatte er es wenigstens hinter sich, obwohl das keine Option war. Andere Menschen würden in Tränen ausbrechen, aufgeben und nie wieder versuchen, alles wieder in Ordnung zu bringen. Doch Kami war etwas anders, er vergoss selten Tränen, sah eigentlich vieles optimistisch, auch wenn er eine Weile brauchte, um dann wieder klar sehen zu können.

Er wusste, dass es in kurzer Zeit dunkler werden würde, aber was sollte nun noch passieren? Die Zeit die er hatte, nutzte er um nachzudenken, irgendwie diese Wut in sich zu bändigen. Am liebsten wäre er aufgestanden und sofort zu Nathan gegangen, um ihm Verstand einzuprügeln und ihm zu zeigen, dass er nicht machen konnte, was er wollte. Es überforderte Kami grade etwas, er wusste nicht wohin mit allem. Gestresst fasste er sich an den Kopf, ließ sich nach hinten fallen und lag einfach auf dem Boden, schaute in den Himmel. Er atmete gleichmäßig, der Brustkorb hob und senkte sich, während sein weißes Hemd sich etwas rot färbte. Es waren mehr Kratzer und kleine Wunden, als tiefe Schnitte oder anderes. Jeder Muskel in seinem verdammten Körper war angespannt, Ruhe konnte er jetzt nicht finden. Seine Hände vergriffen sich in dem Erdboden, rissen kleine Stück heraus, die er einfach zur Seite schmiss. Plötzlich schrie er einfach für ein paar Sekunden, einfach so, strahlte dabei etwas seiner Kraft aus, was die Bäume zum rascheln brachte, sie leicht bewegte. Vögel flogen aus der Baumkrone heraus, flohen vor einer drohenden Gefahr, so wie es schien. Er legte sich die Hände ins Gesicht und beugte sich etwas hoch, saß einfach dort, während das Wasser leicht seine Füße berührte. Doch nun wurde es interessanter, denn in gar nicht allzu weiter Entfernung spürte Kami eine magische Aura. Hatte sie ihn wahrgenommen, während er schrie und dabei etwas magische Präsenz von sich gab? Ansonsten konnte man seine Aura im Moment wohl eher schwach wahrnehmen, so angeschlagen wie er war. Sollte die Person doch kommen, sie hatte sicher ihre Gründe. Kami bewegte sich keinen Meter, warum sollte er auch? Dort blieb er sitzen, schaute nicht einmal in irgendeine Richtung.

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Re: See inmitten des East Forest

Beitrag von Kibe Asano am Mi Jul 15, 2015 1:31 pm

Cf: Waldrand zum Gebirge hin

Wirklich weit war Kibe nun wirklich nicht gekommen. Noch immer trieb sie sich in diesem verdammten Wald umher. Oder war das mittlerweile ein anderer? Es war zum verrückt werden! Vor ein paar Stunden erst hatte sie sich von dem Magier verabschiedet und lief seitdem die Pfade dieses verfluchten Waldes entlang. Eigentlich hatte Kibe einen recht guten Orientierungssinn, doch irgendwie schaffte sie es nicht sich hier heraus zu kämpfen. Und langsam bekam sie echt Hunger! Fast so als ob eine höhere Macht nicht wollen würde, dass sie den Wald verlässt. Aber das war Unsinn! Oder... doch nicht? „Urgh!“. Langsam verlor Kibe den Verstand. Sich um die eigene Achse drehend knirschten die Blätter und Äste unter ihren Schuhsohlen, rieben sich an den Steinen. Die Hände tief in ihrem schneeweißen Haar vergraben übte sie etwas mehr Druck auf ihre Schläfen aus, als könnte sie so besser nachdenken und den Weg aus diesem Labyrinth erahnen. Doch nichts. Davon tanzten ihr lediglich helle Lichtpunkte vor den geschlossenen Augen. Entnervt und müde ließ sie ihre Hände lustlos fallen, ließ den Kopf hängen und atmete tief ein und aus. Zumindest regnete es nicht. Ganz im Gegenteil. Das Wetter war schön. Die Sonne schien nicht mehr ganz so hoch am Himmel und warf ein warmes, angenehmes Licht auf den Waldboden. Dadurch war es auch angenehm kühl im Wald. Die sich neigenden Blätter der Bäume verliehen der ganzen Szenerie einen surrealen Touch. Unter anderen Umständen würde die Nekromantin diesen Augenblick bestimmt genießen. Aber nicht mit knurrendem Magen.

Nach ihrem kurzen psychischen Zusammenbruch trottete die junge Magierin weiter, vergrub ihre Hände tief in den Taschen ihrer Strickjacke und hatte den Blick auf den Boden geheftet. Lustlos trat sie einen Stein vor sich hin und ließ ihre Gedanken wandern. Wäre sie mit dem Magier von vorhin mitgegangen, dann säße sie jetzt nicht in der Patsche. Aber mal ehrlich: dafür wäre sie auch einfach viel zu stolz gewesen. Sie wollte sich nicht von einem Fremden aus der Klemme helfen lassen. Nicht weil sie sich verlaufen hatte. Wie erbärmlich wäre das? Nein, nein und nochmals nein. Das bekam sie ganz alleine hin! Und wenn sie dafür... Ja! Warum war sie da nicht früher drauf gekommen? Von ihrer eigenen Blödheit überrascht legte sie sich die Hand ins Gesicht und massierte ihren Nasenrücken. „Gott...“; flüsterte sie nachdrücklich, ja beinahe verärgert. Gedacht getan. Schnell zog sie sich ihren Handschuh aus und stopfte ihn etwas unachtsam in ihre Jackentasche. Mit der rechten Hand griff sie zu ihrem Dolch und zog die Klinge aus dem Futter, betrachtete sie im Sonnenlicht. Kein Tropfen Blut klebte an der stählernen Schneide. Nicht mal an der Stelle wo Klinge und Heft ineinander übergingen. Darauf achtete die Nekromantin in der Regel akribisch. Wenn sie ihre Klinge zum Opfern benutzte, musste diese sauber sein. Sie konnte es nicht gebrauchen sich mit irgendwelchen Krankheiten zu infizieren.
Ohne zu zögern brachte sie den Dolch in eine geeignete Position und wollte ihn sich gerade über die Narbe ziehen, da schreckte sie ein entferntes Geräusch hoch. Einordnen konnte sie es noch nicht. Sofort änderte sich ihre Haltung, wurde vorsichtiger und angespannter. Sie musste bereit sein jeden Augenblick zu reagieren. Auf dem ersten Blick war nichts zu sehen, doch eingebildet hatte sie sich das bestimmt nicht. Ihre Vernunft schrie sie quasi an, was sie denn tun würde, als sie langsam einen Fuß vor den anderen setzte und sich der Gefahrenquelle näherte. Ganz leise, bedacht. Die Bäume lichteten sich langsam und beinahe glaubte Kibe sie habe den Ausgang des Waldes gefunden. Doch sie wurde bitterlich enttäuscht. Alles was sich ihr bot war der Anblick eines Sees. Ein hübscher See, keine Frage. Aber nicht das, was sie gesucht hatte!

Und genau neben dem See befand sich die Quelle der Geräusche. Misstrauisch kniff sie ihre Augen zusammen um die Gestalt besser sehen zu können. Ihre Körperhaltung sah eher geknickt aus, nicht so als würde eine großartige Gefahr von ihr ausgehen. Innerhalb weniger Sekunden hörte Kibe auf den ersten Impuls der ihr in den Sinn kam und näherte sich dem Fremden, bis sie wie angewurzelt stehen blieb. Kibe mochte zwar keine Adleraugen haben, doch dass die Person verletzt war stand außer Frage. Sofort warf die Nekromantin alle Vorbehalte über Bord und legte einen Zahn zu. Es dauerte nicht lange bis sie bei der Gestalt angekommen war. Wie sich herausstellte, handelte es sich bei ihr um einen jungen Mann, der übersät mit Verletzungen war. Ein wenig misstrauisch blickte Kibe sich um – vielleicht war der Grund für diese Wunden noch in der Nähe? Vielleicht hatte der Fremde sie nicht ohne Grund... Aber auf ihre Vorsicht konnte sie jetzt wenig Rücksicht nehmen, das verbat ihr Anstand. Nicht wissend wie sie den Mann ansprechen soll, er schenkte ihr keine Aufmerksamkeit, hockte sie sich einfach auf eine Höhe und legte ihr Messer weg. Er schien unbewaffnet, also keine große Gefahr. „Ich misch mich ja ungern' in fremde Angelegenheiten ein.. aber du siehst ziemlich fertig aus. Soll ich mir das vielleicht einmal ansehen..?“. Kibes Stimme klang weder sonderlich besorgt, noch völlig fremd. Eher eine Mischung zwischen Skeptisch und Misstrauisch mit einer Spur Höflichkeit.

Erst jetzt nahm Kibe sich die Zeit den jungen Mann noch einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Irgendwie wurde sie das Gefühl nicht los, ihn irgendwo schon einmal gesehen zu haben. Aber das war schwer zu sagen. Dunkle Haar waren keine Seltenheit und mit dem ganzen Dreck im Gesicht ließ sich das eh schwer ausmachen. Ihr Blick fiel hinab auf seine Hände und mitfühlend verzog sie das Gesicht. Die Faustknöchel sahen nicht gut aus. Die Haut war aufgeschürft und Erde hatte sich in das Blut vermengt, das langsam auf seiner hellen Haut zu trocknen begann. Darum würde sie sich wohl zuerst kümmern. Da kam ihr der See erst recht gelegen. Ihren Rucksack von den Schultern schieben öffnete sie den Verschluss und wühlte ein bisschen herum, bis sie einen flachen Koffer heraus holte. Mit einem hellen Klick sprang das Schloss auf und zum Vorschein kamen allerlei Verbandsrollen, Nadel und Pfaden, Fläschchen und andere Packungen. Zuerst schnitt sie mit ihrem Dolch ein bisschen Verband ab und stand auf, begab sich zum See und tauchte den Stoff ins Wasser. Eine große Wahl hatte der Fremde nicht. Verbinden lassen musste er sich jetzt so oder so.
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Re: See inmitten des East Forest

Beitrag von Kami am Mi Jul 15, 2015 1:33 pm

Da saß er nun, irgendwo in Fiore, wusste nicht mal wo er überhaupt war. Fing ja schon mal gut an. Aber er war selbst schuld, Gedanken darüber wo er überhaupt hinging, hatte er sich nicht gemacht, zudem kannte er auch nicht jeden Winkel von Fiore, von einer Karte in seiner Tasche war auch keine Spur. Jedenfalls wusste er, dass er an einem See saß, der sich in irgendeinem Wald befand. Schon mal gar nicht so schlecht, um sich irgendwie zu orientieren. Zumindest wusste er ja, in welche Richtung er gegangen war, als er Gallowstown, somit Sabertooth, den Rücken zukehrte. Irgendwo hier dürfte wohl Magnolia liegen, der Strecke und Zeit nach zu urteilen, die er bereits zurückgelegt hatte. Er lief zügig, blieb nicht ein einziges Mal stehen. Er wählte Wege auf denen er meist unentdeckt blieb. Musst ja nicht jeder sehen, dass Kami mit Verletzungen übersäht war, somit ein einfacheres Ziel für Leute war, die ihm etwas Böses wollten. Es brauchten ja nur einfache Räuber sein und schon hatte er ein Problem gehabt. Normalerweise, bei voller Gesundheit, würde Kami solche Leute alleine mit seinem linken Arm vernichten, ohne einen Schritt zu machen, doch jetzt sah das anders aus. Daher galt das Motto: Vorsichtig ist besser als Nachsicht. Während der gesamten Reise, gingen ihm immer die gleichen Bilder durch den Kopf. Sein Bruder, wie er diesem Möchtegern vom Rat folgte, die Säbelzähle eiskalt verriet, nur weil der Mann ihm anbot, seine Kräfte besser kontrollieren zu können. Wie dumm war Nathan eigentlich? Nicht mal Kinder waren in der Regel so naiv und gingen überall mit, nur weil man ihnen etwas anbot. Mutter hatte ihm damals oft genug gesagt, dass er nicht mit Fremden reden und auf Kami Acht geben sollte. Und was tat er? Er machte sich seinen Bruder zum Feind. Konnte er haben, jetzt war Schluss mit Lustig. Der Spross von Acnologia ließ das nicht mit sich machen, selbst wenn der Feind erneut sein Bruder hieß. Diesmal jedoch nicht um ihn zu retten, sondern um ihn endgültig in die Schranken zu weisen.

Seinen Frust baute er ein bisschen ab, als er nun dort am Ufer des Sees saß, vollkommen alleine und ungestört, nur begleitet vom Pfeifen des Windes. Eigentlich sagte der gesunde Menschenverstand ihm, sich lieber behandeln zu lassen, zu ruhen, bis er wieder fit genug war, um den nächsten Schritt zu planen. Doch nicht so Kami. Er war zu durcheinander dafür, wusste nicht, was er tun sollte. Irgendwie würde das schon heilen, Hauptsache er wurde mit sich selbst fertig. Natürlich brachte er seine Gefühle zum Ausdruck, doch nicht indem er weinte, so wie andere Menschen das taten, sondern in dem er einfach Schrie und den Boden neben ihm  etwas demolierte, so auch seine Hände, die das eigentlich nicht unbedingt zusätzlich brauchten. Im Augenblick, war der Slayer befreit von jeder Vernunft, war wie in einem freien Fall und hatte niemanden, der ihn plötzlich auffing. Er selbst musste sich irgendwo festhalten, um nicht weiter abzurutschen. So konnte man das beschreiben. Eben genau dafür, brauchte er etwas Zeit. Er hatte nicht vor, schon mit allem abzuschließen. Erst, wenn Acnologia irgendwann tot vor seinen Füßen lag. Alles andere waren nur zusätzliche Probleme, die das Leben für ihn bereithielt. Schließlich konnte man ja nie genug davon haben. Jedenfalls war er grade dabei, seiner eigenen Verzweiflung ausgeliefert zu werden, als er plötzlich wahrnahm, dass sich eine andere Person in seiner Nähe befinden musste, kein Zweifel. Jedoch machte der Dragonslayer keine Anstalten sich irgendwie umzusehen, danach zu sehen, was ihn erwarten könnte. Es würde schon was passieren, er würde es bemerken, wenn es soweit war, ganz sicher. Was für ein Zufall, dass ausgerechnet jetzt, mehr als eine Person den Weg zu diesem idyllischen Plätzchen fand. Auch wenn der Anzugträger sich grade etwas weniger für die Natur interessierte, die sich hier befand.
Vor seinen Augen wurde es nun etwas dunkler, denn eine Person machte sich dort breit. Der Schwarzhaarige nahm die Hände von seinem Gesicht, drehte den Kopf in die Richtung der Person. Es war eine junge Dame, welche sich offensichtlich hinhockte, um mit ihm auf einer Höhe zu sein. Noch bevor er etwas sagte, ertönte ihre Stimme. Sie klang ihrem Alter entsprechend, zumindest so, wie Kami sie eingeschätzt hatte. Recht lieblich, nicht zu tief, aber auch nicht zu hoch. Komisch dass er grade jetzt, auf sowas achtete und es sich einprägte. Sie wollte sich nicht einmischen in das was er da tat, was auch immer es war, doch sie hatte vorgeschlagen, sich das einmal anzusehen. War das ihr Ernst? Sie kannte Kami gar nicht, er war ein fremder Mann, der dort verletzt auf dem Boden saß. Er konnte sonst was verbrochen haben, aber dennoch war sie bereit, nach ihm zu sehen. Das verwunderte ihn ein wenig, damit hatte er nicht gerechnet, sowas kannte er vorher nicht unbedingt. Etwas perplex blickte er sie an, öffnete seinen Mund zögerlich. „Wenn es dir keine Umstände macht, wäre ich dir dankbar dafür. Schließlich hatte ich nicht vor, in nächster Zeit einen Arzt aufzusuchen“ machte er ihr klar und nickte einmal, während er etwas gedemütigt zur Seite blickte. Es dauerte nicht lange, bis er daraufhin kurz den Blickkontakt zu ihr suchte, sich einen Moment lang in ihren Augen verlor. Da machte es plötzlich Klick. Dieses Gesicht, die Haare und diese Stimme. Er kannte die Person vor sich, definitiv. Zwar wusste er nicht mehr wie sie hieß, doch er wusste unter welchen Umständen er sie getroffen hatte. Dazu kam noch, dass er sich damals aufgeführt hatte, wie ein kleiner Draufgänger der auf der Suche nach Streit war. Er wollte ein Amulett für seine Gilde besorgen, hatte dabei nicht mal einen Funken Ahnung, was dieses Ding wirklich konnte, oder wofür es gebraucht wurde. Er war einfach wie ein Lakai, der einen Auftrag ausführte ohne nach dem wenn und Aber zu fragen. Wenn er heute darüber nachdachte, als ein S-Klasse Magier, der vollstes Vertrauen und Anerkennung in Sabertooth genoss, kam er sich vor wie ein Idiot. Er hatte sich geändert, war reifer geworden und konnte Entscheidungen besser für sich selbst treffen. Allerdings hatte sie ihn wohl noch nicht erkannt, ansonsten würde sie anders reagieren, da war er sich sicher, auch wenn er vorhatte, Gras über die Sache wachsen zu lassen. Nicht nur deshalb, weil er, wenn er Stress suchen würde, vielleicht den Kürzeren zog, sondern deswegen, weil Kami Dinge in Ordnung bringen wollte, die er verzapft hatte. Es konnte doch einen Neuanfang geben, alles und jeder hatte eine 2. Chance verdient, meistens zumindest. In dem Fall definitiv.

Wieder schaute er sie an, musterte sie etwas. Sie hatte sich nicht groß äußerlich verändert, soweit Kami sie in seiner Erinnerung trug. Er hatte nicht vor, etwas zu sagen, sie sollte erstmal alleine darauf kommen, dann würde er die Sache schon aufklären und die Situation herunterfahren. Kami konnte sich trotzdem ein kleines Lächeln auf seinem Gesicht nicht verkneifen, auch wenn er wusste, dass sie ihre Haltung in kurzer Zeit, für einen bestimmten Moment, um 180 Grad drehen würde. „Ich weiß das zu schätzen, ehrlich. Es gibt Menschen, die hätten mich gesehen, den Zustand in dem ich mich befinde erfasst und dann ganz schnell das Weite gesucht. Du bietest mir sogar deine Hilfe an, obwohl du nicht weißt, warum ich so zugerichtet bin. Schließlich hätte ich ja auch derjenige sein können, der einer anderen Person etwas antut. Doch jetzt bist du hier, dass erstaunt mich etwas“ gab er ihr zu verstehen. Jedenfalls wollte sie sich ja seine Wunden angucken. Kami wusste allerdings nicht, wie viele der Verletzungen sie bereit war zu heilen, besonders wenn es darum ging, seinen Oberkörper zu versorgen, wofür er sein Hemd schließlich ausziehen musste. Nun ja, abwarten. Er begann damit, die ersten Knöpfe seines Oberteils zu öffnen, wenn ihr das zu viel wurde, würde sie es schon sagen, oder nicht? So gut kannte sich Kami dann mit der Psyche des Menschen doch nicht aus. Probieren ging eben über studieren.

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Re: See inmitten des East Forest

Beitrag von Kibe Asano am Mi Jul 15, 2015 1:35 pm

Es kam nicht alle Tage vor, dass man einen Verletzten einfach so im Wald fand. Das war definitiv kein Ort an dem man sich rum trieb, wenn man gerade viel einstecken musste. Und dass das in diesem Fall so gewesen war, lies sich aufgrund seiner körperlichen Verfassung nicht leugnen. Da begab man sich eher in die Obhut von Erfahrenen Ärzten und nicht in die ungeschickten Hände einer dahergelaufenen Nekromantin. Aber der Fremde konnte ja nichts von ihrer magischen Begabung ahnen. Zumindest hatte Kibe das angenommen... Der Dunkelhaarige schenkte ihr also endlich Beachtung, nahm sogar seine Hände aus seinem Gesicht und stimmte letzten Endes zu. Nur einen kurzen Blick hatte die Magierin in das Gesicht ihres Patienten geworfen, ihm ein kurzes Lächeln geschenkt und sich dann aufgemacht den Verband im See zu tränken.

Es dauerte nicht lange bis der weiße Verband sich mit Wasser vollgesogen hatte und nun einen dunkleren Farbton annahm. Nur noch schnell aus wringen. Das klare, kalte Wasser lief ihr dabei über die Finger und erinnerte sie daran, dass sie nach der Behandlung ihren Handschuh wieder überziehen sollte. Gleichzeitig entspannte es sie ein wenig. Nicht, dass sie sich in dieser Situation angespannt gefühlt hatte. Die Gegenwart des anderen machte sie nicht nervös. Schon als er das erste mal zu sprechen angesetzt hatte, hatte sie jegliche Zweifel an ihrer Hilfsbereitschaft verloren und glaubte an keine ihr feindlich gesinnten Absichten. Dann wäre jetzt nämlich der perfekte Augenblick. Das Messer lag noch immer neben dem Fremden im Gras und im Augenblick hatte sie ihm den Rücken zugedreht. Allerdings wäre es ziemlich blöd sich ihre kostenlose Behandlung entgehen zu lassen. Zumal es nicht danach aussah, als würde hier noch wer anderes durch die Gegend spazieren. Diesen Ort hatte sie schließlich auch nur durch Zufall gefunden. Oder Eingebung. Genau. Nennen wir es so.
Mit dem provisorischen Lappen drehte sich Kibe wieder zu dem Fremden um und ließ sich vor ihm in das Gras nieder. Wie sie schon geplant hatte, begann sie mit seinen Händen. Vorsichtig aber nicht zu zimperlich umfasste sie seine linke Hand und zog sie etwas zu sich näher, begann die Wunden mit dem Tuch zu säubern. Trotz ihrer Konzentration erreichten seine Worte sie ohne Mühe, brachten sie dazu kurz den Blick zu heben. Das Lächeln was er ihr zeigte, erwiderte sie. „Hätte ich dich etwa einfach liegen lassen sollen? Ist nicht meine Art.“, tat sie seine kurze Ansprache mit einem saloppen Schulterzucken ab. Ihre Worte klangen harscher als sie gemeint waren, schließlich freute sie sich darüber. Es war schön, wenn die eigene Hilfsbereitschaft zu schätzen gewusst wurde. Etwas, was eigentlich jeder an den Tag legen sollte. „Gehört sich so.“. Nachdem die ersten Wunden an der linken Hand gesäubert waren griff sie zu ihrem Köfferchen, zog ihn etwas näher und holte das Desinfektionsmittel heraus. Ohne Vorwarnung trug sie es auf die zu behandelnden Stellen auf. Das dürfte zwar etwas weh tun, doch da musste der junge Mann nun durch! Im Anschluss daran folgte der Verband und das gleiche Prozedere bei der rechten Hand.

