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Ehemaliges Kopfgeldjägerdorf

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Ehemaliges Kopfgeldjägerdorf

Beitrag von Session am Mi Jun 03, 2015 12:26 pm

Tief in der Wüste verborgen, liegt eine Art Ruine. Hier befand sich vor einigen Jahren ein Dorf, dessen Bewohner die gleiche Berufung hatten. Sie waren Kopfgeldjäger. Menschen die für einen bestimmten Betrag, anderen Leuten nach dem Leben trachteten. Allerdings wurde es durch einen internen Zwischenfall, damals fast zerstört. Was übrig blieb, waren halbe Gemäuer und nur wenig von der Inneneinrichtung. Irgendwann, würde der heiße Sand der Wüste, auch dieses alte Dorf verschlingen und in Vergessenheit geraten lassen. 
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Re: Ehemaliges Kopfgeldjägerdorf

Beitrag von Session am So Jun 07, 2015 9:34 pm

cf: Bar im Stadtinneren Hargeons

Nachdem die letzten Kleinigkeiten also auch aus dem Weg geräumt waren, konnten sie sich langsam aber sicher aufmachen, ihre alte Heimat zu bereisen. Hier war nun mal der erste Ort auf ihrem kleinen Trip, dessen Ende unbestimmt war. Also setzten sie sich in Bewegung, verließen Hargeon allmählich. Dabei redeten sie nicht viel, hatten kaum was, worüber sie sich in dieser Situation hätten unterhalten können. Dafür war die Spannung zwischen ihnen irgendwie zu groß, die Kluft die sie trennte, war kaum zu überwinden. Natürlich, mit dem angeblichen Mörder seiner Familie, plauderte man auch nicht einfach so. Obwohl der Rothaarige es nicht war, musste er damit leben, dass sie ihn für denjenigen hielt, welcher die Tat vollbrachte. Nur aus diesem Grund, waren sie diese Reise überhaupt erst angetreten. Um Nanami zu zeigen, welche Person sie wirklich verabscheuen sollte. Jedenfalls brauchte er das selbst, auch um sein eigenes Gewissen wieder reinzuwaschen. Er stand nicht gerne in der Schuld anderer Menschen, schon gar nicht gezwungener Maßen. Genau das erklärte er ihr auch, doch so ganz konnte sie es nicht glauben. Ihr fehlten einfach Informationen, nach all der Zeit, wusste sie nicht mehr, wie sie den Rothaarigen einschätzen konnte, inwiefern er sich vielleicht veränderte. Doch sie glaubte daran, dass er früher jemand gewesen wäre, der sich der Herausforderung stellen würde, anstatt vor ihr davon zu laufen. "Ich bin der selbe Mensch, der selbe Session von früher, einfach nur etwas älter geworden. Meine Ideale habe ich beibehalten" stellte er kurz und knapp klar, redete nicht weiter über dieses Thema. Sie hatten damals einige ganze Menge miteinander geteilt und erlebt, sich gegenseitig Kraft und Halt gegeben, auch wenn sie erst Kinder waren. Die Lilahaarige hatte es im Dorf der Kopfgeldjäger nie einfach gehabt, doch das hielt den Kasai nicht davon ab, sie zu schätzen und zu mögen. Egal was damals passierte, Session stellte sich schützend vor sie, hätte sogar Schläge eingesteckt...aber auch ausgeteilt, wenn jemand ihr etwas böses wollte. So rettete er sie folglich auch damals, als sie fast in einem See ertrunken wäre, wieder ein Einfall der Kinder damals. Seine Meinung hatte sie nicht geändert. Würde er sie heute wieder in einem See vorfinden, kurz davor ihr Leben zu lassen, würde er nicht zögern um hereinzuspringen und sie herauszufischen. Unabhängig davon, wie sie heute zueinander standen.

Nun, sie waren noch immer nicht in der Wüste angekommen, was sie dazu veranlasste, ab und zu doch nochmal, weiterhin ein paar Worte miteinander zu wechseln. Nanami interessierte sich natürlich für die Informationen die Session gesammelt hatte, doch welche genau diese waren, konnte er der jungen Dame einfach nicht verraten. Natürlich war dieses Verlangen in ihr da, ganz genau zu wissen was Session geplant hatte, doch es blieb verwehrt, solange wie der Rothaarige keine Worte darüber verlor. "Wenn ich dir jetzt irgendwelche Vermutungen und ungenaue Informationen gebe, sie sich am Ende nicht als richtig erweisen, habe ich auch nichts gekonnt. Ich habe keinen 100% Beweis und Beleg bekommen, wer genau denn der wahre Mörder ist, deshalb muss ich ein bisschen nachforschen und damit fange ich genau in unserem alten Dorf an, auch wenn es eine Ruine ist. Das ist es mir wert. Ich durchsuche ein paar der verfallenen Häuser. Vielleicht finde ich etwas interessantes, was uns beide weiterbringt. Mehr kann ich auch nicht sagen, okay?" erklärte der Rothaarige seiner Begleitung, lief unbeirrt weiter, als wenn nichts gewesen wäre, hatte dabei das Ziel klar vor Augen gehabt. So lange waren sie nun nicht mehr unbedingt von der Wüste entfernt gewesen. Er verschränkte seine Arme hinter dem Kopf, lief gemütlich immer weiter, machte zwischendurch immer ein paar kleine Pausen. Da war wohl noch etwas, was die junge Frau mit den lila Haaren durchaus beschäftigt. Sie war verwundert darüber, warum die neue Nanami ihn so überraschte, wollte also sogleich wissen, warum er es so empfand. "Ich weiß nicht. Natürlich ist es ein logischer und natürlicher Prozess, dass du mit dem Alter gereift bist. Allerdings bist du eine sehr starke Persönlichkeit geworden, hast eine Menge an Selbstvertrauen und vor allem Mut. Das merke ich sofort. Wenn dich heutzutage irgendjemand ärgern würde, bräuchtest du niemanden mehr, der dich verteidigt. Obwohl ich es wohl nicht abstellen kann, in dir immer noch die Nanami von früher zu sehen, die mit mir ihre Zeit verbracht hatte" sprach er frei aus, wurde zum Ende hin ein wenig leiser. Irgendwie fiel es ihm gar nicht so leicht, das so zu formulieren. Unabhängig davon was sie davon hielt, war es dennoch die Wahrheit, welche er äußerte. "Ich glaube du hättest auch eine andere Meinung von mir, wenn du nicht einer Lüge hinterherrennen würdest" fügte er hinzu, war aber noch nicht ganz fertig. "Wenn ich es schaffen sollte, meine Unschuld zu beweisen, erwarte ich nicht mehr als eine kurze Entschuldigung und dass du all deine negativen Gefühle über mich vergisst, die sich deshalb aufbauten. Das ist alles" und somit war auch dahingehend alles gesagt, was er sagen wollte. 



