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Kamis Zimmer

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Beitrag von Kamiro am Mo Jul 13, 2015 1:12 am

In der 2. Etage, wenn man den Gang fast bis zum Ende läuft, findet man eine Tür vor, die den Eingang zu Kamis kleinem Quartier darstellt. Nachdem er zum S Klasse Magier ernannt wurde, bekam er größere Räume zur Verfügung gestellt, obwohl ihm das eigentlich nicht so wichtig war. Seine Unterkunft besteht aus 2 Räumen. Wenn man hineinkommt, hat man ein großes Zimmer. Dort befinden sich sein Bett, der Kleiderschrank, ein paar Sitzmöglichkeiten, ein Schreibtisch und sogar ein kleiner Kamin. Allgemeiner ist der Raum in einem hölzernen Stil gehalten. Das Bett ist relativ groß und steht fast am Ende des Raumes an der Wand, nahe an dem großen Fenster, dass dem Zimmer genügend Licht spendet. Ein paar Pflanzen zur Dekoration sind ebenso vorzufinden.  


Nebenan ist noch ein gewöhnliches Badezimmer, mit einem Waschbecken, einer Toilette und einer Dusche sowie einer Badewanne. 

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Re: Kamis Zimmer

Beitrag von Kamiro am Di Jul 28, 2015 2:13 am

Cf: Bahnhof von Kunugi

Da sie nun schon eine beachtliche Strecke und Menge an Zeit zurückgelegt hatten, durften es die finalen Minuten sein, die sie von der Stadt Gallowstown und damit der Gilde Sabertooth trennten. Kami konnte das zwar nicht unbedingt einschätzen, aber darum ging es gar nicht. Wie denn auch? Da er die ganze Zeit mit sich zu kämpfen hatte, konnte er schlecht mal nachfragen oder einen Blick nach draußen werfen. Das wäre sowieso zum Scheitern verurteilt, schließlich war es stockfinster. Eigentlich hatte der Dragonslayer gar keine so schlechte Orientierung, da er oft und lange im Auftrag der Gilde unterwegs war, aber wenn die Tageszeit es nicht zuließ, konnte er nichts dagegen tun. Die Devise lautete also abwarten und darauf vertrauen, dass Kibe weiterhin über ihn wachte. Sie würde ihm schon Bescheid geben, wenn es soweit wäre oder irgendwas los war. Wenn der Zug stoppte hoffte er ja so oder so, dass es endlich das Ziel war. Aber bisher war das es jedes Mal aufs Neue ein Fehlalarm. Zumindest bereitete ihm die junge Dame einen angenehmen Aufenthalt, so gut es möglich war. Er musste zwar gegen die Reisekrankheit ankämpfen, hatte aber gleichzeitig Ablenkung. Natürlich sah er ihre Unterhaltung nicht nur als eine Ablenkung, aber es tat gut nicht jede Sekunde daran denken zu müssen, dass er sich womöglich übergeben könnte, wenn er nicht aufpasste. Diesmal verließ sich Kami auf sie, beim nächsten Mal konnte das schon wieder anders aussehen. Es war nur der Anfang, es lag wohl noch viel vor ihnen. Zumindest konnte der Schwarzhaarige sich sowas in der Art ganz gut vorstellen. Obwohl er sowas kaum kannte, auch diese Art von Fürsorge, obwohl sie diese vielleicht nicht ganz so  sah. Denn Freunde machten sowas füreinander. Dieser Satz brannte sich in seinem Kopf ein. Ja. Freunde waren für da, wenn man sie am meisten brauchte.

Wenn er also mit ihr unterwegs war, brauchte er keine Angst haben, dass sie plötzlich nicht mehr zu ihm war. Es gehörte nun dazu, das wurde ihm versichert. „Wir werden beide profitieren, da bin ich mir sicher. Wenn du an meiner Seite bist, wirst du dir in der kommenden Zeit keine Gedanken machen brauchen, dass dir etwas zustößt. Du stehst nun unter Schutz, kann man sagen. Obwohl ich mir sicher bin, dass du gut alleine zurechtkommst, gehe ich nur auf Nummer Sicher“  Er war ein Mensch, der durch die Hölle gehen würde um die zu beschützen, die ihm wichtig waren. Logisch, wenn man nicht noch mehr Verluste in seinem Leben hinnehmen wollte, als man es bisher schon musste. Deshalb würde er alles daran setzen, sie zu verteidigen, man sollte ihnen nicht ein einziges Haar krümmen. Auch wenn er jetzt verletzt war und seiner Schwäche erlag, würde das nicht immer so sein. Sie hatte ihn seit Ewigkeiten nicht mehr bei voller Kraft gesehen, auch damals nicht, denn im Gegensatz zu damals, hatte er sich gewaltig gesteigert. Sie konnte sich in seiner Nähe dann auch recht sicher fühlen, denn sie konnte sich bewusst sein, dass er sie beschützen würde. „Ich lasse nicht zu, dass man dir wehtut, wenn ich in der Nähe bin. Dafür sind Freunde da, sie beschützen einander“ Fügte er dabei relativ leise hinzu, behielt den Blick dabei unten. Diese Beziehung wollte er festigen und ausbauen, indem er sich noch etwas mit ihr unterhielt, wenn sie bei der Gilde angekommen waren. Zumindest hatte er das so geplant, wollte daher wissen, was seine Begleitung davon hielt. Die hatte nichts Besseres zu tun, als ihn damit gleich wieder auf den Arm zu nehmen. Bevor er dazu was sagen konnte, berichtigte sie sich allerdings schnell, antwortete dann ehrlich. Sie hatte auch Interesse daran, sich mit ihm zu unterhalten, was während der Behandlung ja auch ganz praktisch gewesen wäre. Dabei konnte man ja kaum still sein, das wäre dann ein ziemlich komischer Moment, wenn sie danach einfach ohne weiteres gute Nacht gesagt hätten, dann schlafen gegangen wären.  Ein Thema zum Abschluss fand man sicherlich, einfach ein paar kleine Worte. Mehr musste es zu später Stunde ja auch gar nicht sein. Sofort konnte Kami zwar bestimmt nicht einschlafen, aber er wusste ja, dass er Kibe ein Dach über dem Kopf gegeben hatte und sie ein Abend miteinander verbrachten, den er nie wieder vergessen würde. Das gab ihm ein gutes Gefühl, dass den Rest etwas verdrängte.

Nun war es soweit. Der Zug stoppte plötzlich. Einige Leute fanden den Weg nach draußen, die Ansage versicherte ihnen, dass sie nun angekommen waren. Kami brauchte einen kurzen Moment um sich zu fangen, wobei Kibe hingegen bereits aufgestanden war und ihn schief anblickte. Nun sprang Kami auch schon fast auf, fühlte sich wieder lebendig. Was für ein gutes Gefühl, wenn man 2 Stunden lang darum kämpfen musste, alles was im Magen war, auch dort zu behalten. Sie war jetzt nun auf ihn angewiesen, er wusste wo es lang ging. „Folge mir einfach, wir werden schon sicher ankommen“ Dabei verließ er mit ihr zusammen den Zug, befand sich nun auf einem kleinen Bahnhof. „Ich wollte dir ja sowieso noch erzählen, was es mit dieser Stadt auf sich hat“ Fing er an und lief Seite an Seite neben ihr her. Sie waren auf dem Weg zur Hauptstraße, der man einfach nur grade folgen musste, dann würde man irgendwann auf einer Anhöhe das Gildengebäude der Säbelzähne erblicken. „Früher gehörte das alles mal der Regierung, sie kontrollierten diese Stadt, aber das war noch etwas vor der Zeit, als Sabertooth wirklich mächtig war. Als Sabertooth an die Macht kam, die Gilde immer größer wurde, funktionierte das nicht mehr ganz so, wenn 2 Vereinigungen auf engstem Raum ihre Gebiete hatten. Es gab keine großen Kämpfe, eher Verhandlungen bis diese Stadt dann zu unserem Gebiet gehörte. Immerhin arbeiteten wir ja für dieselbe Sache, wie auch der Rat. Da war das keine große Sache“ Erklärte er dann kurz aber gespickt mit den wichtigsten Informationen. Nun war er erstmal ruhig, genoss das Gefühl, wieder Nahe der Heimat zu sein, obwohl er nicht so lange weg war. Was dort auf dem Trainingsplatz passierte, rückte natürlich auch wieder etwas näher, auch dass er Masa gesagt hatte, er würde etwas länger wegbleiben. Naja, er musste den Schwarzhaarigen ja nicht zu Gesicht bekommen. In Gallowstown selbst war nicht mehr viel los. Die Straßenlampen brannten noch, ansonsten war so gut wie niemand mehr draußen Unterwegs. Man hörte nur die Stimmung aus der Bar, als Kibe und Kami dieses Gebäude passiert hatten. Der Dragonslayer war dort oft mit seinem Bruder, weshalb er es vermied auch nur einen einzigen Blick in diese Richtung zu werfen. Stattdessen lief er stur weiter, in der Ferne konnte man auch bei der Dunkelheit das prachtvolle Gebäude mit der Statue eines Säbelzahntigers erkennen. „Gleich sind wir da“ Meinte er und deutete mit dem Finger nach vorne, in die besagte Richtung.

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Re: Kamis Zimmer

Beitrag von Kibe Asano am Di Jul 28, 2015 2:01 pm

Cf: Bahnhof von Kunugi

Nun waren die beiden Magier schon eine Weile unterwegs. Wenn man bedachte, dass allein die Zugfahrt zwei Stunden in Anspruch nahm und sie noch zusammen gegessen hatten, verbrachten sie schon eine beachtliche Menge an Zeit miteinander. Und das, obwohl sie sich vor ein paar Stunden kaum gekannt hatten. In den Ohren Außenstehender würde dieser Umstand sicherlich komisch klingen. Aber man konnte nicht leugnen, dass sie sich gut verstanden. So wie sie miteinander umgingen beinahe, als kannten sie sich schon viel länger, als es eigentlich der Fall war. Solche Begebenheiten musste man zu schätzen wissen. Und Kibe tat das. Die Anwesenheit des Slayers entspannte sie. So sehr, dass seine Worte sie beinahe nicht mehr überraschten. Aber das wäre gelogen. Denn das taten sie ohne Zweifel. Die junge Frau hob den Blick und in ihrer Mimik fand sich Verwunderung wieder. Auch wenn es ebenso gut leere Worte sein konnten, verschlug es ihr für einige Sekunden die Sprache. Bisher hatte die Nekromantin immer zusehen müssen, wie sie klar kam. Natürlich hatte sie ihre Eltern gehabt, die bis zu einem gewissen Grad schützend ihre Hand über ihren Kopf gehalten hatten, doch hier – in einer ihr vollkommen fremden Umgebung – war sie bis dato auf sich allein gestellt gewesen. Da konnte sie nicht auf die Freundlichkeit oder Höflichkeit irgendeines dahergelaufenen Mitmenschen zählen. Das hatte sie am eigenen Leibe erfahren müssen. Gerade deshalb klang es in ihren Ohren zu surreal, als Kami ihr versprach, dass er alles in seiner Macht stehende tun würde, damit ihr in seiner Gegenwart nichts geschah. Das taten Freunde nun einmal füreinander. Perplex blinzelte die Weißhaarige ihn an, bis sich ganz langsam ein schmales Lächeln auf ihrem Gesicht bildete. „Das bedeutet mir viel. Aber hoffen wir, dass es nicht dazu kommen muss, was?“. Kibe glaubte ihm auch so aufs Wort, dafür bedurfte es keinerlei Beweise. Da vertraute sie lieber blind auf das, was er sagte und behielt dafür eine heile Haut.

Nun, da der Zug im Bahnhof eingerollt war, machten sich die beiden Magier auf den Heimweg. Zumindest war es für einen der beiden Parteien der Heimweg. Kibe hatte sich hier noch nie aufgehalten. Deshalb brauchte sie auch etwas mehr Zeit um sich den Gegebenheiten anzupassen. Vorerst lief sie etwas versetzt hinter dem Slayer, ließ ihren Blick über die Bahnhofsstation und anschließend über die Wohnhäuser gleiten. In ihrem Unterbewusstsein verspürte sie den Drang, sich jedes Detail einprägen zu müssen. Das hatte ihr in der Vergangenheit schon oftmals zumindest einen kleinen Vorteil verschafft, wenn es hieß, dass sie schnell die Biege machen musste. Nicht, dass sie erwartete, hier davon Gebrauch machen zu müssen. Aber das war eine Angewohnheit die sich nur schwerlich ablegen ließ. Es lief ja schon beinahe alles automatisch ab. Während die Weißhaarige die Architektur bewundern konnte, erklärte Kami ihr auch endlich, warum die Gilde mit der Stadt im Bunde war. Schließlich schloss man sich als autonome Stadt nicht immer gleich einer Gilde an und gab somit einen Teil Freiheit auf. Aber was der Slayer ihr erklärte machte natürlich Sinn. Auch wenn es, ihrer Meinung nach, etwas verschroben war. Warum sie das so empfand, konnte sie nicht direkt sagen. Vielleicht, weil es so klang, als ob es über die Köpfe der Menschen hinweg entschieden wurde. „Und die Leute hatten kein Problem damit?“, fragte sie nun, verschränkte ihre Hände hinter dem Rücken, blickte zur Seite und musterte die Gesichtszüge ihrer Begleitung genau. Von seiner Reisekrankheit war keine Spur mehr zu sehen. Zwar hatte er jetzt wieder einen etwas gesünderen Gesichtston, sah aber trotzdem noch ziemlich angeschlagen aus. Bestimmt wäre es ihm auch lieber, wenn sie auf ihrem Weg keiner weiteren bekannten Person begegnen würden. Das würde sicherlich zu unangenehmen Fragen führen. Fragen, die die Nekromantin bisher gut umgangen hatte und mit Sicherheit nicht jetzt auspacken würde. Dafür war es hier weder der Ort noch die Zeit.