Und wenn sie schon mal den Tupfer mit dem Desinfektionsmittel in der Hand hatte, konnte sie sich auch um die Kratzer im Gesicht kümmern. Diese waren kleiner und feiner. Man achtete eben darauf, nicht zu viel im Gesicht ab zubekommen. Hier und da wäre wohl ein Pflaster von Nöten, und so zögerte Kibe nicht ihm eins über die Wange zu kleben. Dabei konnte sie sich das Grinsen auch nicht verkneifen. „Steht dir.“, ließ sie leise verlauten. Das Pflaster mit comicartigen Katzenköpfen passte nicht so ganz zu seiner sonstigen Garderobe. Von welcher er sich auch gerade entledigen wollte. Zumindest begann er sein Hemd aufzuknöpfen. Kibe störte sich da nicht dran. Schließlich war als nächstes sein Oberkörper dran und es wäre nicht das erste mal, dass sie einen Mann ohne T-Shirt oder ähnlichem sah. Also war es im Moment auch nicht das, was sie Nekromantin beschäftigte. Viel mehr hing sie mit ihrem Blick an den hellen Augen des jungen Mannes. Der kalte Blick kam ihr bekannt vor. Bruchstückhaft förderte er Erinnerungen zu Tage, ehe sie die Erkenntnis wie ein Schlag traf. „Oh. Mein. Gott.“. Mit großen Augen saß die Nekromantin vor dem 'Fremden' und zuckte instinktiv mit ihren Händen zurück. „Du!“. Der Dragonslayer von damals! Wie hieß er noch..? Irgendetwas mit K. Kuro..? Kaito..? Nein halt. „Kami!“. Für einen kurzen Moment spielte Kibe mit den Gedanken einfach das Weite zu Suchen. Ihre Sachen packen und den Dragonslayer hier liegen lassen. Bestimmt hatte er bei einer seiner Auseinandersetzungen einfach den Kürzeren gezogen. Irgendwann musste es ja so kommen! Aber das konnte und würde sie nicht tun. Das wäre abartig. Deshalb schluckte sie die aufkommenden Gefühle einfach runter und senkte ihren Blick auf seinen Oberkörper. Deswegen hatte es ihn erstaunt. Für wen hielt er sie? Kurz warf sie ihm noch einen recht beleidigten Blick zu. „Los. Beeile dich damit etwas. Ich will nicht bis heute Nacht hier hocken..“, murrte sie und bewarf ihn mit dem Wattebausch den sie noch in der Hand gehabt hatte. Das war nicht mehr als eine Trotzreaktion. Schließlich war es ein Wattebausch. Und kein Stein. Unsicher wie sie mit der Situation nun umgehen sollte, mied sie jeglichen Blickkontakt und beschränkte sich darauf die Wunden wortlos zu reinigen. Dabei fiel ihr die Schwere der Verletzungen auf und ihre Wut verrauchte recht schnell. Auch jetzt wollte sie nicht fragen, was passiert war. Das ging sie noch immer nichts an. Kurz flackerte ihr Blick wieder zu den eisigen Irden des Magiers, blieben aber an dem Pflaster hängen. Ohne es zu wollen zuckten ihre Mundwinkel etwas, doch das aufkommende Grinsen konnte sie nur schwer verbergen. „Damit kann ich dich nicht ernst nehmen.“. Wie hatte sie ihn nur vergessen können?
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Re: See inmitten des East Forest

Beitrag von Kami am Mi Jul 15, 2015 1:37 pm

Vielleicht meinte es das Schicksal ja doch mal gut mit ihm. Da irrte er einfach durch Fiore, ohne Ziel oder sonst was und endete in einem Wald, der einen wundervollen See beherbergte. Völlig mit den Nerven am Ende und so verletzt wie er es schon lange nicht mehr war, saß er dort einfach rum, musste mit sich selbst irgendwie fertig werden. Eigentlich war Kami sich selbst ausgeliefert, brauchte nicht auf Hilfe oder sonstiges hoffen. Damit gerechnet hätte er ja auch nie im Leben, dafür war er nicht leichtgläubig genug. Somit hätte er wohl einfach nichts unternommen, wäre dort sitzen geblieben, bis es ihm zu langweilig wurde und er aufstand, irgendwann den weiten Weg zur Gilde aufnahm, um Masao nicht länger warten zu lassen. Doch irgendwie kam es anders als geplant, obwohl… geplant davon eigentlich überhaupt nichts war. Allerdings schien sich die Präsenz die er wahrnahm, doch als etwas durchaus Positives herauszustellen. Man durfte eben nicht immer von Gefahren ausgehen, wenn sich etwas einem näherte. Obwohl es erstmal abzuwarten war, wie sich das diese Begegnung entwickeln würde. Schnell stellte sich heraus, dass es eine junge Dame war, die diesen Ort auch fand, Kami sah und ihm daraufhin ohne zu zögern, zur Hilfe eilte. Es gab keine Vorstellung oder sonstigen Kram, sondern sofortige Unterstützung. Auch wenn es den Dragonslayer etwas aus dem Konzept brachte, da er sowas nicht kannte, stimmte es ihn definitiv glücklich, dass diese Frau so handelte, wie sie es eben grade tat. Das machte er ihr klar, indem er ihr sein Lächeln schenkte, zwar kurz, aber er tat es, nachdem er den skeptischen Gesichtsausdruck erstmal abgelegt hatte. Sie reagierte eher neutral, an manchen Stellen ebenfalls freundlich auf ihn, was ein Zeichen dafür war, dass ihre Absichten rein waren, sie wirklich nur da war, um ihm zu helfen. Wieder mal ein kleiner Lichtblick, in dieser dunklen Zeit.

Ohne lange zu warten, ergriff sie dann seine Hand, begann mit der Prozedur, um ihm zu helfen. Er blickte aufmerksam auf ihre Bewegungen, untersuchte genau, was sie dort mit ihm tat. Er verzog kaum eine Miene dabei, es schmerzte zwar, doch was sein musste, musste eben sein. Sie machte es sich im Gras neben ihm gemütlich, wobei er etwas grinste, als sie zu ihm sah. Sie hatte Recht, es war vernünftig Kami nicht einfach liegen zu lassen, es gehörte sich wohl so, zu helfen wenn eine Person einen brauchte. Der Slayer dachte kurz nach, was er darauf antworten sollte, fand aber schnell die richtigen Worte. „Dann darf ich mich wohl zufrieden schätzen, grade jetzt auf eine Person zu treffen, die das so sieht. Anscheinend habe ich auch mal Glück“ äußerte er, während er etwas auflachte, es eher als einen kleinen Scherz meinte, zumindest den Teil mit dem Glück, das Andere war ernst. Während sie weitermachte, ihn zu behandeln, überlegte er sich, wann sie wohl bemerken würde, mit wem sie es zu tun hatte. Schließlich war Kami sich in diesem Augenblick bereits bewusst, wer diese Frau war. Jedoch änderte das nichts daran, dass er erfreut darüber war, Hilfe zu bekommen, auch wenn er es eher spärlich zum Ausdruck brachte. Auf seine Art und Weise zumindest. Kami hielt durch, machte keine Anstalten irgendwie zu zucken oder sonst was, was ihr die Heilung erschweren konnte, das musste nun wirklich nicht sein. Schließlich war das nicht das erste Mal, dass man ihn so zurichtete. Der Tatsache geschuldet, dass er seine letzte Form nutzte, hatte er so ziemlich alles seiner magischen Reserven aufgebraucht, war daher einfach kaum in der Lage zu kämpfen. Es würde ein bisschen dauern, bis sich das wieder hatte. Plötzlich allerdings, klebte sie ihm ohne Vorwarnung ein Pflaster auf die Wange, grinst dabei und meinte, dass es ihm stehen würde. Etwas überrumpelt griff er sanft mit der Hand an seiner Wange, tastete die Stelle ab, sah dabei nicht, welches Motiv das Pflaster hatte. Mit großen Augen schaute er sie an, konnte sich auch diesmal nicht verkneifen, ihren frohen Gesichtsausdruck zu erwidern. „Das kannst du wohl besser beurteilen als ich. Zumindest denke ich das“ antwortete er, wusste dabei aber auch, dass sie eher Spaß machte. Denn so ein Pflaster im Gesicht, besonders mit dem Motiv, dass Kami ja nicht sehen konnte, strahlte nicht grade pure Männlichkeit aus. Allerdings sollte es helfen und nicht gut aussehen.

Grade als Kami nun bereit war, sich das Hemd langsam auszuziehen, ihr die Behandlung damit weiterhin zu ermöglichen, stockte sie plötzlich. Nun, war es das was Kami erwartete? Natürlich war es das, sie wusste nun, wer er war, brachte es auch zum Ausdruck. Er konnte es ihr nicht übel nehmen, dass sie auf diese Art und Weise reagierte. Er war selbst daran schuld gewesen, so wie er sie behandelt hatte. Auch wenn sie ihren Teil dazu beitrug, reagierte der Anzugträger klar über, hätte das auch anders klären können. Nun bekam er eine Seite von ihr zusehen, die er damals nicht erahnt hatte, es gefiel ihm natürlich deutlich besser. Allerdings kam es auch dazu, dass sie ihn mit der Watte bewarf, die sie in der Hand trug, wusste wohl nicht, was sie tun sollte. War sie verängstigt? Kami reagierte nicht, machte einen neutralen Gesichtsausdruck. Er wartete erstmal ab, bis sie sich beruhigt hatte oder doch dabei war, einfach wegzugehen. Allerdings kam es anders, denn sie machte weiter, die Wunden zu reinigen, auch wenn sie ihn dabei nicht mehr ansah, so wie zuvor. Zumindest bis sie erneut einen Blick auf das Pflaster warf, was sie zum Lachen brachte, immerhin könnte sie ihn so nicht ernst nehmen. Doch Kami lachte kein bisschen, sondern schaute kurz nach unten. „Es tut mir leid“ kam es kurz aus seinem Mund, nur als kurzer Anfang natürlich. „Es tut mir leid. Wirklich. Ich weiß, dass unser Treffen damals nicht grade gut verlaufen ist, wobei ich dich vielleicht verletzt haben könnte. Du brauchst nichts zu sagen, ich weiß selbst, dass das nicht grade die Art eines Gentlemans war. Aber ich erinnere mich daran, nicht ganz im Schlechten mit dir auseinandergegangen zu sein“ brachte er erstmal heraus, wartete einen kurzen Moment, bevor er weitermachte. „Ich bitte dich nicht darum mir zu verzeihen oder sonstiges, da ich mir das einfach nicht erlauben kann, doch ich wollte einfach nur gesagt haben, dass ich so eigentlich nicht bin. Sieh mich an, ich kann eh nichts ausrichten und hab es auch nicht vor. Lass uns das vergessen und nochmal von vorne anfangen. Zumindest würde ich mir das wünschen.“ Stellte er klar, lächelte nun wieder ein wenig, wollte wieder den Blickkontakt suchen, um so die Unterhaltung der beiden etwas zu intensivieren und deutlicher zu gestalten. „Ich habe mich damals nicht mal ordentlich vorgestellt. Kami Firippu. Aber es reicht wenn du einfach Kami sagst“ fügte er hinzu, dachte sich, dass dieses stinknormale Hände reichen überflüssig war. Daher wartete er lieber ab, was sie machte. Vielleicht wollte sie ja trotzdem noch gehen. Kami allerdings, machte sich dabei, sein Hemd weiter aufzuknöpfen, zog es schließlich ganz aus, legte somit seinen Oberkörper frei, der mit vielen kleinen Wunden bestückt war. Das Hemd legte er neben sich ab. Während ein kühler Wind aufzog, fokussierte Kami die junge Frau, dessen Name ihm plötzlich wieder einfiel, als er sie länger etwas in Gedanken ansah. Kibe lautete er. Nun schauten sie sich an, nichts weiter, während der Wind an ihnen vorbeizog und der Moment eigentlich in einem wundervollen Bild, hätte festgehalten werden können.

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Re: See inmitten des East Forest

Beitrag von Kibe Asano am Mi Jul 15, 2015 1:39 pm

Die Lage hatte sich im Bruchteil weniger Sekunden ins Gegenteil verkehrt. Zuerst war die Atmosphäre dieses Zusammentreffens ruhig gewesen. Kibe hatte sich nicht bedroht gefühlt und auch der junge Mann im Gras schien kein Problem mit ihrer Anwesenheit zu haben. Ganz im Gegenteil. Er schien sogar recht froh darüber zu sein, dass die Nekromantin die Verletzungen mal in Augenschein nahm. Damit hatte er an einem Ort wie diesem wohl nicht gerechnet. Zurecht. Schließlich konnte man sich nicht darauf verlassen, dass ein Fremder einem zu Hilfe eilte wenn man irgendwo im Wald herum saß. Meistens musste man halt zusehen, wo man blieb. Und Kibe tat das wirklich gerne. Es war zur Abwechslung mal ganz nett sich mit Jemanden zu unterhalten, ohne gleich mit ihm aneinander zu geraten. Das hatte sie in letzter Zeit leider viel zu oft versäumt. Da war es ihr im Grunde auch egal, weshalb der Schwarzhaarige diese Verletzungen aufwies. Natürlich war sie ein wenig neugierig. So etwas trug man nicht von einem Einkaufbummel oder einem simplen Training davon. Das war schwerwiegend, mit der bloßen Absicht den anderen nieder zu machen. Wenn nicht sogar zu töten. Aber Kibe befürchtete, dass wenn sie das Thema anspräche, sie sich etwas zu weit aus dem Fenster lehnte. Ihr war es ja auch lieber wenn man sich nicht in ihre Angelegenheiten einmischte, so schäbig sie nach Außen hin auch wirken mochten.

Es war beinahe putzig gewesen mit anzusehen wie der Verletzte auf ihre Behandlung reagierte. Mit einem Lachen und Verwunderung, als sie ihm prompt das Katzenpflaster ins Gesicht klatschte. Ganz instinktiv fuhr er mit den Fingerspitzen über die Soforthilfemaßnahme, musste sich bei der modischen Beurteilung ganz auf die Nekromantin verlassen. Würde er einen Spiegel zur Hand haben, würde er vielleicht anders reagieren und ihr einen recht unbegeisterten Blick schenken, aber wenn's half? Dann musste das modische Bewusstsein nun mal hinten anstehen. Zugegeben hatte Kibe nicht wirklich damit gerechnet, dass er ihre Hilfe so bereitwillig annahm. Dabei verlor er kein Wort über die Herkunft der Wunden. Wäre er an Jemanden geraten der auch nur eine Spur neugieriger oder gar unsensibler gewesen sei, hätte das ganze eine sehr unangenehme Situation werden können. Doch so schienen die beiden sich recht gut zu verstehen. Zumindest bis Kibe sich erinnerte.

Stumm blickte der Dragonslayer die Nekromantin an, reagierte nicht auf ihre Gefühlsumschwung und zuckte nicht einmal als sie ihn sogar mit der Watte bewarf. Zugegeben: Kibe reagierte gerade vielleicht etwas über. Aber sie war wirklich überrascht. Nein, nicht überrascht. Geschockt! Eigentlich hatte sie nicht damit gerechnet Kami noch einmal über den Weg zu laufen. Erst recht weil sie sich von Gilden und vor allem Seinesgleichen so gut wie möglich fern hielt. Dass das nicht immer aufging zeigte dieser Moment. Hinzu kam, dass sein Verhalten mit dem das er damals an den Tag gelegt hatte nichts gemein hatte. Von der damaligen Überheblichkeit, Ignoranz und Arroganz war nichts zu spüren gewesen. Kibe war sowieso schon verwirrt, aber richtig ungläubig sah sie ihn erst an als er sich auch noch entschuldigte. Das sah man an ihrem Blick. Fragend starrte sie dem Dragonsalyer ins Gesicht, ließ ihn zwar aussprechen, doch brauchte ein bisschen länger um seine Worte zu verdauen. Es tat ihm leid? Das kam ein paar Wochen zu spät. Und dennoch verspürte Kibe nicht mehr die Abneigung die sie eigentlich für den jungen Mann übrig gehabt hatte. Das war zu lange her und darüber noch sauer zu sein würde ihr in dieser Situation auch nicht weiter helfen. Bis sie jedoch zu diesem Entschluss kam vergingen einige Minuten. Bis dahin hatte Kami sich ausführlich für sein Verhalten entschuldigt und sogar einen Neuanfang vorgeschlagen. Für einen kurzen Augenblick schien Kibe ablehnen zu wollen. Sie kniff ihre Augen leicht zusammen und presste ihre Lippen aufeinander, durchbohrte den Schwarzhaarigen quasi mit ihrem eisigen Blick. Doch dann entspannte ihre Haltung sich wieder. Die Kälte aus ihren Irden verschwand und ein leises Seufzen verließ ihre Kehle. „Okay.“. Das war alles, was sie dazu zu sagen hatte. Und vielleicht ein kurzes Schulterzucken. Kurz vermied sie den Blickkontakt. Es war schwierig für sie die beiden Bilder die sie nun von ihm hatte auf einen Menschen zu pinnen. Aber leugnen, dass es sich um die gleiche Person handelte, konnte sie nicht. Je länger sie ihn ansah, desto sicherer war sie sich. „Kibe.“, entgegnete sie erst nur, neigte ihren Kopf leicht zur Seite, ehe ihr Blick zurück zu ihrem Gesprächspartner glitt. „Asano.“. Das war nicht einmal ansatzweise so höflich wie seine Formulierung, doch musste er für den Augenblick damit vorlieb nehmen. Kibe würde einige Momente brauchen um sich wieder einzukriegen.

Um nicht weiter mit der unangenehmen Stille konfrontiert machte Kibe einfach dort weiter, wo sie aufgehört hatte. Das blutige Hemd lag mittlerweile neben ihm im Gras und raschelte leise, als der Wind über die Fläche jagte. Er übernahm für Kibe die Aufgabe sich das Haar aus den Augen zu streichen, so dass sie zumindest beide Hände frei hatte. Diese stützte sie jedoch auf die Erde als sie sich vorbeugte um die Wunden genauer in Augenschein zu nehmen. „Sieht übel aus.“, kommentierte sie nur und legte leicht den Kopf schief. Da müsste vielleicht das ein oder andere genäht werden. Ihr Blick wanderte wieder hoch zum Gesicht des anderen, als sie zu sprechen ansetzte. „Du solltest vielleicht hier nach einen richtigen Arzt aufsuchen. Es könnten Narben bleiben, wenn du das nicht behandeln lässt.“. Trotzdem machte sie sich erstmal daran das gleiche Spiel von vorne anzufangen, stand dafür allerdings auf und tränkte einen neuen Teil des Verbandes im Wasser. Diesmal wrang Kibe den provisorischen Lappen ein bisschen energischer aus als sie eigentlich müsste, ehe sie sich wieder zu Kami gesellte um die Behandlung fortzusetzen. Obwohl man meinen könnte, dass sie nun etwas harscher mit dem jungen Mann umgehen würde, war sie trotzdem noch recht vorsichtig in ihrem Vorgehen. Sie schien also wirklich nicht mehr sauer zu sein. Dass es sie beschäftigte, konnte sie jedoch nicht leugnen. „Menschen ändern sich ja doch.“, stellte sie leise fest, viel mehr zu sich selbst sagend.
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Re: See inmitten des East Forest

Beitrag von Kami am Mi Jul 15, 2015 1:41 pm

Nun, besser hätte es den Dragonslayer in der Situation wohl kaum treffen können. Eigentlich abseits der Zivilisation saß er an einem See, war doch recht stark verletzt. Grade in diesem Augenblick, in der Lage in der einen anderen Menschen der ihm half, gut gebrauchen konnte, trat eine junge Dame ins Rampenlicht, die gar nicht lange zögerte um ihm zu helfen. Natürlich war Kami erstmal etwas verwundert, er kannte sowas nicht, hatte vorher noch nicht die Erfahrung gemacht, dass jemand sowas für ihn tat. Immerhin wusste sie nicht einmal wen sie vor sich hatte, tat es trotzdem. Im Gegensatz zu Kami. Denn er erkannte die junge Frau dann doch recht schnell, veränderte seine Haltung ihr gegenüber, die er in den ersten Augenblicke zeigte, keineswegs. Im Gegenteil, er behielt sie bei und war sogar bereit dazu, alles irgendwie wiedergutzumachen, was er damals bei ihr verzapft hatte. Auch wenn sich das vielleicht als nicht ganz so einfach erweisen würde, wenn sie erstmal erkannte, wen sie vor sich hatte. Immerhin konnte die Frau mit den schneeweißen Haaren noch immer das Weite suchen, ihn einfach dort sitzen lassen, auch wenn sie bereits damit begonnen hatte, ihm zu helfen. Kami konnte das nicht einschätzen, musste mit jeder Situation umgehen, doch es gab eins, was er sicherlich nicht tun würde. Ihr irgendwie Wiederstand zu leisten. Er hatte keine Kraft und definitiv auch nicht die Intention dafür, um eine solche Aktion erneut, wie damals, durchzuziehen. Jedenfalls wusste sie dann auch endlich, dass der Fremde dem sie da half, doch gar nicht so fremd war, wie sie erst annahm. Man erkannte ihre Meinung dazu bereits an ihrer Mimik und Gestik. Sie schien geschockt, wusste nicht recht was sie jetzt tun sollte. Kami hingegen war die Ruhe selbst, wartete ab, bis sie etwas runterkam, um auf sie einzugehen. Er wusste genau, was er jetzt zu tun hatte.



Kami reagierte vernünftig, begann ohne irgendwelche Aufforderungen, sich bei der Dame vor ihm zu entschuldigen, für das was er ihr angetan hatte. Sie hatte sicherlich einen Eindruck vom Anzugträger gewonnen, der ihm eigentlich absolut nicht kleidete. Und genau das, konnte er so nicht hinnehmen, da er in der Zwischenzeit begriff, dass er derjenige war, der falsch handelte und eigentlich es in der Hand hatte, das Treffen ganz anders zu gestalten. Doch wie dem auch sei, was nicht war, konnte ja noch werden. Zumindest sah sich Kami in der Lage, das Ganze erneut in der Hand zu haben, aber diesmal richtig zu reagieren. Nachdem er ihr erklärte, dass es ihm Leid tat, schlug er einen Neuanfang vor, verriet ihr auch erneut seinen vollen Namen. Gespannt schaute der Slayer sie an, war gespannt, was sie nun vorhatte. Entweder sie war bereit dazu, Kami nach der Zeit mit anderen Augen zu sehen, oder sie machte sich aus dem Staub, vergaß den Schwarzhaarigen vollkommen. Natürlich hoffte er darauf, dass sie ebenfalls an einem Neuanfang interessiert war. Innerhalb von kurzer Zeit, hatte er einen neuen Eindruck von ihr gewinnen dürfen. Immerhin waren sie sich für einen Augenblick lang wieder fremd, dort bemerkte er, dass sie definitiv hilfsbereit war und ein Lächeln ausstrahlen konnte, dass ihm gar keine andere Wahl ließ, als es ihr bedingungslos zu erwidern.  Jedes Mal wenn sich ihre Blicke trafen, kurz aneinander klebten, sah er eine andere Frau vor sich, als er sie damals gesehen hatte. Vielleicht konnte sie auch einen anderen Kami in ihm sehen, als derjenige, der sie angriff und rüberkam wie der größte Trottel in Fiore. Wenn er drüber nachdachte, hätte er sich selbst damals wohl auch ein bisschen gehasst. Sie durchbrach das kurze Schweigen mit einem einfachen „Okay“, gefolgt von einer Vorstellung ihrerseits. Der Slayer atmete erleichtert durch, pustete etwas Luft aus. Natürlich war das nicht unbedingt sonderlich freundlich von ihr, doch mit einer solchen Reaktion durfte er gar nicht rechnen, immerhin hatte sie allen Grund dazu, ihm das Ganze noch immer ein wenig übel zu nehmen. Umso besser, dass sie Kami etwas verzeihen konnte, bereit dazu war, die Ereignisse in der Vergangenheit zu vergessen. Der Slayer strahlte ein wenig Zufriedenheit aus, was in seinem Gesicht zu erkennen war. „Du glaubst nicht, wie gut es tut, das grade zu hören. Du rettest mir quasi meinen Tag“ erklärte er ihr, nachdem er schließlich sein Hemd auszog, an sich selbst herunterblickte. Was er damit gemeint hatte, war wirklich unschwer zu erkennen.