Endlich, sie hatten die Wüste betreten und brauchten nun keinen all zu langen Fußmarsch mehr, bis zu ihrem Dorf. Sie hatten Glück dass es der frühe Abend war, ansonsten würde die unglaubliche Hitze es ihnen noch schwerer machen, ordentlich nach Hinweisen zu suchen. Zwar war es immer noch warm, doch recht erträglich. Aus diesem Grund auch, nahm Session seine Kapuze wieder ab, schüttelte seinen Kopf einmal kräftig, sodass seine rote Mähne wieder richtig saß. Nach einer gefühlten halben Stunde, sah Session die Ruinen seiner alten Heimat, zum Teil schon bedeckt mit dem heißen Wüstensand. "Willkommen zurück, würde ich mal sagen" mit diesen Worten begab sich Session zu einem alten Gemäuer und platzierte sich kurzer Hand darauf, gönnte sich eine kurze Verschnaufpause. Natürlich hatte er sich Proviant mitgenommen. Für eine solche Reise war das überlebenswichtig. Er hatte eine kleine Tasche unter seinem schwarzen Mantel verstaut gehabt, heraus holte er 2 Flaschen Wasser. "Komm, du solltest auch etwas trinken und dir mal 5 Minuten Ruhe gönnen, bevor wir anfangen" sprach der Rothaarige zu seiner Begleitung, während er ihr eine Flasche reichte. Sie brauchte nicht zu zögern, dies anzunehmen, nur weil sie einen Hass auf ihn schob. Session wusste genau was er tat und war sich äußerst sicher, dass er am Ende dieser Reise, wieder eine Person für Nanami war, an die sie sich dann doch gerne zurückerinnerte. Das erste was der Fürst vorhatte, war es natürlich, das Haus von Nanami aufzusuchen, nach irgenwelchen Überbleibseln ihres Bruders zu suchen. Denn wie alle dachten, war er weder Tod, noch unschuldig. Er war der Mörder und auf freiem Fuß. Deshalb musste Session hier anfangen, nach Dingen zu suchen, die auf seinen momentanen Standort deuten könnten. Denn dieses Dorf, war der letzte Platzt, an dem Session ihn selbst noch lebend gesehen hatte. Die Archive bestätigen seinen Namen. Er war der Mörder, doch aus welchem Grund, wurde nie geklärt, da man ihn nie zur Rede stellen konnte. Das musste Session ändern. Am Ende dieser kleinen Mission, konfrontierte er den Täter mit seiner eigenen Schwester, würde an ihrer Seite sein, wenn es zum äußersten kam. Obwohl Nanami den Rothaarigen töten wollte, ihm einige unschöne Dinge sagte, wusste er, dass er das gleiche getan hätte, wenn er sie für den Mörder seiner Familie gehalten hätte. Irgendwie verstand er es, was es umso dringender machte, diesen Zustand zu einem besseren zu drehen.
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Re: Ehemaliges Kopfgeldjägerdorf