Die Stadt schien belebt, obwohl die meisten Menschen zu dieser späten Stunde bereits in den Betten liegen würden. Hier und da brannte noch ein Licht im Fenster, und als sie an einem hiesigen Lokal vorbei kamen ertönte Gelächter und Musik. Wieder stahl sich ein leichtes Lächeln auf die Züge der Nekromantin. Wenn sie alleine unterwegs war, vergaß sie auf solche Dinge zu achten. Dann wollte sie nur von A nach B kommen und übersah, was die Welt um sie herum zu bieten hatte. Wenn man sich ständig gehetzt fühlte, kam einem alles um einen herum einfach nur tot vor. Tot und irgendwie bedrohlich. Vielleicht war es ja doch ein leichter Anflug von Paranoia, den Kibe mittlerweile mit sich herum trug. Aber wer konnte es ihr verübeln? Ihre Gedanken wanderten, und wieder griff sie sich instinktiv an die linke Schulter. Glücklicherweise holte Kami sie mit seinen Worten ins Hier und Jetzt zurück, und gespannt hob sie den Blick. Ein erster Eindruck genügte. „Ah. Ihr habt es nicht so mit Bescheidenheit, was?“, fragte sie nun mit deutlich amüsierten Unterton, auch wenn etwas Spott in ihrer Stimme lag. Wohl wissend, dass alle Gilden ziemlich stolz auf ihre Zugehörigkeit waren, hielt sie schnell wieder den Rand. Damit konnte man sich wirklich Probleme einhandeln, wenn man nicht aufpasste. Was sie drinnen erwartete, wusste die junge Frau nicht. Nicht einmal erahnen konnte sie es. Wie sie bereits angedeutet hatte: eine Gilde von innen hatte sie noch nie gesehen. Und auch jetzt machte sich ein mulmiges Gefühl in ihrer Magengegend breit, je näher sie dem Gebäude kamen. „Weisst du... Bisher hab ich mich erfolgreich von Gilden fernhalten können. Ich glaube, mir macht es zu schaffen, dass so viele Magier auf einem Haufen sind. Das... wirkt irgendwie bedrohlich.“, erklärte sie, warum sie nun etwas langsamer neben Kami herlief und für einen kurzen Augenblick sogar das Bedürfnis gehabt hatte, einfach stehen zu bleiben.
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Re: Kamis Zimmer

Beitrag von Kamiro am Mi Jul 29, 2015 2:25 am

Der Zug musste jeden Moment halten, Kami endlich von der Reisekrankheit erlösen. Gallowstown war quasi zum Greifen nahe, nur noch wenige Meter trennten sie von ihrem Ziel. Dabei konnte er seiner Begleitung nur dankbar sein, denn sie gestaltete die Fahrt so angenehm wie es nur möglich war. Sie nahm ihm die Sorge, angreifbar zu sein und lenkte ihn gleichzeitig mehr und mehr davon ab, wie sehr er mit dieser Krankheit zu kämpfen hatte. Mal abgesehen von den ganzen Sorgen und Problemen die einfach in den Hintergrund gerieten. Das war es wohl, was man Freundschaft nannte. Ein ständiges Geben und Nehmen, auf gleichgestellter Basis. Auch wenn sie grade erst dabei waren, zu erkunden was ihre Beziehung zueinander bedeutete oder für eine Gestalt annahm, gewöhnten sie sich ziemlich schnell an den jeweils anderen, weshalb es auch nicht lange brauchte dass sie gut miteinander umgingen. Neu war eine Freundschaft für den Schwarzhaarigen nicht unbedingt, aber er konnte sie schlecht mit anderen vergleichen, die ihm bekannt und wichtig dazu waren. Jede Beziehung mit einer Person war auf seine Weise einzigartig. Das bekam man immer wieder aufs Neue zu spüren, egal in welcher Situation man sich befand. Deshalb versicherte Kami ihr, dass sie von nun an in seiner Nähe keine Angst mehr haben bräuchte, denn er würde alles dafür geben, ihre Gesundheit zu schützend. Natürlich kannte sie das an, es bedeutete ihr viel, aber es war wohl wirklich besser wenn es dazu erst gar nicht kommen musste. Zur Bestätigung nickte der Anzugträger einmal flüchtig. Ab jetzt würde er ihr niemand mehr so leicht ein Haar krümmen, wenn er in ihrer Nähe war, da konnte sich jeder sicher sein der dachte, ihr aus irgendeinem Grund etwas Böses zu wollen. Niemand legte sich mit Kami Firippu an, oder den Menschen die ihm wichtig waren. Das hatte er schon das ein oder andere Mal unter Beweis gestellt.

Endlich war es soweit. Der Zug war mal wieder zum Stoppen gekommen, Zeit um auszusteigen. Gallowstown wurde erreicht, diese Nachricht war wie Musik in Kamis Ohr. Er brauchte kurz, sprang dann aber förmlich auf, war wieder lebendig. Natürlich war er immer noch etwas mitgenommen von den Ereignissen, sowas steckte man nicht einfach mir nichts dir nichts weg. Allerdings ging es ihm deutlich besser als zuvor. Nun war es auch an ihm, Kibe durch das ihr unbekannte Gallowstown zu führen. Er kannte sich perfekt aus, ob bei Nacht oder bei Tag. So oft wie er diese Straßen passiert hatte, war das absolut kein Wunder. Schließlich wohnte er ja fast dort, die Stadt gehörte eben zur Gilde dazu, da kam man nicht drum rum. Die genaue Geschichte, warum die Säbelzähne diesen Ort überhaupt kontrollierten war das, was Kibe zu interessieren schien, weshalb Kami sie dahingehend kurz aufklärte. Dabei musste sie sofort an die Einwohner denken, wie diese denn darüber dachten, dass sie sich einfach größerem beugen mussten und kaum die Chance hatten, selber zu bestimmen, was sie eigentlich wollten. „Es hat sich ja nicht viel geändert. Wir geben gut auf die Einwohner Acht und versuchen ihre Bedürfnisse zu befriedigen. Zudem sorgen wir rundum für ihre Sicherheit. Ich denke nicht, dass sie sich beschweren würden, wenn man fragt, wie es ihnen hier geht“ Machte der Slayer deutlich, schenkte seiner Begleitung kurz einen Blick, während sie so nebeneinander herliefen, auf direktem Wege zum Gildengebäude. Weit waren sie nicht mehr entfernt. Aus der Ferne konnte man es schon erkennen. Um sie herum hörte man noch etwas Lärm der aus Zacks Bar kam, ansonsten war die Stadt wie ausgestorben. Die Straßenlampen signalisierten noch halbwegs, dass sich doch noch die eine oder andere Seele in diesem Ort tummelte und vielleicht sogar aus dem Haus kommen könnte um sich die Nacht zum Vorteil zu machen. Wie auch immer man das anstellen sollte. Die Lichter waren eben dafür gedacht, auch in der finstersten Nacht, den Weg in die eigene Heimat zu finden. So wie auch in diesem Fall. Als Kami dann seine Begleitung darauf aufmerksam machte, dass das Gildengebäude in nicht mehr allzu weiter Ferne lag, fiel ihr wohl sofort auf, dass eine große Statue das Haus zierte. Natürlich machte das keinen schlechten Eindruck. Ihre Aussage dazu war auch eher scherzhaft gemeint. „Wir sind eben keine kleine Gilde. Unser Name symbolisiert unseren Stolz. Der Säbelzahntiger ist ein mächtiges Raubtier“ So viel zu dem Thema.

Somit schritten sie immer näher an die Halle heran, waren nur noch wenige Meter davon entfernt. Ein komisches aber gleichzeitig vertrautes Gefühl machte sich in dem S-Klasse Magier breit. Natürlich war er gerne dort, aber nach den Vorfällen an diesem Tag, war er sich noch nicht ganz sicher, was er nun denken sollte. Masao würde wahrscheinlich nicht mehr wach sein, um ihn mit irgendwas zu konfrontieren. Für Gespräche darüber, hatte er grade keinen Nerv. Er musste erstmal etwas damit fertig werden, realisieren was geschehen war, bevor er es weitertragen und ausdiskutieren konnte. Immer mit der Ruhe, die Zeit würde die Dinge schon etwas regeln. Jetzt war es eben erstmal wichtig, sich um Kibe zu kümmern. Sie wandte das Wort an den Schwarzhaarigen, erklärte dass sie sich oft von Gilden ferngehalten hatte, denn die Menge an Magiern auf kleinstem Raum wirkte eher bedrohlich. „Keine Sorge, um diese Uhrzeit wird kaum noch jemand wach sein. Du kannst deinen Aufenthalt ungestört genießen. Zudem bin ich bei dir, wenn etwas sein sollte. Generell gewöhnt man sich an die anderen Leute hier. Man muss sie nur dulden, nicht unbedingt mögen. Das ist ein Unterschied“ Stellte er mit einem Lächeln im Gesicht fest, dass ihr gewidmet war. „Los, die letzten Schritte schaffen wir gemeinsam auch noch. Dann kannst du behaupten, in einer Gilde gewesen zu sein, die viele in diesem Königreich gut kannten“ Dabei blieb er mit ihr einen Moment lang stehen, vor ihren Augen war nun das Eingangstor der Gilde. „Bereit?“ wollte er sich nochmal versichern und lächelte. Am liebsten hätte er sie an die Hand genommen und ihr signalisiert, dass er bei ihr war, wenn sie solche Hemmungen hatte, aber das Risiko ging er nicht ein. So schritten sie gemeinsam, Seite an Seite direkt auf das Tor zu, konnten nun die Hand ausstrecken und das verarbeitete Holz fühlen. Mit einem Ruck stieß er es auf, man konnte nun vieles von innen sehen. Sie hatten Glück. Es war kurz davor, dass die Gilde abgeschlossen wurde. Zur Not hätten sie auch einen Weg gefunden, herein zu kommen. Als S-Klasse Magier sowieso. „Darf ich vorstellen? Meine Heimat. Sabertooth“ Dabei stellte er sich vor sie hin, drehte sich zu ihr und breitete demonstrativ die Arme aus. Die Gildenhalle war wie befürchtet fast leer, ein paar Mitglieder saßen noch in den Ecken, interessierten sich kaum dafür, was noch passierte, nur der Barkeeper bemerkte den Anzugträger und seinen Zustand. „Guten Abend Kami, schön dass du wieder hier bist. Du siehst ziemlich fertig aus, vielleicht solltest du dir gleich mal Ruhe gönnen.“ Sprach er und lächelte ihn aus der Ferne an. „Entschuldige mein Benehmen, ich habe deine Begleitung fast vergessen. Schön dich hier zu sehen“ Rief er noch dazu, winkte einmal zu Kibe. Kami grinste nur. „Dir auch einen schönen Abend. Sie ist eine Freundin von mir. Wir hatten sowieso vor, in kurzer Zeit schlafen zu gehen. Hast du den Schlüssel für Zimmer 17 eigentlich noch?“ fragte Kami laut. Der Barkeeper nickte und holte den Schlüssel vor, warf ihn mit Wucht herüber, Kami fing ihn lässig auf. Mit einer kurzen Handbewegung bedankte er sich, die nichtssagend erwidert wurde.  Nun brauchten sie nur noch das Zimmer aufsuchen.

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Re: Kamis Zimmer

Beitrag von Kibe Asano am Do Jul 30, 2015 3:10 pm

Kaum hatten sie das Zugabteil hinter sich gelassen und schlenderten über die gepflasterten Straßen der durchaus interessant aufgebauten Stadt, schien es dem jungen Mann an der Seite der Nekromantin gleich viel besser zu gehen. Hätte ein Außenstehender ihr von den Problemen der Dragonslayer berichtet, hätte sie diesem wohl kein Wort geglaubt. Aber mal ehrlich: das war aber auch mehr als absurd, wenn es einem das erste mal zu Ohren kam. Und auch jetzt war Kibe noch leicht über die Leiden der Slayer belustigt, auch wenn das nun wirklich nicht die feine Art war. Das bedeutete natürlich nicht, dass sie Kami diese Reisekrankheit an den Hals wünschte. Zumindest nicht mehr. Vor einigen Wochen hatte das noch ganz anders ausgesehen. Dann hätte sich ihre Verwünschung allerdings auch nicht mit so etwas simplen wie einem leichten Anflug von Übelkeit begnügt. Oh nein. Da wären härtere Zeiten auf den Schwarzhaarigen zugekommen. Aber nun war er ohnehin genug bestraft. Jetzt, wo er den Fehler begangen hatte, sich mit Kibe einzulassen. Von solchen Freundschaften kam meistens viel Unsinn, aber auch eine Menge Schwierigkeiten. Zumindest hatte die Magierin das so im Gefühl. Ja, auf die Beiden würde noch das ein oder andere zukommen. Aber das rückte in diesem Moment in weite Ferne. Alles rückte in weite Ferne. Das milde Klima, ganz im Gegensatz zu dem, welchem sie sich in Kunugi hatten aussetzen müssen, wirkte sich positiv auf das Gemüt der Weißhaarigen aus und sorgte dafür, dass sie sich etwas unbeschwerter fühlte. Zudem kam die kühle Nachtluft – die Stimmung allgemein. Und das Beisein der jungen Mannes an ihrer Seite. Wie sollte sie sich da nicht unbeschwert fühlen? Dabei entging ihr allerdings nicht das ein oder andere Detail der Umgebung und ihre Neugierde wurde aufs neue entfacht. Glücklicherweise stand ihr Kami auch gleich Antwort, und so hatte sich das Thema auch recht schnell gegessen. Mit einem knappen Nicken nahm die Nekromantin zur Kenntnis, was er ihr eben hatte zu Teil werden lassen. So sehr interessierte sie das Schicksal ihr unbekannter Menschen dann nun doch nicht. Eine geringe Sensibilität gegenüber dem, was um einen herum Geschah war zwar gut, aber übertreiben musste man ja nicht.

Dass es sich bei Sabertooth um keine kleine Gilde handelte, hatte Kibe sich gedacht. „Ach, was du nicht sagst. War mir natürlich nicht bewusst. Schließlich komm' ich nur vom Dorf.“, entgegnete sie daraufhin ein wenig belustigt und hätte dem anderen wohl in die Schulter geknufft, wenn sie ihn besser gekannt hatte. So blieb es einfach bei einem teils amüsierten, teils unbegeisterten Blick, den er dafür kassierte. „Der Name ist eine Sache. Eine riesige Statue auf dem Dach eine andere.“, fügte die Nekromantin hinzu, musste diesmal sogar leicht dabei lachen. Der enorme Stolz der Gilden war faszinierend und belustigend gleichzeitig. Da konnte die junge Frau nicht anders, als das ein oder andere Kommentar abzugeben. Das würde sich in ihrer gemeinsamen Zeit sicherlich auch nicht ändern und Kami dürfte sich öfter mal eine spitze Bemerkung dazu anhören. Aber fürs erste hielt Kibe wieder brav den Mund, äußerte sich nicht weiter zu dem Thema. Schließlich bat ihr die Gilde für heute einen Unterschlupf an. Außerdem rückten andere Probleme in den Vordergrund. Zum Beispiel Kibes Unwohlsein im Beisein so vieler Magier. Es waren eine potentielle Gefahren, denen sie lieber aus dem Weg ging. Einfach aus Sicherheit. Ihre Bedenken äußerte Kibe auch ausnahmsweise, wenn auch etwas kleinlaut. Dass Kami daraufhin versuchte, ihr die Sorgen zu nehmen, wusste sie zu schätzen. Auch wenn ihm das nur sehr spärlich gelang. Ein unsicherer Ausdruck machte sich in ihren hellen Augen breit, blieb dort für einige Sekunden haften. Möglichst unauffällig atmete sie einmal tief ein und aus. Vielleicht war das doch keine gute Idee gewesen? Aber jetzt war es zu spät umzukehren. Dazu müsste sie sich schon auf dem Absatz umdrehen und einfach wegrennen. Und das konnte sie nicht noch einmal bringen. Auf die Frage hin, ob sie bereit wäre, erntete Kami ein gequältes Lächeln. „Hah. Nope.“. War jetzt aber auch egal – es gab kein Zurück mehr. Da hatte Kami die Tore eh schon aufgestoßen und das Licht aus dem Inneren der Gilde flutete den Boden zu ihren Füßen. Etwas zögernd folgte Kibe ihrer Begleitung, sah sich trotzdem neugierig um. Jemand der sie noch nie wirklich entspannt erlebt hatte, würde keinen Unterschied bemerken können. So etwas fiel nur auf, wenn man sie ganz genau studierte und beobachtete. Ansonsten hielt sie solche Eindrücke nämlich unter Verschluss.