Auch sie meinte, dass es recht übel aussah, als sie es ein wenig näher unter die Lupe nahm. Ihr Blick wanderte anschließend wieder zum Slayer hoch, verweilte in seinem Gesicht. Er senkte seinen Kopf etwas, nahm Kontakt auf. Kibe war der Überzeugung dass er damit lieber noch zu einem richtigen Arzt gehen sollte, sonst würden wohl Narben bleiben. Daraufhin machte er einen überraschten Gesichtsausdruck, bevor er sich mit der Hand kurz am Hinterkopf kratzte. „Naja, die eine mehr oder weniger fällt ja auch nicht auf. Ich hab es nicht so mit diesen Ärzten, dort ist es irgendwie gruselig. Ich weiß nicht, aber ich vertraue ihnen nicht. Muss mich wohl ganz auf dich verlassen“ bei diesen Worten wechselte der Ausdruck in seinem Gesicht, zu einem etwas amüsierten und dabei definitiv entspannten. Wieder setzte sie nun an, ihren Lappen in der Wasser zu tunken, die Wunden auf dem Oberkörper des jungen Mannes zu reinigen. Dabei behandelte sie ihn sehr sanft und vorsichtig, obwohl sie diese Situation auch hätte anders für sich ausnutzen können. So konnte Kami diese Prozedur ohne weiteres über sich ergehen lassen, in seiner Lage tat es sogar recht gut, dass so mit ihm umgegangen wurde. Er würde sich auf jeden Fall noch bei ihr erkenntlich dafür zeigen, das stand für ihn bereits fest. Schließlich drangen noch ein paar Worte aus ihrem Mund, die recht leise waren. Allerdings hatte Kami kein Problem damit, sie trotzdem zu verstehen. Ohren eines Drachen. Menschen änderten sich, da hatte sie Recht. So auch Kami, was nicht schwer war, anhand seiner neuen Haltung ihr gegenüber auszumachen. „Und das nicht nur, weil ich hier verletzt sitze, kaum in der Lage mich zu wehren, sondern weil ich selbst erkannt habe, dass ich Fehler gemacht habe. Vielen fällt es schwer, erstmal bei sich selbst anzufangen, um Probleme zu beheben. Sie suchen bei anderen Menschen und hoffen dann, dass dieser irgendwann nachgibt oder einfach vollkommen aus den Gedanken verschwindet. Doch so einfach ist das nicht, zumindest nicht für mich. Ich kann besser damit leben, wenn ich weiß, dass du mich nicht mehr ganz so abscheulich wie damals findest“ versuchte er ihr näherzubringen, während er wieder etwas schwieg, einfach diesen Moment ein bisschen genoss. Diese Stille war nicht negativ, sondern eher beruhigend und friedlich. „Schließlich habe ich wohl das bekommen, was man eine Lektion nennt.  Beim nächsten Mal, weiß ich er es besser“ redete er fast in den Wind hinein, so konnte man es sagen, während sein Blick das Himmelszeit und die Wolken für sich einnahm.

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Re: See inmitten des East Forest

Beitrag von Kibe Asano am Mi Jul 15, 2015 1:44 pm

Ein weiteres mal ließ sich die hellhaarige Nekromantin die Worte des Dragonslayers durch den Kopf gehen. Er hatte sich aufrichtig bei ihr entschuldigt. Zumindest klangen seine Worte ernst gemeint, so dass Kibe nicht an ihren Wahrheitsgehalt zweifelte. Allerdings änderte das nichts an der Tatsache, dass sie nun einmal eine Vergangenheit miteinander hatte. Und davon nicht gerade die schönste. Natürlich war sie auch nicht furchtbar. So eine kleine Auseinandersetzung war sie gewohnt. Wäre es schlimmer ausgegangen hätte sie ihn wohl durchaus hier liegen gelassen. Sie mochte zwar durchaus Hilfsbereitschaft zeigen, aber sie war nicht dumm. Trotzdem hatte Kibe wohl etwas zu harsch reagiert. Der Magier versuchte sich bei ihr zu entschuldigen und das ganze in die richtigen Bahnen zu lenken, sie irgendwie versöhnlich zu stimmen. Unschlüssig wog die junge Frau ihre Möglichkeiten ab.

Die Erleichterung Seitens des Slayers blieben der Magierin nicht verborgen. Nur kurz hatte sie den Blickkontakt wieder aufgenommen und hatte den jungen Mann vor sich ein weiteres mal prüfend gemustert. Auch ohne seine Worte wäre sie wohl darauf gekommen, dass er zumindest nicht traurig über ihre Antwort war. Wegen seiner letzten Bemerkung musste Kibe dennoch ein wenig grinsen. „So kann man das nennen.“, stellte sie trocken fest. „Selbst wenn ich dir die Sache noch weiter übel nehmen würde...“, setzte sie schließlich zu sprechen an und hielt kurz inne, legte sich ihre Worte zurecht. Auf keinen Fall wollte sie, dass er glaubte sie hätte die ganze Sache vergessen. Dem war nicht so, dem würde wohl nie so sein. Aber diese Begegnung würde früher oder später in den Hintergrund rücken, unwichtig werden und mit neuen Erinnerungen überschattet sein. Was jetzt zählte war diese Begegnung. Und bisher hatte Kami einen völlig anderen Eindruck als erwartet hinterlassen. „Dich hier einfach sitzen lassen würde ich trotzdem nicht. Ich hab schon schlimmeres eingesteckt als deine kleinen Spielereien damals.“, tat sie das ganze einfach ab. Natürlich hatte der junge Mann ihr damals einen gewaltigen Schrecken eingejagt, aber genauso schnell war dieser auch wieder verflogen gewesen. Da brauchte es mehr als ein paar böse Worte um sie aus der Bahn zu werfen.

Dass dieser Tag voller Überraschungen steckte zeigte allein die kleine Offenbarung seinerseits. Auf ihren Vorschlag hin doch einen Arzt aufzusuchen reagierte Kami etwas ausweichend, bezeichnete diese als gruselig. Skeptisch hob die junge Frau eine Augenbraue an, musste sich daraufhin das aufkommende Lachen verkneifen und räusperte sich stattdessen nur. „So so. Ein Dragonsalyer der Angst vor einem klitzekleinen Arztbesuch hat? So einer bist du also.“. Dass Kibe ihn damit nur etwas aufzog verriet ihre Stimmlage. Sie klang belustigt und neckend, wenig ernstzunehmend. „Deine Entscheidung.“. Kami war schließlich alt genug selber zu entscheiden, ob er einen Arztbesuch nötig hatte oder nicht. Zwar würde die Weißhaarige diesem das sehr zu Herzen legen, aber gut. War nicht ihre Sache. Ein Grund mehr den jungen Mann vernünftig zu verarzten. Mit einer Antwort auf ihre kurze Bemerkung hatte sie jedoch nicht gerechnet. „Ich hab dich nicht für abscheulich befunden. Anstrengend, Anmaßend und Arrogant. Ja. Aber Abscheulich? Nah. Dafür musst du dich schon etwas mehr anstrengen.“. Ihre Tonlage hatte ihren lockeren Ton bei diesen Worten nicht verloren, doch wusste sie, dass es auch nicht die netteste Wortwahl gewesen war. Doch war es ihr lieber jetzt reinen Wein einzuschenken und ihre Gedanken mitzuteilen als später dieses nagende Gefühl zu haben, etwas gesagt haben zu müssen. „Aber man lernt aus seinen Fehlern, nicht wahr?“.

Während Kami so ruhig vor ihr saß und seinen Blick gen Himmel gewandt hatte, holte die Nekromantin Nadel und Faden hervor. Wäre sie jetzt besonders fies würde sie ohne Vorwarnung einfach anfangen die Wunden zu flicken. Aber so war sie nicht. „Ich werde die größeren Wunden nähen, ja?“. Der Faden war schnell eingefädelt und so setzte die junge Frau die Spitze vorsichtig am Rand der Wunde an. Die Haut des Dragonslayers unter ihren Fingerspitzen fühlte sich warm an, irritierte sie für einige Augenblicke. Normalerweise hatte sie nicht so viel mit Lebenden zutun, war davon doch immer wieder fasziniert. Abschätzend wanderte ihr Blick noch einmal in das Gesicht des Magiers, suchte in seinen Augen nach Bestätigung. „Augen zu und durch, hm?“. Ohne ihm eine Möglichkeit zum Protest zu geben setzte sie den ersten Stich, auf welchen noch weitere folgen mussten. Danach hatte er auch das gröbste überstanden und musste sich nur noch verbinden lassen.
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Re: See inmitten des East Forest

Beitrag von Kami am Mi Jul 15, 2015 1:47 pm

Nun wusste Kibe wer derjenige war, dem sie ihre Hilfe so ohne weiteres angeboten hatte. Wahrscheinlich wäre es dazu nicht gekommen, wenn sie sofort realisierte, wer dort verletzt am Ufer saß. Oder doch? Schließlich appellierte sie an ihre Vernunft und das man sowas doch aus Anstand tat. Einer Person zu helfen, die Hilfe eben dringend benötigte. Zumindest konnte Kami sich Glücklich schätzen, dass sie so dachte, obwohl er damals nicht grade ein gutes Grundgerüst dafür gefertigt hatte. Obwohl es ihre Überwindung kostete, trotzdem weiter zu helfen, tat sie es, war bereit die Sache hinter sich zu lassen. Sehr zur Freude für den Dragonslayer, der ihr klargemacht hatte, dass es sein Fehler war, den er gerne beheben würde.  Kibe schien darauf einzugehen, sie wurde etwas ruhiger, obwohl sie das was passiert war, natürlich nicht einfach vergessen konnte. Das verlangte auch niemand von ihr, vielleicht gehörte es sogar dazu, um jetzt einen besseren Kontakt aufzubauen, da sie sich gar nicht mehr so fremd war. Und sie wie selbst sagte: Menschen ändern sich eben. Somit hatte er auch kein Problem damit gehabt, offen zuzugeben, dass es gut tat zu hören, dass sie ihm verzeihen konnte. Dazu noch, verriet er ihr, dass sie seinen Tag gerettet hatte, lockte Kibe damit ein Grinsen auf ihr Gesicht. Daher bestätigte sie ihn, machte dem jungen Mann aber auch klar, dass die Sache definitiv noch nicht erledigt war. „Ich habe auch nicht erwartet, dass du alles vergisst und mir gleich um den Hals fällst.“ Scherzte er, fügte aber noch etwas hinzu. „Das was du da grade tust, ist mehr als genug“ damit beließ er es erstmal, hielt weiterhin still, während sie versuchte, sich seiner Wunden anzunehmen. Aber egal wie sehr ihr dieses Treffen noch im Kopf blieb, hätte sie ihn wohl trotzdem nicht sitzen gelassen, denn man hatte ihr schon schlimmeres angetan, als das was Kami dort fabriziert hatte. Das war absolut nicht schön zu hören, niemand sollte schlimm verletzt werden müssen, wenn er es nicht grade verdient war. Er konnte sich kaum vorstellen, dass Kibe sich so sehr mit jemandem anlegte, dass dieser sie tot sehen wollte. „Das tut mir Leid für dich, aber ich weiß wie sich das anfühlt. Ist nicht das erste Mal, dass ich so aussehe. Manchmal komme ich nicht drum rum“ sprach er frei und offen zu ihr, nachdem er sich symbolisch auf das Zeichen seiner Gilde am rechten Oberarm klopfte.

Nun stand da noch die Frage des Arztbesuches im Raum, sie riet ihm dazu, sich das ganze mal von professionellen Leuten ansehen zu lassen, nachdem sie mit ihm fertig war. Kami hingegen hielt das für keine gute Idee, immerhin hielt er nicht viel von solchen Leuten, konnte seine restlichen Kämpfe auch überleben, ohne dass er einen Arzt aufsuchte. Allerdings schien sie fast ein wenig amüsiert über das, was er sagte, provozierte ihn ein wenig. Sie stellte ihn als Dragonslayer in Frage, so als wenn er ein Weichei wäre, dass sich nicht mal traute zu einem Arzt zu gehen. Kami hingegen konnte gut mit der Aussage umgehen, nahm sie ihr nicht übel, hatte sogar eine passende Erklärung parat. „Wenn ich schwere Verletzungen habe, steht dabei stets mein Leben auf dem Spiel. Ich gebe mein Leben nicht freiwillig Menschen in die Hände, denen ich nicht vertraue. Das solltest du dir merken. Es gibt auch andere Mittel und Wege um mich zu heilen, da muss ich keinen dieser Orte aufsuchen. Schließlich beweist du mir doch grade, dass es auch so geht. Dabei gehe ich nicht davon aus, dass du eine Ärztin bist, Kibe“ dabei grinste Kami wieder kurz. „Aber was mich wirklich interessiert wäre, woher du sowas kannst? Ich meine, mich in diesem Maße zu versorgen. Das ist für mich mehr, als es für dich vielleicht aussehen mag“ diese Frage und Aussage zugleich, musste er einfach noch an seine Worte anhängen, bevor er wieder einen Augenblick lang Ruhe gab, Kibe ihre Arbeit machen ließ. Sie hatte nun vor, sich intensiv seinem Brustkörper zu widmen. Natürlich nur um ihn wieder zusammenzuflicken. Dabei jedoch, kam sie nochmal auf seine Aussage zurück. Er wollte ihr klar machen, dass es für ihn besser war, wenn sie ihn nicht mehr abscheulich fand, so vielleicht wie beim ersten Treffen. Er hatte ein reines Gewissen, wenn sie ihn anders wahrnehmen konnte.

In ihren Augen war er nicht abscheulich, doch eine Menge anderer Dinge, die man eigentlich nicht gerne hörte, obwohl sie damit doch Recht gehabt hatte. Er nahm es hin, wie sie es sagte, nur sie selbst konnte entscheiden, als was für eine Person sie seine Erscheinung wahrnahm. Auch wenn er nicht mehr der gleiche war, aus seinen Fehlern lernte, war es komisch für ihn, das so vor den Kopf geknallt zu bekommen, obwohl er es doch selbst schon wusste. „Du hast Recht, so bin ich wohl rübergekommen. Das passiert mit Menschen, die sich zu sicher fühlen und nicht darüber nachdenken, was sie mit ihren Taten anderen antun können. Das hätte ganz anders aussehen können.  Aus diesem Grund bin ich wohl  froh, dass ich die Chance habe, dich nochmal auf andere Art und Weise kennenzulernen“ kam es ruhig aber bestimmt aus seinem Mund, während er die Worte wieder mit einem seiner Blicke in ihre kalten, und doch so interessanten Augen untermalte. Jetzt kam sie dazu, den Oberkörper nun wirklich zu behandeln, nachdem Kami wieder gen Himmel starrte. Sie warnte ihn noch vor, immerhin würde sie die Wunden jetzt nähen. Mit einem Nicken bestätigte Kami, dass er sie gehört hatte, biss plötzlich die Zähne zusammen, als sie ansetzte. Als sie wieder ein paar Worte an ihn wandte, wanderte sein Blick zurück zu ihr. „Ich habe ja keine andere Wahl, du wirst schon wissen, was du da tust. Keine Sorge, ich halte das schon aus“ versicherte der Slayer ihr, zuckte mit seinen Mundwinkeln kurz nach oben. Es war irgendwie komisch, wenn er darüber nachdachte, was er über das Thema „Ärzte“ gesagt hatte. Kami ließ sich nicht gerne von ihnen behandeln, der er diesen Leuten nicht vertraute, doch zuckte er nicht einmal mit der Wimper oder dachte daran sich zu wehren, als Kibe sich dabei machte, seine Wunden zu heilen. Manchmal verstand sich der Slayer selbst nicht, aber dort wusste er noch nicht, dass er absolut richtig gehandelt hatte. Er konnte nicht sagen, dass er ihr bereits vertraute, doch sein Gefühl sagte ihm, dass diese Frau keine bösen Absichten hatte, solange man ihr keinen Grund dazu gab. Irgendwie konnte er sich in ihrer Gegenwart grade entspannen, absolut, vergaß sogar ein paar Augenblicke lang, warum er überhaupt so zugerichtet an diesem Ort saß. Er dachte gar nicht länger drüber nach, sondern vertiefte sich in das Gespräch mit ihr, fühlte jede ihrer Berührungen, die sie tätigte, während sie ihn versorgte.

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Re: See inmitten des East Forest

Beitrag von Kibe Asano am Mi Jul 15, 2015 1:50 pm

Es war zwar durchaus schön mal für das was man tat gelobt zu werden, doch nahm der Dragonslayer ihre Hilfsbereitschaft wohl etwas zu ernst. Obwohl das vielleicht das falsche Wort war. Erstaunte es ihn so sehr, dass sie nicht einfach weiter gegangen war? In was für einer Welt lebten sie, wo diese Gedanken einem so selbstverständlich kamen?
Seinen Scherz kommentierte die Nekromantin mit einem leichten Lachen. Die Vorstellung die er ihr da in den Kopf setzte wirkte seltsam surreal. „Naja wer weiss. Was nicht ist, kann ja noch werden.“. Wobei sich ihr Satz mehr auf den Vergessen-Teil bezog. Tatsächlich begann sie von Minute zu Minute weniger Groll gegen den Magier zu hegen. Wirklich schwer vorstellbar, dass sie den gleichen Mann vor sich hatte wie bei ihrem ersten Treffen. Da wäre so ein ruhiges Beieinander sitzen nicht möglich gewesen, egal wie schwer verletzt der andere auch gewesen sein mag. Vielleicht waren sie sich in manchen Hinsichten einfach zu ähnlich, dass es schwer viel in einer verzwickten Situation auf einen Nenner zu kommen. Kibe zumindest konnte von sich behaupten recht stur zu sein. Das war auch einer von vielen Gründen für die ein oder andere Konfrontation oder Narbe. Bei ihr ging es nämlich stets um ihr eigenes Wohlergehen, nicht um das einer Gilde. Deshalb schenkte sie dem Tattoo auch nur einen kurzen Seitenblick. Der ganze Gilden-Kram klang in ihren Ohren nach einer willkommenen Ausrede um sich so konsequenzslos wie möglich zu prügeln und seinen eigenen Launen nachzugeben. Nun konnte sie nicht einschätzen wie es bei Kami war. Vielleicht ein bisschen von Beidem? „Das kann ich mir bei dir gut vorstellen.“

Eigentlich hatte Kibe mit einer schnippischen Bemerkung gerechnet. Schließlich hatte sie einen neckenden Ton angeschlagen und nicht umsonst diese Worte gewählt. Die Antwort fiel aber relativ wertungslos aus. Sie verstand das Misstrauen gegenüber anderen wohl wie kein zweiter, wenn es jedoch um ihre eigene Gesundheit ging war sie weniger zimperlich. Da ging sie auch schon einmal mit einer recht zwielichtigen Gestalt mit. Bisher war das immer gut ausgegangen. „Manchmal muss man einfach vertrauen... Dir bleibt ja gerade auch nichts anderes übrig.“. Und damit hatte sie recht. Wenn der Dragonslayer sie von Anfang an erkannte hatte, dann war es sehr verwunderlich, dass er sie überhaupt in seine Nähe gelassen hatte. Schließlich hätte sie ja sonst etwas anstellen können! Denn eine Ärztin war sie gewiss nicht. Was zu Recht die Frage aufwarf, warum sie so etwas konnte.Als Antwort schnalzte die junge Frau mit der Zunge. „Ist doch nichts besonderes. Ein bisschen wunden reinigen und desinfizieren. Das Nähen musste ich anfangs zwar etwas üben.. aber so etwas kommt mit Erfahrung. Schließlich kann ich mich nicht immer darauf verlassen einem Arzt zu begegnen.“. Dafür trieb sie sich zu oft fernab der Zivilisation herum. „Und ich wiederhole mich gerne: keine große Sache. Ist für mich wirklich eher ein Anstandsding.“

So langsam hatte Kibe sich auch genug ausgekotzt. Was sie von dem Dragonslayer gehalten hatte wusste er also jetzt. Und nahm es erstaunlich gut auf. Und damit hatte sich das Thema für die Nekromantin. Denn sie stimmte seiner letzten Aussage zu: das hier war die Möglichkeit eines neuen Kennenlernens. Wäre das hier ihr erstes Treffen gewesen, wären sie vielleicht anders miteinander umgegangen. Wahrscheinlich wäre die Nekromantin auch ein wenig gesprächiger, schließlich wäre er ihr sonst völlig fremd. Da das hier jedoch nicht der Fall war sah sie keinen Grund sich großartig zur Vorsicht zu ermahnen. „Beruht auf Gegenseitigkeit.“, bestätigte sie mit eher knappen Worten ihrerseits. Wenn es darum ging sich einer anderen Person mitzuteilen war sie nicht so wortgewandt wie der Verletzte der gerade vor ihr hockte. Vielleicht fiel ihr das auch einfach schlicht und ergreifend schwerer als ihm selbst. Selbst während sie seine Wunden nähte schaffte er es sich irgendwie mit ihr zu unterhalten. Zumindest jammerte er nicht herum oder zuckte großartig um ihre Arbeit zu erschweren. So konnte die Nekromantin gezielt und zügig. Nun machte sie noch einen festen Knoten und trennte den Faden mitsamt der Nadel ab. Prüfend musterte sie ihr Werk – es sah schlimmer aus als es womöglich war. Nichts lebensgefährliches. Trotzdem musste noch der Verband folgen. „Also wenn du dich die nächsten Tage ein bisschen zurück nimmst sollte das schon bald besser sein.“, erklärte sie während sie einige den Verband ansetzte und sich hin hockte, um ihm besser um seinen Oberkörper wickeln zu können. „Heb mal deine Arme ein bisschen an.“, wies die Weißhaarige ihren Pflegefall hin und griff etwas umständlich um den Dragonslayer herum, fast so als wollte sie ihn umarmen. Dabei musste sie nur irgendwie die Verbandsrolle mit der anderen Hand zu fassen bekommen. Das wiederholte sie ein paar mal, bis alle Wunden vor Dreck geschützt waren. „Tada. Fertig. Siehst aus wie neu.“, verkündete sie als sie den Verband abschnitt und den Rest zurück mit ihren Utensilien in das Köfferchen räumte. Im Anschluss daran betrachtete sie ihr Werk noch einige Sekunden, ehe sie zurück in Kamis Gesicht blickte. Es schien ihr vertrauter als es sollte, und so starrte sie ihn einige Sekunden unverfroren an. „Du weisst nicht zufällig, wie man hier wieder raus kommt, oder?“. Die Frage beschäftigte sie schon die ganze Zeit. „Ich hab nämlich echt hunger..“, fügte sie leise jammernd hinzu und legte sich wie um ihre Worte zu bekräftigen die Hand auf den Bauch, sah etwas gequält dabei aus.
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Re: See inmitten des East Forest

Beitrag von Kami am Mi Jul 15, 2015 1:51 pm

Mittlerweile bildete sich langsam ein kleines Gespräch zwischen den beiden, auch wenn ihre Antworten Überlegung und Zeit brauchten, so immer nur vereinzelte Wortgruppen aufeinandertrafen. Das war einfach der Situation geschuldet und dem Fakt, dass die beiden, nennen wir es Startschwierigkeiten hatten, aufgrund ihres 1. Treffens in der Vergangenheit. Jedoch waren sie sich einig, einen Neuanfang zu starten und so langsam aber sicher, wieder aufeinander zuzugehen, Stück für Stück. Natürlich brauchte es seine Zeit, bis sie ihre defensiven Haltungen komplett abgelegt hatten. Obwohl Kami etwas mehr auf sie zuging, da er auch derjenige war, der am meisten verbockt hat. So war es ganz legitim, dass er den ersten Schritt machte, sozusagen. Unabhängig davon, dass manches so oder so in Erinnerung bleiben würde. Obwohl Kibe bereit dazu schien, irgendwann unter Umständen das Ganze in den Hintergrund zu schieben, was er aus ihrer Antwort auf seinen Scherz entnehmen konnte. Sie meinte es wohl wirklich gut mit ihm, denn die Tatsache dass sie ihm weiterhin half, ohne irgendwie Anstalten zu machen, zu verschwinden, war für sie selbstverständlich, so kam es zumindest rüber, dem Eindruck nach, den Kami gewann. Auf die Tatsache hin, dass er ihr Mitgefühl aussprach und meinte, dass er des Öfteren mal mehr einsteckte, meinte sie, dass sie sich das gut bei ihm vorstellen konnte. Spielte sie etwa darauf an, dass Kami sie damals auch sofort etwas aggressiv behandelt hatte? Wahrscheinlich sah sie ihn grade als ein Prügelknabe, der keine Gelegenheit ausließ, um sich zu beweisen. „Ich weiß nicht ob du mir das glaubst, aber ich kämpfe nicht einfach so. Wenn ich einen Kampf bestreite, brauche ich einen Grund dazu, ansonsten sehe ich keinen Sinn und Zweck darin. Es reicht aber unter Umständen schon, Personen zu bedrohen, die mir lieb und heilig sind. Auch wenn mir davon nicht viele bleiben“ klärte er sie auf, mit seinem altbekannten Grinsen, während er seine Hände hinter dem Kopf leicht verschränkte, tief ein und aus atmete.