Beitrag von Nanami am Di Jun 09, 2015 8:35 pm

Etwas skeptisch war die Lilahaarige durchaus, als Session ihr erklärte, er sei noch immer derselbe Mensch, wie er es damals gewesen war – lediglich war er etwas älter geworden. Natürlich hinterließ die Zeit ihre Zeichen – Session war größer, als damals. Seine Haare waren länger und an sich hatte sein Körper durchaus männlichere Züge angenommen. Genauso aber hatte die Zeit auch Nanami verändert – ihr Körper war entsprechend ihres Geschlechtes weiblicher geworden, an Größe hatte sie nicht unbedingt viel zu gelegt, aber da es sich bei ihr eben auch um ein Mädchen handelte, schien es nicht weiter tragisch zu sein – denn diese wurden zu meist ja sowieso nicht sonderlich groß. Und sie war auch nicht unbedingt unzufrieden mit ihrer Größe, daran ändern konnte sie ja streng genommen sowieso nichts. Und nur weil er meinte, noch immer derselbe Mensch zu sein, wie damals musste das natürlich noch lange nicht stimmen. Noch dazu kam, dass sie ihm nicht einfach so vertrauen konnte – ihr Leben würde sie ihm wahrscheinlich nicht einfach leichtfertig anvertrauen können, obwohl er es ihr damals einmal gerettet hatte. Für sie war er nicht mehr der gleiche Mensch, wahrscheinlich war aber ein Grund dafür einfach die Tatsache, dass sie ihn für den Mörder ihrer Familie hielt – natürlich konnte man auf so jemanden nicht positiv blicken und ihn nicht einfach mit einem guten Kindheitsfreund, der er mal gewesen war, vergleichen. Er hielt sich wirklich knapp bei diesem Thema, was Nanami nur noch skeptischer werden ließ. „Wieso sollte ich dir das glauben, Session?“ Sie blickte zu ihm, etwas fragend war ihr blick wirklich, aber auch ein wenig vorwurfsvoll – ja, sie würde gerne mehr über sein neues Leben erfahren. Vielleicht interessierte sie sich auch einfach nur dafür, weil er ihr einmal wichtig gewesen war – oder weil sie wissen wollte, wie er sein Leben aufgebaut hatte – nachdem er eben vielleicht ihre Familie getötet hatte. Diesen Gedanken konnte sie leider noch immer nicht ganz abschütteln und könnte es wahrscheinlich erst, wenn sie den wahren Mörder gefunden hatten, der Sessions Unschuld beweisen würde. „Ich weiß gar nichts mehr über dich, weiß weder, was dich heute antreibt, noch was du tust, um dich über Wasser zu halten.“ Immerhin hatte er ihr erzählt, dass es sich bei ihm nicht länger um einen Kopfgeldjäger handelte. Mehr wusste sie nicht von ihm – und er schien aus dem Rest auch ein ziemliches Geheimnis zu machen, was sie wohl zu recht skeptisch werden ließ. Gut, sie glänzte auch nicht grade damit, ihm ihre ganze Biografie vorzutragen – aber sie wäre immerhin bereit, Antworten zu geben. Denn sie hatte Geheimnisse.

Der Weg zur ehemaligen Heimat der beiden zog sich ganz schön – jedenfalls Nanami kam der Weg unendlich weit vor, den sie durchaus mit gemischten Gefühlen bestritt. Sie wusste nicht wirklich, was sie dort erwarten würde und sie verband eben auch viel mit ihrer Heimat – was nicht gleich bedeutete, dass sie all zu emotional reagieren würde. Sie war lediglich gespannt und wusste noch nicht ganz, was sie damit anfangen sollte – es war sicher komisch, ihre Heimat nicht länger als ein komplettes Dorf zu sehen, sondern als einen einfachen Trümmerhaufen. Aber es musste sein – und sie war wirklich bereit, diesen Weg anzutreten, um den Mörder zu finden – sollten sie hier wirklich bei ihrer Suche weiterkommen. Denn noch immer wollte Session ihr nichts genaues sagen, sondern beharrte darauf, sich noch nicht ganz sicher zu sein, wer der Mörder war. Deshalb wollte er sich dort erst einmal umsehen, vielleicht ein paar Hinweise finden und Nanami glaubte nicht, dass er ihr wirklich dann genauere Auskünfte geben würde, so viel Vertrauen schenkte sie ihm in diesem Moment nicht, obwohl sie es noch vor einigen Jahren getan hätte. „Ich muss keine 100%ig stimmende Vermutung von dir hören. Es würde mir schon reichen, wenn du mir zu mindestens.. von der Richtung, in die das ganze geht, erzählst. Denn bisher hast du mir überhaupt nichts gesagt und das macht mich alles andere, als weniger skeptisch.“ Sie wollte, dass er sie endlich teilhaben ließ an dem, was er erfahren hatte. Und irgendetwas musste es ja gewesen sein. Sie ahnte ja nicht, dass er es quasi zu ihrem eigenen Schutz tat, wer ahnte auch schon, dass es ihr eigener Bruder war, der die Familie umgebracht hatte?
Session erzählte, dass er durchaus eine Veränderung an Nanami festgestellt hatte, so war sie in seinen Augen stärker geworden in ihrer Persönlichkeit, war mutiger geworden und hatte an Selbstvertrauen gewonnen. Damit hatte er sicherlich nicht einmal unrecht und wahrscheinlich hatte sie diese Veränderungen nur durch den Tod ihrer Familie durchgemacht, denn dieser war so einschneidend gewesen, dass sich ihr ganzes Leben verändert hatte – und sie nun mal gleich mit. Auch einmal eine Gruppe zu führen hatte sie in ihrer Persönlichkeit unglaublich gestärkt, es hatte ihr Kraft gegeben und sie war wild entschlossen geworden, ihre Ziele zu erreichen. Koste es, was es wolle. Im Gegensatz zu Nanami konnte Session noch immer das junge Mädchen von damals in der Magierin sehen, doch Nanami selbst sah größtenteils den Mörder ihrer Familie in Session, jedenfalls ein Teil von ihr. Ein anderer wiederum wollte in ihm den Jungen von damals sehen, der sie sogar einmal gerettet hatte. Aber sie nahm sich vor, dass so etwas nie wieder passieren würde. Sie hob jedoch die Braue, als der Rotschopf eine Entschuldigung forderte, sollte er ihr beweisen können, nicht der Mörder zu sein. Sie war wirklich nicht der Mensch, der sich leichtfertig entschuldigen konnte. „Ich bin nicht wirklich der Typ Mensch, der sich entschuldigt“, sagte sie ihm also gleich – doch würden die negativen Gedanken, die sie von ihm hatte, dann durchaus verschwinden, keine Frage. „Wahrscheinlich hätte ich das. Aber noch ist nichts bewiesen.“ Natürlich würde sie anders, besser über ihn denken. Nur ging das in diesem Moment eben noch nicht. „Wenn die eigene Familie vom einen auf den anderen Tag fort ist, ist das etwas, was das Leben stark verändert. Man kann nicht das kleine Mädchen bleiben sondern wird dazu gezwungen, sich rasch weiter zu entwickeln und reifer zu werden. Sich Ziele zu setzen.“ Und diese Ziele hatten Nanami stark gemacht.