Erst als der Slayer sich wieder zu der jungen Frau umdrehte und sie ansah, mit einer ausladenden Bewegung das innere der Gilde präsentierte, glitt ihr Blick zurück zu ihrer Begleitung. Kibe wusste nicht ganz, ob es das war, was sie erwartet hatte. Aber auf der anderen Seite hatte sie sich keine großen Vorstellungen gemacht. Die Reaktionszeit verstrich und ohne, dass sie großartig etwas sagen hatte können, meldete sich ein Gildenmitglied hinter der Theke zu Wort. Er begrüßte die Beiden, machte einen Kommentar über den Zustand des S-Klasse-Magiers. Höflich wie die Nekromantin war, schenkte sie dem Fremden ein Lächeln und wünschte ihm einen guten Abend, nickte in seine Richtung. Die Hände nun wieder hinter dem Rücken verschränkt wanderte der Blick der Weißhaarigen umher, so dass sie erst verspätet merkte, dass Kami alles weitere organisiert hatte. Gemeinsam traten sie also die letzte kleine Reise für den heutigen Tag an, wobei der Schwarzhaarige natürlich die Richtung angab. Die Nekromantin folgte einfach nur stumm, besah sich dabei ihrer Umgebung. Während sie den Gang entlang gingen, ließ sie schon einmal den Rucksack von ihrer Schulter rutschen. „Ich beeile mich auch mit dem Verband. Sollte nur ein paar Minuten dauern.“. Das Gröbste hatte sie ja schon am See erledigt.
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Re: Kamis Zimmer

Beitrag von Kamiro am Do Jul 30, 2015 6:29 pm

Endlich waren sie am Ziel angekommen, der Boden von Gallowstown lag unter ihren Füßen. Kein Zug mehr in dem Kami darum kämpfen musste, sein Abendessen dort zu behalten, wo es hingehörte. Nun waren es nicht mal mehr 10 Minuten die sie von einem warmen Bett trennten. Die letzten Meter waren nun schnell gelaufen, wobei sich die beiden neugewonnenen Freunde etwas unterhielten, dabei ging es direkt um den Ort in dem sie sich befanden. Allerdings war die Sache schnell abgehakt, kein Thema über das man großartig konnte oder gar müsste. Das bedeutete jedoch nicht, dass sie daraufhin schwiegen. Grade als Kami darauf hingedeutet hatte, dass sie sich der Gilde näherten und das Gebäude schon sichtbar war, reagierte die Weißhaarige etwas darauf, was der Anzugträger nicht unbeantwortet lassen konnte. Es war eben der Stolz und die Ehre einer Gilde, die man manchmal schon von außen sah. Diese Statue auf dem Dach der Säbelzähne symbolisierte das Raubtier welches ihnen ihren Namen gab, ein Zeichen der Verbundenheit. Immerhin waren sie dafür bekannt, Sabertooth hatte einen hohen Rang in Fiore und das wurde auch deutlich gemacht. Dessen war sich Kibe allerdings bewusst, natürlich wusste sie was die Gilde für einen Status hatte, unabhängig davon ob sie selbst in einer war oder sich damit unbedingt gut auskannte. Man erfuhr sowas eben, ganz egal was man tat oder wo man herkam. Dabei blieb jedoch immer noch dieser amüsierte Unterton in ihrer Stimme, was Kami verriet, dass sie es nicht erst meinte, als sie sagte dass sie ja nur von einem Dorf kommen würde. Sie spielte dabei auf Vorurteilte an, gegenüber Menschen die aus ländlicheren oder kleineren Orten kamen. Ursprünglich kam der Dragonslayer wohl aus einem noch kleineren Ort, als Kibe das tat. Shirotsume war eben nicht wirklich unbekannt, nur etwas kleiner im Vergleich zu Städten wie Magnolia oder Hargeon. „Unser Ruf hat sich eben in den letzten Jahren aufgebaut und dann enorm verändert“ Äußerte er dazu noch, bevor er seine Begleitung grinsend ansah.

Obwohl ihr die Sache mit der Statue wohl nicht ganz geheuer war, wohl einfach zu dick aufgetragen. „Sag das nicht mir, schließlich bin nicht der Architekt, der sich das hat einfallen lassen“ äußerte er gelassen aber deutlich belustigt, musste ebenfalls kurz lachen. Allerdings standen sie nun unmittelbar vor dem Eingang der Gilde. Kibe würde es wohl nicht ganz so leicht fallen, das Haus zu betreten, auch auf Grund der Aussagen die sie tätigte, ihr Mulmiges Gefühl blieb, unabhängig davon was Kami zu ihr sprach. Denn auf die Frage ob sie bereit wäre, musste sie verneinen. Jedoch half das alles nichts. Um umzukehren war es jetzt dann doch etwas zu spät, aber vielleicht hatte sie das auch gar nicht vorgehabt. Sie musste sich wohl selbst davon überzeugen, was die Gilde ihr so alles hergab. Nachdem Kami die Pforten öffnete, bekam Kibe den ersten Blick auf die recht große und prächtige Gildenhalle, von der aus alle anderen Orte zu erreichen waren. Um diese Uhrzeit trieben sich jedoch kaum noch Gildenmitglieder dort herum. Nur der Barkeeper war noch am Werke, unterhielt sich kurz mit den beiden Ankömmlingen. Kami ergatterte den Schlüssel für das Zimmer, in dem seine Begleitung die Nacht verbringen würde. Lange mussten sie sich eben nicht in der Halle aufhalten, ein Stockwerk höher und sie wären schon bei den Resträumen der Gilde. „Folge mir. Ich zeige dir kurz dein Zimmer und dann wolltest du dich ja sowieso noch kurz um meinen Verband kümmern“ Nach dieser kurzen Ausführung lief er zur Treppe, nahm Stufe für Stufe, wobei er sich von dem Barkeeper mit einem Handzeichen verabschiedete und dann noch eine gute Nacht wünschte. Zusammen mit Kibe ging er dann nun zum besagten Zimmer 17, steckte den Schlüssel in das Schloss und öffnete somit die Tür. „Du kannst es dir gleich anschauen, oder später, das überlasse ich dir“ Meinte er dann, ließ den Schlüssel stecken und lief ein paar Meter den Gang entlang, quasi zum Ende. Dort kam er bei seinem eigenen Zimmer an, öffnete es mit dem Schlüssel den er immer bei sich trug. Mit einem Ruck war es geöffnet. Das erste was er tat, war das Hemd von seinem Oberkörper zu streifen und es in sein Badezimmer zu bringen. Dort quetschte er es nochmal kräftig aus, hing es dann über die Dusche erstmal zum Trocknen.

Nochmal schaute er an sich herab. Die Verbände waren zwar noch dran, aber definitiv nicht mehr grade frisch. So halfen sie ihm wohl nicht viel weiter. Den Rest seiner Kleidung wechselte er noch nicht sofort. Vorerst setzte er sich nur auf die Kante seines Bettes und schaute sich in seinem Raum um. Kurz sprang er jedoch nochmal auf, machte seinen Kamin an, da er sowieso vorhatte, sich etwas aufzuheizen. Wieder fand er den Weg zurück zu seinem Bett. Die Hose die er trug war mittlerweile wieder etwas trocken, sodass er keine Angst haben brauchte, irgendwas nass zu machen, wenn er sich hinsetzte. Nun hieß es nur noch auf Kibe warten, ein paar letzte Worte wechseln und dann hoffen, dass er genügend Schlaf bekam und sich nicht ewig damit quälen musste, mit den Dingen die ihn dauerhaft beschäftigten. Dafür war genügend Zeit, nur nicht grade wenn man versuchen wollte nach einem anstrengenden Tag etwas Ruhe zu finden. Natürlich war er müde und die Verletzungen machten ihm auch zu schaffen, sowas steckte man nicht sofort weg, egal was man behauptete. Das war einfach Fakt. Dabei sollte er einfach glücklich darüber sein, in diesem Moment überhaupt in seinem Zimmer zu sitzen, als an einem See, gespickt mit unbehandelten Verletzungen und Wut, die er nicht zu bändigen wusste. Manchmal gab es wohl doch noch sowas wie ein Wunder. Dieser Abend war mehr oder minder nur der Anfang, aber dessen waren sie sich nicht bewusst. Mehr als 2. Treffen war ja gar nicht geplant, aber Interesse an der neuen Freundschaft festzuhalten, hatten sie beide. Sie waren wohl recht ähnlich, wenn es darum ging, wie viele Menschen man hatte, die einem wichtig waren. Lieber einen richtigen Freund an seiner Seite, auf den man sich immer verlassen konnte, als 1000 falsche, die einem Gesellschaft leisteten aber nur auf sich selbst fokussiert waren.

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Re: Kamis Zimmer

Beitrag von Kibe Asano am Do Jul 30, 2015 8:50 pm

Auch wenn die junge Nekromantin sich absolut nicht bereit fühlte, sich in die Obhut Fremder zu begeben, und das auch noch unter so vielen Magiern, blieb ihr letzten Endes kaum eine Wahl. Es sich anders zu überlegen war zu spät – schließlich stand sie schon vor den Toren einer der bekanntesten Gilden in ganz Fiore. Und außerdem wäre das ganz schön dämlich. Schließlich wurde ich versichert, dass sie nichts zu befürchten hätte und wenn man ihr schon ein Dach über den Kopf anbot... Also schluckte Kibe ihre Bedenken einfach runter und versuchte ihren Verstand zumindest für einige Sekunden auszuschalten, so dass es ihr ohne die Miene zu verziehen gelang, ihrer Begleitung ins Innere der Gilde zu folgen. Kaum befanden sie sich in den vier Wänden, änderte sich die Haltung des Slayers minimal. Die Art wie er mit den Menschen hier umging war vertraut, und auch wenn er außerhalb der Gilde keinen unsicheren Eindruck gemacht hatte, wirkten seine Bewegungen entspannter. Wahrscheinlich geschah das ganze Unbewusst und war mit dem Gedanken an die wohlverdiente Ruhepause verknüpft. Kibe würde es wohl nicht anders gehen, sollte sie die Gelegenheit haben mal wieder nach Hause zurück zu kehren, ohne sich irgendwelche Sorgen machen zu müssen. Aber das hatte die Magierin gerade gar nicht im Kopf – dafür gab es im Augenblick viel zu viele Eindrücke, die sie einordnen musste. Ohne Umschweife folgte sie Kami also, nahm nur am Rande wahr, was er ihr sagte.

Kurz blieb die Weißhaarige einige Sekunden im Türrahmen zu Zimmer #17 stehen, nickte stumm. Beinahe automatisch trat sie in den Raum und steuerte das Bett an. Denn genau darauf ließ sie ihren Rucksack fallen, öffnete sie Schnallen und kramte nach ihrem kleinen Köfferchen. Da es gar nicht so lange her war, dass sie ihn das letzte mal benutzt hatte, fand sie ihn auch relativ schnell. Die Mühe, ihren Rucksack zu zumachen, machte sie sich nicht. Stattdessen ließ sie zu, das er einfach plump umkippte und unbewegt auf der Matratze lag. Wirklich Beachtung schenkte sie der Einrichtung des Zimmers erst einmal nicht. Das konnte sie auch noch später tun, wenn sie sich irgendwann zum Schlafen wieder hier her begeben würde. Vorher hatte sie noch etwas zu erledigen. Ein Grund mehr sich nicht länger in diesem Zimmer aufzuhalten, als eigentlich nötig war. Außerdem hatte sie die Befürchtung, dass wenn sie sie den Schwarzhaarigen nicht gleich aufsuchte, sie die Orientierung im Gebäude verlieren würde. Eigentlich eine irrationale Angst, da es sich eigentlich nur um einen einfachen Gang handelte. Und genau in diesen trat die Nekromantin wieder, zog die Tür hinter sich zu und drehte den Schlüssel im Schloss. Ein leises Klicken verkündete, dass es erfolgreich eingerastet war und erlaubte der Magierin so, dass sie sich nun ganz der Suche nach Kamis Zimmer widmen konnte. Wobei  Suche wohl nicht der richtige Ausdruck war. Als Kibe den Gang entlang ging vermutete sie stark, dass ihm das Zimmer, dessen Tür sperrangelweit offen war und wo er ohne sein Hemd auf dem Bett hockte. Kurz blieb die Nekromantin im Türrahmen stehen, trat dann aber ohne zu klopfen ein und schob die Tür mit ihrer rechten Schulter zu. In den Händen hielt sie ihren Koffer.