Noch immer klebten die beiden ein bisschen an demselben Thema, wie zuvor. Dass es dabei nur darum ging, einen Arzt aufzusuchen, rückte in den Hintergrund, als der Dragonslayer der jungen Dame erklärte, wieso und weshalb er sich nicht gerne in die Obhut solcher Menschen begab. Vielleicht klang es dumm, doch für Kami schien es plausibel, seine Beweggründe waren ehrlich und er würde dabei bleiben. So ganz ohne weiteres und vor allem alleine, würde er eine solche Anstalt sicherlich nicht aufsuchen. Immerhin machte Kibe ihren Job doch gut, da gab es keinen Grund, sich noch weiter behandeln zu lassen. Allerdings war da noch die Sache mit dem Vertrauen, was sie wohl grübeln ließ, denn sie gab ihm daraufhin eine Antwort. Wobei sie nicht ganz Unrecht hatte. In diesem Augenblick musste er Kami vertrauen, eine andere Wahl hatte er nicht zwingend. „Wenn ich dir nicht bei dem was du da tust, auf irgendeine Art und Weise vertrauen würde, hättest du das mitbekommen. Schon komisch, dass ich mich eher von dir behandeln lasse, als von einem Typ der vorgibt ein Spezialist auf diesem Gebiet zu sein. Nenn mich verrückt oder einfach optimistisch“ äußerte er, ein wenig humorvoll, aber dennoch mit einem wahren Kern. Kurz darauf folgte auch schon die von ihm eingeforderte Erklärung darüber, warum sie überhaupt Wunden so gut behandeln konnte, wie sie es an Kami demonstriert hatte. Für sie stellte das jedenfalls keine große Herausforderung dar, außer das Nähen musste sie etwas üben, ansonsten ging es locker von der Hand. Etwas erstaunt darüber war der Slayer schon. Er hatte zwar eine Menge Kampfkraft und konnte seine Gegner fertig machen, aber die Fähigkeit Menschen in Not sofort zu helfen, hatte er nicht. So konnte man auch sich selbst helfen, wenn man mal verletzt war und sich in der Lage war, sofort etwas dagegen zu tun. Auch wenn Kami ihr nun wirklich zeigte, dass er es schätzte, was sie für ihn tat, spielte sie es etwas herunter, machte keine große Sache draus. „Jedenfalls erklärt das,  dass ich vielleicht weder verrückt, noch optimistisch bin, sondern eher im richtigen Augenblick, auf die richtige Person getroffen bin. Ich meine, ein wenig Ironie steckt da ja schon drin, nicht wahr?“ Es war eher eine rhetorische Frage, die er da an seine Ausführung anhing, bevor er kurz etwas Luft durch die Nase pustete.

Während sie nun die Nadelstiche setzte, um seine Wunde zu verschließen, redete Kami weiter mit ihr, als wäre nichts gewesen, obwohl er doch in der Lage war, den aufkommenden Schmerz deutlich wahrzunehmen. Er zeigte allerdings deutlich wenig davon, schluckte es herunter. Ohnehin wirkte er nicht wie ein Jammerbolzen, denn wenn sie ihm schon half, sollte er das eher genießen. Es wäre sicherlich besser, als wenn diese Verletzungen weiterhin auf seinem Körper weilen würden. Daher nahm er es so hin, wie es kam. Sie gab sich ebenfalls große Mühe dabei, ihm nicht wehzutun und vorsichtig zu agieren, wieder etwas, was der Slayer ihr hoch anrechnete. Denn es war eigentlich die optimale Gelegenheit gewesen, um ihm eins auszuwischen. Die Chance zu haben, sie erneut kennenzulernen, den Kontakt aber in eine andere Bahn als beim 1. Mal zu lenken, stimmte Kami glücklich, was ihrer Aussage nach, auf Gegenseitigkeit beruhte. Eine kurze, knappe und bündige Antwort. Nun war sie allerdings fast fertig gewesen, begutachtete daraufhin ihre Arbeit nochmal. Sie meinte, dass wenn er sich etwas zurücknehmen würde, es in ein paar Tagen wieder gut war. Sie kannte Kami wirklich nicht. Er und zurücknehmen? Irgendwas war doch immer und wenn es eine Kleinigkeit war, der Dragonslayer war bereit dafür. Obwohl er natürlich ihre Hilfe nicht gleich wieder zu Nichte machen wollte. Ein wenig mit Vorsicht würde er schon agieren. So konnte sie also den Faden von der Nadel trennen, brauchte nur noch den Verband ummachen, ein Unterfangen, das etwas körperliche Nähe erforderte. Sie hockte sich vor hin, forderte den Mann dazu auf, die Arme zu haben. Gesagt getan, sie wirkte fast so, als wenn sie ihn dabei umarmen wollte, war ihm in diesem Augenblick näher als je zuvor. Fast wäre er ein bisschen Rot geworden, aber er kriegte grade noch so die Kurve. Möglicherweise wäre es peinlich rübergekommen, hätte sie erneut den Blickkontakt aufgenommen. Das geschah auch, nachdem sie den Verband fertig umwickelte, ihre Sachen wieder wegräumte. Sie starrte ihn förmlich an, Kami tat es ihr gleich. Nebenbei tastete er mit der Hand seinen Körper ab, fühlte, dass die Wunden gut geschützt waren. Prompt ging es ihm etwas besser, die Behandlung zeigte ein wenig Wirkung, zumindest kam ihm das so vor, auf mentaler Ebene. Grade wusste Kami nicht genau, was er sagen sollte, würde sich wohl eher nochmal bedanken, worauf von ihr folgen würde, dass es doch keine große Sache war. Allerdings fragte sie ihn, ob er wüsste, wie sie herauskommen konnten, denn sie hatte Hunger. Das war ein gutes Stichwort.

Kurz dachte er nach. Das war eigentlich die optimale Gelegenheit, sich doch noch bei ihr zu bedanken. „Nun ja, ich kenne mich hier nicht sonderlich gut aus, aber gemeinsam finden wir sicherlich einen Weg zurück auf die Straße. Von dort aus, gehen wir in die nächstbeste Stadt und essen etwas. Pass auf. Ich lade dich ein, du kannst essen so viel du willst, und wo du willst. Mach dir über Geld keine Gedanken, ich zahle. Du kannst es als Wiedergutmachung sehen. Na wie hört sich das an? Ich kann mir gut vorstellen, noch ein paar Worte mit dir zu wechseln, nachdem wir uns den Magen vollgeschlagen haben“  während er diese Worte an sie richtete, erstrahlte ein wahrlich freundliches und warmes Lächeln in seinem Gesicht, welches er ihr schenkte. Vorher würde er wohl noch schnell einen kleinen Laden aufsuchen, sich zumindest ein Oberteil organisieren, denn sein blutiges Hemd war für ein Lokal nicht geeignet. Hoffentlich stimmte sie zu, denn damit könnte er die Abend ganz nett ausklingen lassen, vielleicht jetzt schon wieder einiges richtig machen. Noch blieb er am Boden sitzen, schaute Kibe nur weiterhin an, machte einen glücklichen Eindruck.

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Re: See inmitten des East Forest

Beitrag von Kibe Asano am Mi Jul 15, 2015 1:59 pm

Wirklich faszinierend, dass eine Person gleichzeitig misstrauisch und naiv sein konnte. Ihr einfach so zu vertrauen hätte sich auch als fatalen Fehler erweisen können. Und trotzdem saßen sie jetzt hier in dieser Situation. Keiner wollte der anderen Partei etwas böses. Vielleicht war es auch gute Menschenkenntnis die dem Magier dazu riet, sich der Nekromantin anzuvertrauen? Möglicherweise. Diesen Gedanken riss Kibe ohnehin einfach nur kurz an, dachte ihn nicht einmal zu ende. Dafür war er in dieser Situation einfach nicht essentiell genug gewesen. Außerdem wollte sie das Thema nicht weiter vertiefen. Jetzt war es für Kami ohnehin zu spät einen Rückzieher zu machen, selbst wenn er plötzlich das Vertrauen in ihre Künste verlieren sollte. Dass sie noch lebte war jedoch Beweis genug dafür, dass sie zumindest ein bisschen auf sich aufpassen konnte. Was man angesichts der Situation über den Dragonslayer nicht behaupten konnte. Dieser versicherte ihr hoch und heilig, dass er sich nicht wegen jeder Kleinigkeit gleich schlagen würde. Aber diese Kleinigkeiten waren nun mal Situationsabhängig und hatten für jeden unterschiedliche Gewichtungen. Deshalb sah sie ihn nur mit einem wenig überzeugten Blick, aber dafür einem wohlwollendem Grinsen an. So recht nahm sie ihm das noch nicht ab, stellte seine Worte jedoch auch nicht offen in Frage.

Wahrscheinlich hatte der Magier einfach mehr Glück als ihm eigentlich gut tat. Anstatt hier zu sitzen und seine Wunden zu lecken, sich darum Gedanken was dazu geführt hatte, wurde er nicht nur behandelt sondern auch noch abgelenkt. Und Kibe würde einen Teufel tun den Dragonsalyer daran zu erinnern. Natürlich konnte sie dabei nicht ahnen warum genau Kami hier saß und was ihm widerfahren war, doch in diesem Augenblick spielte das auch keinerlei Rolle. Welche Umstände auch immer zu diesem Treffen geführt haben mochten – ob es nun Kibes 'furchtbarer' Orientierungssinn oder aber Kami zu verdanken war – das war schon seit Beginn des Gesprächs in den Hintergrund gerückt. „Du hattest einfach Glück.“, widersprach die Hellhaarige mit einem belustigten Unterton. Das war purer Zufall. Und in diesem Fall für den anderen halt eine der glücklicheren Art und Weise. „Ich meine, du hättest hier ja sonst wem begegnen können.“. Wer wusste schon, wer sich alles an die Fersen des Schwarzhaarigen geheftet hatte? Nichts was Kibe herausfinden wollte. Wer ihm auch immer diese Wunden beigebracht hatte; dem wollte sie nicht über den Weg laufen. Vielleicht ging sie mit seiner Anwesenheit ein höheres Risiko ein, als ihr eigentlich bewusst war?

Dies war die perfekte Gelegenheit für einen Neuanfang. Wenn sie das wirklich wollten, mussten sie hier den Grundstein legen. Entweder jetzt oder nie. Während Kami auf die Nekromantin mit Worten zugegangen war, hatte sie ihrerseits eher mit Taten geantwortet. Das lag ihr scheinbar eher – wenn es darum ging sich Märchen auszudenken war die junge Frau ganz groß mit Worten. Aber tatsächliche Gefühle? Die spiegelten sich bei ihr eher durch Handlungen wieder. Und die Tatsache, dass sie den Dragonslayer ohne Wenn und Aber behandelt und verarztet hatte zeugte davon, dass die Vergangenheit für sie keine große Rolle mehr spielte. Wozu auch? Was zählte war das hier und jetzt. Und gerade jetzt kam sie dem Schwarzhaarigen gefährlich nahe. Sie selbst nahm das nur am Rande wahr. Schließlich war sie damit beschäftigt die Wunden zu verbinden, hätte sich an seiner Stelle wohl aber auch komisch gefühlt. Im Normalfall hätte sie das wohl auch nicht getan und etwas mehr Abstand gesucht, doch blieb ihnen in diesem Moment keine andere Wahl. Verletzungen behandelten sich schließlich nicht von allein! „Touch da nicht so drauf rum..“, forderte die junge Frau beinahe etwas belustigt, als ihr Blick zu seiner Hand abrutschte, dort wo er den Verband betastete. „Sonst löst der sich wieder. Und dann darfst du zusehen, wie du den wieder anbringen willst. Außerdem solltest du dir vielleicht etwas überziehen. Es wird bald ziemlich kalt und eine Erkältung kannst du in diesem zustand nicht gebrauchen.“. Auch wenn das Hemd nicht zwingend die beste Möglichkeit war, hielt es dennoch etwas wärmer als wenn er gar nichts trug. Vielleicht wäre es im allgemeinen besser wenn er gleich den Wald verließ und zurück ging wo auch immer er her kam. Und Kibe dabei auch am besten gleich mitnahm. Schließlich wollte auch sie hier raus!

Auch wenn Kamis erster Satz nicht sonderlich vielversprechend war. Das sah man an Kibes Gesichtsausdruck. Als er meinte, er kenne sich hier ebenfalls nicht aus, lies sie leicht den Kopf hängen und seufzte hörbar. Super. Genau das hatte sie gebraucht. Einen verletzten und verlaufenen Dragonslayer. Auch wenn seine nächsten Worte ihr Interesse weckten. Kaum hörte sie Essen hob sie zumindest leicht den Kopf an. Und es wurde noch besser. So viel sie wollte? Auch wenn der Gedanke, dass er zahlte ihr nicht ganz behagte, immerhin kannten sie sich kaum, siegte doch ihr Hunger. Den ganzen Tag nichts zu sich zu nehmen war vielleicht nicht unbedingt das was man eine gesunde Ernährung nannte. „Du hattest mich schon bei dem Wort 'Essen'.“. Außerdem sprach ihr Blick Bände. Sofort richtete die Nekromantin sich auf, klopfte den Dreck von den Klamotten und hielt dem Schwarzhaarigen ihre Hand hin. „Na, auf geht’s. Sonst verhungere ich noch.“. Gott, war das Mädchen ungeduldig. Beinahe ein wenig ungeduldig wartete sie ihrerseits, dass sich Kami langsam in Bewegung setzte und lächelte ihn dabei breit an.
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Re: See inmitten des East Forest

Beitrag von Kami am Mi Jul 15, 2015 2:01 pm

Die Behandlung neigte sich dem Ende zu, das Gröbste war bereits erledigt und das fast ganz ohne große Schmerzen. Der junge Mann ertrug den Prozess jedenfalls ohne irgendwie großartig das Gesicht zu verziehen, es hätte also auch schlimmer für ihn ausgehen können. Zum Beispiel wenn er keine Behandlung erhalten hätte. Als nahm er es einfach so hin, vermittelte ihr damit, dass ihm diese Hilfe gut tat und er sich nicht dagegen sträubte. Sie hatte es wohl richtig ausgedrückt. Es war sein Glück gewesen, dass sie hier auftauchte, schließlich hätte es  auch sonst wer sein können, der Kami etwas Böses wollte und diese Situation eiskalt ausnutzte. „Der Tag hätte eh kaum noch schlimmer werden können, ich denke das ist ja fast offensichtlich. Ob Glück oder nicht, was zählt ist, dass du hier bist und geholfen hast. Der Rest ist mir egal“ Eine klare und deutliche Sicht, die er ihr da mitteilte. Dabei fiel ihm ein, dass er ihr nicht einmal den Grund mitgeteilt hatte, warum er hier saß. Natürlich wusste er genau, woran es lag. Vielleicht würde er es einmal vorsichtig ansprechen und dann sehen, wie viel man ihr erzählen konnte und wie gut sie in der Lage war, ihn zu verstehen. Man band eben nicht jedem auf die Nase, dass man so aussah, weil der eigene Bruder einen für den Feind verraten hatte und man nun versuchte, alles in Ordnung zu bringen, bevor es zu spät war. Daran scheiterte der Dragonslayer kläglich, hatte nun nur noch die Option, Nathan als seinen Feind  zu bekämpfen, wenn er auf ihn traf. Doch im Moment wollte er nicht weiter daran denken, denn in der Gesellschaft von Kibe, schaltete er einfach etwas ab, hatte bis zu diesem Moment einfach keinen Gedanken daran verschwendet, was ihm vor einigen Stunden wiederfahren war. Er hoffte einfach, dass das genauso blieb und je länger er bei ihr blieb, desto mehr er darüber vergessen könnte, was ihn nun wieder täglich plagen musste. Zu diesem Augenblick war er sich noch nicht bewusst, dass er doch ein wenig mehr Zeit mit ihr verbrachte, als zuvor gedacht.



Nun war Kibe langsam aber sicher fertig damit, ihn zu verarzten. Die letzten Schritte wurden ausgeführt, die letzten Nadelstiche gesetzt. Auch wenn es ein bisschen schmerzte, war es doch erträglich. Nun war sie nur noch dabei, ihm den Verband umzumachen, der die frisch behandelten Wunden schützen sollte, sodass sie in Ruhe heilen konnten, ohne Einwirkungen von außen. Sie kam ihm auf einmal sehr nahe, was wohl dazu gehörte, als sie den Verband anbrachte. Trotzdem hatte der Slayer damit nicht gerechnet, blieb aber ruhig, ging mit der Situation locker um, zumal sie es auch gar nicht so zu sehen schien, wer es tat. Zumindest konnte er es sich verkneifen, etwas rot dabei zu werden. Nachdem sie nun endgültig fertig war, tastete der Schwarzhaarige ihre Arbeit ab, begutachtete es mit seinen Händen, wobei er sofort ermahnt wurde. Schließlich konnte sich sonst der Verband lösen und er musste alleine damit fertig werden, ihn wieder anzubringen. „Ich wollte mich nur überzeugen, ob du auch gute Arbeit gemacht hast. Sieht jedenfalls ganz so aus, fühlt sich besser an“ bestätigte er ihr mit einem allseits bekannten Grinsen im Gesicht. Jedenfalls kam es sogar so rüber, als wenn sie sich ein wenig um ihn sorgen würde, süß von ihr, aber Kami wusste schon was er tat…naja, oftmals zumindest, obwohl es im Moment anders aussah. Aber es wirklich nicht besser, sich erstmal etwas überzuziehen, um nicht krank zu werden. Mit einem Nicken griff er nach seinem Hemd, streifte sich das blutige Kleidungstück wieder über. Er schüttelte sich kurz, blickte an sich herab. „Das Ding kann ich vergessen, da hilft auch keine Wäsche mehr. Zum Glück habe ich noch ein paar im Schrank zu liegen“ nun ja, das war glatt untertrieben. Er hatte Unmengen davon, in den verschiedensten Varianten. Deshalb kümmerte ihn das auch nicht groß, war eben ein Stück Stoff weniger, sein Jackett hatte er ja auch einfach weggeworfen.

Nun schien diese Begegnung allerdings noch nicht beendet zu sein, es ging weiter, denn beide waren sich einig diesen Ort langsam verlassen zu wollen. Dabei konnte man direkt die Gelegenheit nutzen und etwas Nahrung zu sich nehmen, denn Kibe stellte klar, wie hungrig sie eigentlich war. Diese Chance sah Kami für sich, einen weiteren Schritt auf sie zuzumachen und sie zum Essen einzuladen, um alles Weitere brauchte sie sich nicht kümmern, das übernahm der Dragonslayer. Kurz tastete er seine Tasche ab, wusste genau, dass sich dort noch einige Jewel befanden, die er mitgenommen hatte, bevor er Sabertooth einfach verließ. Anstatt einer Karte, war es eben Geld. Damit konnte man eben immer etwas anfangen, zum Beispiel in diesem Moment. Was Kami jedoch zum Lachen brachte, war ihre Antwort. Er hatte sie schon für seine Idee begeistern können, alleine als er das Wort „Essen“ aussprach. Sie wirkte, als wenn sie es kaum noch erwarten konnte, grinste ihn breit an, während sie ihm anbot, dem Slayer aufzuhelfen. Das ließ er sich nicht 2-mal sagen. Er griff nach ihr, stützte sich hoch, während sie ihren Teil dazu beitrug. „Eben, das wollen wir doch beide nicht. Also, verlieren wir keine Zeit“ mit diesen Worten lächelte Kami kurz, als er zum Waldrand ring, direkt darauf achtete, dass sie sich hinter ihm befand. Er rückte die Äste zur Seite, passte dabei immer auf, dass sie ohne weiteres hindurch gehen konnte. Irgendwann würden sie schon wieder herauskommen, an einer Stelle die mehr nach Zivilisation aussah, als diese hier. Nach einigen Schwierigkeiten bei der Orientierung, kamen sie nach knappen 5 Minuten auf einem Weg an, der in 2 verschiedene Richtungen  führte. Wenn sie dem Pfad folgten, würden sie schon in eine Stadt kommen, da war der Slayer sich ziemlich sicher. „Also, auf geht’s, langsam aber sicher immer weiter“ gab er vor und lief langsam den Weg entlang, war auf einer Höhe mit seiner Begleitung. Er wollte keines Falls schweigen, während sie zum Ziel liefen, sondern einfach die Zeit nutzen, die er an ihrer Seite hatte. Immerhin konnte es ihr ja jeden Moment über sein, und weg war sie. „Wenn du erlaubst, würde ich gerne wissen, was du überhaupt an einem Ort wie diesem machst, normalerweise treibt man sich ja hier nicht einfach herum. So wie in meinem Fall“ fragte er und kündigte damit schon ein wenig an, dass er nicht aus Versehen hier gelandet war. Immer wieder ging sein Blick zu ihr herüber, verweilte ein wenig dort. So war das Gespräch einfach viel persönlicher, wenn man sich dabei ab und zu mal ansah. Bisher waren sie auch keinem anderen Menschen begegnet, der Kami hätte dumm anglotzen können, wegen dem Pflaster in seinem Gesicht und dem komplett blutigen Hemd. Im Moment dachte er auch gar nicht weiter drüber nach. Es war ihm auch gänzlich egal, was andere dachten, wenn sie Kami nicht kannten. Er war eben so wie er war, niemand hatte das Recht über ihn zu urteilen, ohne zu wissen, wer er wirklich war.

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Re: See inmitten des East Forest

Beitrag von Kibe Asano am Mi Jul 15, 2015 2:51 pm

Für Kibe hatte sich die Sache mit dem Dank erledigt. Wie sie bereits erwähnt hatte war es ihr gleich, wem sie half. Es war so etwas wie eine Gewissensberuhigung. Das tat sie auch für sich, nicht nur für ihn. Deshalb sah sie es nicht für nötig sich weiter zu erklären. Schließlich würde sich für den Magier schon eine Gelegenheit bieten seine Erkenntlichkeit auszudrücken. Und obwohl es der jungen Frau ja schon irgendwie auf den Nägeln brannte, hütete sie sich davor den jungen Mann nach den Umständen für sein Erscheinen zu fragen. Vielleicht würde sich irgendwann eine bessere Gelegenheit dafür bieten oder aber die Chance war für immer vertan. Und wenn dem so sei, dann war es eben so. Mit der Information an sich konnte sie ohnehin nichts anfangen. Sie wäre lediglich ein Fragment mehr um Kami besser verstehen zu können. Nichts, was im Augenblick von größter Dringlichkeit gewesen wäre. Vielleicht spielte das irgendwann mal eine größere Rolle. Doch nicht jetzt. Dafür war die Wunde möglicherweise auch einfach zu frisch und Kibe war niemand der noch einmal extra Salz hinein streute.