Es dauerte nicht mehr lange, dann hatten sie bereits das alte Dorf in der Wüste erreicht, welches wirklich zerstört war. Kurz weiteten sich die Augen der Magierin, doch hatte sie sich schnell wieder beruhigt und folgte Session weiter, um näher an das Dorf heran zu kommen. Er setzte sich, während Nanami stehen blieb und sich umsah. Das Dorf von früher war kaum noch wiederzuerkennen. Ihre Hand griff zu der Flasche, die Session ihr reichte. Sie nickte ihm zum Dank zu, war natürlich etwas skeptisch – vielleicht wollte er sie ja vergiften? Trank dann aber doch, da sie ihn nicht für eine so hinterhältige Person hielt und sie wirklich Durst hatte. Etwas zu trinken tat ihr wirklich gut. Weiterhin fiel ihr Blick auf die Trümmerhaufen, sie versuchte zu erkennen, auf den Trümmern welchen Hauses Session grade saß, um zu erkennen, wo ihr ehemaliges Zuhause gestanden hatte. Sie nahm sich auch vor, den Rotschopf nicht aus den Augen zu lassen. Man konnte ja nie wissen! „Das letzte Mal, als ich hier war, stand noch alles. Man konnte Häuser erkennen. Aber jetzt sieht jeder Trümmerhaufen gleich aus.“ Und hier sollte man wirklich etwas finden? Das konnte sie sich nur sehr schwer vorstellen.
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Re: Ehemaliges Kopfgeldjägerdorf

Beitrag von Session am Mi Jun 10, 2015 2:54 am

Wenn die beiden sich etwas unterhielten, war es meist eine etwas verfahrene Situation die entstand. Der Rothaarige konnte kaum etwas äußern, ohne dass Nanami daran zweifelte und skeptisch war. Er musste genau überlegen, welche Worte der Wahrheit er wählte. Lügen brauchte er nicht, das würde in die falsche Richtung gehen. Auch wenn es der Wirklichkeit erzählte, was er von sich gab, waren dort zwischen bestimmten Formulierungen dennoch Unterschiede. Daher kam von Nanami auch die simple Frage, warum sie ihm das, was er sagte, überhaupt glauben sollte. "Du musst mir nicht glauben, du musst auch nicht das was ich sage, für richtig einschätzen. Niemand zwingt dich dazu. Ich rede lediglich mit dir, so wie ich es mir denke, ohne meine eigenen Worte immer wieder anzuzweifeln, weil ich weiß, dass sie stimmen. Davon darfst du dich auch noch überzeugen" machte er erneut relativ kühl klar. Langsam wusste er nicht mehr, was er noch darauf antworten sollte. Er konnte nichts tun, außer es ihr klipp und klar zu beweisen, wer der Täter war, denn leere Worte halfen nicht. Dabei war sie dennoch an ihm interessiert, auf eine bestimmte Art und Weise, zumindest. Jedenfalls was sein neues Leben, seine neue Persönlichkeit betraf. "Nun ja, wir haben ja eine lange Reise vor uns. Wenn es dich so brennend interessiert, werde ich dir noch erzählen, wer ich wirklich bin. Versprochen" Das meinte er ernst. Sie hatten noch einige Kilometer vor sich, und Unmengen an Zeit, sich zu unterhalten, da würde er das ein oder andere Detail von ihm noch preisgeben können. Er musste ihr ja nicht direkt auf die Stirn binden, dass er für die Allianz unterwegs war und manchen Menschen für ihre Zwecke das Leben nahm, ein wenig gegen den Rat rebellierte. "Wenn du mir natürlich genaueres über dich erzählst. Das letzte Mal als ich dich gesehen habe, wusste ich genau welche Person du warst. Ich will wenigstens ein Stück davon zurück, wenn ich dir auch eines gebe" forderte er schließlich mit einem kurzen Lachen. 
 