Ihr erster Blick galt natürlich dem Verband. Auch, wenn er länger gehalten hatte, als Kibe erwartet hatte. Den Umständen zufolge hatte sie mit einem schlimmeren Anblick gerechnet. Innerhalb dieser wenigen Stunden würde sich wahrscheinlich nicht viel bei den Wunden getan haben, aber sicher konnte sie sich erst sein, wenn sie die Binden gelöst hatte. Gesagt getan. Ohne ein weiteres Wort trat Kibe auf den Slayer zu und beugte sich etwas runter. Als erstes musste der Verband also ab. Dazu brauchte sie nicht einmal eine Schere. Es reichte, dass sie den Knoten löste. Im Grunde war ganz simples, und etwas überraschend, dass sich der Verband auf dem Weg hier her nicht selbstständig gemacht hatte. Erst als die Verletzungen sichtbar wurden, verzog Kibe die Miene. Sie hatte Recht – besonders viel hatte sich nicht getan, abgesehen davon, dass die Rötung an den Wundrändern etwas zurück gegangen war. Den nassen, alten Verband drückte sie Kami also erstmal in die Hand. „Hier, halt das mal. Kannst du ja gleich wegwerfen.“. Bisher hatte sie ihm auch noch kein einziges mal wieder ins Gesicht gesehen, allerdings war sie ja auch beschäftigt. Der neue Verband war schnell abgewickelt und vorsichtig wiederholte die Weißhaarige die Prozedur vom frühen Abend. „Und du bist sicher, dass es dir gut geht? Kein Fieber oder so?“, fragte sie, hob jetzt den Blick um den des anderen zu begegnen. Es wäre sicherlich um einiges klüger gewesen, wenn sie gleich die Gilde angesteuert und nicht erst einen Abstecher in die Sushibar gemacht hätten. Dann hätte Kami etwas mehr Ruhe bekommen und die Wunden sähen vielleicht schon ein wenig besser aus. Oder sein Körper würde sich eher auf den Heilungsprozess einstellen können. Stattdessen waren sie in ein Unwetter geraten und hatten die Infektionschance erhöht. Schuldbewusst biss sich Kibe auf die Unterlippe. „Tu mir den Gefallen und achte demnächst ein bisschen mehr auf dich. Und hebst du eben noch einmal deine Arme an?“. Zwar hatte sie ihm heute nicht zum ersten mal gesagt, dass er sich etwas zurück nehmen sollte, doch irgendwie wurde Kibe das Gefühl nicht los, dass er sich ja doch nicht daran halten würde. Da konnte sie ihn noch so oft daran erinnern. Innerlich seufzend schüttelte sie den Kopf. Was sollte sie tun? Kami war alt genug um zu wissen, was er tat. Da brauchte er keine dahergelaufene Magierin die ihm meinte erzählen zu müssen, was gut und schlecht für ihn war. Noch einmal würde sie das wohl auch nicht tun. Sollte er der Meinung sein, dass er die Erholung nicht bräuchte, würde er früher oder später die Rechnung dafür kriegen. Und sei es nur in Form eines kleinen Schnupfens.
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Re: Kamis Zimmer

Beitrag von Kamiro am Fr Jul 31, 2015 2:09 am

Dort standen sie nun, nach der langen Reise waren sie nun in der Gildenhalle angekommen. Hier fing es an diesem Tag an und dort endete es auch. Allerdings kehrte er mit einer anderen Gemütslage heim, als er losgegangen war. Das hatte er Kibe zu verdanken, sie hatte dafür gesorgt, dass es ihm besser ging. Da war es das mindeste dass er sie zum Essen ausführte und ihr dann ein Dach über dem Kopf bot. So kam es nun also auch, als sie mitten in den Hallen der Säbelzähne standen. Viel Zeit mussten sie direkt dort nicht verbringen, allerdings kam man von ihr aus zu den Schlafplätzen. Den Schlüssel zu ihrem Zimmer brauchten sie ja sowieso. Es war eine Sache von Sekunden, danach hatte es sich erledigt und sie konnten die Zimmer aufsuchen. Als erstes war der Raum der Weißhaarigen an der Reihe. Zimmer 17. Kami schloss es auf und ging dann in sein eigenes Zimmer. Kibe würde schon nachkommen, um die Verbände zu wechseln. Erstmal wollte sie sich wohl kurz dort umsehen und ihre Sachen ablegen. Währenddessen hatte der Dragonslayer das nasse Hemd ausgezogen und es zum Trocknen aufgehängt. Der Kamin war an, sorgte für eine angenehme Temperatur im Raum, immerhin wollte er sich ja auch etwas aufwärmen, nach diesem Unwetter. Generell war etwas benommen und nicht ganz auf dem Posten, aber das machte eben die Kombination aus Verletzungen und der Reisekrankheit. Da hatte er Glück dass nicht mehr zum wohlverdienten Schlaf fehlte. Nun brauchte er sich im Prinzip nur noch zurücklehnen und sich mit Kibe unterhalten, während sie ihn kurz behandelte. Dort saß er nun auch einfach herum, auf der Kante seines Bettes, das Knistern des Kamis im Hintergrund. Es war nicht zu warm, aber hatte eine Temperatur bei der man sich sofort wohlfühlen konnte. So war es eben genau richtig, um später überhaupt einschlafen zu können. Das war nämlich nicht so einfach, wie es sich vielleicht anhörte.

Lange spannte ihn seine Begleitung nicht auf die Folter. Still und fast unbemerkt erschien sie dort in seinem Türrahmen, hatte alles dabei was sie brauchte. Kami stahl sich ein Lächeln auf die Lippen, während er sie nicht aus den Augen ließ, als sie Schritt für Schritt näher kam. Wortlos und ohne einen Blickkontakt ihrerseits machte sie sich dabei, den abgenutzten Verband von Kamis Oberkörper zu entfernen. Gesagt, getan. Schnell war er entfernt, die Wunden allerdings hatten noch nicht genug Zeit gehabt, wieder zu heilen. In der kurzen Zeit war das auch ein Ding der Unmöglichkeit. Sie drückte ihm die alten Verbände in die Hand, wortlos leistete er ihrer Aufforderung folge. Danach folgte eine Frage zu seinem Wohlbefinden, seinem Zustand, gefolgt von einem Blick ihrerseits. Endlich wieder. Er hob den Arm an, legte die Hand auf seine Stirn, verharrte so ein paar Sekunden. „Fühlt sich jedenfalls nicht danach an. Ich bemerke die Verletzungen noch und ein paar kleine Überreste der Reisekrankheit, aber im Großen und Ganzen bin ich wieder fast fit. Jetzt müssen die Wunden noch heilen und meine Energie sich wieder komplett aufladen. Dann steht mir kaum noch was im Wege. Dank deiner Hilfe“ Das musste nochmal gesagt sein. Nicht das letzte Mal an diesem Abend, dass er sich in einer Art und Weise bedankte. Nun waren sie wieder etwas still, aber auch nur wenige Augenblicke, da Kibe ihn erneut dazu aufforderte, die Arme zu heben, um den neuen Verband anbringen zu können. Dabei wollte sie auch einfach nur von ihm, dass er das nächste Mal etwas vorsichtiger sein sollte. Während er die Arme hob, sprach er ungestört weiter. „Da kannst du dich drauf verlassen. So schnell passiert mir das nicht wieder. Ich kann mit meinen Kräften umgehen du sie einschätzen, aber manchmal gibt es Ereignisse mit denen man nicht rechnet und die einen aus der Bahn werfen.  Um mich so herzurichten, brauch es schon einen ordentlichen Kampf. Also keine Sorge, ich passe auf mich auf.“ Er holte kurz Luft, schaute einen Moment still zu, wie sie ihn behandelte. Es war wieder so wie am See, sie kam ihm so nahe, als sie den Verband anlegte, sie berührten sich zwar nicht ganz, aber weit entfernt waren sie davon nicht grade. Das Herz des Schwarzhaarigen schlug ruhig und gleichmäßig. In diesem Augenblick war er die Ruhe selbst, er fühlte sich einfach sicher und geborgen, hatte keine einzige Sorge. „Das Gleiche gilt aber auch für dich. Ich wüsste nicht wie ich reagiere, wenn ich dich treffe und du so aussiehst, wie ich heute…“ Den Ausgang ließ er dabei offen. Mehr Raum für Spekulationen. Aber wie wusste wohl, worauf er hinaus wollte.

Ein paar Worte wollte er noch an sie richten, bevor sie dann demnächst schlafen gehen würden, das stand für ihn fest. „Ich wollte mich noch für den schönen Abend bei dir bedanken. Sowas habe ich eben nicht alle Tage, in dieser Form schon gar nicht. Ich bin im Moment wirklich glücklich. Das kann ich sagen“ nach diesen Worten strahlte er förmlich. Das war es, was er grade empfand. Er konnte Lächeln und vergessen, was auf dem Trainingsplatz einige Meter entfernt, passiert war. Es rückte vorerst in weite Ferne. Obwohl die Probleme grade eigentlich präsent waren, in Fiore ging etwas vor, was dem Slayer zu diesem Zeitpunkt noch nicht ganz bewusst war. Abgesehen davon, dass er durchaus wusste, was es für Konsequenzen hatte, wenn der Rat nicht mehr auf ihrer Seite war. Darüber musste er sich allerdings grade nicht den Kopf zerbrechen. Es gab noch genügend andere Gelegenheiten sich darum zu kümmern. Aber nicht grade in diesem Augenblick. „Ich wäre sehr erfreut, wenn du am nächsten Morgen nicht einfach ohne irgendwas zu sagen losgehst. Ich würde gerne Bescheid wissen. Kannst du mir das versprechen?“ fragte er fast schon kleinlaut und schaute auf sie, wartete eigentlich nur, bis sie daraufhin ebenfalls zu ihm sah, was ja auch nicht unbedingt der Fall sein musste. Nun war es wieder leise, nur noch das Knistern des Feuers im Kamin war zu hören, ansonsten passierte nicht viel, außer das Kibe den Verband anbrachte und Kami währenddessen still auf dem Bett saß. Draußen war das Wetter nicht mehr wirklich schlimm. Vielleicht etwas windig, aber definitiv kein Unwetter.

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Re: Kamis Zimmer

Beitrag von Kibe Asano am Fr Jul 31, 2015 4:26 pm

Man konnte durchaus behaupten, dass Kami ein sehr angenehmer Patient war. Nicht nur, dass er still hielt, er entzog sich der Behandlung nicht und selbst beim Nähen hatte er keine Miene verzogen. Von sich selber, also aus Erfahrung, wusste Kibe, dass das nicht immer der Fall sein musste. Aber so sehr die Nekromantin den Slayer dafür bewunderte, desto eher hatte sie die Befürchtung, dass Kami sich eben nicht schonen würde. Hätte er wirklich Schmerzen und würde die Wunden ein wenig ernster nehmen, würde er die nächsten Tage die Gilde nicht verlassen. Selbst wenn er kein Fieber hatte. Seinen Worten diesbezüglich schenkte die Weißhaarige einfach mal Glauben. Selber nachprüfen wollte sie es jetzt nicht – wozu auch? Der Schwarzhaarige war kein kleines Kind mehr, das man bemuttern und beschützen müsste. Er konnte seinen Gesundheitszustand wohl sehr gut selber einschätzen. Und wenn nicht, würde er sein Fehlurteil als erster zu spüren bekommen. Auch wenn Kibe diese Gedanken nur unterbewusst anschnitt, war ihr Blick prüfend. Wirklich überzeugend waren seine Worte nicht, auch wenn er die Gelegenheit nicht ausließ, sich noch einmal bei ihr zu bedanken. Als Antwort schnalzte Kibe wieder mit der Zunge, ließ ihren Blick auf die Verletzungen fallen. „So viel war das jetzt auch nicht, was ich für dich getan hab. Das bisschen nähen.“, bezichtigte sie zum wiederholten Male an diesem Tag. Mal abgesehen davon, dass sie sich ja selber auch einen großen Gefallen damit getan hatte. Sonst würde sie jetzt nicht hier vor Kami stehen, sondern sonst wo sein. Genau konnte sie das selber nicht einmal sagen, dazu waren ihre Wege meist zu ungewiss. Manchmal konnte das auch eine durchaus positive Wendung nehmen, so wie heute. Aber das war nun mal nicht die Regel und nur weil sie einem ihr nicht ganz feindlich gesinnten Magier getroffen hatte, wirkte sich das nicht auf ihr Misstrauen aus. Denn das blieb, war ihr stetiger Begleiter.

Nur jetzt, in diesem Augenblick, hatte sie nicht wirklich Bedenken. Sie konnte ein wenig unaufmerksamer sein, ohne sich Sorgen machen zu müssen. Das ging um diese Uhrzeit auch nicht anders, denn die Müdigkeit machte sich bemerkbar. Sie konnte sich gerade auf die Dinge konzentrieren die unmittelbar vor ihr waren. In diesem Fall also ihr Patient. Dieser versicherte ihr, dass er in Zukunft etwas vorsichtiger agieren würde und so etwas nicht so schnell noch einmal vorkommen würde. Dabei verwies er sich erneut auf seine Fähigkeiten, und dass es schon mehr bräuchte, damit er so aussähe. Daraufhin verdrehte Kibe nur wieder ihre Augen, blickte hoch. „Ja ja. Blah blah. Trotzdem. Das sagen sie alle, und dann hocken sie irgendwo an einem See und sind am verbluten.“. Kurz kehrte stille in das kleine Zimmer ein und die Nekromantin warf einen flüchtigen Blick zum Kamin. Auch wenn sie ihn vorher am Rande ihrer Wahrnehmung registriert hatte, wurde ihr jetzt erst bewusst, dass da tatsächlich ein Feuer prasselte. Dem S-Klasse-Magier schien es hier tatsächlich an nichts zu fehlen. Eine einfache Heizung hätte es dabei wohl auch getan. Doch bevor sie ihn darauf ansprechen konnte, unterbrach er ihre Gedanken und sorgte dafür, dass sie ihn einige Sekunden einfach nur sprachlos anstarrte. Dabei sprach der Magier so nonchalant, als wäre es keine große Sache, sich um eine Fremde zu sorgen. Doch so schnell ihre Verwunderung gekommen war, verschwand sie auch wieder und wurde durch ein schelmisches Lächeln ersetzt. „Ach. Ich weiss ja wie man Wunden behandelt. Zu Not flick ich mich halt selber zusammen. Du hingegen solltest mal überlegen, ob du auch mal anfangen solltest, ein bisschen was darüber zu lernen. Aber dann bräuchtest du mich ja auch nicht mehr.“. Der ernste Ton in ihrer Stimme wurde durch etwas unbeschwertes, neckisches ersetzt. Auch wenn sie das was sie sagte, auch so meinte, steckte immer noch ein Funken Humor in ihren Worten.