Was die physischen Wunden jedoch betraf, konnte sie durchaus behaupten ganze Arbeit geleistet zu haben. Sie war regelrecht stolz auf sich. Bisher hatte sie nämlich noch nie Jemand anderem außer sich selbst helfen müssen und dafür war das ganze besser gelaufen als gedacht. Das hatte sie aber auch ihrem Patienten zu verdanken, schließlich hatte dieser ja vorbildlich still gehalten und nicht einmal die Miene verzogen. Ganz so als ob er keinen Schmerz verspürt hätte. Vielleicht fühlte er sich aber auch einfach nur schon taub an. Oder konnte so etwas gut unterdrücken und wollte sich vor Kibe keine Blöße geben. Sie selbst hätte wohl schon rumgejammert und sich die Augen zugehalten, wenn man ihr Fleisch wieder zusammennähen hätte müssen. Mit einigen Dingen kam sie klar – aber bei so etwas griff sie doch lieber auf Pflaster zurück. Das Nähen empfand sie als furchtbar unangenehm. Und das Faden ziehen erst recht. Daran brauchte sie nur denken und ein eiskalter Schauer lief ihr über den Rücken! „Natürlich hab ich gute Arbeit geleistet.“, entgegnete Kibe gespielt ein geschnappt und verschränkte die Arme vor der Brust. Trotzdem zierte ein leichtes Lächeln ihre blassen Lippen. „Aber freut mich, wenn es hilft.“. Dazu hatte sie es ja auch getan, damit es dem Dragonslayer bald schon besser ging. Auch wenn das eigentlich nicht ihre Verantwortung war. Abschätzend wanderte ihr Blick an dem dreckigen Hemd hoch und runter. „Blut ist halt so eine Sache. Musst du nächstes mal halt ein bisschen besser aufpassen. Oder dir gleich rote Hemden zulegen. Da fällt das nicht so auf.“. Nun ja, Blut erkannte man eigentlich überall drauf. Da half auch kein rotes Hemd. Deshalb war es auch eher scherzhaft Ihrerseits gemeint gewesen.

Zuerst hätte man annehmen können, dass beide Parteien nun wieder ihres Weges gehen würden. So, wie sie es schon einmal getan hatten. Diesmal nun mit einem etwas besseren Verhältnis zueinander. Doch als Kami ihr anbot, sie zum Essen einzuladen, hatte er Kibe am Haken. Zu so etwas würde sie unter keinen Umständen nein sagen! Okay, es gab schon Situationen in denen sie ablehnen würde, aber das hier war keine davon. Hinzu kam, dass sie wirklich einen verdammt großen Hunger hatte und sicherlich ein halbes Pferd verdrücken könnte, wenn man sie nur ließe. Ob Kami überhaupt wusste, worauf er sich da einließ? Womöglich nicht. Die junge Dame war nämlich niemand der sich groß zurück nahm und darauf achtete in der Gegenwart anderer möglichst wenig zu sich zu nehmen. Wenn man sie schon einlud, dann würde sie das ausnutzen. Das sah sie dann als Entgegenkommen für ihre Hilfsbereitschaft. Außerdem hatte sie nicht das Gefühl in der Gegenwart des Schwarzhaarigen eine höfliche Maske aufsetzen zu müssen. Er hatte schon eine ihrer unschöneren Seiten kennen gelernt, da kam jede Hilfe zu spät. Also warum nicht einfach sie selbst sein?
Mit einem kräftigen Ruck half sie dem Magier auf die Füße, nahm seine Gestalt noch einmal in Augenschein und suchte nach weiteren schweren Verletzungen. Aber so konnte sie nichts weiter entdecken. Sollte er irgendetwas zu beklagen haben, würde er ihr das schon sagen. Vielleicht. Möglicherweise. Nicht zwingend. Kami setzte sich in Bewegung und Kibe folgte ihm, schulterte noch gleich wieder ihren Rucksack. Während sie sich durchs Dickicht schlugen war Kami erstaunlich bedacht darauf, dass die Nekromantin hinterher kam. Dabei war sie es gewohnt sich unter Äste ducken und durch das Gestrüpp manövrieren zu müssen. Dank ihrer Größe war das in den seltensten Fällen ein Problem – so tief hing selten ein Ast. Für Kami hingegen konnte das schon etwas problematischer werden. Als sie endlich wieder auf einen Waldweg stießen ließ sich der Dragonslayer auch kurz zurück fallen und lief dann mit der Nekromantin auf einer Höhe. Erst als er die Stimme erhob löste sie ihren Blick vom Pfad, hob ihn und sah kurz zu ihrer Begleitung hinüber. „Nun ja. Ich bin immer unterwegs. War nur Zufall, dass ich eben hier entlang kam.“, erklärte sie und zuckte mit den Schultern. Zu verheimlichen hatte sie nichts, als warum nicht die Wahrheit sagen?  „War eigentlich auf der Suche für eine Bleibe. Oder irgendetwas, was nach Zivilisation aussieht. Eigentlich würde ich dich ja nach deinen Beweggründen fragen...“. Nun flackerte ihr Blick wieder auf den Weg der vor ihnen lag, wich dem seinen aus. „Aber das halte ich unter den gegebenen Umständen für unklug.“. Damit stellte sie ihm frei ob er ihr erzählte was vorgefallen war oder eben nicht. Weder mit dem einen noch mit dem anderen hätte sie ein Problem, so viel ließ ihre Wortwahl erkennen. Mit den Augen suchte sie nach Punkten im Wald, die ihr verrieten, dass sie hier schon einmal entlang gekommen war. Oder aber nach Anzeichen für ein baldiges Verlassen. Das wäre ihr nämlich am liebsten. So schnell würde sie hier wohl nicht wieder her kommen. Und wo genau sie schließlich landen würden, konnte sie auch nicht sagen. Um sich darum Gedanken zu machen war es ihrer Ansicht nach auch schon zu spät. Denn der Tag neigte sich dem Ende zu und bald würde man auf den dunklen Pfaden nicht mehr viel erkennen können. „Hattest du denn vor, hier die Nacht zu verbringen? Am See? In deinem Zustand? Ohne Verpflegung oder Ausrüstung?“. Das wäre eine ziemlich blöde Idee gewesen und hätte böse ins Auge gehen können.
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Re: See inmitten des East Forest

Beitrag von Kami am Mi Jul 15, 2015 11:36 pm

Endlich, sie hatte ihre Behandlung erfolgreich abgeschlossen, sehr zur Freude des Anzugträgers. Obwohl die Zeit für ihn eh im Flug verging, er merkte ja sowieso kaum etwas davon, was sie da mit ihm tat. Natürlich trug Kibe ihren Teil dazu bei, indem sie mit viel Vorsicht und Gutmütigkeit an die Dinge heranging. Da kam es eben vor, dass Kami die Stelle an seinem Oberkörper abtastete, die sie frisch verbunden hatte. Natürlich warnte sie ihn harsch vor, dass der Verband abgehen könnte und er so lieber damit aufhören sollte. Woraufhin der Slayer sie für ihre gut Arbeit lobte, sie sich dadurch nur bestätigt fühlte. Sie war von sich selbst und ihren dementsprechenden Fähigkeiten recht überzeugt. Und das war auch gut so. Ein gesundes Selbstbewusstsein und ein ausgeprägtes Ego schadeten definitiv nicht, zumal es ja keine Überhand nahm. Sie freute sich sogar darüber, dass es ihm half. „Ich passe auf, dein Werk nicht gleich wieder kaputtzumachen, so gut ich eben kann“ versicherte er ihr dabei und bemerkte, dass sie an seiner Kleidung mit ihrem Blick hängen blieb. Ziemlich verständlich, denn so ein weißes Hemd voller Blut, war eben nichts, was man alle Tage so tragen würde. Jedenfalls riet sie ihm dazu, einfach rote Hemden zu tragen, da das Blut da nicht so auffiel. Natürlich war es nur ein Scherz, denn Blut auf der Kleidung erkannte man so gut wie immer, da half es nicht, sich der Farbe anzupassen. „Hättest du ja mal früher sagen können“ scherzte Kami daraufhin zurück, wobei ein Lächeln auf seinem Gesicht zurückblieb. Noch verweilten sie an diesem See, allerdings sollte das nicht mehr lange so bleiben. Sie hatten sich ausgemacht, auf Kamis Kosten etwas essen zu gehen, schließlich hatte der Dragonslayer sie dazu eingeladen. In dem Fall durfte sie nicht so bescheiden sein, was sie auch nicht unbedingt tat, denn sie ging darauf ein. Sehr zur Freude des Schwarzhaarigen, der sich sofort von ihr aufhelfen ließ, als sie Einzelheiten geklärt waren.

Nun konnten sie diesen See im Wald erstmal hinter sich lassen, wobei der Platz dem Slayer nun immer irgendwie in Erinnerung bleiben würde. Nach einer Zeit, würde er sicherlich mal zurückkehren und etwas in Erinnerungen schwelgen, er hatte nun eine Bedeutung bekommen. Den Weg herauszufinden, erwies sich schwieriger, als überhaupt hereinzukommen. Er hatte einfach vor, direkt durch das Gestrüpp zu wandern, denn irgendwo würde er ja sicherlich wieder rauskommen, dann einfach dem Weg folgen. So tat er es also. Ging voran, rückte jeden Ast zur Seite, um Kibe den Durchgang zu vereinfachen. Es dauerte also ein paar Augenblicke, bis sie dann endlich das Ende erreichten, auf einen Pfad trafen, den Kami sofort bestieg. Ein letzter Blick nach hinten folgte um sich zu versichern, dass Kibe hinter ihm war. So liefen die beiden also nebeneinander gemütlich her, auf direktem Weg in irgendeine Stadt, die sich vor ihnen dann erstrecken würde, ganz egal welche es war. Was zum Essen bekam man schließlich so gut wie überall, da brauchte man nicht extra nach Magnolia reisen oder sonst wo hin. Die Zeit bis dahin, konnte man also auch gut nutzen, um sich wieder aktiv in eine Unterhaltung zu verstricken. Denn um sich wieder besser kennenzulernen, gehörte es definitiv dazu, über den anderen etwas zu wissen, auch wenn es mit einfachem Smalltalk oder dergleichen begann. Jedes Wort das sie nun miteinander wechselten, hatte die Intention, ihre Beziehung zueinander neu aufzulegen, die Vergangenheit zu überspielen, sozusagen. Daher war es auch für Kami nicht unbedingt schwer, auf Anhieb die richtigen Worte zu finden. Die Frage warum sie hier überhaupt herkam, war also schnell mal gestellt.

Lange brauchte Kibe auch nicht, um ihm prompt eine Antwort darauf zu geben. Interessant zu hören, dass sie irgendwie rastlos war, einfach immer in Bewegung. Da war es doch recht verständlich, dass man auch mal an Orte wie diesen hier geriet. Da hatte Kami nochmal Glück gehabt, dass es grade heute war. Obwohl sie schon gerne in der Zivilisation gelandet wäre, um eine Bleibe für die Nacht zu finden. Das bedeutete also, dass sie nicht mal eine Heimat hatte, an die sie sofort zurückkehren konnte, wenn man sie mal ein Dach über dem Kopf brauchte. Kami hatte ihr kurz einen verwunderten Blick zugeworfen, er respektierte sie dafür, sowas durchzuziehen. Oftmals war der S- Klasse Magier für einen Auftrag selbst eine Weile unterwegs, aber im Hinterkopf hatte er immer, dass eine Gilde mit einem Zimmer und seiner Familie auf ihn warten würde, wenn er fertig war. Bei Kibe schien das vielleicht nicht so zu sein, obwohl sie ihre Gründe hatte, nach denen Kami nicht einfach ungehobelt fragen würde. Möglicherweise war es nicht so einfach darüber zu reden und das wollte er ihr nicht zumuten. Wenn es sich ergab, es ihm zu erklären, unter Umständen zu einem späteren Zeitpunkt, würde er das schätzen.  Allerdings schien es ihr auch schwerzufallen, danach zu fragen, warum Kami nun mal dort gelandet war, wo sie ihn antraf. Sie hielt es für unklug von ihm erfahren zu wollen, was passiert war, da sie ihn damit vielleicht verletzte oder alte Wunden wieder aufbrachte. „Keine Sorge, du hast mir erzählt warum du hier bist, also sage ich dir auch, wieso wir uns heute wieder getroffen haben“ kündigte er an, bevor er kurz tief Luft holte. „Ich bin nach einer langen und beschwerlichen Reise zu meiner Gilde zurückgekehrt, wurde quasi vollkommen hineingeworfen, da es Schwierigkeiten gab. Ich war sofort zur Stelle um diese aus dem Weg zu schaffen. Dabei habe ich versucht das richtige zu tun und für das zu kämpfen, was mir wichtig war, was ich beschützen wollte. Und soll ich dir was sagen? Genau dafür wurde ich bestraft, das ist der Grund warum ich so aussehe, grob gesagt zumindest. Die Situation machte mich etwas fertig, ich wollte alleine sein, bin einfach gegangen, ohne ein Ziel. Obwohl es dumm klingen mag..“ erklärte Kami ihr, ohne Detail wie seinen Bruder oder den Rat zu nennen. Wenn sie sich etwas besser kannten und bereit dazu waren, mehr zu verraten, wäre das kein Problem. Kami wollte ihr auch nichts zu persönliches auf die Nase binden, sie lernte ihn ja quasi heute erst kennen.

Allerdings interessierte sie auch, ob er vorhatte, die Nacht an dem See zu verbringen, ohne jegliche Verpflegung etc. Das war eine wirklich gute Frage, über die Kami noch gar nicht direkt nachgedacht hatte, als er da saß. „Ich wusste nicht was ich tun sollte. Mir war viel egal in diesem Augenblick. Irgendwann hätte ich wohl versucht, wieder zur Gilde zu laufen oder sonst was. Ich bin ein Dragonslayer, halte eine Menge aus, zumindest körperlich. Ich habe nicht drüber nachgedacht, was ich damit anrichten könnte. War vielleicht eine dumme Idee, doch ich habe gehofft, so den Frust irgendwie zu kompensieren. Manchmal weiß ich einfach nicht, wo ich damit hinsoll, wenn du verstehst was ich meine?“ Natürlich war das alles komplett ehrlich gemeint, immerhin wollte sie ja auch wissen, was seine Beweggründe dazu waren, außerdem hatte er kein Problem damit, sie ihr vorzulegen. „Und du wärst die Nacht herumgeirrt und hättest eine Herberge gesucht? Oder die Wildnis als Schlafplatz genutzt? Obwohl mir die Vorstellung nicht zusagt. Aber du scheinst hart im Nehmen zu sein“ wieder eine Frage und Erkenntnis seinerseits zur gleichen Zeit. Langsam aber sicher wurde daraus doch eine ganz angenehme und annehmbare Unterhaltung der beiden. Sie redeten einfach miteinander, während sie den langen Pfad zur nächst besten Stadt herunterliefen.

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Re: See inmitten des East Forest

Beitrag von Kibe Asano am Do Jul 16, 2015 12:42 am

Zufrieden nickend nahm die junge Frau die Antwort des Dragonslayers zur Kenntnis. Laut diesen wollte er sich nämlich nicht gleich ins nächste Abenteuer stürzen und die ganze Arbeit wieder zu Nichte machen. Das würden seine Verletzungen auch sicherlich nicht begrüßen. Nachher löste sich eine Naht und das ganze ging von vorne los. Und dann war er vielleicht sogar gezwungen einen richtigen Arzt aufzusuchen! Besser wäre es also, wenn er seinen eigenen Worten treu blieb. Aber ob er sich auch daran hielt? Kibe wagte es zu bezweifeln. Kami wirkte nicht wie Jemand der große Rücksicht auf seine eigene Gesundheit nahm. Sonst stünde er jetzt nicht so vor ihr. Und bei den Mengen an Blut hätte auch kein rotes Hemd mehr geholfen. Auch wenn seine Erwiderung der Nekromantin ein leises Lachen entlockte. Nächstes mal würde sie ihn gewiss vorwarnen. Für solche Kleinigkeiten hatte sie immer Zeit.

Während sie sich also ihren Weg aus dem Wald suchten und bald auf einen Pfad stießen, herrschte eine kurze, durchaus angenehme Stille. Durch den Tag war Kibe ohnehin etwas erschöpft und merkte, wie ihr Hirn länger brauchte um manche Dinge zu registrieren und zu verarbeiten. So entging ihr auch der frische Wind der langsam aufzog und über den Weg zog, das Laub aufrüttelte und über die Erde scheuchte. Auch, dass jegliche Tiergeräusche verstummt waren und nur ab und zu das dezente Zirpen von Grillen zu hören war, nahm sie nicht zur Kenntnis. Wäre sie allein unterwegs hätte das ganze etwas anders ausgesehen. Dann wäre sie wachsamer, misstrauischer. Aber in Kamis Gegenwart hatte sie nicht das Gefühl, als müsse sie sich groß Sorgen um irgendwelche Fremden machen. Wobei er ihr in diesem Zustand wohl keine große Hilfe wäre, sollte es hart auf hart kommen. Aber außer ihnen schien sich hier Niemand herum zu treiben. Warum auch? Hier gab es außer ein paar schönen Eindrücken nichts zu holen. Ihre Begleitung schien sich auch keine Sorgen zu machen, zeigte keine Anzeichen von Anspannung. Und trotz seiner Verletzungen schien ihn auch der anstehende Marsch nicht zu schaffen zu machen. Ein wenig bewundern tat Kibe ihn dafür schon. Sie selbst wäre wohl weniger akzeptierend gewesen, würde sich schwer mit der Situation abfinden und zumindest alle fünf Minuten über die Situation fluchen. In diesem Punkt schienen sie sich zu unterscheiden – er war eindeutig der ruhigere Part von ihnen. Zumindest machte er bisher den Eindruck.

Geschichten, Situationen wie diese konnte nur das Leben selbst schreiben. Und oftmals war es dabei furchtbar unfair. Das zeigte allein der Umstand, der zu ihren Treffen führte. Während Kibe einfach nur zu blöd gewesen war den richtigen Weg zu finden, hatte dieser Tag für den Dragonslayer wohl tiefe Spuren hinterlassen. Auch wenn er die Umstände nur vage umschrieb – was der Nekromantin im Augenblick auch lieber war – klang es nach etwas einprägsamen. So etwas vergaß man nicht. Zumal die Verletzungen von einer tieferen Bedeutung zeugten. Wegen eines simplen Streits setzte man nicht so viel auf Spiel, nahm nicht so viel in Kauf. Um das für sich selbst in Relation zu setzen fehlte Kibe der Bezug. Bisher war sie Problemen aus dem Weg gegangen, hatte nicht die Gelegenheit gehabt dagegen zu rebellieren. „Klingt scheiße.“, stellte sie relativ nüchtern fest. Auch wenn ihre Worte nicht besonders emotional klangen, steckte in ihrem Blick so etwas wie Mitgefühl. Für so etwas gab es keine tröstenden Worte. Das wäre schlicht weg unpassend gewesen. Zumindest verstand sie nun warum er am See gelandet war. Und das konnte sie ohne Probleme nachempfinden. „Manchmal braucht man halt Zeit für sich. Das ist nicht dumm, sondern menschlich.“. Mit diesen Leute die einem 24/7 an der Backe klebten stimmte doch was nicht. So etwas war gruselig. Unnatürlich. Und vor allem nach einem unschönen Tag brauchte man Abstand von allem. Da tat es ihr ja beinahe leid, dass sie ihn einfach beim allein-sein gestört hatte. Aber auch nur beinahe. Auch wenn sich hinter dieser Geschichte sicherlich mehr verbarg, reichte der Weißhaarigen diese Ausführung. Er musste nicht weiter ins Detail gehen. Über so etwas sprach man nicht gerne.

Ein wenig missbilligend schnalzte Kibe mit der Zunge. „Ihr Dragonslayer verlasst euch viel zu sehr auf eure Fertigkeiten.“. Wirklich. Wenn ihm jemand über den Weg gelaufen wäre, der es nicht so gut mit Fremden meinte wie Kibe, hätte er sich das mit dem nach Hause laufen schön abschminken können. Da wäre wohl nicht mehr viel von ihm übrig geblieben, so viel stand fest. Von wilden Tieren mal abgesehen. Sie waren in einem Wald. Irgendwo würde sich hier schon etwas rumtreiben, was bei näherem Kontakt gefährlich werden konnte. „Ich weiss nicht.“, antwortete sie auf die Frage, ob sie ihn verstand. „Ich glaube nicht, dass ich mich jemals in einer ähnlichen Lage befunden habe.“, erklärte sie und schob ihre Hände in ihre Jackentaschen, ertastete dabei ihren Handschuh. Überflüssig diesen jetzt anzuziehen. Kami wusste um ihre Magie. „Aber ich denke ich kann's mir vorstellen. Vielleicht solltest du nächstes mal einen anderen Weg suchen damit fertig zu werden.“. Ein Hobby zum Beispiel wäre nicht schlecht. Aber was wusste Kibe schon. Sie konnte es halt nicht hundertprozentig nachvollziehen. „Und dann sagst du mir Bescheid, damit ich dich wieder zusammen flicken kann.“. Genau, weil sie auch immer sofort zur Stelle war, wenn man sie brauchte. So wie Kami es aussprach klang es fast, als wäre ihre Idee mindestens genauso schwachsinnig wie seine gewesen. Damit hätte er zwar nicht ganz unrecht, jedoch hatte sie sich das ganze nicht ausgesucht. Leicht verzog sie das Gesicht um zu antworten, zu protestieren, da wurde ihr klar, dass er recht hatte. „Ja.“, gab sie leise zu.  „Hätte ja keine andere Wahl gehabt. Man muss halt sehen wo man bleibt. Und wenn du dich da mal nicht irrst. Ich find den Boden genauso ungemütlich wie jeder andere auch und würde ihn sofort gegen ein Bett tauschen. Nur dazu hab ich nicht so oft die Möglichkeit. Sich an einem Ort länger als nötig aufzuhalten kann sich als ungesund heraus stellen.“ Um nicht gleich wieder auf das selbe Gesprächsthema wie heute morgen zu kommen, schob sie noch schnell einen Satz hinterher: „Außerdem seh' ich so viel von der Welt. Hat auch Vorteile. Man kommt viel rum, lernt neue Menschen kennen.“. Die einen gleich darauf wieder fortjagten... Ja, was für ein Leben! Ein kurzes Lächeln huschte über ihre Gesichtszüge. „Mach dir um mich mal keine Gedanken. Ich komme ganz gut klar. Sonst stünde ich ja nicht hier, oder?“. Kibes Gedanken wanderten über den Wald hinaus, durchliefen die Umgebung. „Sag mal... Wie weit ist deine Gilde überhaupt von hier entfernt? Ist das nicht ein ganz schönes Stück? Ehrlich gesagt kann ich das gar nicht einschätzen. War noch nie dort.“. Bisher hatte sich nie die Gelegenheit dazu geboten. Und Gilden gehörten in der Regel nicht zu ihren Hauptzielen.
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Re: See inmitten des East Forest

Beitrag von Kami am Do Jul 16, 2015 3:36 am

Nachdem die Einzelheiten nun endgültig geklärt waren, sahen sie sich in der Lage dazu, diesen Ort zu verlassen, auf direktem Weg in irgendeine Stadt. Kami war in der Lage recht normal zu gehen und sich schmerzfrei zu bewegen. Sie wollten keine Zeit mehr verlieren und weg vom See gehen, sich irgendwie zur Zivilisation durchkämpfen. Nachdem sie irgendwie einen Weg durch die dichten Blätter gefunden hatten, kamen sie auf einen Pfad, dem sie eigentlich nur folgen brauchten um vielleicht in eine Stadt zu kommen. Die Gelegenheit die sich bot, nutzten sie einfach, um sich etwas zu unterhalten, man musste sich ja nicht die ganze Zeit wortlos anschweigen. Wenn sie sich kennenlernen wollten, war miteinander reden die beste Option dafür. Sie liefen gemütlich nebeneinander her, blickten sich ab und zu mal an, redeten dabei einfach weiter. Sie mussten erstmal irgendwie zueinander finden, ein Thema über das sie sich unterhalten konnten, etwas mehr über den anderen wissen konnten. Aber bisher sah das ganz gut aus, wirkliche Schwierigkeiten oder  unangenehme Stille traten weiterhin nicht auf. Sie waren auf einem guten Weg, so konnte man das ganze definitiv bezeichnen. Sie waren ja sogar auf dem Weg, zusammen etwas essen zu gehen, wo genau, blieb ihnen überlassen. Jedenfalls ließ er eher Kibe die Wahl, so sie gerne essen wollen würde, Kami richtete sich nach ihr. Hauptsache sie bekamen was Warmes in den Magen, was Gutes zu futtern. Um den Rest würde er sich dann kümmern. Ein kleiner Einstieg in ihr Gespräch war recht fix gefunden. Nachdem sie sich darüber unterhalten, was sie hier überhaupt in der Gegend machten, wobei ihre Gründe definitiv verschieden waren. Zum Glück. Es reichte wenn er gelitten hatte, Kibe war Gott sei Dank nur aus Zufall hier, hatte keine argen Probleme gehabt, zumindest nichts Offensichtliches. Allerdings blieben sie dabei noch recht detaillos, umschrieben ihre Umstände ohne nähere Einblicke in die Materie zu geben.