Damit war das Ganze aber natürlich noch nicht abgeschlossen. Die Informationen welche Session über sein Vorhaben preisgab, schienen ihr nicht genug zu sein, oder einfach zu wenig auszusagen, sie wollte einen Ansatz, eine Richtung die der Rothaarige verfolgte. Dabei konnte sie nicht wissen, dass die direkte Wahrheit, absolut noch nicht für ihre Ohren bestimmt war. Sie würde es ihm nie glauben und ihn für verrückt halten. Dann hatte er seine Chance, sie von seiner Unschuld zu überzeugen, wahrscheinlich schon vertan, also musste er sich etwas einfallen lassen. Er blieb beim Thema, verallgemeinerte seine Vermutungen nur etwas, um es wenigstens etwas informativ für sie zu gestalten. "Okay. Also, ich denke dass es geplant war. Eine solche Tat kommt nicht einfach aus dem Himmel und ist nie und nimmer ohne einen Plan vollzogen worden. Wenn du damals anwesend gewesen wärst, während es passierte, würdest du hier nicht bei mir sein. Derjenige wusste aber, dass du zu diesem Zeitpunkt nicht da warst und musste seine Tat vertuschen. Ich glaube dass er guten Kontakt zu deiner Familie hatte und ein Alibi brauchte. Außerdem musste er einen Mörder für seine eigene Tat erfinden, das war in dem Fall ich. Er musste gewusst haben, wie wichtig du mir bist" äußerte er recht monoton und stotterte plötzlich etwas. "Warst. Ich meinte natürlich...wie wichtig du mir warst..." fügte er hinzu, kratzte sich etwas peinlich berührt am Hinterkopf. Schließlich sollte sie nichts Falsches von ihm denken. Stillschweigend ging es also weiter, dieser Moment brachte den Fürsten dann doch etwas aus der Fassung und das durch seine eigenen Worte, durch einen kurzen Denkfehler, oder was auch immer es war. Schließlich kam es noch zu der kleinen Bitte, die Session an die junge Dame hatte. Wenn er es schaffte, den wahren Mörder zu enttarnen, wollte er eine Entschuldigung, und dass sie ihre Abneigung zu ihm wieder abstellte. Daraufhin äußerte sie etwas enttäuschend, dass sie nicht der Typ für Entschuldigungen war. Nicht zufriedenstellend, Sessions Meinung nach. "Es wäre aber durchaus eine angebracht. Vielleicht schaffst du es ja, über deinen eigenen Schatten zu springen und wenigstens zuzugeben, dass du dich geirrt hast“ antwortete er ihr, schaute sie nochmals kurz an.  Eine Entschuldigung würde sie nicht umbringen, besonders dafür, dass sie den Falschen verdächtigte. Wenn sie sich unter normalen Umständen in der Bar getroffen hätten, wäre Session mehr als froh gewesen, sie wieder zu sehen, aber da sie ihn für denjenigen hielt, der sie ihrer Familie beraubte und vorhatte ihn zu töten, sollte sie Session doch später sagen können, dass sie Unrecht hätte und es ihr leid tat, ihn zu beschuldigen. Den Mann, mit dem sie ihre Kindheit verbracht hatte. „Weißt du, so ging es auch mir. Ich hatte auch immer schon meine eigenen klaren Ziele vor Augen und war bereit, viel dafür zu geben, hab sogar meine Familie zurückgelassen um meinen eigenen Weg zu gehen. Ich kann glücklich sein, dass sie noch am Leben sind.“ Sagte der Rothaarige daraufhin, als sie ihm erklärt hatte, dass diese Umstände sie stark gemacht hatten.


Nun, nachdem sie das Gespräch beendet hatten, waren sie auch bereits im Dorf der Kopfgeldjäger angekommen, zumindest was davon noch übrig gewesen war. Der Rothaarige ließ sich auf einem alten Gemäuer nieder, machte kurz Pause. Dabei trank er einen Schluck Wasser, bot es Nanami ebenfalls an, die dankend annahm und es ihm gleichtat. Nanami erhob das Wort, meinte dass als sie das letzte Mal dort war, alles noch im Stande war, davon konnte man nun nichts mehr erkennen. Zumindest eigentlich. Session hatte ein gutes Gedächtnis und ein Vorstellungsvermögen, dass es ihm ansatzweise erlaubte, sein altes Dorf vor seinen Augen wieder zu rekonstruieren. „Keine Sorge, ich weiß ungefähr, wonach ich suchen muss. Schaden kann es bestimmt nicht, wenn wir jedoch überall mal reinschauen“ ordnete der Rothaarige an, war sich dabei sicher, dass Nanami ihn sowieso beobachten würde. „Ach ja, die Nacht werden wir wohl hier verbringen dürfen. Es ist dann äußerst kalt in der Wüste, außerdem wollen wir uns nicht verlaufen. Etwas Erholung tut auch gut“ wollte er noch erwähnt haben. Jedenfalls würde er hierbleiben, was Nanami vorhatte, konnte er dabei nicht sagen. Also packte er die Wasserflasche zurück in den Beutel und stellte ihn an der Wand ab. Gleich das am nächsten gelegene Haus, betrat der Fürst vorsichtig. Das Dach fehlte was vollständig, die Mauern sahen nicht mehr stabil aus. Eigentlich diente das nur zur Ablenkung, sich andere Häuser anzusehen, er wusste ganz genau wo Nanamis Haus stand, doch es wäre zu auffällig gewesen, direkt dort hinzugehen. Also tat er lieber so, als wenn er sich einfach alles ein wenig ansah. Hier schien eine kleine Familie zu leben, was er daran ausmachte, dass er im Staub eine kleine Puppe liegen sah. Dennoch schenkte er ihr nicht weiter Beachtung. „In diesem Haus werde ich wohl nicht fündig. Fallen dir irgendwelche Familien ein, außer meiner, die mit deiner eine Art Freundschaft hatten?“ fragte er bei seiner Begleitung kurzerhand nach, um seine vorhin präsentierte Theorie aufrechtzuerhalten. Später dann, würde er in das Haus der Lilahaarigen gehen, wusste dabei genau, wonach er Ausschau halten musste. Dennoch hatte er darauf zu achten, dass Nanami keinen allzu großen Verdacht schöpfte, er musste die Lage herunterspielen.
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Re: Ehemaliges Kopfgeldjägerdorf