Der Verband am Oberkörper war schnell wieder angelegt. Nur noch festknoten – fertig. Zufrieden betrachtete die Nekromantin ihre Arbeit, lächelte und kniete sich dann vor den Magier hin. Als nächstes wären wieder seine Hände dran. Mit der Linken beginnend löste sie die Binden, betrachtete das Blut, das am inneren des Verbandes klebte. „Siehst du.“, mit diesen Worten hielt sie ihm den Verband vor die Nase, schenkte ihm einen sehr unbegeisterten Blick. „Ich hab doch gesagt, du sollst deine Hände nicht so beanspruchen.“. Auch wenn sie es anders formuliert hatte. Das kam eben davon, wenn man nicht auf seinen 'Arzt' hörte. „Wenn du die Nacht ruhig bleibst, dürfte das morgen schon wieder okay sein. Ist ja nicht so übel zugerichtet wie der Rest von dir.“. Und damit war sie schon dabei den neuen Verband anzulegen. Natürlich war sie noch immer vorsichtig, aber schon etwas weniger sanft als noch einige Stunden zuvor. Das konnte man zum einen auf ihren Schlafmangel zurück führen und zum anderen auf die Tatsache, dass sie seine Verletzungen wirklich nicht mehr als all zu schwerwiegend einstufte. Außerdem hatte sie ja gemerkt, dass er nicht unbedingt Schmerzen zu haben schien. Dabei richtete sie ihre Augen ausnahmslos auf das, was sie tat. Der Verband sollte ja auch etwas länger halten. Trotzdem brachte seine Stimme sie dazu aufzusehen. Wieder blinzelte sie ihn einige Sekunden stumm an, bis sie ihm zumindest ein ernst gemeintes Lächeln schenkte. „Nein, ich muss mich bedanken. Es war eine schöne Erfahrung, mal zur Abwechslung mit Jemanden ungestört reden zu können.“. Seine linke Hand war fertig verbunden, so dass sie sich nun der Rechten widmen konnte. Das was nun folgte, war beinahe absurd. Das machte Kibe ihm auch mit einem leisen Lachen verständlich. „Als würde ich einfach so abhauen. Ich hätte dir zumindest einen Zettel da gelassen.“, scherzte sie, wurde dann aber wieder ernst. Kurz hielt sie in ihrer Arbeit inne, hielt seine rechte Hand einfach nur in den ihren, blickte hoch. Für einen winzigen Augenblick wirkte die Atmosphäre sehr ernst, bis Kibe mit den Schultern zuckte. „Klar, versprochen. Ich schau vorher noch einmal vorbei. Hab ja eh nichts geplant.“. Hatte sie ja auch wirklich nicht. „Aber dann beschwer' dich nicht, wenn ich dich aus deinem Schönheitsschlaf wecke.“
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Re: Kamis Zimmer

Beitrag von Kamiro am Sa Aug 01, 2015 1:56 pm

Viel hatte der Abend eigentlich nicht mehr zu bieten, der Tag war kurz davor, für die beiden ein Ende zu finden. Sie hatten das Beste aus dem gemacht, was von diesem Tag überhaupt noch übrig blieb, als sie sich getroffen hatten. Der Slayer wusste zwar nicht, was sie vollbracht hatte, bevor sie sich am See trafen, aber für Kami war der darauffolgende Verlauf Balsam für seine Seele. Erst die Behandlung seiner Wunden, dann das Abendessen und nun folgte sie ihm zu seiner Gilde. Der ständige Begleiter waren dabei die Unterhaltung, die sie fast durchgängig führten, über die verschiedensten Themen, das Spektrum war eben breit gefächert. Allerdings war das noch lange nicht alles. Sie hatten sich noch eine ganze Menge zu erzählen, doch erst dann, wenn die Zeit dafür reif war. Auch wenn sie bereits Freunde waren und sich ein Gefühl des Vertrauens schnell aufbaute, reichte ein Abend nicht aus, so viele Informationen unter einen Hut zu bringen, es war einfach nicht möglich. Manche Details brauchten eben auch eine Weile, bis man bereit war, sie frei heraus zu sagen. Abgesehen davon, dass sie bisher ihrem Gesprächspartner doch schon einiges verraten, mit dem man eigentlich nicht hausieren ging. Ereignisse ihrer Vergangenheit, schmerzhafte Dinge waren es allemal, für alle beide. Sowas schweißte eben zusammen, auch wenn man sich noch nicht ein Jahrzehnt lang kannte. Es gab ja auch sowas wie Liebe auf den ersten Blick, also warum sollte es nicht gehen, dass man schnell das Gefühl hatte, sich einem Menschen bedingungslos anvertrauen zu können? Worte und Handlungen konnten auch in einem kurzen Zeitraum viel in einem Menschen bewegen und bewirken. Man musste sich nur darauf einlassen und dem entgegenkommen. Das zeigte sich eben immer wieder. Nicht ohne Grund saßen sie nun zusammen in Kamis Zimmer, erneut kümmerte sie sich um die Wunden nach der langen Fahrt, erschwert durch Wind, Wasser und die Befindlichkeiten eines Dragonslayers.

Obwohl es spät war, sie erschöpft und kaputt wirkten, fanden sie trotzdem noch die Zeit, ihre müden Lippen zu bewegen und einige Worte an den anderen zu wenden, während sie den letzten Moment der Zweisamkeit für diesen Tag durchlebten. Dabei hatte der Schwarzhaarige oftmals den Drang, sich für so vieles bei der Weißhaarigen zu bedanken, da für ihn vieles nicht selbstverständlich erschien, wie es wohl bei ihr der Fall war. Meistens schmetterte sie es etwas freundlich ab, spielte ihre Taten runter. Die Wunden zu nähen war eben nichts Großes für sie. Kurz seufzte der Schwarzhaarige etwas und nickte dann. Womöglich hatte sie Recht, es war eben ihr empfinden. Umso besser für ihn. Nur so hatte er die Möglichkeit  bekommen, sie näher kennenzulernen. So dauerte es auch nicht unbedingt lange, bis sich die ein oder andere Sorge zwischen ihnen breit machte, was den Gesundheitsstatus anging und das Risiko was sie eingingen, womit wohl eher der S-Klasse Magier gemeint war. Sie mussten auf sich Acht geben, stets auf der Hut sein und versuchen, sich nicht unterkriegen zu lassen. Natürlich erklärte Kami ihr, wie seine Sicht der Dinge diesbezüglich war, was sie nicht ganz verstehen wollte, da sie ja selbst gesehen hatte, was ihm an diesem Tag passiert war. Das war eben der Eindruck den sie gewinnen konnte, und der zählte meist, wenn man noch nichts anderes kannte. Dabei wusste sie eben auch nicht, wieso der Anzugträger überhaupt so aussah, der genaue Grund. Kämpfe konnte man ja viele eben, aber nicht einen in diesem Ausmaß. Ihre Worte brachten daher kurz Stille mit sich, die Kami so nicht stehen lassen konnte, obwohl das Wort danach wieder Kibe gehörte. „Das Risiko ist hoch, ich weiß. Doch eine Freundschaft basiert auf Vertrauen. Du weißt, was das bedeutet“ Er verzog keine Miene, während er diese Ausführung tätigte. Natürlich meinte er damit, dass sie ihm auf Dauer Vertrauen schenken sollte, dem glauben musste, was er ihr sagte und natürlich auch versprach. Versprechen waren da um eingehalten zu werden, gegenüber Personen die einem etwas bedeuteten. Genauso besorgt und aufgebracht wäre er eben auch, wenn es Kibe wäre, die attackiert und verletzt wird. Im Gegensatz zum Dragonslayer wusste sie sich eben in der Not zu behandeln, die Wunden zu versorgen. Vielleicht wäre es nicht schlecht, sowas zu können, da hatte sie Recht, aber das was danach kam, ließ ihn schmunzeln. Es klang so ernst aus ihren Mund, obwohl sie gar nicht so sein sollte. Er würde sie dann nicht mehr brauchen, hieß es.

Ich verlasse mich auf dich. Überlasse das Kämpfen mir, ich bin das Schild, das dich schützt und du reparierst es eben, wenn es Risse hat. Da gehören immer 2 zu. Damit will ich dir sagen, dass ich mir diese Fähigkeit nicht aneignen werde. Ich lasse mir dein Angebot doch nicht entgehen“ Das Schmunzeln von vorher wurde zu einem ernstgemeinten Lächeln, während sie etwas grober als zuvor an seinen Wunden hantierte. Trotzdem war sie noch immer vorsichtig und fürsorglich, ihre Behandlung tat einfach gut. Noch immer bewegte er sich kaum, verhielt sich in diesem Fall mustergültig. In einem hohen Tempo hatte sie dabei den Verband am Oberkörper angelegt, kümmerte sich um seine Hände, wobei ihr eben auffiel, dass er sie beansprucht hatte, was nicht gut war. Schweigend und mit einem wehmütigen Blick nahm er das so hin, auch als sie sagte, dass über die Nacht wieder besser werden könnte, wenn er sich schonte. „Ich werde schlafen wie ein Stein. Da bin ich mir sicher“ Kurz musste er lachen, bewegte seine Hand etwas, schaute auf  sie herab. Abgesehen davon, bedankte sich Kami eben auch für den schönen Abend, den er mit ihr verbringen durfte, was ganz ihrer Meinung war. Sie hatte sowas eben auch nicht oft. „Dann freue ich mich, Teil dieses Abends gewesen sein zu dürfen und Teil des Neuanfangs zu sein“ Hatte er dazu noch zu sagen, bevor er ihr unbedingt noch sagen musste, dass sie am nächsten Morgen doch nicht einfach so gehen sollte, er wollte eben noch etwas mit ihr reden, ihr eine Frage stellen, die er jetzt noch nicht herausbringen konnte. Das würde sich dann am Morgen entscheiden. Nach einem Scherz ihrerseits folgte dann die ernstgemeinte Aussage, sie würde also nochmal bei ihm vorbeischauen, wobei er sich nicht beschweren sollte, geweckt zu werden. „Damit kann ich leben. Besser als wenn ich irgendwann aufwache, dein Zimmer leer ist und du über alle Berge bist. Dann hätte ich ein schlechtes Gewissen“ Meinte er kurz und knapp, schaute nachdenklich an die Decke seines Zimmers, während das knisternde Feuer wieder die Stille im Raum untermalte. Kurz wartete er ab, richtete dann sowohl seinen Blick, als auch das Wort an sie. „Nun, ich habe es vorhin schon erwähnt, aber kann ich irgendwas für dich tun? Hast du Durst? Fehlt dir was in deinem Zimmer? Oder etwas anderes?“ Fragen über Fragen an sie, während er den Kopf schief legte, wie Kibe es immer tat, mit einem Mundwinkel nach Oben zuckte.

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Re: Kamis Zimmer

Beitrag von Kibe Asano am Sa Aug 01, 2015 6:19 pm

Es war eine ungewohnte Situation. Dieses Gefühl, das so schnell aufgekommen war und nun nicht mehr von ihr abließ, überschattete alle Bedenken die sie die letzten Tage gehabt hatte. Sich einfach fallen zu lassen, mit Jemanden zu reden, Lachen und auch ernste Worte zu teilen war etwas so seltenes für sie geworden, dass es ihr beinahe surreal vorkam. Dabei wusste sie ganz genau, dass dieser Moment die Wirklichkeit widerspiegelte. Vielleicht ein wenig verzerrt durch die Flut an Eindrücken, aber doch lebensnah. Mit jedem Blick, jedem Lächeln und jeder Berührung wurde ihr das noch einmal bewusst. Und scheinbar war sie mit diesem Gefühl der Verbundenheit nicht alleine. Denn der Slayer forderte Vertrauen von ihr. Natürlich hatte er Recht – eine Freundschaft ohne Vertrauen konnte nicht funktionieren. Ihr würde die Luft zum atmen fehlen. Unter anderen Umständen hätte Kami wohl einen sehr merkwürdigen Blick von der Nekromantin geerntet. Jemand, den man gerade einmal ein paar Stunden kannte um Vertrauen zu bitten war doch etwas absurd. In diesem Moment wirkte es allerdings nicht fehl am Platz, sondern bestätigte nur das, was Kibe innerlich ebenfalls wahrnahm. Auch, wenn sie es nicht so in Worte packen konnte wie ihr Gegenüber. Wirklich bewusst, wovon diese Begegnung nun der Anfang sein konnte, war sie sich nämlich auch nicht. Natürlich hatten sie beide eine Freundschaft im Sinn, aber daran zu denken war vielleicht etwas idealistisch. Beide Lebensstile unterschieden sich so dermaßen, dass es schwierig werden dürfte, eine feste Bindung aufzubauen. Unbewusst biss sich die Weißhaarige auf die Unterlippe, ließ den Magier etwas zappeln, ehe sie zu einer Erwiderung ansetzte. „Würde ich dir nicht vertrauen, wäre ich nicht hier.“. Eine kurze, knappe Aussage, die doch genau das zum Ausdruck brachte, was sie empfand. Es mochte eine andere Art von Vertrauen sein als die, die man zu langjährigen Bekannten hatte, aber dennoch war es da. Obwohl Kibe ein sehr vorsichtiger Mensch war, zweifelte sie keines der Worte des anderen an, sofern sie auch ernst gemeint waren. Vielleicht fühlte sie sich deshalb gerade sehr geborgen, willkommen und auch irgendwie akzeptiert. Allein dafür würde sie ihm ihren Dank zum Ausdruck bringen. Zwar nicht mit Worten, aber die Gelegenheit würde sich schon irgendwann bieten.

Im Gegensatz zu Kibe, wusste Kami ganz genau mit Worten umzugehen. Sie brachten die Nekromantin unwillkürlich zum Grinsen. Sie klangen echt, dabei aber auch furchtbar... gewichtig. Wieder etwas, was sie unterschied. Während Kibe alles relativ salopp ausdrückte, schien der Schwarzhaarige sich ganz genau zu überlegen, was er wie sagte. „Ich weiss nicht, ob Pflaster so einen Schild auf Dauer zusammenhalten.“, gab sie erheitert zu bedenken. Natürlich war sie sich bewusst, dass es eine Metapher gewesen war, dennoch ließ sie es sich nicht nehmen, diese ein wenig auseinander zu nehmen. Der Slayer gab der Nekromantin einfach viel zu viele Gelegenheiten dafür. „Spaß bei Seite. Du solltest das wirklich in Betracht ziehen... oder dafür sorgen, dass immer Jemand in deiner Nähe ist, der dir zu Not unter die Arme greifen kann. Ich werde wahrscheinlich nicht immer abrufbar sein.“. Damit sprach sie auch Bedenken aus, die für kurze Zeit ihre Aufmerksamkeit beansprucht hatten. Sie konnten noch so sehr versuchen Kontakt zu halten – das Leben spielte nun mal nach seinen eigenen Regeln. Aber darum konnten sie sich auch noch morgen Gedanken machen, wenn ihre Wege sich wieder trennen würden. Erst einmal hatten sie eine vielleicht doch etwas kurze Nacht vor sich, die nur minder erholsam sein würde. Gerade Kami würde seinen Schlaf brauchen, auch wenn er darauf bestand, dass Kibe ihn wecken sollte. So sehr sie auch um das Wohlergehen ihrer Mitmenschen besorgt war, hatte sie auch wenig Eifer wenn es darum ging mit einem Sturkopf wie Kami über Nichtigkeiten zu diskutieren. Nicht heute Abend zumindest. Deshalb stimmte sie auch zu und würde ihn vor dem Gehen vernünftig verabschieden. Schließlich hatte ihre Mutter ihr diese Höflichkeitsfloskeln eingetrichtert. Dabei sollte dann nicht er ein schlechtes Gewissen haben, sondern sie. Ein Grund mehr ihm den Gefallen zu tun, einmal kurz vorbei zu schneien. „Mhm. Werden wir ja morgen sehen. Wenn du dann mit einem Kissen nach mir wirfst, werde ich dir das ewig vorhalten. Ewig..“ Kibe war ein Mensch, der nicht vergaß. Niemals. Auch wenn das teilweise in scherzhafter Manier gemeint war, haftete dem doch ein wahrer Kern an. Irgendwann würde sie diese kleine Begebenheit wieder auskramen und ihm damit auf die Nerven fallen. Einfach weil sie es konnte. Aber mit dieser netten Eigenschaft ihrerseits würde Kami noch früh genug Bekanntschaft machen.