Kibe hatte aber durchaus Verständnis für Kamis brenzlige Situation, auch wenn sie weniger emotional reagierte. Zumindest nicht in ihren Worten, allerdings mehr in ihrem Blick, den Kami aufnahm als er ihren Worten lauschte. Dass er Zeit für sich brauchte, war ebenfalls zu verstehen und keineswegs dumm, meinte sie noch. Obwohl das in seinem Fall vielleicht etwas anders aussah, mit den ganzen Verletzungen. „Manchmal wird man dafür noch bestraft, wenn man versucht das Richtige zu tun, es den Menschen recht zu machen. Nur weil man gut ist, wird man nicht immer so behandelt“ äußerte Kami dazu noch, schwieg dann aber recht schnell für einen Moment, legte eine  nachdenkliche Miene dabei auf. Zeit für sich zu haben, war eigentlich immer etwas Gutes. Man konnte ungestört nachdenken und über seine Probleme philosophieren, sich Pläne einfallen lassen, wie man sie lösen konnte. Doch dass Kami den Abend am See doch nicht alleine verbringen musste, sondern angenehme Gesellschaft hatte, die es schaffte ihn seine Probleme für eine Weile vergessen zu lassen, war die deutlich bessere Variante. „Ohne dich hätte ich noch dort gesessen, überlegt was ich mit mir anfangen soll. Deshalb denke ich, dass ich genug Zeit alleine für heute verbracht habe, ich konnte etwas nachdenken. Du hast mich jedoch dazu gebracht, mich abzulenken und etwas zu vergessen, mir zu helfen. Die Mischung aus beidem machts“ fügte er ihren Worten einfach hinzu, ließ es einfach so stehen.

Allerdings dachte er weniger darüber nach, was sein Handeln für Konsequenzen haben konnte, obwohl er als Dragonslayer recht robust und widerstandsfähig war. Allerdings auch dafür, hatte Kibe ein Kommentar parat, sie würden sich zu sehr auf ihre Fähigkeiten verlassen, sie zu berichten hatte Kami im Sinn. „Das müssen wir auch. Ich trage keine Waffe an mir, die meinen Feind in jeder Situation töten könnte. Nein, ich muss selbst zu sehen, wie ich mit meiner Magie und meinen eigenen Fähigkeiten, meinen Kontrahenten im schlimmstem Fall vernichten kann. Dass es Magier gibt, die man vorerst nicht besiegen kann, gehört dazu. Dafür wird man stärker“ machte er seiner Gesprächspartnerin klar, hoffte aber, dass es ihr nicht so erging. Es war wohl besser, wenn man sich auch so auf seine Fähigkeiten verlassen konnte, gar nicht erst sofort in Auseinandersetzungen geriet. Wobei Kibe aufgrund ihrer Magie sowieso vollkommen anders vorgehen würde, als Kami selbst. Allerdings wollte er es ihr verständlich machen, warum er einfach nicht wusste, wohin er mit seinen Problemen sollte, wenn er mal am Boden war, sich geschlagen fühlte. Einerseits war er aber auch erleichtert, dass Kami eine ähnliche Situation nicht erleben musste, denn das war äußerst positiv für sie gewesen. Sie konnte es jedoch versuchen nachzuempfinden, es sich vorzustellen. „Glaub mir, es ist besser, wenn du erst gar nicht erfahren musst wie es ist, sich in einer Lage zu befinden, wie ich. Manchmal denkt man sich, dass es kaum noch schlimmer werden kann, doch die Chance besteht von Tag zu Tag. Bringt man etwas in Ordnung, wird es wieder zu Nichte gemacht. Darf ja nie langweilig werden“ antwortete er und grinste am Ende etwas, was seine Worte nicht ganz so ernst klingen lassen sollte. Wobei sich das Grinsen wandelte, in ein ernstgemeintes Lächeln, auf ihre Worte hin, dass sie ihn einfach wieder zusammenflicken könnte, wenn er sich eine andere Ablenkung suchte, als irgendwo schwerverletzt ohne Plan rumzusitzen. „Ich werde darauf zurückkommen, Kibe. Dieses Angebot, nehme ich glatt wahr“ lachte er sie an.

Jedoch war da ja noch etwas, was Kami von ihr wissen wollte, oder besser gesagt, was er feststellte. Er wollte in Erfahrung bringen, was sie getan hätte, wäre Kami nicht da gewesen und stellte seinerseits klar, dass sie es als reisende Person sicherlich nicht leicht hatte, so ohne festen Schlafplatz. Sie hatte also keine andere Wahl als auf das zurückzugreifen, was ihr blieb, war aber durchaus gewillt, jederzeit einen Schlafplatz in Kauf zu nehmen, wenn sie die Möglichkeit dazu hatte. „Das werde ich mir merken.“ Kommentierte er knapp, was er damit meinte, würde sich später definitiv noch zeigen. Der Vorteil an der Sache war, dass sie viel von der Welt sah, wenn sie nur unterwegs war. „Ich weiß wovon du sprichst. Es gibt Orte, die würde man nie zu Gesicht bekommen, wenn man nicht etwas Zeit hatte, um danach zu suchen. Obwohl ich eigentlich immer im Namen der Gilde auf Reise war“ Alleine hatte Kami selten Gründe, lange von Zuhause weg zu sein. Viel gesehen hatte er ohnehin schon. Und obwohl sie viel durchmachte, reiste und sich Gefahren aussetzte, stand sie jetzt gesund vor ihm, es ging ihr gut, was sie ihm auch klarmachte. „Das sehe ich und bin erfreut, dass das so ist. Doch man kann sich niemals darauf verlassen. Ich hätte auch nicht damit gerechnet, heute so auszusehen. Und es passierte nicht einmal in der Wildnis, sondern an dem Ort, den ich Heimat nenne“ Das war ein gutes Stichwort, denn darauf kam die Weißhaarige mit ihrer nächsten Frage zu sprechen. Ob die Entfernung von hier, bis nach Sabertooth, nicht eine recht lange Strecke war, sie konnte das schlecht beurteilen. „Nun ja, wir befinden uns hier wahrscheinlich in der Nähe von Magnolia. Das heißt, Sabertooth ist so ziemlich genau am anderen Ende, gegenüber. Aber wenn man schnell ist, ohne Pause läuft und magische Kraft besitzt, kommt man hier schneller an, als man glaubt. Das ist für mich kein Problem. Ich hätte ja auch den Zug nehmen können, aber naja.., das ist bei uns Dragonslayern so eine Sache“ Wahrscheinlich wusste sie nicht von der Transportmittelschwäche eines Dragonslayers Bescheid. Woher auch ? Auf dem Rückweg musste Kami eben zusehen, was er machte. Entweder das gleiche nochmal, oder den Zug nehmen und hoffen die Fahrt zu überleben. „Du sagtest, dass du dich nicht auskennen würdest. Warst du etwa noch nie in einer Gilde? Aber gut, ich kann es dir nicht übel nehmen. Gibt eine Menge komischer Leute dort, denen man Tag für Tag ausgesetzt ist“ dabei musste er wieder ein wenig lachen, lächelte dann aber schnell zufrieden in ihre Richtung.

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Re: See inmitten des East Forest

Beitrag von Kibe Asano am Do Jul 16, 2015 4:42 pm

Ob der Dragonslayer auch wusste, worauf er sich da eingelassen hatte, als er Kibe zum Essen eingeladen hatte? Die Nekromantin wagte es ernsthaft zu bezweifeln, war aber sicherlich schon auf seine Reaktion gespannt wenn er herausfinden sollte, warum man Fremde nicht einfach zum Essen einlud. Das konnte Schmerzhaft für den Geldbeutel enden. Zumindest unter Umständen. Und genau diese herrschten gerade. Nicht nur, dass Kibes letzte vernünftige Mahlzeit gefühlte Jahre her war, sie ließ sich so etwas auch nicht zwei mal sagen. Kein Wunder also, dass sie ihm bereitwillig gefolgt war und sich nun mit ihm auf den Weg in die nächstbeste Stadt befand. Auch wenn sie sich beinahe sicher war, dass Kami genauso wenig Ahnung hatte wo das war wie sie. Schön, dass keiner von ihnen eine Karte oder sonstiges hatten. Aber wenn man dem Pfad folgte würde man irgendwo schon landen. Davon konnte man ausgehen.

Bis dahin unterhielten sich die beiden augenscheinlich ungleichen Parteien erst über das naheliegendste: warum sie überhaupt hier waren. Dabei war Kibes eigene Geschichte ganz gewiss nicht auch nur Ansatzweise so spannend wie die seine – auch weniger unangenehm. So viel stand fest. Das Thema schien den Schwarzhaarigen auch noch nachhaltig zu beschäftigen. Zumindest ließ sein Gesichtsausdruck darauf schließen. Verständlich. Das Leben war in der Tat nicht fair und manchmal bekam man das am ganzen Leibe zu spüren. Wie in diesem Fall. Dagegen tun ließ sich nur schwerlich etwas. Man konnte nur versuchen diesen Situationen so gut es ging aus dem Weg zu gehen. Und wie Kibe ja schon bereits festgestellt hatte, gehörte der Magier nicht zu der Sorte Mensch die sich so etwas zu Herzen nahmen oder gar einen Gedanken daran verschwendeten, sich ausnahmsweise mal ein bisschen zurück zu nehmen. Seine Worte zauberten nur ein sehr schwaches Lächeln auf ihre Lippen. „Achso? Dann bin ich ja beruhigt. Ich dachte schon, ich wäre ungelegen gekommen.“, entgegnete sie beinahe sarkastisch. Das bisschen Allein sein gegen eine mehr oder minder ordentliche Behandlung einzutauschen klang doch nach einem guten Deal, oder nicht? Auch wenn die Nekromantin dem Dragonslayer solche Verletzungen nicht wünschte, tat es ihr nicht leid, dass sie sich hier begegnet waren. Denn bisher verlief dieses kleine Treffen um einiges reibungsloser und angenehmer ab als ihr letztes. Auch wenn das wohl schwer zu toppen gewesen wäre.

Auf seine Rechtfertigungsversuche hin verdrehte Kibe die Augen, neigte den Kopf zur Seite und schenkte dem anderen den Blick. „Mhm.“. Überzeugt klang sie nämlich nicht. „Vernichten.“ wiederholte sie etwas abfällig, schüttelte sich leicht. „Man kann seine Probleme auch anders lösen, weisst du?“. Mit Wegrennen zum Beispiel. Nun ja, das war vielleicht kein lösen, aber vermeiden. In ihrem ganzen Leben hatte die Nekromantin noch nie ein anderes genommen und hatte es auch nicht vor. Sie war schon zu sehr mit Tod umgeben und hatte nicht vor das Jenseits um ein paar Bewohner zu bereichern. Das sah bei Kami scheinbar anders aus. „Wärst du denn wirklich bereit Jemanden das Leben zu nehmen?“, fragte sie mit gedämpfter Stimme, legte die Stirn in Falten und ließ ihren Blick über die Umgebung wandern. Oder hatte er das schon getan? Würde es jetzt etwas ändern? Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Wundern täte es sie nicht wirklich, denn scheinbar war es in dieser Gesellschaft Gang und Gebe mit Menschenleben zu handeln wie mit anderen Gütern. Ein leises Seufzen entwich ihr. „Nicht, dass ich jetzt über dich urteilen würde. Es ginge mich sowieso nichts an. In einer Notsituation würde ich wohl auch nicht lange zögern.“. Nein, garantiert nicht. Dafür war ihr Überlebensinstinkt zu stark. Lieber Jemand anderes als sie selber. Es gab wenig was ihr wichtiger war als ihr eigenes Leben. Das ihrer Eltern zum Beispiel. Aber das war doch ganz normal, oder? Dass man alles für die gab, die man liebte?
Nun befand sich die Nekromantin in einer misslichen Lage. Auf der einen Seite würde sie die Aussage des Schwarzhaarigen so unterschreiben: Schlimmer ging immer. Wenn man gerade glaubte man hätte den ganzen Mist hinter sich, ging er von vorne los. Doch was brächte es wenn sie jetzt gemeinsam den Teufel an die Wand malten? „Ich weiss ja nicht. Irgendeinen positiven Effekt gibt es immer. Auch wenn der nur minimal ist..“, widersprach sie deshalb und zuckte mit den Schultern. Schließlich hatten sie so die Gelegenheit bekommen noch einmal von vorne anzufangen. Auch wenn das viel mehr einem Trostpflaster glich. Deshalb sprach sie es auch nicht laut aus. Der Vergleich hinkte gewaltig.

Langsam nahm Kibe ihre Hände wieder aus den Jackentaschen, streckte sich im Gehen einmal kurz und verschränkte sie anschließend hinter dem Rücken. Noch immer spürte sie, dass sie sich letzte Nacht einen ungünstigen Schlafplatz ausgesucht hatte. Nie wieder würde sie sich in so eine Lage bringen lassen! Da konnte sonst wer hinter ihr her sein. Bei den Gedanken an den Rotschopf vom vergangenen Morgen atmete die Magierin einmal tief ein und aus. Im Grunde ja ein ganz netter Kerl aber... Wie konnte man nur blauäugig durch die Weltgeschichte stiefeln? Manche Menschen verdienten die Fähigkeiten nicht die sie hatten – dazu fehlte ihnen einfach der gesunde Menschenverstand. Das ganze hätte für sie nämlich verdammt böse ins Auge gehen können. Mal wieder. In ihrer ganzen mentalen Aufregung wäre ihr doch glatt Kamis Kommentar entgangen. Für diesen fing er sich auch nur wieder einen fragenden Blick, jedoch keine verbale Reaktion. Ohnehin wechselten sie gleich wieder das Thema. Sollte Kibe recht sein, denn das lenkte ihre Gedanken in andere Bahnen und stimmte sie plötzlich sehr friedlich. Dass man auch als Mitglied einer Gilde viel zu sehen bekam, konnte sie sich vorstellen. Schließlich gab es diese Zusammenschlüsse nicht um faul auf seinem Hintern hocken zu bleiben. Man musste seinem Namen ja auch Ehre machen und bla, bla, bla. Und wie Kami durchblicken ließ war man nicht einmal dort sicher. Das konnte sie sich auch gut vorstellen. Dort musste ein großes Maß an Rivalität herrschen. Auch etwas, was die Nekromantin keinesfalls begrüßte. Am Rande bemerkte sie, dass seine Aussage bedeutete, dass er allein an einem Tag eine verdammt große Strecke zurück gelegt hatte. Wahrscheinlich so viel wie Kibe in 3 Tagen. Und das alles, um ein wenig Ruhe zu bekommen? Von seiner Gilde, die er doch so liebte?„Du bist auch so ein Gildenmensch, was?“, fragte sie nach seiner kurzen Ausführung mit einem amüsierten Unterton. Das war zwar ganz niedlich, aber manchmal erinnerte sie das ganze verdammt an eine Sekte. Und so etwas war wieder gruselig. „Mh. Das siehst du ganz richtig. Gilden sind nicht mein Ding. Das ist wie eine Ehe. Nur mit ganz, ganz vielen Menschen. So viele Verpflichtungen und Erwartungen.“. Es war nicht so, dass Kibe bindungsphobisch wäre oder so... Mit solchen Dingen war sie lediglich extrem vorsichtig. „Wie lange bist du denn schon in deiner Gilde zugange? Und wie ist das eigentlich, wenn man älter wird? Oder weg ziehen möchte? Oder sterben alle immer bevor sie richtig alt werden?“. Kibe konnte sich nicht erinnern jemals eine Person über 40 getroffen zu haben die in einer Gilde Mitglied war. Eigentlich merkwürdig.
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Re: See inmitten des East Forest

Beitrag von Kami am Do Jul 16, 2015 11:52 pm

Während sie die Zweisamkeit dazu nutzten, einige Worte miteinander zu wechseln, wurden von ihnen erstmal grundlegende Dinge zum Aufenthalt geklärt, wieso sie also überhaupt hier waren. Dahinter steckten Gründe, die unterschiedlicher kaum sein konnten. Bei Kibe war es Zufall, bei Kami bitterer Ernst. Eine Gemeinsamkeit hatte das Ganze allerdings doch, und zwar dass sie diesen See nicht mit Absicht aufsuchen wollten. Sie waren einfach nur unterwegs, wohin auch immer sie ihr Weg brachte. Wobei Kami ihr schon langsam erklärte, was mit ihm passiert war, auch wenn er wichtige Details ausließ, um nicht zu persönlich zu werden. Möglicherweise wollte sie das gar nicht alles genau hören, da sie sich kaum kannten. Obwohl er die Zeit für sich alleine in Anspruch nehmen wollte, um über alles nachzudenken, kam es ihm mehr als gelegen, dass Kibe auftauchte und sich um ihn kümmerte, noch an seiner Seite war. Das brachte er ihr gegenüber auch zum Ausdruck. Sie lächelte mild, meinte, dass sie schon dachte sie wäre ungelegen gekommen, mit seinem sarkastischen Unterton. „Naja, du hättest mich höchstens dabei stören können, wie ich dort am Ufer verzweifle. Das kann ich auch ein anderes Mal wiederholen“ antwortete er keck, begleitet von einem Lachen. Im Nachhinein war es wirklich besser, dass sie einfach selbstlos handelte und dem Slayer wieder auf die Beine half. Nur so ermöglichte sie einen Einstieg in eine bessere Beziehung der beiden Personen. Auch wenn Kami nämlich ein Dragonslayer war, benötigte er für seine Verletzungen doch etwas Hilfe um wieder einigermaßen auf die Beine zu kommen, auch wenn er beteuerte, wie viel er körperlich aushalten könnte. Etwas, dass Kibe irgendwie missfiel, sie hatte es wohl nicht so mit der Sorte von Magiern. Deshalb versuchte Kami ihr zu erklären, wie sehr er sich auf seine Fähigkeiten verlassen musste, um seine Gegner zu besiegen, womit er  bei ihr auf Unverständnis stieß. Das bedeutete, dass er ruhig versuchen musste, die Situation zu lösen und ihr zu erläutern, wie seine Worte wirklich gemeint waren.

Besonders störte sie dabei, dass er das Wort „Vernichten“ gewählt hatte. Damit wurde der Tod assoziiert und eine brutale Vorgehensweise, seine Feinde einfach auseinanderzunehmen. Woraufhin sie hinzufügte, dass es auch andere Lösungen dafür gab. „Ich wähle auch nicht immer sofort den einfachsten Weg und bekämpfe eine Person, manchmal allerdings, lässt sich das nicht abwenden. Wir Dragonslayer wurden quasi dafür gemacht, zu kämpfen. Obwohl sich unsere Persönlichkeiten unterschieden und wir durchaus in der Lage sind, selbst zu entscheiden, was wir mit unseren Kräften anfangen. Wenn man bei mir eine gewisse Grenze erreicht hat, kämpfe ich, ohne Wenn und Aber“ machte er seinen Standpunkt klar, worauf eine Frage folgte, die ihn etwas aus dem Konzept brachte, ihn leicht demütig nachdenken ließ. Sie wollte von ihm wissen, ob er einer Person das Leben nehmen könnte, obwohl sie ihn dafür nicht verurteilen würde, denn in der Not hätte sie nicht anders gehandelt. „Um ehrlich zu sein, habe ich das getan. Doch meistens sind die Feinde dann keine Menschen mehr. Ihr Herz ist dunkel und verfinstert, ihre Absichten nur noch Chaos und Zerstörung. Wahre Bestien in einer menschlichen Hülle, könnte man sagen. Solche Wesen habe ich bereits getötet. Doch einem Menschen wie ich oder dir, musste ich das nicht antun. Aber wenn ich in Schwierigkeiten stecken würde, würde ich eher das Leben des anderen nehmen, als meines zu geben.“ Kam es dann sofort klar und deutlich als Erklärung, wobei er noch nicht ganz fertig war. „Ich bin diese Sorte von Mensch, der für die Leute die er liebt, sein eigenes Leben geben würde. Obwohl ich mir noch nicht erlauben kann, einfach zu gehen. Ich hab noch was zu tun“ fügte er ihr zur Vollständigkeit hinzu. Mit dem, was er zu tun hatte, meinte er natürlich den Kampf gegen Acnologia, das große Finale in dem er die Möglichkeit hatte, seinen größten Feind zu töten. „In so eine Situation wirst du hoffentlich nie geraten. Du musst nur daran denken, das zu tun, was du für richtig hältst. Zögere niemals dein eigenes Leben zu schützen, wenn es auf dem Spiel steht. Es sei denn, du bist lebensmüde wie ich, der sich für Menschen in seinem Herzen ins Inferno stürzen würde“ dabei musste er fast ein wenig lachen, brachte es nur zu einem kurzen Grinsen, obwohl er es durchaus ernst gemeint hatte. Zu diesem Zeitpunkt wusste noch keiner der beiden, dass sie genau diese Eigenschaft von ihm, das ein oder andere Mal zu spüren bekommen würde.