Beitrag von Nanami am Fr Jun 12, 2015 1:18 pm

Natürlich musste Nanami ihm nicht glauben, es herrschte ja überhaupt kein Zwang. Es herrschte lediglich die Möglichkeiten, ihm zu glauben, oder ihm eben nicht zu glauben, wobei sich Nanami grundsätzlich eher zu letzterem entschieden hatte, weil sie Session noch immer nicht ganz abkaufte, nicht der Mörder ihrer Familie zu sein. Wie sollte sie auch, wenn sie sich Jahre lang genau daran geklammert hatte, wenn sie so lange ihren damals so guten Freund für eine so grausame Person hielt, die wirklich dazu fähig war, so etwas zu tun? So etwas hatte grundlegende Veränderungen in ihren Denksturkturen gefordert, während sie heute diese Strukturen nicht einfach über Board werden konnte, noch wollte. So einfach ging das nicht und wenn Session glaubte, dass es eben doch einfach ging, lag er dabei falsch – und letztlich wusste auch nur er selbst, wann er wirklich die Wahrheit sprach und wann nicht. Natürlich könnte er darauf beharren, genau dies zu tun – nur bedeutete dies nicht gleich, dass die Magierin ihm genau dies auch abkaufen würde. Sie hatte gelernt skeptisch zu sein und würde diese Skeptisch nicht einfach ablegen, nur weil er der Meinung war, dass er nichts als die Wahrheit sprach. „Wäre auch nervig, seine eigenen Worte anzweifeln zu müssen.“ Das tat Nanami ja auch nicht, doch bedeutete dies eben nicht gleich, dass sie seine Worte nicht anzweifeln könnte – und würde. Sie würde ihre Skepsis nicht ablegen, sondern sie beibehalten, bis sie sich sicher war, dass er nicht der Mörder war – aber wahrscheinlich würde sie ihre Skepsis selbst darüber hinaus nicht einfach ablegen können, leider war dies eben nicht so leicht einfach beiseite zu legen. „Du redest mit mir, ich mit dir – und was wir von den Worten des anderen halten bleibt jedem selbst überlassen.“ So einfach war das in den Augen der Lilahaarigen, die genau daran festhalten würde. Jedoch stimmte Session nun zu, dass er ihr etwas über sich erzählen würde, denn sie hatten eine lange Reise vor sich und sicherlich noch genug Zeit, mehr über den jeweils anderen und sein jetziges Leben zu erfahren. Er versprach es ihr sogar – und dieses Versprechen würde sie ernst nehmen, denn es interessierte sie wirklich, wie sich Session und sein leben verändert hatten. Da sie jedoch ihr eigenes, neues Leben nicht als sonderlich.. Besonders bezeichnen würde, hatte sie auch kein Problem damit, ihm etwas über ihr Leben zu erzählen, was er im Gegenzug auch forderte. Er lachte sogar, woraufhin Nanami jedoch nur mit den Achseln zuckte. „Von mir aus.“ Jedoch sollte er wirklich keine langen Storys erwarten – sie von ihm jedoch wohl auch nicht. Beide schienen den anderen wieder ein Stück weit kennen lernen zu wollen, was wohl durchaus dafür sprach, dass sie durchaus noch ein wenig Interesse aneinander zeigten.

Endlich schien Session etwas weiter auszuholen, was seine Informationen angingen. Noch immer klangen sie eher ungenau, aber immerhin erzählte er mehr, als zu vor. Das nahm die Magierin durchaus zur Kenntnis und versuchte seinen Informationen zu folgen. Der angebliche Mörder sollte also Nanamis Familie recht gut gekannt haben, gewusst haben, dass Nanami zu der Zeit nicht zuhause war und sollte es wohl Session in die Schuhe geschoben haben. Naja, wenn die Lilahaarige ehrlich war.. wenn sie es gewesen wäre, würde sie auch vorgeben, dass ihr jemand das nur in die Schuhe schieben wollte, weshalb sie nun also weiterhin skeptisch blieb, die Informationen aber zur Kenntnis nahm und gespannt war, wie es nun weiter gehen sollte. Was Session damit anfangen wollte, denn sie würde ihm dabei im Auge behalten, sich selbst vergewissern, was an seinen Informationen dran war. Jedoch bekam sie kurz große Augen, ehe sie ihn ertappend angrinste. Ein Versprecher also? Einer, der Nanami doch unglaublich amüsierte in diesem Moment. Sie erinnerte sich gut an früher, wie gut sie sich mit ihm verstanden hatte, wie viel sie miteinander geteilt hatten und wie wichtig sie einander gewesen waren. Aber seit dem Nanami wusste, dass er der Mörder ihrer Familie sein sollte, hatte sich für sie alles geändert und sie hatte Session als jemand Grausames in Erinnerung, als jemanden, der ihr nichts bedeutete – auch wenn sie wohl nie ganz abstellen könnte, dass er einmal ein wirklich guter Freund gewesen war, so sehr sie es eben auch versuchte. „Ach, dir ist das peinlich? Musst nicht gleich anfangen zu stottern.“ Sie blickte ertappt zu ihm, bildete sich nun aber auch nicht viel darauf ein, denn sie konnte ja nicht abstreiten, dass er ihr zu den Tagen, an denen sie ihn noch nicht für einen schlechten Menschen hielt, nicht auch etwas bedeutet hatte. Weiterhin forderte Session jedoch, dass Nanami zu mindestens zu geben sollte, dass er Rotschopf Recht gehabt hatte. „Wir werden sehen. Solltest du es wirklich schaffen, werde ich mich revanchieren“, erwiderte Nanami nun. Für sie war das Thema damit gegessen – Entschuldigungen lagen ihr nicht, doch war sie durchaus bereit dazu, zu zu geben, sich geirrt zu haben, auch wenn die Beweislage bisher ziemlich eindeutig auf Session zeigte. Nanami konnte nicht verstehen, wie Session seine Familie verlassen konnte, wenn diese noch am Leben war. Familie war unglaublich wichtig und sie wäre unglaublich froh, hätte sie ihre noch. Und andere.. schmissen sie fast weg. Unverständnis, nicht mehr und nicht weniger. „Ich hätte meine Familie nicht verlassen, weil die Wahrscheinlichkeit viel zu hoch war, sie in dieser Zeit zu verlieren. Nicht mal für ein paar Ziele, die ich mir setze – Menschen sind manchmal schneller tot, als man glaubt.“ Und deswegen konnte sie nicht verstehen, wie er seine Familie verlassen konnte. Aber wahrscheinlich lag es auch nur an ihren eigenen Verlust ihrer Familie.