Nun, da Kibe sich nun beiden Händen gewidmet hatte und die letzten Bahnen des Stoffes befestigte, erkundigte sich der Slayer noch einmal ganz genau nach dem Befinden seines Gastes. Dabei blickte Kibe wieder hoch, spiegelte seine Kopfbewegung. „Nein, alles Gut. Mach dir um mich keine Sorgen. Wie schaut's bei dir aus? Tut dir noch irgendetwas weh?“, fragte sie, knotete den Verband fest und stützte sich nun mit ihren Händen auf dem Boden ab, lehnte sich dabei etwas zurück und machte es sich für einige Minuten etwas bequemer. „So gerne ich mich auch mit dir unterhalte, und das war jetzt ausnahmsweise kein Sarkasmus, solltest du dir doch etwas Ruhe gönnen. Wenn dann also nichts mehr ist...“, deutete sie an, dass es nun wohl langsam an der Zeit wäre, sich zumindest für einige Stunden erst einmal zu trennen. „Wie versprochen guck ich morgen noch einmal bei dir vorbei. Du kannst also ganz beruhigt die Augen zumachen. Ich lauf dir schon nicht weg. Diesmal.“. Manchmal konnte sie die Anspielungen auf ihre gemeinsame Vergangenheit einfach nicht lassen.
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Re: Kamis Zimmer

Beitrag von Kamiro am Sa Aug 01, 2015 8:30 pm

Sie fühlten sich wohl sicher und geborgen, was daran lag, dass sie nun in einem warmen und gemütlichen Zimmer saßen, innerhalb der Mauern einer Gilde. Allerdings war es nicht zuletzt der Gegenwart des jeweils anderen geschuldet, dass man Geborgenheit und Schutz verspürte. Ausgedrückt auf eine andere Art und Weise, Kami auf die seine, Kibe auf die ihre. Das Resultat war wohl das gleiche. Auch wenn sie sich in manchen Hinsichten definitiv unterschieden, tat das dem Gesamtbild keinen Abbruch. Wie sagte man so schön? Gegensätze ziehen sich an, aber gleiche Werte eben auch. Bei ihnen war wohl die Mischung vorhanden. Sich in allem 1:1 einig zu sein, war auch wirklich sehr schwer, aber wenn man über alles diskutiere, da jeder es anders sah, konnte es eben auch nicht möglich sein, dass Menschen begannen sich zu mögen. So kamen sie auch wieder recht schnell ins Gespräch, brauchten nicht lange. Obwohl es so spät war, sie am Ende ihrer Kräfte für diesen Tag schienen, schadeten einige Worte nicht. Im Gegenteil. Es war sogar schon davon die Rede von Vertrauen, auch wenn der Schwarzhaarige derjenige war, der mit einigen Worten darauf anspielte, eher mehr Sprachanteil hatte, als Kibe. Sie wusste aber durchaus mit Taten zu überzeugen, war dabei ja aber auch nicht schweigsam. Im Moment passte es einfach. Kami blickte positiv in die Zukunft wenn es darum ging, ob sowas wie eine Freundschaft zwischen ihnen überhaupt möglich war. Der Dragonslayer sollte aber nicht enttäuscht werden, denn das bisschen Vertrauen was er dafür verlangte, dass er versprach auf sich Acht zu geben, gab sie ihm, denn ansonsten würde sie wohl nicht hier sitzen. Daraufhin nickte er einmal kurz. „Das beruhigt mich“ hauchte er schon fast in die Stille des Raumes hinein, schloss kurz seine Augen und atmete tief ein und aus, wobei sich der Brustkorb deutlich bewegte.  Er fühlte sich einfach gut, nicht mehr und nicht weniger.

Mit Worten konnte er eben gut umgehen, was er das ein oder andere Mal unter Beweis stellte, sprach manchmal in Bildsprache oder benutzte Metaphern, bediente sich stilistischen Mitteln seiner Sprache. Manchmal zumindest. So konnte er Kibe gut umschreiben, warum er nicht unbedingt lernen wollte, sich selbst zusammenzuflicken, es lieber ihr überließ. Dafür erntete er natürlich wieder einen scherzhaften Spruch. Langsam war er das von ihr ja gewohnt, was ihn aber auch wieder kurz grinsen ließ. „Dann nimmst du einfach ein paar mehr. Was nicht passt, wird passend gemacht“ Erneut deutete er mit seinem Finger auf das Pflaster, das sich bis dahin erstaunlich gut gehalten hatte, trotz dem Wetter noch an Ort und Stelle klebte. Irgendwann würde es schon wieder abgehen. Irgendwann. Auf einen Spaß folgte meistens noch etwas ernstes, in einem Zusammenhang wie diesem. So kam es auch. Sie riet ihm wirklich sowas zu beherrschen oder eine Person zu haben, die ihm immer helfen konnte, denn Kibe war rastlos und wohl nicht immer in Reichweite. Da fiel ihm eine Person ein, er dachte nach. Er wirkte geistesabwesend, als es ihm wie ein kalter Schauer über den Rücken lief. „Verdammt… niemals“ flüsterte er und schüttelte sich, kam dann aber wieder zu Kibe. „Dann sieht es wohl schlecht für mich aus, im Fall der Fälle“ Diesmal konterte er auch scherzhaft, ließ es aber aus, etwas Ernsthaftes folgen zu lassen.  Jedenfalls war die Behandlung nun abgeschlossen, jetzt brauchte er sich nur noch hinzulegen und sich zu ruhen. Allerdings war seine Begleitung noch einen Moment lang da, wechselte noch Worte mit ihm. Es ging darum, dass der Schwarzhaarige einfach eine Rückmeldung am nächsten Morgen haben wollte, bevor sie losging. Einfach so zu verschwinden wäre nicht die feine Art gewesen, zumal der Dragonslayer sie noch bitten wollte, wenigstens einen Tag mehr mit ihm zu verbringen, so hatte er einfach noch Zeit und konnte seine Sorgen noch 24 Stunden länger in den Hintergrund schieben. Es tat ihm einfach so unglaublich gut, daher wollte er es auch nicht nach einem Abend für eine Weile missen müssen. Da war es logisch, gar schon normal menschlich, dass er daran festhalten wollte. Nur scheiterte es bisher an der Fragestellung, weshalb er sich bis zum nächsten Morgen Zeit lassen wollte. Wenn sie ablehnte, dann musste er eben improvisieren und es ein wenig herunterspielen. Wäre sonst sicherlich etwas unangenehm und peinlich. Das Ego wäre eben angekratzt.

Da hatte er durchaus Glück, dass die junge Dame sich nicht einfach davonstehlen wollte, sondern vorhatte nochmal Bescheid zu geben, nur sollte er es lieber unterlassen, sie mit einem Kissen zu bewerfen, wenn er ein Morgenmuffel wäre. Daraufhin lächelte der Slayer nur. Da brauchte sie sich keine Gedanken machen. Da blieb es nur noch übrig, nach ihrem Befinden zu fragen, oder ob es etwas gab, was er ihr noch anbieten oder für sie tun könnte. So wie es aussah, war bei Kibe alles in Ordnung, die Frage gab sie nochmal zurück, spielte auf seine Verletzungen an. „Nein, alles bestens. Du hast gute Arbeit geleistet. Morgen merk ich bestimmt kaum noch was“ Sein Blick wanderte wieder zu ihr. Es war wohl an der Zeit, sich für diesen Abend zu verabschiedeten, den wohlverdienten Schlaf nachzuholen. Bei ihrem kleinen Abschied, deutete sie an, dass sie sich gerne mit ihm unterhielt, diesmal vollkommen ernst gemeint. „Da sind wir wohl schon 2“ Sie war nun schon dabei, in ihr eigenes Zimmer zu gehen. Kami ließ sich nach hinten auf sein Bett fallen, dennoch war sie noch da, er lauschte ihren Worten. „Dann bleibt mir nur noch übrig, dir eine gute Nacht zu wünschen. Wenn irgendwas ist, dann melde dich sofort bei mir. Egal wie spät es ist“ Bei diesen Worten stand Kami vom Bett auf, ging zur Tür und öffnete sie ihr, wartete bis dabei war, einfach aus dem Raum zu gehen. „Schlaf gut, Kibe. Bis Morgen“ Fügte er Leise hinzu, schenkte ihr für diesen Tag ein letztes Lächeln. Leise schloss er die Tür hinter sich, ging zu seinem Bett und zog die Hose aus, stand in Unterhose in seinem Raum. Ein Seufzer verließ seinen Mund. Noch legte er sich nicht hin. Das Licht war aus, nur das Kaminfeuer erhellte den Raum. Er nahm sich einen Stuhl und platzierte ihn vor seinem Fenster, nachdenklich blickte er heraus und begann damit, den Tag in seinen Gedanken erneut Revue passieren zu lassen.

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Re: Kamis Zimmer

Beitrag von Kibe Asano am Sa Aug 01, 2015 10:51 pm

Wie jeder Tag musste sich auf dieser zu Ende neigen. Auch wenn er sich damit verhältnismäßig viel Zeit gelassen hatte. Auf die Uhr zu gucken traute sich die Nekromantin gar nicht. Mal abgesehen davon, dass sie auch keine dabei hatte. Es war bestimmt schon nach Mitternacht. Also höchste Zeit ins Bett zu gehen, oder nicht? Vorher musste sie natürlich noch ihre 'Pflicht' erledigen. Natürlich war es ein freiwilliges Angebot ihrerseits gewesen. Sie hätte den Slayer kein weiteres mal Behandeln müssen, schließlich hatte sie sich nichts davon versprochen. Aber wie sie so oft an diesem Tag beteuert hatte: darum ging es ihr auch gar nicht. Es war viel mehr ein Akt der Nächstenliebe und Freundlichkeit, die ihr schon seit Kindestagen rauf und runter gepredigt wurde. Die Nekromantin hatte eben eine äußerst gute Erziehung genossen und ab und zu war sie sogar so gnädig und ließ etwas davon durchblitzen. Heute war so ein Tag gewesen. Und Glücklicherweise hatte Kami ihre Hilfe auch zu schätzen gewusst. So etwas musste nicht immer der Fall sein. So hatten die Beide die Chance erhalten, ihre Beziehung noch einmal von vorne zu beginnen und fanden erstaunlich schnell einen ähnlichen Nenner. Wäre dies nicht der Fall gewesen, hätte Kibe sich relativ schnell wieder abgesetzt und wäre ihres eigenen Weges gegangen. So saß sie aber nun vor dem Dragonslayer, hatte seine Wunden behandelt und unterhielt sich noch einige Augenblicke mir ihm. Auch wenn sie sich in einem Thema wohl nicht ganz einig wurden: obwohl Kibe mehrmals darauf verwies, dass Kenntnisse im medizinischen Bereich durchaus nützlich sein konnten, verließ sich Kami lieber auf sein Glück. Anbetracht seines Vergangenheit vielleicht nicht die beste Entscheidung. Zumindest Kibes Meinung nach. Doch anstatt ihm das gegen den Kopf zu werfen, schenkte sie ihm einen langen und eindringlichen Blick. Er sollte sich das wirklich gut überlegen.

Aber erstmal waren seine neusten Wunden versorgt und er konnte sich beruhigt ins Bett fallen lassen. Auch Kibes Gewissen war erst einmal auf Eis gelegt. Natürlich fragte sie dennoch einmal nach – nur um sicher zu gehen. Als Kami ihr versicherte, dass es ihm gut ginge, beließ sie es bei einem Nicken. „Sehr schön. Mehr hätte ich sowieso nicht für dich tun können.“. Ihre Fähigkeiten waren begrenzt, und dass Kami überhaupt so gut auf ihre Behandlung ansprang war wohl seinen eigenen körperlichen Fähigkeiten zuzuschreiben. Sie selber müsste bei einem ähnlichen Zustand schon sehr die Zähne zusammen beißen, auch wenn sie eine hohe Schmerzgrenze hatte. Vielleicht war die Nekromantin da doch etwas fragiler als ihre neuste Bekanntschaft. Langsam richtete sich Kibe aus der Hocke auf, streckte sich einmal ausgiebig. Der Tag war lang gewesen, das merkte sie jetzt mehr denn je. Noch eben schnell ihre Sachen zusammen packen und dann hatte sich ihr Patient auch seine Ruhe verdient. Und sie selber ebenfalls. Auch wenn der Dunkelhaarige sie nötiger hatte, als sie selber. Nach ein paar Stunden würde sie sich wohl wie neugeboren fühlen. Bei Kami würde das wohl anders aussehen. Zum Glück steckte sie nicht in seiner Haut. Unter gegebenen Umständen wollte sie das auch gar nicht. Obwohl sich Kami trotz seiner Verletzungen ganz normal bewegte, sie sogar zur Tür begleitete und sie für sie öffnete. Den Koffer in den Händen trat die Nekromantin über die Schwelle. Wenn irgendetwas sein sollte, was auch immer, würde sie sicherlich als erstes an seine Tür klopfen. Allein schon, weil es die einzige war, die sie kannte. Bei einem Fremden würde sie sicherlich nicht einfach reinplatzen. So viel Taktgefühl besaß sie dann noch. „Schlaf du auch gut. Bis morgen.“. Ihre Stimme war leise, sanft und von einem leichten Lächeln begleitet, ehe sie den Magier hinter sich ließ und leise den Flur herab schlich.

Schnell und lautlos verdrückte Kibe sich in dem Zimmer, das ihr freundlicherweise zur Verfügung gestellt wurde. Hinter sich verschloss die Nekromantin die Tür, trat zum Bett und wühlte erstmal in ihrem Rucksack rum. Nachdem sie alles beisammen hatte, wechselte sie ihre Klamotten und schob anschließend alles relativ achtlos vom Bett. Würde sie am Morgen eh wieder zusammen suchen. Mit einem Seufzen ließ sich Kibe in das weiche Kissen fallen, schaltete das Licht aus und schloss die Augen. Ohne großartig über irgendetwas nachzudenken, driftete sie in einen traumlosen Schlaf. Und durfte gleich darauf wieder aufwachen. Verwirrt und desorientiert richtete sie ihren Oberkörper auf, blickte sich verschlafen um. Das Zimmer war bereits wieder Licht durchflutet. Hatte sie wirklich schon geschlafen? Es kam ihr so vor, als hätte sie sich vor wenigen Minuten erst zu Bett begeben. Seufzend fuhr sie sich durch das verwuschelte Haar und stand auf, taumelte erst einige Schritte, ehe sie nach ihrem Rucksack griff. Schlaftrunken begann sie ihre Morgenroutine, wurde dabei sogar etwas wacher.