Aber generell sollten sie versuchen, ein paar positive Seiten zu sehen, nicht immer nur auf dem rumzuhacken, was den Tag für Kami so schlecht machte. „Ich weiß nicht wie du das siehst, aber für mich ist positiv, dass ich die Möglichkeit habe, dich wirklich kennenzulernen. An einem solchen Tag tut das wirklich gut“ versicherte er ihr offen und ehrlich, schaute dabei in die Ferne des Feldweges. Schritt für Schritt gingen sie weiter, konnten vor Augen aber noch keine Stadt erkennen, während die Sonne sich langsam aber sicher verabschiedete. Das Gesprächsthema zu dem sie jetzt wechseln, war Kami definitiv ein leichtes, denn er kannte sich darin sehr gut aus. Gilden. Sie hielt ihn für einen Gildenmenschen, also eine Person, für die eine solche Einrichtung wie geschaffen war. Er kratzte sich nachdenklich am Kopf. War er wirklich so jemand? „Ich denke nicht, dass ich dafür geschaffen bin. Ich war damals auf der Suche nach meinem Bruder und hab ihn bei Sabertooth nach langer Suche wiedergefunden. Da habe ich mich dazu entschieden, beizutreten um bei ihm zu bleiben“ Sie wusste zwar nichts von der ganzen Hintergrundgeschichte, aber war nun informiert darüber, warum er überhaupt einer Gilde beigetreten war, und zwar nicht aus dem Grund, weil er schon immer in eine wollte. Aber wie er schon vermutete, waren Gilden absolut nichts für Kibe, die Verpflichtungen und Erwartungen waren ihr zu viel, wie in einer Ehe, nur in einer größeren Dimension. Kami lachte. „Nun ja, einerseits stimmt das. Einfach ist es nicht, dort klarzukommen. Doch ich verdiene damit mein Geld, in dem ich Aufträge für Sabertooth ausführe. Zwar begebe ich mich in Gefahr, doch anders verdient man in dieser Welt nur schwer seinen Unterhalt“ dabei wollte er auch gleich auf ihre nächste Frage eingehen, nämlich wie lange er schon dort war, wie es war, wenn man wegziehen wollte oder ob alle schon starben, bevor sie alt wurden. Interessanten Fragen, das musste Kami ihr lassen. Allerdings nichts, was er nicht hätte beantworten können. „Ich werde bald 20 und bin somit knapp 4 Jahre bei Sabertooth. In dieser Zeit, konnte ich meine Fähigkeiten unter Beweis stellen und mich für einen ziemlich hohen Posten empfehlen. Allerdings muss ich meinem Ruf als S-Klasse Magier auch gerecht werden und mich oft mit anstrengenden Dingen herumschlagen. Deshalb muss ich abrufbereit für die Gilde sein, wenn sie mich brauchen. Natürlich ist es auch möglich, dass man nicht direkt in der Gilde wohnen muss, aber noch hatte ich keinen Grund dazu. Ich muss nur hingehen können um Aufträge anzunehmen oder anwesend sein, wenn ich gebraucht werde. Aber das erfährt man recht schnell. Da das Ganze unter Umständen doch recht gefährlich sein kann, gibt es viele Magier, die ihren Herausforderungen nicht gewachsen sind und dabei verunglücken. Doch das ist nicht die Regel. „ Damit war seine lange und umfassende Ausführung fürs erste beendet, was er mit einem Blickkontakt und einem breiten Lächeln signalisierte. „Man gewöhnt sich dran, gibt für alles ein erstes Mal“.

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Re: See inmitten des East Forest

Beitrag von Kibe Asano am Fr Jul 17, 2015 1:12 am

Als Kami ihr versicherte, dass er auch ein anderes mal damit weiter machen konnte, am Boden zerstört zu sein, wusste die junge Frau nicht ob sie darüber nun lachen oder weinen sollte. Wobei sie letzteres wohl ohnehin nicht getan hätte. Deshalb zeichnete sich ihr Amüsement nur mit einem kurzen Lächeln wieder, ehe ihr relativ neutraler Ausdruck zurück kehrte. „Lieber nicht.“, versagte sie ihm diesen Wunsch mit einem zweifelnden Unterton. Natürlich freute sie sich, dass sie den Magier zumindest ein bisschen auf andere Gedanken bringen konnte, doch die Vorstellung, dass sich seine Stimmung gleich wieder umschlagen könnte sobald sie außer Sichtweite war, gefiel ihr auch nicht. Denn im Augenblick gab es für die Nekromantin keinen Grund warum sie annehmen sollte, dass sie mehr Zeit mit dem Schwarzhaarigen verbringen würde, als vorerst angenommen. Aber darum konnte sie sich auch später Gedanken machen. Oder eben gar nicht. Je nachdem, was dieser Abend noch so mit sich brachte. Womöglich wäre er ja für die ein oder andere, weitere Überraschung gut. Kibe zumindest hatte nichts dagegen einzuwenden, solange sie sich auf Positives beliefen.

Ja, Kibe war dafür bekannt recht stur und bockig zu sein, wenn sie denn wollte. Und bei solchen Dingen war das nun mal der Fall. Manche Prinzipien ließen sich nicht einfach mit einem Schulterzucken abtun. Da führte kein Weg dran vorbei – da musste man irgendwie auf einen gemeinsamen Nenner kommen oder die Meinung des anderen akzeptieren, ohne ihr beizupflichten. Über Dragonslayer an sich ließ sich ja noch diskutieren. Okay, Kibe war wirklich kein Fan von ihnen. Bisher hatte sie nur schlechte Erfahrungen gemacht und hatte mit dieser extremen Zerstörungskraft so ihre Probleme. Mit so einer Macht musste man umgehen und viele waren einfach nicht dazu in der Lage, vernünftige Entscheidungen zu treffen. Das war eine Sache. Aber das Töten? Für die Nekromantin selbst war das was Kami ihr erklärte schwer vorzustellen. Dass ein Mensch so korrupt und kaputt sein konnte, dass von seinem eigenen Selbst quasi keine Spur mehr war, war schwer vorzustellen. Hatte nicht jeder irgendwelche Beweggründe, ganz tief in seiner Seele? Oder irgendwo da in der Gegend. Zumindest glaubte sie nicht daran, dass es Menschen gab die nur aus Jux und Tollerei anderen Menschen leid zufügten. Okay, vielleicht doch. Aber nicht ohne Hintergrund. Und woher man sich dann das Recht nahm über das Leben zu entscheiden? Bei diesen Punkten war die junge Frau sich uneins. Gerade wollte die Weißhaarige ihren vernichtenden Kommentar zur Unterhaltung beitragen, da erwähnte Kami seine Aufopferungsbereitschaft. Das nahm ihr erst einmal den Wind aus den Segeln und sorgte dafür, dass von ihrer Seite einige Augenblicke nur Stille kam. „Das versteh ich.“, pflichtete sie ihm schließlich kleinlaut bei. „Für meine Eltern würde ich das wohl auch tun. Für sie würde ich töten. Und für mich.“. Aber das war eine Ausnahmesituation. Für ihren Stolz würde sie nicht einmal so weit gehen einen anderen ernsthaft zu verletzen. „Aber unsere Erfahrungen kann man wohl einfach nicht vergleichen. Dafür waren sie wohl zu unterschiedlich. Vielleicht werde ich deinen Standpunkt irgendwann besser verstehen können.“. Hoffentlich nicht. Kibe mochte ihre jugendliche Naivität. Auch wenn sie es gerne behauptete, hatte sie den Glauben an das Gute im Menschen noch nicht vollends verloren. Allein heute war ein Beweis dafür, dass es doch auch anders ging. Leicht schüttelte Kibe den Kopf, als könne sie so die düsteren Gedanken vertreiben, die sich ihren Weg an die Oberfläche ihres Bewusstseins suchten. „Hm. Entschuldige, die Fragen waren vielleicht unangebracht. Ein bisschen.. sehr persönlich.“. Sowas fragte man nicht, wenn man sich gerade mal ein paar Stunden kannte. Nicht mal.

Aber zum Glück schien Kami ihr das keinesfalls übel zu nehmen. Er bezeichnete ihre Begegnung sogar als positive Entwicklung. Es freute Kibe, dass sie mit dieser Meinung nicht allein da stand, weshalb sie dem jungen Mann neben sich ein ernstes, warmes Lächeln schenkte, auch wenn er gerade in eine völlig andere Richtung blickte. Auf seine Erwiderung wunk Kibe ab. „Nah. Doch. Doch das bist du.“, maßte sie sich an, zu widersprechen. „Du sagtest doch, dass du dich für die Menschen die dir wichtig sind aufreiben würdest. Ich denke solche Eigenschaften sind in Gilden gefragt, meinst du nicht? Der Umstand, dass du ein Dragonslayer bist schadet sicherlich nicht.“. Damit gab man als Gilde schon einmal gerne an, oder nicht? Kibe kannte sich tatsächlich überhaupt nicht auf diesen Gebieten aus, hatte bisher auch wenig Interesse gezeigt. Auch wenn sie schon öfter gefragt wurde, warum sie solche Institutionen mied. „Und wenn da eh deine Familie ist...“, fügte sie nun etwas leiser hinzu, beinahe wehmütig. Ihr Blick rutschte ebenfalls wieder ab, auf den staubigen Waldboden. Es war jetzt auch schon wieder ein paar Monate her, dass sie ihre Eltern gesehen hatte. Deshalb ließ sie sich bereitwillig wieder von diesem Thema ablenken, lauschte lieber der Ausführung ihrer Begleitung. Geld war natürlich immer ein super Grund sich zu irgendwelchen dummen Dingen hinreißen zu lassen. So spielte das Leben. Wofür sonst sollte man sich in Gefahr bringen? „Vier Jahre sind wirklich schon ein-“, plötzlich hielt Kibe mitten im Satz inne und wäre beinahe kurz stehen geblieben. „Du bist S-Klasse?!“. Wirklich Ahnung hatte die Nekromantin zwar nicht, doch was es bedeutete S-Klasse zu sein, konnte sie sich doch zusammen reimen. Erneut unterzog sie den Schwarzhaarigen einer prüfenden Musterung. „Sieht man dir nicht an.“. Wie ein typischer S-Klasse Magier auszusehen hatte, konnte sie allerdings auch nicht benennen. Zumindest versicherte sie dieser Umstand, dass sie den Dragonslayer mit seine Einladung zum Essen nicht gleich in den Bankrott trieb. Das war sofort gemerkt und notiert. Ein relativ breites, schiefes Grinsen schlich sich daraufhin in Kibes Gesicht. „So so.“. Oh, das verhieß nichts Gutes. Mit einem dezenten Räuspern hatte sich das Grinsen auch schon wieder in Luft auf gelöst, hatte einem leichten Lächeln platz gemacht. „Kannst du dir denn vorstellen, den Rest deines Lebens dort zu verbringen?“. Für Kibe wäre das definitiv nichts. Allerdings hatte sie auch noch keinen direkten Plan für ihr Leben, wie man unschwer erkennen konnte.
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Re: See inmitten des East Forest

Beitrag von Kami am Fr Jul 17, 2015 3:13 am

Sie liefen einfach weiter und weiter, dachten gar nicht unbedingt darüber nach, wann sie endlich eine Stadt erreichen würden, um etwas Nahrung zu sich zu nehmen. Mittlerweile waren sie wirklich vertieft in ein Gespräch, das aus mehreren wohl ernstzunehmenden Themen bestand. Sie kamen schnell auf denselben Nenner, zumindest bei den meisten Worten, die sie sich gegenseitig überbrachten. Wenn mal etwas nicht klar war, oder es eine Meinungsverschiedenheit gab, da wurde die Sicht des einen, dem anderen einfach dargelegt. Irgendwie würde man sich dann schon verstehen, nachvollziehen wieso und weshalb der jeweils andere so dachte, wie er es eben tat. Es war äußerst positiv zu verzeichnen, wie oft sie sich ein Grinsen oder gar ein Lächeln schenken, man könnte meinen, dass es fast automatisch passierte und man bei manchen Aktionen gar nicht anders konnte, als den Gesprächspartner mit einem ehrlichen Lächeln von seinen Worten zu überzeugen. Auch wenn Kami erstmal lernen musste, wie er mit Kibe umzugehen hatte, wie sie tickte und was es alles noch so gab, dass er über sie in Erfahrung bringen konnte. Er war jedenfalls gespannt und erfreut darüber, die Möglichkeit zu haben, dass überhaupt herausfinden zu können. Das benötigte Zeit und diese Zeit, würde er sich nehmen. Zumindest wenn alles verlief, so wie es hier am See angefangen hatte. Es sah nicht danach aus, als würden sie sich nach ihrem Essen nie wieder sehen. Oder etwa doch? Kami wusste ja nicht, was Kibe wirklich von ihm hielt und inwiefern sie daran interessiert war, einen Kontakt aufzubauen, der darauf beruhte, sich vielleicht mal öfter zu sehen und sich auszutauschen, etwas zu unternehmen. Das war eine Vorstellung, die der Slayer so kaum kannte, aber sie unbedingt Realität werden lassen wollte. Obwohl er sehen musste, wie das mit seinem Alltag in der Gilde funktionierte. Irgendwie würde er das schon hinkriegen. Alles ging, wenn man es nur wollte und bereit dazu war, es mit aller Macht durchzusetzen, dafür zu kämpfen.

Kämpfen war in dem Fall das richtige Wort. Es fiel Kibe sicherlich nicht leicht, mit ihm über ein so ernstes Thema wie den Tod zu reden, ihn anderen Menschen spüren zu lassen. Wenn man ein Magier war, war man oftmals damit konfrontiert, ob man wie die Weißhaarige Nekromantie beherrschte, oder auch nicht. Es war ein Geben und Nehmen, auf negative Art und Weise. Man musste jeden Tag in Fiore auf sich Acht geben, da man nie unbedingt sicher sein konnte. Überall konnten Gefahren wie dunkle Magier lauern, die es zu bekämpfen galt. Daher fragte sie auch einfach nach, ob Kami es bereits getan hätte. Einen Menschen auf dem Gewissen hatte. Leider hatte er das, doch er tat das nicht aus Hass und Wut, sondern weil es seine Feinde waren, die die Intention besaßen, böses zu tun. Welche Gründe sie dafür hatten, ließ Kami kalt, es zählte der Fakt, dass sie eine Bedrohung waren, die man aufhalten musste. Eine Bedrohung für Fiore, damit für Sabertooth und damit für seine Familie und die Menschen die er liebte. Dafür kämpfte er, wenn es sein musste. Er ließ nicht zu, dass man ihnen etwas antat. Sein Leben war ihm zwar nicht weniger wert, als dass seiner Freunde, doch er war immer bereit es aufs Spiel zu setzen, wenn es drauf ankam. Man hatte mit ihm eine Person an seiner Seite, die bis zum letzten Atemzug alles zurückzahlte, was man ihm in irgendeiner Form geschenkt hatte, dafür reichte bloße Zuneigung. War ja nicht so, dass der Schwarzhaarige alles und jeden an sich heranließ. So konnte auch Kibe nun verstehen, wieso und weshalb er so handelte, stimmte ihm sogar zu. Sie wäre auch bereit zu töten, wenn es ihre Familie oder sich selbst betraf. Obwohl sie recht hatte, ihre Erfahrungen mit diesem Thema gingen weit auseinander. Während sie nur davon ausging, dafür zu töten, musste Kami es schon einige Male unter Beweis stellen. Der Begriff Familie erfreute und schlug ihn nieder zugleich. „Familie ist heilig. Du solltest sie schützen mit allem was du hast und ihnen so viel Zuneigung geben, wie du nur kannst. Ansonsten ist es zu spät und du hast nie die Chance, sie wiederzusehen, wenn es dir danach beliebt“ brachte der Slayer vorsichtig heraus, spielte dabei auf seine eigene Situation an, machte es aber nicht direkt deutlich. Immerhin schien sie davon auszugehen, dass Kami Familie hatte, da er seinen Bruder erwähnte. Der letzte der Familie Firippu, außer Kami selbst. Obwohl er im Augenblick nicht mehr sein Familienmitglied war, sondern ein elender Verräter, der seinen kleinen Bruder verriet, Mutters Worte damit ignorierte.

Dieses Thema sollte allerdings in kurzer Zeit nochmal aufgegriffen werden, auch wenn es dem Anzugträger nicht leicht fiel. Plötzlich, während er noch darüber nachdachte, drang eine Entschuldigung aus ihrem Mund, sie empfand es als zu persönlich. „Nein, ist schon in Ordnung. Wenn dich etwas interessiert, dann fühle dich frei mich danach zu fragen. Du weißt doch selbst wo für dich die Grenze ist. Ich habe kein Problem damit, dir darauf eine Antwort zu geben. Gehört zum Kennenlernen dazu“ damit ging Kami wieder ein Stück weit auf ihre Aussage zu, wollte ihr das unangenehme Gefühl nehmen, dass sie dadurch vielleicht bekommen hatte. Wobei sie ja auch noch beim Thema Gilde waren, was eigentlich nicht unbedingt so persönlich oder traurig war, als das man sich nicht frei darüber unterhalten konnte, so sollte es zumindest sein. Kami beteuerte kein Mensch zu sein, der für eine Gilde geschaffen war, was sie anscheinend nicht so sah und auch deutlich machte. „Es gehört viel dazu, sich vollkommen für eine Gilde zu verpflichten. Natürlich schütze ich die Leute dort, aber ich behandle nicht jeden gleich. Sie sind meine Kameraden, aber unter ihnen gibt es welche, die mir mehr am Herzen liegen als manch anderer dort.  Natürlich bin ich gerne bei Sabertooth, doch auch ohne eine Gilde, wäre ich dazu bereit für meine Freunde durch die Hölle zu wandern“ Wobei sogleich ein nächster Teil folgte. „Der Fakt, dass ich ein Dragonslayer bin, spielt keine große Rolle. Es ist meine Magie, die mir große Kraft verleiht, doch ohne zu wissen, wie ich sie einsetzen soll, bin ich nicht viel besser als eine wilde Bestie die alles um sich herum zerstört. Ich habe gelernt, wann es sich lohnt zu kämpfen, auch wenn andere es manchmal nicht sehen. Oder erst später begreifen, wieso ich das getan habe“ Damit war auch dieser Teil der Erklärung für ihn abgeschlossen. Das nächste was dabei aus Kibes wohlgeformten Lippen trat, verletzte ihn, ohne dass sie es mitbekam oder wirklich Schuld daran trug. Sie ging davon aus, dass Kami in Sabertooth doch optimal aufgehoben war, grade weil dort seine Familie an seiner Seite Platz nahm, doch dem war nicht so.

Kami hatte keine Familie mehr, sie wurde ihm auf einen Schlag genommen. Alles was blieb war sein großer Bruder, der ihm letzten Endes auch den Rücken zukehrte. Nun war er alleine, hatte niemanden mehr, der das gleiche Blut in sich trug, wie er es tat. Natürlich tat dieser Umstand weh, Kami hätte auch lieber Mutter und Vatter gehabt, als einen Drachen der mit einem Atem einen Landstrich wegpusten konnte. Acnologia sollte wissen, dass es ein Fehler war Kami auszubilden. Mit seinen eigenen Händen wollte er ihn noch dafür büßen lassen, das war seine Aufgabe, ob mit oder ohne Gilde, dafür war er auf der Welt. Zumindest sah er das manchmal so, es war schwer eine Bestimmung für ihn zu finden, außer Diese. Jedoch griff er sich nun an die Brust, fühlte die Stelle an der sein Herz pochte, es stach fast etwas, konnte man meinen. So wie Kibe auch, senkte er den Blick, hielt plötzlich an. Sie sollte ruhig wissen, dass dem nicht ganz so war. „Da liegst du falsch. Außer meinen Bruder habe ich schon lange niemanden mehr.“ Kam es kalt aus seinem Mund, war grade einfach nicht in der Lage dazu, ihr mehr darüber zu sagen, zu erklären, obwohl er vielleicht bereit dazu war, es ihr zu verraten. Nachholen würde er es definitiv. Doch im Augenblick ging einfach nicht mehr als das. „Mein Bruder ist in der letzten Zeit auch nicht grade eine Stütze für mich, ganz im Gegenteil“ fügte er noch hinzu, wobei er seine Hand wieder herunternahm, seinen Kopf hob und kurz die Augen schloss, durchatmete. Dann fing er wieder an zu reden. „Aber weißt du was? Diese Umstände haben mich zu dem gemacht, der ich bin. Sie haben mich stärker gemacht, mich wachsen lassen. Nur so kann ich jetzt von mir behaupten, dass meine Eltern bestimmt ein wenig Stolz gewesen wären, was ich bisher erreicht habe“ Ein perfekter Übergang dafür, dass sie wohl nicht ganz damit gerechnet hätte, was für einen Magier sie vor sich hatte. Im Gegenteil, sie hatte nicht einmal daran gedacht, sah es ihm nicht an. Er warf einen Blick an sich herunter. „Ach nein? Wie sehe ich denn aus? Wie ein Schwächling der sich grade hat verprügeln lassen? Täusche dich niemals darin, wie ein Magier aussieht. Sonst endet das sehr böse für dich Kibe, ich kann es dir gerne beweisen“ In einem ernsten Ton und mit mahnendem Blick, fuhr er sie etwas an, lachte dann plötzlich los. „War nur ein Spaß´, keine Sorge. Ich glaube es gibt kein Idealbild von einem S-Klasse Magier. So viele hab ich auch noch nicht zu Gesicht bekommen um dir das sagen zu können“ Gab er ihr dann als ernste Antwort, während er das Grinsen im Gesicht und das funkeln in ihren Augen erkannte.

Was hatte sie vor, woran dachte sie? Irgendwie schien sie den Umstand gut zu finden, dass sie einen Magier dieses Kalibers vor sich hatte. Was auch immer das zu bedeuten hatte, Kami schenkte ihr eines seiner Lächeln. Daraufhin folgte eine schwierige Frage ihrerseits. Konnte er sich vorstellen für immer dort zu bleiben? Eigentlich wusste Kami die Antwort genau „Unter Umständen schon. Aber ich bin da flexibel. Wer weiß wo es mich eines Tages hinzieht, welche Menschen dann an meiner Seite stehen. Ich richte mich gerne nach diesen Personen. Ich wäre bereit für neue Herausforderungen“ ließ er sie wissen, wollte aber auch ihre Meinung hören. „Und wie ist das bei dir? Hast du mal überlegt, irgendwann einen geregelten Alltag zu bekommen, in einem netten Haus zu wohnen und dir dann eine neue Beschäftigung zu suchen, etwas anderes als zu reisen? Wenn du die Welt genug entdeckt hast, heißt das“ wollte er wissen, lief mittlerweile wieder im selben Tempo neben ihr.  Sie hatten noch ein Stückchen vor sich gehabt.

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Re: See inmitten des East Forest

Beitrag von Kibe Asano am Fr Jul 17, 2015 1:29 pm

Zu so einer fortgeschrittenen Zeit noch solche Themen anzusprechen gehörte eigentlich nicht zu Kibes Tagesabläufen. Aber im allgemeinen kam es eher selten vor, dass sie einen Teil ihres Weges mit Begleitung bestritt. Die meiste Zeit hielt sie sich dann doch lieber im Hintergrund und war für sich. Deshalb fühlte sie sich in manchen Unterhaltungen einfach unwohl, wollte sie so schnell es ihr möglich war hinter sich lassen. Das war hier aber nicht der Fall. Es machte ihr nicht einmal was aus, sich die meisten Gedanken frei von der Seele zu reden. Dabei hatte sie ja auch nichts zu verheimlichen. Ihr größtes Geheimnis kannte der Dragonslayer ohnehin, weshalb sie keinen Sinn darin sah, einen großen Bogen um die restlichen Dinge zu machen. Auch wenn manche nicht unbedingt zu den Themengebieten gehörten, über die man sich bei einem nettes Spaziergang unterhielt.

Wie zum Beispiel der Tod. Oder das Töten, besser gesagt. Wer gab schon freiwillig gerne zu, dass er das Leben anderer auf dem Gewissen hatte? Psychopathen vielleicht. Aber dazu zählte die Weißhaarige ihre Begleitung nicht, außerdem nahm sie die feinen Unterschiede in seiner Stimmlage war. Wenn man über unangenehme Themen redete, änderte sich nämlich nicht nur die Körperhaltung oder Wortwahl. Wer in dieser Welt ohne besondere Fähigkeiten überleben wollte, musste sich auf seine Menschenkenntnis verlassen. Auf sein Bauchgefühl. Instinkt.  Zwar gab sie dem Dragonslayer bezüglich seiner Ausführungen über Familie recht, verstand unter diesem Begriff aber wahrscheinlich was anderes. Für sie war er eben nicht durch Blut definiert, sondern durch die Beziehung die sie zu den Menschen aufbaute. Sollte ihr Jemand nur fest genug ans Herz gewachsen sein, durfte er sich sicherlich auch unter diese Bezeichnung zählen. „Familie ist ein sehr dehnbarer Begriff.“, warf sie deshalb kurz ein, zuckte dann aber mit den Schultern. Im Moment sah es mit Familienbesuchen ohnehin schlecht aus, weshalb sie Kamis Worte ernster nahm, als er vielleicht vermutete. Wenn es ihr möglich wäre, würde sie öfter nach Hause zurück kehren. Doch so wie die Dinge nun standen fiel das erst einmal weg, weshalb die Magierin auch so orientierungslos durch die Gegend streunte. „Aber ja. So etwas sollte man zu schätzen wissen.“, bestätigte sie dann und schloss das Thema mental ab. Das schien wohl jetzt nicht der passendste Zeitpunkt für so etwas zu sein, da Familie in jeder Hinsicht sein sehr heikler Punkt war. Das ging einem nah und man wusste nie, wie die andere Person darauf reagieren würde. Vor allem in dieser Welt war das Risiko groß, damit einen Wunden Punkt zu treffen. Und um sich wirklich über solch persönliche Sachen zu unterhalten kannten sich die beiden einfach nicht gut genug. Zumindest nah Kibes Ermessen.