Session hatte also angeblich eine Vorstellung, wo welches Haus einmal gestanden hatte, wo er also so hingehen musste. Und doch wollte er sowieso alles durchsuchen, um irgendwo irgendwelche Hinweise zu finden, die ihnen helfen könnten, sollte es eben wirklich jemand aus dem Dorf gewesen sein. Dann verkündete er, dass sie die Nacht hier verbringen würden, es in der Nacht aber auch sehr klar werden würde. Die Magierin nickte, das hatte sie sich fast schon gedacht und sie war realistisch, man konnte nicht die ganze Suche an einem Tag erledigen, wenn man gründlich sein wollte. Wahrscheinlich würde ihnen etwas Schlaf wirklich gut tun, wenn man bedachte, dass sie noch einiges vor sich hatten und ihre Reise noch lange noch nicht zu Ende war. Weiterhin beobachtete Nanami Session, hatte sich selbst auf ein paar Steine der Ruinen begeben, um einen Überblick zu bekommen und Session nun mal beobachten zu können – man konnte ja nie wissen. „Die Ishidas und die Nuras. Zu denen hatten wir guten Kontakt“, antwortete ihm die Lilahaarige, an den Informationen war für sie grundsätzlich ja erst mal nichts dran, weshalb sie bereit war, diese zu teilen. „
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Re: Ehemaliges Kopfgeldjägerdorf

Beitrag von Session am Mo Jun 15, 2015 3:11 am

Da waren sie also. Auf dem Weg in ihre alte Heimat, hatten sie nicht allzu viele Worte aneinander verloren. Allerdings merkte man, dass sich die Situation ein wenig gelockert hat. Diese ständige Anspannung war zwar noch da, dennoch hatte der Rothaarige das Gefühl, wieder mit ihr ein wenig reden zu können, ohne dass sie ihm permanent an die Gurgel wollte und jedes Wort negativ aufnahm. Manche Dinge nahmen sie nicht einmal ernst voneinander, scherzten sogar. Eher verhalten, aber dennoch waren sie etwas offener zueinander. Session genoss es ein wenig, fand es besser als wenn sie sich die ganze Zeit kalt anschwiegen und wenn man mal was sagte, sofort ankeiften oder abfällig wurden. So näherten sie sich zum Beispiel wieder etwas aneinander an, als sie sich daraufhin das Wort gaben, sich bei Gelegenheit, einfach wieder etwas mehr von sich preiszugeben, zu erklären wer sie nun waren, wie ihr Leben verlaufen war. Irgendwie fand es der Rothaarige spannend, dass sie so interessiert darin war, zu wissen, was mit ihm passierte in der Zeit, die sie ihn wohl verfolgte, oder was auch immer sie vorhatte. Jedenfalls wollte sie ihn ja tot sehen. Aber auch der Fürst wollte wissen, wie es seiner ehemaligen Freundin so ergangen war, was sie tat um sich über Wasser zu halten und wie sich ihr Leben veränderte. Die Gelegenheit das herauszufinden, würde sich auf dieser Reise so oder so, definitiv noch ergeben. Zeit hatten sie genug, denn ein Ende ihrer Mission konnte jetzt auf keinen Fall bestimmt werden. Sie hatten nicht einmal 5% geschafft. Aber immerhin hatten sie einen Ansatz, an dem alles begann. Ihre alte Heimat sollte der Startpunkt sein. Da sie sie am frühen Abend erreichen konnten, war immer noch Zeit, dort etwas zu erreichen, bevor sie zur Nachtruhe ansetzten. Dabei fiel Session auf, dass während sie sich unterhielten, er ein Grinsen in ihrem Gesicht erkannte, etwas was sie amüsierte. Natürlich handelte es sich darum, dass der Rothaarige einen für sich selbst überraschenden und ein wenig peinlichen Versprecher von sich gab. Er selbst wollte seine Worte am liebsten schnell vergessen, doch es schien dafür zu reichen, Nanami ein wenig gute Laune zu geben, zumindest für einen kurzen Augenblick. Session war kurzzeitig verwundert. Ein Lächeln oder etwas derartiges, hatte er bei ihr schon eine ganze Weile lang nicht mehr gesehen. Als sie ihn darauf ansprach, schüttelte er den Kopf. „Ach was. Schon in Ordnung“ spielte er die Situation herunter und winkte es mit der Hand kurz ab.