Nur dreißig Minuten später saß sie schließlich auf dem bereits gemachten Bett und flocht sich die Haare zu einem seitlich liegenden Zopf, steckte die losen Haarsträhnen mit Klammern weg. Wie spät es war, wusste Kibe nicht. Also konnte sie auch nicht direkt einschätzen, ob Kami schon wach war. Aber da sie ihn ja vorgewarnt hatte, machte sie sich da wenig Sorgen. Nachdem sie ihre Stiefel geschnürt hatte verließ sie das Zimmer, schloss es brav wieder ab und ging den gleichen Weg zurück, den sie am Vorabend her gekommen war. Das führte sie also unweigerlich zu der Tür des Schwarzhaarigen. Den Rucksack auf dem Rücken hob Kibe die Hand, klopfte zwei Mal und trat öffnete dann die Tür. Möglichst leise, allerdings nicht wirklich vorsichtig trat sie ins Zimmer ein und schloss die Tür hinter sich. Diesmal etwas geräuschvoller. Spätestens jetzt sollte der Slayer wach geworden sein, falls er es nicht schon war. Gegen die Tür gelehnt lauschte die Weißhaarige einige Sekunden in die Stille hinein. „Kami?“, fragte sie, begab sie nun ganz in den Raum.
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Re: Kamis Zimmer

Beitrag von Kamiro am So Aug 02, 2015 1:06 am

Nun blieb ihnen so gut wie gar nichts mehr vom Tag übrig. Wie spät es war wusste niemand von beiden, aber ihre Müdigkeit deutete an, dass es eine fortgeschrittene Uhrzeit sein musste und sie den Schlaf wirklich dringend benötigten. Wirklich lange dauerte es ja auch nicht, bis Kibe mit ihrer Behandlung fertig war. Das Gröbste wurde eben schon am See erledigt, das Wechseln des Verbandes nahm eben nur wenig Zeit in Anspruch. So war eben der Grundstein für eine erfolgreiche Heilung gelegt. Alle was er nun noch tun müsste, war es, sich zurückzulehnen und abzuwarten. Für Kami definitiv eine Herausforderung, schließlich war er so gut wie immer auf Trapp. Aber das Versprechen hatte er Kibe auch nicht umsonst gegeben. Ein bisschen auf sich aufpassen war schon drin, zu seiner eigenen Sicherheit, das würde nicht schaden. Im Gegenteil. Erstmal war er sorgenfrei, konnte sich beruhigt in die Federn hauen, zumindest für diese Nacht. Gleichzeitig fuhr der Heilungsprozess fort und die Energie kehrte in seinen Körper zurück, die er im Kampf auf dem Trainingsplatz komplett verbrauchen musste. Quasi vollkommen umsonst. Noch hatte er ja auch die Chance zu Kibe zu gehen, wenn irgendwas mit den Wunden nicht stimmte. Das sollte auch am nächsten Tag so sein, aber noch scheiterte es daran, dass der Dragonslayer sie überhaupt mal fragen musste, was er bisher irgendwie noch nicht richtig konnte. Auch deshalb sollte sie sich unbedingt nochmal melden bevor sie losging, das war ihm einfach wichtig. Er hoffte dabei auf eine positive Antwort, sodass er einen weiteren Tag hatte, den er mit ihr verbringen durfte. Was sie unternehmen würden oder sonst etwas, würde sich spontan entscheiden lassen, denn dafür brauchte er erstmal die Zusage. Sicher dass er eine bekam, war er dabei nicht, denn Menschen die immer auf der Reise waren, so wie Kibe, hatten es nicht leicht, mehr Zeit an Ort und Stelle zu verbringen, sie mussten unterwegs sein. Daran sollte es nicht scheitern.

Langsam war es nun Zeit zum Schlafen. Alles was noch gesagt werden sollte, wurde gesagt. Er war zufrieden, glücklich, einfach unbeschwert. So konnte er wohl relativ gut schlafen, oder nicht? Zuerst einmal machte er sich kurz auf dem Bett breit, nachdem die Weißhaarige endgültig damit fertig war, die Verbände anzubringen. Doch den Anstand sie herauszubringen, besaß er wohl noch. Schon fast sprang er auf, öffnete die Tür und wünschte eine gute Nacht. Sein Blick verfolgte sie  dabei, wie sie das Zimmer verließ, seine Ohren nahmen ihre sanften und leisen Worte wahr, die Augen ihr unvergessliches Lächeln, das er nur erwidern konnte. Sicherlich würde ihm das so leicht nicht mehr aus dem Kopf gehen. Die Tür ging zu. Nun war sie erstmal weg, der Slayer war sich für die Nacht selbst überlassen. Aber anstatt sich sofort ins Bett zu werfen, nahm er sich einen Stuhl und stellte ihn sich ans Fenster. Draußen war es dunkel, nichts war zu erkennen, um ihn herum herrschte Stille, mal wieder war es das Feuer welches für angenehme Geräusche sorgte, ein wenig Helligkeit erzeugte. So saß er nun da, die Arme auf dem Fensterbrett gestützt, den Kopf abgelegt, er dachte nach. Der ganze Tag verlief vor seinem geistigen Auge. Angefangen damit, dass er mit Masao zur Gilde zurückkehrte, seinen Bruder traf und sofort in einen Kampf verwickelt wurde, dessen Ausgang nicht nur physischen Schmerz hinterließ. Dort saß er also verzweifelt am See, wusste nicht was er machen sollte. Doch da kam Kibe, versorgte ihn und verbrachte mit einem einen Abend, der den Rest des Tages verblassen ließ. Ihre Worte hallten durch seinen Kopf, ihr Lächeln setzte sich fest. Er grinste etwas. „Das war nicht umsonst“ flüsterte er und fühlte mit einer Hand, die kalte Fensterscheibe. Ein paar Augenblicke verharrte er noch so, bevor er vorsichtig aufstand, sich direkt in sein Bett begab, vorher das Feuer aus machte. Er deckte sich zu, drehte sich auf die Seite und schloss seine Augen. Seine Müdigkeit und einfach die Verletzungen, die Anstrengung trieben ihn in einen schnellen und tiefen Schlaf, der wirklich wohltuend war, so gut es eben ging. Traumlos und ohne zwischendurch aufzuwachen, verlief die Nacht. Das erste Mal als er die Augen öffnete, schien das Sonnenlicht durch die Fenster, der Morgen war angebrochen. Allerdings hatte er noch keine Lust dazu gehabt, seinen Körper zu erheben. Einen Moment lang blieb er noch liegen.

Er ruhte sich aus, hielt die Augen geschlossen, als seine Drachenohren plötzlich vernahmen, wie die Tür sich öffnete, er ahnte schon, wer das sein könnte. Als dann noch sein Name ertönte, zusammen mit ihrer Stimme, war alles klar. Der Dragonslayer wollte sie nicht lange warten lassen. „Guten Morgen Kibe“ sprach er noch etwas verschlafen, streckte und rieb sich die Augen. Die Decke warf er auf die andere Hälfte des Bettes, rasch stieg er heraus, blieb einfach stehen und blickte sie wortlos einen Augenblick an. Dabei fiel ihm ihre weiße Haarpracht sofort ins Auge, sie hatte ihre Frisur etwas geändert. Allerdings kommentierte er es im Augenblick nicht, grinste nur während sein Blick deutlich in die Richtung deutete. Kurz kratzte er sich am Magen, stand einfach ungeniert in dieser Kleidung vor ihr. Wenn sie im Schwimmbad oder dergleichen gewesen wären, hätte sie ja schließlich das Gleiche gesehen. Also machte das auch nicht so viel. „Entschuldige mich kurz“ Er schritt zu seinem Kleiderschrank und stieß ihn auf, die Ausmaße wurden schnell sichtbar. Sofort hatte er sich für eines seiner Outfits entschieden. Hemd und Weste, diese Teile sollten seinen Oberkörper schmücken. Eine lange Anzughose und Lederschuhe sorgten für den Rest. Eine frische Unterhose und Socken durften auch nicht fehlen. Damit ausgestattet begab er sich ins Bad, machte sich frisch und zog sich an. Fast wie Neu trat er heraus, das Pflaster war wohl abgegangen, als er das Gesicht reinigte, die Verbände saßen dabei einwandfrei. Das war eines von Kamis Lieblingsoutfits. Etwas, was man immer tragen konnte. Wortlos ging er zu ihr herüber, lehnte sich an die Wand und blickte sie an. „Gut geschlafen?“ Stellte er als Frage heraus, wartete ihre Antwort ab, bevor er noch etwas fragen wollte. Er schluckte einmal, riss sich zusammen, jetzt oder nie. „Also ich hatte da die Idee…dass wir vielleicht…nun ja, also“ Ein wenig geriet er fast ins Stottern, fing sich aber schnell. „Ich wollte dich fragen ob du unter Umständen auch diesen Tag mit mir verbringen möchtest? Wenn du nichts vor hast natürlich, falls doch, kann ich das verstehen“ Sein Blick glitt etwas peinlich berührt an die Decke, vermied den Kontakt zu ihr. „Jedenfalls würde ich mich sehr freuen, meine Sorgen noch einen Tag länger aufschieben zu können, lieber mit dir etwas zu unternehmen, was auch immer es ist“ Damit war das Angebot formuliert, nun lag es an ihr.

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Re: Kamis Zimmer

Beitrag von Kibe Asano am So Aug 02, 2015 2:23 am

Die wenigen Stunden, die die beiden Magier mit Schlafen verbringen konnten, gingen schneller rum als es der Nekromantin lieb gewesen wäre. Wäre sie zu Hause in ihrem Bett, hätte man sie bestimmt nicht vor Zwölf Uhr Mittags zu Gesicht bekommen. Aber in einer ungewohnten Umgebung, egal wie müde sie war, fiel es ihr nicht ganz so leicht so seelenruhig den Tag zu verschlafen. Deshalb konnte es noch nicht so spät sein. Vielleicht Neun, oder halb Zehn. Eigentlich die perfekte Zeit für einen kleinen, quadratischen Snack. Aber Hunger verspürte die Weißhaarige nicht. Trotzdem bewegte sie sich aus dem Zimmer raus. All zu lange wollte sie in dieser Gilde nicht verbringen. Das hatte nicht zwingend etwas mit den Säbelzähnen zu tun, sondern mit dem Umstand, dass ihr zu viele Magier auf einem Haufen eben nicht geheuer waren. Das hatte sie am Vorabend auch erwähnt, weshalb ihr zeitiger Aufbruch wohl keine Überraschung sein dürfte. Was die junge Frau jedoch überraschte war der Umstand, dass Kami bis bis dato nicht aus dem Bett bewegt hatte. Obwohl. Nein, das war nicht was sie ein bisschen aus der Fassung brachte. Viel mehr, dass er ungeniert beinahe unbekleidet vor ihr stand. Zwar hatte sie an seiner Tonlage erkannt, dass der junge Mann noch nicht ganz wach war, aber dass er zumindest so etwas wie Schamgefühl besaß – davon war sie ausgegangen. Während er ihr also ganz gelassen ins Gesicht sah, blickte die Weißhaarige überall hin. Nur nicht zu ihm. „Ehm.. Ja. Morgen.“. Normalerweise würde sie das wohl etwas gelassener weg stecken, gestern hatte sie ja gesagt, sie sei kein kleines Mädchen mehr, aber es war einfach zu früh um erwachsen zu reagieren. Außerdem hatte sie keine Sekunde gehabt, sich darauf einzustellen. Und Kami ließ sich verdammt viel Zeit seine Kleidung raus zu suchen. „Klar. Nehm dir alle Zeit der Welt..“, nuschelte die Nekromantin und lehnte sich gegen die nun geschlossene Eingangstür, verschränkte die Arme vor der Brust. Zumindest war er nicht zu schwach zum aufstehen gewesen, was bedeutete, dass sein Zustand sich über Nacht nicht verschlechtert hatte.

Geduldig wartete die Magierin also darauf, dass der Slayer sich aus dem Bad bewegte. Sobald er wieder aus dem Bad kam, schenkte sie ihm nun wieder ihre ungeteilte Aufmerksamkeit, musterte ihn mit einem prüfenden Blick. Er sah wirklich etwas besser aus, auch wenn das Pflaster abgegangen war. Dabei hatte es ihm so gut gestanden. Ungefähr die gleiche Position einnehmend wie sie selber fragte der nun vollkommen gekleidete Magier nach ihrem Befinden. An seine sehr formelle Kleidung hatte Kibe sich ja schon gewöhnt, wusste, dass er diesbezüglich ohnehin etwas empfindlich war. Deshalb ließ sie es unkommentiert. „Kann mich keineswegs beklagen. Und selbst? Hat sich irgendetwas getan?“. Wenn er irgendwelche Sorgen hatte, war das der Zeitpunkt sie ihr mitzuteilen. Sonst würden sie wohl keine weitere Gelegenheit dazu haben. Oder vielleicht doch. Kami schien nicht vor zu haben, ihr Beisammensein schon enden zu lassen. Auch wenn er seine Anfrage etwas drucksend zur Sprache brachte. Dabei musste Kibe ein wenig schmunzeln, hätte vielleicht sogar gelacht, wenn sie nicht verstünde, wie schwer ihm das fallen musste. Bei der Erklärung die er ihr ablieferte, blieb ihr ja nichts anderes übrig als zuzusagen. Damit wollte sie ihn jedoch ein wenig auf die Folter spannen. „Hm..“, begann sie, tippte sich mit dem Zeigefinger überlegend gegen die Unterlippe und unterzog ihn eines strengen Blickes. Die Sekunden verstrichen. „Na sicher. Wie könnte ich da Nein sagen?“, nahm sie jegliche Spannung aus der Situation und schenkte ihm ein breites Lächeln. Nun war es aber an ihr, etwas betreten zu wirken. „Aber... Ehm. Können wir das... nicht hier tun?“. Schnell beeilte sie sich noch etwas hinzuzfügen. Nicht, dass er auf die Idee käme, sie habe etwas gegen seine Gilde. „Also, nicht wegen der Gilde an sich. Sondern.. du weisst. Magier. Und so. Ich würde mich auf den Straßen einfach wohler fühlen. Obwohl ich eure Gastfreundschaft natürlich zu schätzen weiss. So ist es nicht!“. Wie Kibe schon öfters unter Beweis gestellt hatte, hatte sie es nicht so mit Formulierungen und stellte sich manchmal ziemlich blöd an. Aber das machte sie nun mal aus und war ein Teil ihrer Persönlichkeit. Wenn es dann aber darum ging, blöde Kommentare zu machen, war sie ganz vorne mit dabei. Da war sie in ihrem Element. Aber das fiel in solchen Momenten einfach unter den Tisch; war absolut unangebracht. „Und da du dich ja 'schon' angezogen hast“, kurz hob sie ihre Hände und deutete Gänsefüßchen an, „können wir ja auch gleich los, oder?“. Da hatte sich Jemand wohl ganz umsonst Sorgen gemacht. Warum sollte Kibe sein Angebot auch ablehnen? Schließlich hatten sie sich sehr gut verstanden. Ohne auf eine Antwort zu warten öffnete die junge Frau die Tür mit dem Ellbogen, blickte den Schwarzhaarigen dabei in die Augen, ehe sie sich auf dem Absatz umdrehte und hinaus marschierte.