Auch wenn Kami das wohl anders sah. Er gab sich als offenes Buch, obwohl Kibe da eher die sieben Siegel vermutet hätte. So falsch lag sie damit sicherlich auch nicht. Trotzdem wollte sie dein Angebot nicht strapazieren und schüttelte den Kopf. „Mh. Nicht heute..Ein andern mal vielleicht.“. Vielleicht würden sie irgendwann einmal wieder darauf zu sprechen kommen. Zumindest verrieten ihre Worte, dass sie Kontakt nicht abgeneigt wäre, auch wenn sie ihn sicherlich nicht erzwingen würde. Noch war der Abend ja nicht gelaufen und sie würden wohl auch noch andere Gesprächsthemen finden. Zumal Kibe einem regelrecht ein Ohr abkauen konnte, wenn sie denn wollte. Aber auch dafür kannte sie den Schwarzhaarigen vielleicht einfach noch nicht gut genug. Das würde sich im Laufe des Tages zeigen. Das Thema Gilde zumindest war doch schon einmal ein guter Anfang. Nichts zu ernstes, aber durchaus etwas, was mit dem Leben zu tun hatte. Eine gute Mischung eben. Dass man nicht jeden in der Gilde gleichermaßen schätzte, hatte Kibe nicht angenommen. Das war bei so einem großen Verband an Leuten wohl auch nicht möglich. Man hatte halt seinen kleinen Kreis, den man bei sich behielt. Man konnte nicht jeden lieben. Das wäre abartig. Zumindest sprach Kami daraufhin etwas sehr entscheidendes an. „Eben.“ pflichtete sie ihm mit einen Nicken bei und warf ihm einen undefinierbaren Seitenblick zu. Du hast das vielleicht begriffen. Aber der gesunde Menschenverstand und das wissen, wann man die Füße still halten sollte, hat sich wohl noch nicht bei jedem von euch eingeschaltet.“. Auch Kami musste sie erst einmal davon überzeugen, dass es sich tatsächlich so zutrug wie er behauptete. Seine Worte mochten vielversprechend klingen, doch Taten sagten nun mal mehr. Zumindest in Kibes Augen. Vielleicht würde sie sich irgendwann selbst ein Bild davon machen können. „Aber es ist vielleicht nicht richtig, Dragonslayer, oder Slayer allgemein, über einen Kamm zu schweren.“. Das hieß aber nicht, dass sie es nicht tun würde. Das konnte sie einfach nicht abstellen, hatte sich in ihrem Geist verankert.

Obwohl Kibe die ganze Zeit versucht hatte das Thema der Ursache seiner körperlichen Verfassung zu umgehen, hatte sie es doch unwissentlich zur Sprache gebracht. Das einzige was darauf Aufschluss gab war seine Reaktion. Und die konnte die Nekromantin nicht richtig einordnen. Als er plötzlich nicht mehr neben ihr lief blieb auch Kibe stehen, drehte sich zu dem anderen um und blickte ihn verwundert an. Fälschlicher weise deutete sie seine Haltung als physischen Schmerz. Warum sonst sollte er sich die Hand auf die Brust legen. „Schmerzt es?“, fragte sie mit einem beinahe besorgten Unterton. Aber der war nur schwer raus zuhören. Wie immer sah man mehr in ihrem Blick, und dieser änderte sich bei den folgenden Worten. Erst dann stellte sich das Begreifen ein, auch wenn ihre Vermutungen vage blieben. Oh, da war sie wohl voll ins Fettnäpfchen getreten. Betroffen biss sie sich auf die Unterlippe, machte eine schuldbewusste Miene, ließ ihn trotzdem aussprechen. Damit hatte Kami ihr viel mehr preis gegeben, als sie selbst bereit gewesen wäre. Dass er keine Familie mehr außer seinen Bruder besaß war ein furchtbarer Umstand, den man eigentlich nicht jeden Fremden auf die Nase band. Und dass sein Verhältnis zu eben jenem eher schlecht als recht war, führte zur Besserung der Umstände nicht gerade bei. Da wusste Kibe auch gar nicht, was sie dazu sagen sollte. Wie immer wären Worte fehl am Platz. Deshalb war sie dankbar dafür, dass er das Reden für sie übernahm. Auch wenn sie die Nekromantin für einen kurzen Moment aus der Bahn warfen. Natürlich stimmte sie ihm zu, dass das was geschehen war ihn zu den Mann machten, der er nun war. Aber das rechtfertigte das Leid das man dafür einstecken musste oftmals nicht. Doch jegliches Mitleid verschwand bei seiner scherzhaft gemeinten Drohung. Abwehrend hob Kibe die Hände und wollte gerade beteuern, dass sie das so ganz sicher nicht gemeint hatte, da versicherte er ihr, dass es sich nur um einen Spaß gehandelt habe. Ihre Hände fielen wieder neben ihre Hüfte und ihr Blick wurde äußerst unbegeistert. „Ich lach mich tot.“., entgegnete sie monoton, fuhr dann etwas schnippisch fort. „Und wenn es ein Idealbild gäbe, dann würdest du dem sicher nicht entsprechen.“, murrte sie und streckte ihm die Zunge raus, ehe sie sich umdrehte und einfach weiter ging. Das war der Magierin um Längen lieber als diese unangenehm emotionale Situation eben. Damit wusste sie nämlich nicht umzugehen. Nicht in diesem Stadium des Kennenlernens.

Trotz ihrer gespielten Befangenheit vernahm sie die Worte des Slayers deutlich, vermerkte sie gedanklich. Ob er überhaupt so lange überleben würde um sich später einmal Gedanken um seinen weiteren Werdegang zu machen? Wenn er so weiter machte definitiv nicht. Dann würde er irgendwo verenden, weil er lieber allein sein wollte anstatt zu einem Arzt zu gehen. Das zum Beispiel war überhaupt nicht das Verhalten, dass man von einem S-Klasse erwartete. Vielleicht stellte Kibe sich diese Magier auch einfach viel älter und reifer vor. Irgendwie... verantwortungsbewusster. Sie hingegen brauchte noch gar keine Verantwortung zeigen. Wozu auch? Für wen? Für sich selbst brauchte sie die nicht. Solange sie sich von anderen fern hielt sah sie dazu keinen Grund. „Mh. Weiss nicht. Darum hab ich mir noch keine Gedanken gemacht. Im Gegensatz zu dir würde ich mich wohl nach den Umständen richten und nicht nach den Menschen die mir nahe stehen.“. Zumal sie davon echt kaum welche hatte. Mittlerweile lief der junge Mann wieder neben ihr her, kassierte trotzdem noch einen bösen Blick. „Um noch einmal auf eben zurück zu kommen: in deinem Zustand solltest du keine großen Töne spucken. So könnte ich dich auch ohne Magie umhauen.“. Und damit hatte sich das Thema wirklich. Zum Zeichen, dass sie es ihm dennoch nicht übel nahm, lächelte sie nun wieder ein wenig. „Wer weiss. Vielleicht mach ich das auch noch.“. Hörte sich ja vielversprechend an. Noch ein Grund, warum man keine Fremden zum Essen einladen sollte. Kami hatte noch sehr viel zu lernen.
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Re: See inmitten des East Forest

Beitrag von Kami am Sa Jul 18, 2015 2:17 am

Bei dem ganzen Gerede gab es doch das ein oder andere Thema, an dem sie hängen blieben, ein paar mehr Worte verlieren mussten um ihren Standpunkt dann klarzumachen. Dabei mussten beide recht geduldig und verständnisvoll sein, schließlich hatte jeder eine andere Sicht der Dinge, obwohl sie in manchen Aspekten gar nicht so weit auseinanderlagen. Zumindest kam es Kami so vor, denn sie wirkte verständnisvoll, auch wenn sie sich noch kaum kannten. Deshalb musste man darauf achten, nicht zu viel preiszugeben oder zu persönlich zu werden, denn für sowas brauchte man Zeit. Sowohl um es zu erzählen, oder um Gesagtes dementsprechend verarbeiten zu können, etwas zurückzugeben. Dafür waren sie noch nicht bereit, aber mit der Zeit würde das kommen, man musst sich nur mehr unterhalten, Stück für Stück zutraulicher werden, im richtigen Moment die richtigen Worte finden. Dann ging das schon. Kami konnte die Situation ganz gut einschätzen und war sich ungefähr bewusst, wann es für ihn der richtige Zeitpunkt war, ihre Dinge zu sagen, die er sonst eigentlich kaum jemanden auf die Nase band. Dazu gehörte eigentlich der Umstand mit seiner Familie, das Thema was es ihnen wohl ein wenig angetan hatte. Zugegeben, man konnte auch gut darüber sprechen und sich auch darüber streiten, obwohl sie nicht wirklich wussten, wie es bei dem Gegenüber von ihnen aussah, mit der familiären Situation.  Natürlich konnte man eben auch darauf zu sprechen kommen, wie viel man bereit war, für seine eigene Familie zu geben, für die Menschen die man liebte. Zumindest was betraf, waren sie sich sofort einig. Sie waren bereit zu töten, nicht einmal mit der Wimper zu zucken, wenn man die Menschen verletzte, die ihnen wichtig waren, auch wenn es für Kami in dem Fall, nur noch eine Hand voll gab. Obwohl es sicherlich einen Unterschied gab zwischen heldenhafter Aufopferung oder Lebensmüdigkeit. Bei dem Dragonslayer war es wohl eine Mischung aus beiden. Alleine dass er dafür kämpfte, Acnologia herauszufordern. Jeder dem er den Umstand erklären würde, würde ihn für dumm halten, denn es war quasi Selbstmord.

Familie war ein dehnbarer Begriff. Da hatte sie Recht. Es blieb einem selbst überlassen, was oder wen man als seine Familie bezeichnete, wobei man dabei wohl nur Personen aufzählte, die wirklich wichtig waren. Es mussten nicht unbedingt Menschen sein, die verwandt waren, sondern auch enge Freunde gehörten dazu. So wie Kami auch Sabertooth als seine Familie bezeichnete, zumindest vom Begriff her. Jedenfalls gab sie ihm dann doch Recht. Was man in dem Fall noch hatte, sollte man durchaus zu schätzen wissen, man sollte glücklich darüber sein, noch Familie zu haben, zu der man jederzeit eigentlich zurückkehren konnte. Das was Kami nie hatte, aber trotzdem sich vorstellen konnte, wie es wohl sein musste. Liebe und Zuneigung von einer solchen Perspektive aus, hatte er nur für eine kurze Zeit genießen dürfen. Dabei durfte Kibe ruhig danach fragen, was sie von ihm wissen wollte, er hatte eigentlich kein Problem damit gehabt, ihr vieles davon zu sagen, solange sie eben darauf achtete, nicht viel zu persönlich zu werden, was sie ja auch nicht tat. Allerdings fuhr sie die Situation runter, meinte, dass es am heutigen Tag nicht sein musste, ein anderes Mal dann vielleicht. Was sie damit meinte, konnte der Anzugträger sich genau vorstellen, er war ja nicht auf den Kopf gefallen. „Klar, geht in Ordnung. Wir haben ja Zeit“ Dabei sah er es als positiv an, dass sie den Term einbaute, ein anderes Mal mit ihm reden zu können. Was bedeutete, dass sie sich durchaus nochmal sehen würden. Dabei schlich sich wieder ein Grinsen auf sein Gesicht. Immerhin hatte er jetzt die Chance gehabt, ihr zu zeigen, dass er doch kein so übler Kerl war, wobei er sicherlich keinen schlechten Start hingelegt hatte. So gut wie er es zumindest einschätzen konnte. So sehr wollte er sich auf seine Menschenkenntnis nicht verlassen. In irgendwelche Aktion hineininterpretieren erst recht nicht, schließlich konnte sowas immer böse enden. Allerdings war da noch die Sache, die Kibe ein bisschen zu wurmen schien, es war der Umstand dass Kami ein sogenannter Dragonslayer war, sie hatte es wohl nicht ganz so mit der Sorte von Magiern, zumindest kam es in dem Schwarzhaarigen ein wenig so vor.

Diese Magie verlieh einem die Kräfte mit hoher Zerstörungskraft zu wüten, seine Gegner zu bekämpfen, wobei man leicht einem Menschen das Leben nehmen konnte. Allerdings war nicht jeder Slayer gleich, sondern konnte frei entscheiden, wie er mit seinen Kräften umgehen wollte, was er damit tat und wofür er damit kämpfte. Kami macht bereits klar, unter welchen Umständen er in einen Kampf ging, wofür er Menschen vernichten würde. Kibe allerdings war sich bewusst, dass er wusste was er tat, aber bei anderen Slayern war das wohl noch nicht angekommen. Sie hatte wohl schlechte Erfahrungen gemacht. „Das klingt so, als wärst du des Öfteren an Slayer geraten die es nicht gut mit dir meinten. Ich weiß dass ich einer davon war, aber im Gegensatz zu den anderen, tut mir mein Verhalten leid“ entgegnete der Anzugträger daraufhin und nickte einmal beiläufig. Wobei auch sie erkannte, dass man nicht alle Dragonslayer gleich sehen konnte. „Es gibt eben solche und solche“ Allerdings war Kami einer der Sorte, dem Familie und Freunde sehr wichtig waren, weshalb er auf ihre Äußerung empfindlich reagierte. Sie ging davon aus, dass er seine Familie bei sich hatte, wobei sie falsch lag, er hatte so gut wie niemanden mehr. Das konnte sie nicht wissen, war auch nichts, was man jemandem sofort erzählte. Allerdings konnte Kami das nicht einfach wegstecken, reagierte ein wenig emotional, wobei er einen kurzen Moment stehenblieb und durchatmete. Sie antwortete nicht darauf, ihr fielen wohl die Worte. Außerdem brauchte sie kurz um zu verstehen, dass Kami keinen physischen Schmerz spürte, als er sich an die Brust fasste. Das Thema wurde dann allerdings recht schnell überspielt, er wollte nicht lange daran hängen bleiben und eine große Sache draus machen, weshalb er weiterredete und einen Übergang schaffte. In ihren Augen erkannte er allerdings ein Funken von Mitgefühl. Das reichte aus.

Schnell konnte er wieder auf seine scherzhafte Seite umschalten, die sie zu spüren bekam. Wobei es bei ihr wohl nicht ganz so gut anzukommen schien, jedoch ließ sie sich nicht davon abbringen ließ, ihm ein Kommentar zurück an den Kopf zu schmettern. Was sich darauf bezog, dass sie über S-Klasse Magier redeten und ihr Erscheinungsbild. Wenn es sowas gab, wie das ideal Bild eines solchen Magiers betraf, würde Kami es definitiv verkörpern. So Kibe, mit herausgestreckter Zunge. „Na wenn du das sagst. Eines Tages wird sich das auszahlen, glaub mir. Wirst du vielleicht erleben dürfen“ scherzte er eigentlich zurück, guckte sie aber nicht wirklich dabei an. Da blieb allerdings noch die Frage offen, die Kami ihr zurückgestellt hatte. Wie sie sich ihre Zukunft ungefähr vorstellte, zumindest wo sie bleiben wollte. Wie Kami, wollte sie sich nicht nach anderen richten, sondern eher nach Umständen. „Wer weiß was die Zeit bringt. Kann sich alles noch ändern. Solange du auf dich aufpasst und in der harten Welt überlebst. Wenn du so weitermachst, stehen die Chancen gut“ gab er zurück, musste wieder etwas Grinsen. Ihre letzten Worte dabei waren jedoch wieder so gemein wie eh und je. Sie nutzte die Situation aus, dass er etwas fertig war und meinte, dass er keine großen Töne spucken sollte, wo er doch so verletzt war, denn so könnte sie ihn auch ohne Magie umhauen. Die Möglichkeit bestand und sie würde sie vielleicht nutzen. „Wir werden ja sehen ob du überhaupt dazu in der Lage wärst oder ob du zögerst. Immerhin hab ich dir keinen Grund geben, mir eins auszuwischen. Essen gehen kannst du dann auch alleine“ damit schaute er sie dann endlich wieder an, grinste herausfordernd.

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Re: See inmitten des East Forest

Beitrag von Kibe Asano am Sa Jul 18, 2015 5:07 pm

Nun waren die beiden Magier schon eine ganze Weile unterwegs. Die Begegnung beim See sollte dabei erst der Anfang eines netten Abends werden, der vielleicht sogar die eine oder andere Überraschung mit sich brachte. Wohin genau es ging konnte dabei keiner der beiden richtig sagen, schließlich war keiner von ihnen auf die Idee gekommen, eine Karte mit sich herum zu schleppen. Und selbst dann wäre es vermutlich schwer gewesen ihren Standort zu bestimmten. Deshalb liefen sie einfach weiter, in der Hoffnung, irgendwo zu landen. Und je weiter zu gingen, mit jedem Schritt, trugen sie sich selbst dem Waldrand näher. Hinter ihnen verdichtete sich die Schwärze, schloss den Wald komplett ein. Die Geräusche wurden darin verschluckt. Würden sie sich nicht so locker unterhalten, wäre das sicherlich beinahe beklemmend gewesen. Doch so störte sich keiner daran. Kibe selbst wurde der Umstand erst bewusst, als sich der Wald langsam wieder lichtete.

Dankbar, dass sie sich wohl fürs erste nicht weiter um all zu persönliche Dinge kümmern müssten, führten sie die Unterhaltung gelassen fort. Es war lange her, dass Kibe sich mal so frei mit Jemanden unterhalten konnte. Normalerweise musste sie ziemlich arg darauf achten, was sie eigentlich sagte, um nicht zu viel von sich preis zu geben. In dieser Welt reichten auch schon die kleinsten Informationen um einem das Leben verdammt schwer zu machen. Und das wollte sie unter keinen Umständen riskieren. Aber bei dem Dragonslayer musste sie sich keine Sorgen machen, dafür hatte sie seine schlechten Seiten schon kennen gelernt und er die ihren. Zumindest einen kleinen Teil davon. Und das schien auch erst einmal vollkommen zu reichen. Die Nekromantin wäre viel zu müde um sich noch einmal mit Jemanden am heutigen Tage anzulegen. Selbst verbal stellte teilweise schon eine Herausforderung für sie da. Da war sie lieber einfach ruhiger, ließ den Schwarzhaarigen reden. Ohnehin schien er der gesprächigere Part von ihnen zu sein. Vielleicht lag es daran, dass ihn noch das schlechte gewissen bis zu einem gewissen Grad plagte. Für die Weißhaarige hatte sich die Sache dabei gegessen. Der einzige Punkt der sie noch ein wenig störte war die seiner Magie. Zumindest traute die Nekromantin ihr nicht über den Weg. Und auch wenn sie es nicht direkt auf ihn beschränkte oder wusste, dass sie Vorurteile hatte, konnte sie diese nicht abstellen. Schließlich existierten diese um sie zu schützen, man hatte sie selten zu unrecht, auch wenn man sich stets über die im Klaren sein musste. Kibe war das. Sie wusste, dass sie vielleicht etwas voreilig urteilte. Aber selbst wenn – hatte es die davon abgehalten dem Dragonslayer zu helfen, wenn er sie brauchte? Nein. Und darauf kam es doch schließlich an. „Hm. Ist richtig. Trotzdem ist das Risiko in der Gesellschaft eines mächtigen Magiers einfach höher als in der gewöhnlicher Menschen.“, fügte sie trotzdem noch hinzu. Natürlich hatte er mit dem was er sagte recht. Es gab nun mal die eine Art von Mensch und die andere. Aber das widersprach ja nicht zwingen ihrem Einwand. „Nicht, dass ich mir in deiner Gegenwart Sorgen machen würde.“, murmelte sie, ohne Aufschluss darauf zu geben, ob das nun Sarkasmus oder Ernst gewesen war. Das Thema war auch schnell erledigt, als der Dragonslayer diesen kurzen Aussetzer hatte. Wohl wissend, dass die junge Frau dabei vielleicht ein wenig unterkühlt reagierte, konnte sie nichts dagegen tun. Wirklich einmischen wollte sie sich in die familiären Angelegenheiten ihrer Begleitung nicht. Alles was sie tun konnte war ihn vergessen lassen. Wenn auch nur für ein paar Stunden.

Die Stimmung kippte schnell von Ernst zu Scherzhaft, auch wenn die Atmosphäre kurzzeitig einem Pulverfass glich. Kibe hätte schließlich auch ganz anders reagieren können und den Schwarzhaarigen eiskalt auflaufen lassen können. Stattdessen ging sie auf seine kleine Unverfrorenheit ein, erwiderte sie mit einer Bemerkung ihrerseits. „Das darf ich auf keinen Fall verpassen.“. Diesmal war der Sarkasmus ganz eindeutig rauszuhören gewesen, war beißend und von einem schiefen Lächeln begleitet. Derweil hatten ihre Hände wieder ihren Weg zurück in ihre Jackentaschen gefunden. „Keine Sorge, ich pass' schon auf mich auf. Bin vorsichtig, versprochen.“. Gerade ihr zur Vorsichtigkeit zu raten war überflüssig. Es gab kaum Jemanden der sich mehr Gedanken um seine Taten und um die Risiken die andere darstellen konnten machte. Vielleicht fiel es Kibe deshalb auch so schwer einen emotionalen Draht zu Jemanden aufzubauen? Es war gewiss nicht leicht für sie, das merkte man ihr an. Auch wenn sie sehr ungezwungen mit ihrer jetzigen Lage umging, änderte das Nichts an der Tatsache, dass es sich um eine ungewohnte, wenn nicht sogar merkwürdige Situation handelte. Ob es nun ein Vor- oder Nachteil war, dass sie sich kannten, vermochte sie nicht zu bestimmten. Das konnte man an dieser Stelle wohl interpretieren wie man wollte. „Pff. Genau das werde ich dann auch tun. Kannst dich von deiner Brieftasche schon einmal verabschieden.“. Nein, ganz gewiss würde sie ihn jetzt nicht niederschlagen und mit seinem Erspartem abhauen. Auch wenn die Möglichkeit durchaus verlockend klang. Bei einer anderen Person hätte sie das vielleicht sogar gemacht. Je nachdem, wie man ihr vorher gegenüber getreten war. Hier im Wald wäre der perfekte Ort dafür gewesen.

Aber die Gelegenheit löste sich in Luft auf, als sich das Blätterdach mit einem Nachthimmel abwechselte. Die Sonne war schon beinahe am Horizont verschwunden, stattdessen ließ sich der Mond hinter dicken Wolkenfronten vermuten. Beinahe besorgte musterte die Nekromantin das Firmament, suchte es nach Regen ab. „Wir sollten uns beeilen. Das Wetter wird vermutlich schlechter.“, kommentierte sie die Sicht die sich ihnen bot. Und wie um ihre Worte zu bekräftigen beschleunigte sie ihre Schritte, drehte sich im Gehen zu dem Dragonslayer um. „Das heißt, wenn du mit mir mithalten kannst.“, fügte sie nun spaßeshalber hinzu, grinste ihn an und drehte sich wieder ihrem Weg entgegen. Selbst die Luft roch anders. Nach Kälte, Finsternis und Regen. Eigentlich etwas angenehmes, wenn sie nicht wüsste, dass sie jeden Augenblick in einen Regenschauer geraten konnten. Aber einen Vorteil hatte die Dunkelheit: es ließen sich nicht weit entfernt viele hell erstrahlte Lichter ausmachen: eine Stadt.

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