Den Weg hatte sie sich gemerkt, auch wenn ihre Schritte noch etwas unsicher waren. Um diese Zeit waren zumindest ein paar mehr Magier im Haus. Unten angekommen war das erste, was Kibe tat, zur Bar zu gehen und dort den Schlüssel dankend und mit einem strahlenden Lächeln abzugeben. Das gehörte sich so. Und dann hieß es nichts wie raus. Allein an das Tatsache, dass Kibe nicht zwingen auf den Slayer wartete, zeugte von ihrer Nervosität. Erst als sie die Tore der Gilde hinter sich gelassen hatte, atmete sie tief ein und aus. Wenn die Freundschaft der Beiden sich weiter festigte, dann würde sie nicht umhin kommen hier öfter vorbei zu schneien. Spaßig. Das konnte sie gar nicht erwarten. „Hattest du irgendetwas bestimmtes im Sinn? Klangst ja nicht so.“, sprach sie ohne einen Blick nach hinten zu werfen. Sie würde es schon mitkriegen, wenn Kami sich endlich zu ihr bequemt hatte und die Stimme zur rechten Zeit erheben.
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Re: Kamis Zimmer

Beitrag von Kamiro am Mo Aug 03, 2015 2:04 pm

Es war soweit. Dieser Tag war nun vorüber. Nachdem Kibe den Raum verlassen hatte, war Kami nun sich selbst überlassen. Vor ihm lagen einige Stunden Schlaf, bis er sehen musste, was ihm der nächste Tag bringen könnte. Eine ungefähre Idee hatte er ja bereits, nur an der Umsetzung scheiterte es noch, denn Kibe war ein Teil dieses Plans. Er wollte noch einen Tag mit ihr verbringen, da er diesen Abend sehr genoss und es noch nicht enden lassen wollte. Ein paar weitere Stunden würden wohl nicht schaden. Also würde er sie am nächsten Morgen einfach fragen. Erstmal saß er noch am Fenster, dachte etwas nach, bevor er sich dann irgendwann auch in sein Bett begab. Sein Kopf war nun relativ weitestgehend befreit von Gedanken, sodass er schnell einschlafen konnte, was er auch dringend benötigte. So konnten seine Wunden in Ruhe heilen und seine Energie zurückkehren. So schnell wie er eingeschlafen war, hatte die Nacht auch ihr Ende gefunden. Jedoch stand er nicht sofort auf, blieb etwas liegen und wurde dann von Kibe konfrontiert, die den Weg in sein Zimmer gefunden hatte. Natürlich war er noch etwas müde und noch nicht ganz auf der Höhe, deshalb stand er auch in seiner Boxershorts vor ihr, kratzte sich den Bauch, als wenn es das normalste der Welt wäre. Dass es ihr vielleicht unangenehm war, kam ihm nicht in den Sinn. Nun brauchte er noch frische Kleidung und dann konnte der Tag auch schon fast losgehen. Ihr Wort ließ er dabei unbeantwortet, bis er aus dem Badezimmer wiederkam, frisch und munter. Beide nahmen eine ähnliche Haltung ein und sahen sich an, gleich war der Zeitpunkt gekommen, Kibe zu fragen ob sie noch etwas Zeit mit ihm verbringen wollte, doch zuvor bewahrte er die Norm und wollte wissen ob sie gut geschlafen hatte. Das gehörte eben einfach dazu.



Ihre Antwort fiel dabei positiv aus, nun war er an der Reihe, ihr darauf eine Antwort zu geben. „Die Nacht verlief angenehm. Ich fühle mich wieder ein Stück besser. Die Verletzungen spüre ich kaum noch und ein großer Teil meiner Energie ist wieder da“ Erklärte der Schwarzhaarige und fackelte dann nicht lange. Jetzt oder nie. Etwas zögerlich kam die Frage aus seinem Mund, dabei konnte er sie jedoch nicht anblicken. Zumindest bis sie ihm eine Antwort gab. Sie spielte mit ihm, ließ ihn ein wenig fackeln. In dieser Situation hatte er gar keine andere Wahl als darauf einzugehen, gespannt auf ihre Antwort zu warten. Allerdings wurde er nicht enttäuscht. Erleichterung machte sich in ihm breit, als sie ihm zusagte, ganz egal unter welchen Bedingungen. Das Lächeln in ihrem Gesicht war groß, welches Kami zurückgab, als sein Blick wieder auf den ihren traf. Die einzige Voraussetzung dafür war, sich wieder etwas von der Gilde zu entfernen, denn wie der Dragonslayer bereits erfahren hatte, hatte sie es ja nicht so mit anderen Magiern, fühlte sich da etwas unwohl, was man an ihren Gesichtszügen erkennen konnte. „Klar doch, kein Problem. Hier kann man auch nicht ganz so viel  unternehmen“ Meinte er dann, lachte kurz auf um die Bedrücktheit in dieser Situation wieder herauszunehmen. Immerhin wusste sie zu schätzen, dass sie hier übernachten konnte und nett aufgenommen wurde. „Ich habe Verständnis dafür. Wir suchen uns schon was“ Teilte er ihr noch kurz mit. Wie sie aber auch schon erwähnte, stand ihnen nun nicht mehr viel im Weg. Sie konnten quasi gleich aufbrechen um irgendwas zu unternehmen. Nur was, das war die Frage. Erstmal war überhaupt glücklich und zufrieden darüber, dass sie zugesagt hatte. Mehr hatte er noch gar nicht geplant. Er beugte sich wieder vor, stieß sich etwas von der Wand ab. In seinem Gesicht weilte ein nachdenklicher Blick, er versuchte sich spontan etwas einfallen zu lassen. Sicherlich war Kibe nicht derartig wählerisch oder etwas dergleichen, weshalb er sich nicht so viele Sorgen machen brauchte. Vielleicht würde es ein einfacher Ausflug in die Stadt auch tun, um dann weiterzusehen, was noch alles möglich war. Ihren Spaß bezüglich seiner Kleidung wollte er aber auch nicht unbeantwortet lassen. „So schlimm war es doch nicht. Oberkörperfrei hast du mich ja auch schon gesehen. Ich renne nicht vor alles und jedem so rum, und vor allem nicht immer. Hab da mal keinen falschen Eindruck“ dabei verschränkte er die Arme hinter dem Kopf und grinste frech.

Ohne groß darüber zu diskutieren oder etwas dergleichen, verließen sie das Zimmer, befanden sich nun wieder im Zentrum der Gilde, konnte man sagen. Dort hatten sich im Vergleich zum vorherigen Abend, nun wieder eine ganze Menge mehr Magier befunden, schließlich hatten sie eben zu tun. Als sie in die Halle gingen, wurden Kami und Kibe natürlich begrüßt, erfuhren aber auch kein übermäßiges und unangenehmes Interesse der Leute. Sie für ihren Teil, ging zur Bar und brachte den Schlüssel weg, Kami blieb stehen und wartete auf sie. Nun mussten sie erstmal besprechen, was sie überhaupt tun wollten. „Nun ja, meinetwegen können wir einfach in die Stadt gucken, welche ist dabei relativ egal. Irgendwas findet man dort sicherlich, die Möglichkeiten sind breit gefächert. Was hältst du davon?“ Bei dieser Frage blickte er sie an, lächelte erneut. Sie standen dort inmitten von Sabertooth, doch das was um sie herum geschah, wurde von dem Dragonslayer ausgeblendet, da es absolut nicht relevant war. Masao hatte er bisher auch nicht getroffen, brauchte sich also auch nicht rechtfertigen oder etwas dergleichen. Das kam ihm ganz gelegen, einfach noch eine Weile lang davon Abstand zu nehmen, zumindest einen weiteren Tag noch. Alles andere sah man dann ja. Nun musste sie entscheiden, ob sie wollte oder nicht, also was den genauen Ablauf anging, dem Ausflug allgemein hatte sie ja schon zugestimmt. Am besten wäre es wohl, wenn sie die Gilde erstmal verlassen würden, wieder die frische Luft der Freiheit schnupperten. Schnell waren die Tore passiert und sie standen im Freien vor der Gilde. Hier stoppte der Dragonslayer erst einmal, ging keinen Schritt weiter. Denn ohne überhaupt zu wissen, wo sie hin wollten, brachte es nichts wenn sie einfach losmarschierten. Seine Idee war es eben wieder eine Stadt aufzusuchen und dann zu schauen, was das so brachte, am besten eine, die man in relativ weniger Zeit, gut zu Fuß erreichen konnte. Da es noch ziemlich früh war, konnten sie einen etwas längeren Laufweg aber auch in Kauf nehmen, ohne Angst haben zu müssen, dass der gesamte Tag gleich wieder vorüber war. In seinem Kopf spielten sich ein paar Szenarien ab, er sammelte Ideen und Vorschläge die etwas definierter war, als nur zu sagen, dass er mit ihr in eine Stadt gehen wollte. Aber unter Umständen hatte Kibe auch schon eine Idee, was es leichter machen würde, aber darauf verließ er sich nicht.

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Re: Kamis Zimmer

Beitrag von Kibe Asano am Mo Aug 03, 2015 4:13 pm

Hingegen aller Befürchtungen bestätigte Kami das, was Kibe sich schon gedacht hatte: ihre Künste bezüglich des Zusammenflickens von Menschen waren unübertrefflich. Das hatte auch rein gar nichts mit ihrem Patienten zu tun oder der Tatsache, dass er scheinbar eine ausgezeichnete Regenerationsfähigkeit besaß. Oder derartige Verletzungen einfach gut wegstecken konnte. Nein, das war allein der Verdienst der Nekromantin. Sich dessen bewusst, schenkte Kibe ihm nur ein leichtes Lächeln, ohne eine weitere Silbe darüber zu verlieren. Sie wollte den Slayer nicht bemuttern, hatte sie ohnehin schon viel zu viel um ihn gekümmert. Wenn etwas sein sollte befand er sich ja nun wieder in guten Händen. Irgendwo in dieser Gilde würde es sicher den ein oder anderen Magier geben, der sich etwas besser behelfen konnte als die Nekromantin, deren Erfahrungen sich eigentlich nur auf ihre Wenigkeit bezogen. Das wäre eigentlich der Moment des Abschiedes gewesen, wenn der Dragonslayer sich keinen Narren an der Weißhaarigen gefressen hätte. Warum sonst sollte er sie darum bitten, noch den Rest des Tages mit ihm zu verbringen? Da Kibe die Anwesenheit des Dunkelhaarigen nicht minder schätzte, sah sie keinen Grund seine Bitte abzulehnen. Einen wirklich festen Zeitplan hatte sie ohnehin nicht, und warum sollte sie sich jetzt schon wieder in ihren Alltag stürzen, wenn Kami ihr doch eine nette Gelegenheit bot diesem noch einige Stunden entfliehen zu können. Dabei war 'Fliehen' genau das Stichwort. Denn in ähnlicher Aufbruchstimmung befand sich die junge Frau. Glücklicherweise konnte der Magier ihre Gründe gut verstehen. Zumindest machte er den Anschein, ob er es wirklich nachvollziehen konnte war eine andere Sache. Oft genug hatte er ihr klar gemacht, dass er eigentlich selten Probleme mit anderen Magiern hatte – das war bei Kibe leider nicht der Fall. Deshalb war es ungewohnt für sie, auf jemanden zu treffen, der ihr nicht gleich an den Kragen wollte. Erst recht, wenn sie vorher mit dieser Person eine eher unliebsame Bekanntschaft gemacht hatte. Bezüglich seiner morgendlichen Aufmachung versuchte Kami sich noch zu rechtfertigen, wurde das aber mit einem Abwinken ihrerseits schnell abgetan. „Sicher. Was immer du sagst. Hätte ja auch nicht sonst wer in der Tür stehen können.“. Wenn man die Tür einfach unverschlossen ließ, musste man mit ungebetenen Gästen rechnen.

Nachdem Kibe alle Formalitäten erledigt hatte und der Schlüssel zu Zimmer 17 wieder an seinem gewohnten Platz hing, stieß sie wieder zu ihrer erneuten Begleitung. Da die Nekromantin absolut planlos war, so hätte sie die Gilde und Stadt nämlich auch verlassen – ohne Plan – fragte sie lieber noch einmal nach, ob der Schwarzhaarige irgendetwas bestimmtes im Sinn gehabt hatte. Dabei kam ihr ein Besuch in einer Stadt ganz gelegen. Ein bisschen Zivilisation war zur Abwechslung mal ganz nett. Deshalb fand sein Vorschlag auch mit einem Nicken Zustimmung und gemeinsam traten sie vor die Tür. Auch wenn Kibe schon einige Schritte weiter voraus war, blieb Kami einfach stehen. Fragend drehte die Magierin sich um, griff mit ihrer Rechten an den Träger ihres Rucksackes und zupfte ihn zurecht. Den Blick den Kami ihr schenkte, meinte Kibe zu interpretieren zu können. Kurz legte sie überlegend den Kopf schief, ließ den Blick ihrer leuchtenden Irden über die Umgebung wandern, ehe sie zurück zu ihrem Gegenüber fanden. „Nun... ich war noch nie in Crocus?“. Da ihre Vorschlag mehr einer Frage glich, wartete sie natürlich auf die Zustimmung des Slayers. Von Geographie hatte sie ohnehin keine Ahnung und konnte deshalb auch nicht einschätzen, wie weit entfernt die Stadt nun von Sabertooth lag. Die Hauptstadt bot sich allerdings aus mehreren Gründen an: Nicht nur, dass Kibe wirklich noch nie einen Fuß auf die Straßen eben jener Ansiedlung gesetzt hatte – dort würde sie sich auch ohne Probleme bewegen können. Gerade weil sie nie dort gewesen war, würde keine Menschenseele sie kennen. Nicht aufzufallen war in diesen Tagen gar nicht mehr so einfach, wie früher. Und so konnte man sich einen recht entspannten Nachmittag machen, ohne Sorgen oder Ängste. „Aber jede andere Stadt wäre auch okay. Da richte ich mich nach dir. Schließlich musst du ja nach Hause kommen.“. Und das am besten ohne Zug. Noch so eine Fahrt würde Kami sicherlich nicht überleben. Trotzdem konnte Kibe es sich nicht verkneifen, ein wenig schadenfroh zu grinsen. Mittlerweile fühlte sie sich mit dem anderen wohl genug, dass sie sich das erlauben konnte.

Nun, da ihr Ziel gewählt war, zumindest für Kibe, setzte die Magierin sich auch wieder in Bewegung. Sich umdrehend schritt sie voran und ließ die Gilde zusammen mit ihrer Begleitung bald hinter sich. Auch wenn Kami am Abend wohl wieder zurück kehren würde, war es für die Nekromantin vorerst der letzte Besuch. Dabei hatte sie sich nur ein kurzes, flüchtiges Bild von dem Leben in einer Gilde machen können. Es hatte allerdings gereicht um ihr zu zeigen, dass es definitiv nichts für sie wäre. Zugegeben, da war sie doch etwas eigen. Aber solange man ihr daraus keinen Strick drehen konnte, sah sie keinen Grund ihre Meinung und ihr Verhalten zu verändern. Sie schlug sich auch so durchs Leben – dafür brauchte sie keine Reputation einer Gilde, die sie jedem auf die Nase binden konnte. Wollte sie auch gar nicht. Eigentlich wollte sie ja nur in Ruhe gelassen werden. Mit einem tiefen Seufzen drehte Kibe sich im Gehen noch einmal um. „Wenn du dich nicht beeilst, komm' ich ohne dich an.“, scherzte sie und legte mit Absicht einen Zahn zu.

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