Das Gute daran war, dass Nanami langsam aber sicher, einwilligte sich mehr oder minder zu revanchieren, sollte der Rothaarige es schaffen, sie davon zu überzeugen dass er nicht der Mörder war. Er verlangte wirklich nicht mehr als eine einfache Entschuldigung und die Beruhigung seines Gewissens. Solange er das bekam, hatte er genug. Es reichte vollkommen aus. Mit anderen Dingen hätte sie ihn auch wohl kaum dafür entlohnen können. Das stand fest. Allerdings wechselte das Thema schnell zu einem, wo beide relativ empfindliche Stellen hatten, auf eine andere Art und Weise zumindest. Die Familie. Nanami hatte ihre durch einen Mord verloren, die von Session war noch am Leben, dennoch verließ er sie. Genau das, konnte den Lilahaarige nicht verstehen. Wahrscheinlich bedingt durch den Verlust ihrer Eltern und des Bruders, hätte sie ihre Liebsten niemals aus den Augen gelassen, der Rothaarige hingegen hatte seine Gründe. Witzig dass sie ansprach, dass Menschen schneller tot wären, als man glaubte. Genau das war der Grund warum der ehemalige Kopfgeldjäger von Zuhause verschwand. Er wollte den Tod vermeiden, wollte die Fähigkeit erlangen, seine Liebsten zu retten. „Es war auch nicht einfach für mich. Doch ich hatte ein Ziel vor Augen und war mir bewusst, dass wenn irgendjemand ihnen ein Haar krümmen würde, derjenige es bitter bereuen würde. Schließlich habe ich auch noch einen Bruder, der durchaus im Stande ist, sich zu verteidigen, wenn er muss“ erklärte der Fürst ihr, meinte damit natürlich Spade. Dieser arbeitete ebenfalls in der Allianz und war ein Kämpfer den man ganz und gar nicht unterschätzen sollte. Auch wenn die Rivalität zwischen den Brüdern ab und zu ein bestimmtes Ausmaß annahm, respektierte man den jeweils anderen doch. Deshalb war Session ganz sicher. Den Kasais rückte niemand so schnell zu Leibe.

Im Wüstendorf angekommen, nahmen sie sich eine kurze Pause, nicht länger als 5 Minuten. Sie verschnauften einen Augenblick lang und Session legte anschließend sofort los, das erste Haus zu durchforsten. Dabei fand er nichts wirklich. Brauchte er auch gar nicht, da es eher als Ablenkung diente, er wusste genau in welchem Haus er suchen musste. Schließlich fragte er seine Begleitung, mit welchen Familien sie denn in gutem Kontakt standen, sodass er sich auch deren Häuser einmal ansehen konnte. Sie nannte Namen, Session wusste auch etwas damit anzufangen. Auf Anhieb war es schwer herauszufinden, welches der Häuser ganz genau zu welcher Familie gehörte. Schließlich war es schon ein paar Jahre her. Nach einer kurzen Denkpause, lief der Rothaarige aus einer Ruine heraus, direkt in die nächste. „Hier müssen die Nuras gewohnt haben. Glaube ich“ kündigte der Rothaarige an, während er ruhig und vorsichtig nach Hinweisen suchte. In einem halb kaputten Schrank befanden sich einige Dokumente, die darauf deuteten, dass die Nuras ihr Haus geräumt hatten und ein anderes kauften, in einer größeren Stadt. Sie mussten also noch vor dem Unheil dass dieses Dorf zerstörte, von hier weggekommen sein. „Sieh dir das mal an. Könnte gut sein, dass die Person die wir suchen, eben genau das ausgenutzt hat. Vom Zeitraum her kann das gut stimmen. Wenn einer aus der Familie deine Eltern getötet hat, dann sind die gesamten Nuras daran schuld, nicht nur einer. Die anderen müssen ihn gedeckt haben“ äußerte er und drückte der jungen Dame die Dokumente in die Hand, einfach dass sie einmal einen Blick darauf werfen konnte. Währenddessen marschierte er direkt wieder hinaus, hielt nach dem Haus von Nanami Ausschau. Langsam aber sicher bewegte er sich dort hin, wusste auch dass sie ihm folgen würde, also musste er mit Vorsicht agieren. Gespannt blickte Session ab und zu nach hinten, wollte ihn Nanamis Mimik erkennen, ob sie bereits wusste, vor welchem Haus sie hier stand. „Definitiv. Hier hast du mal gewohnt“ machte der Fürst klar, trat sogleich ein. „Wo auch immer die Ishidas gewohnt haben, muss ich erst herausfinden. Das hier ist aber bestimmt auch nicht uninteressant. Vielleicht hat uns der Täter ja noch etwas hinterlassen“ spekulierte er und schaute sich ratlos in dem kaputten Gemäuer um. Session lief hin und her, räumte ein paar Steine aus dem Weg. Schließlich lag in einem der Räume, ziemlich verdeckt, ein kleines Buch, voller Staub und in keinem allzu guten Zustand mehr. Nanami war in diesem Raum noch nicht angekommen, also musste er schnell sein. Er blätterte ein wenig drin herum, erkannte sofort, dass dies das alte Tagebuch ihres Bruders war. Schleunigst steckte er es sich ein, sodass sie es nicht mehr erkennen konnte. Ohne weiteres verließ er den Raum, suchte weiter gespielt nach Indizien. „Ich erinnere mich. War das nicht dein Zimmer? Ab und zu war ich auch mal in deinem Haus, daher denke ich, dass dieser Raum hier dir gehörte“ vermutete der Fürst und schritt sogleich hinein.

Zu finden gab es nicht mehr viel. Es lagen verteilt ein paar Bilder, die Nanami damals gemalt zu haben schien. Darauf zu sehen war ihre Familie, natürlich ein harmonisches Beisammensein, doch auf einem der Bilder, erkannte sich Session selbst wieder. Er hob es auf, blickte es für einen Moment lang an. „Sollte das ich sein? Nicht schlecht, hast du mir ja nie gezeigt“ sprach er und blickte sie kurz an, nachdem er ihr das Bild präsentierte, zusammenfaltete und in seiner Tasche verschwinden ließ. „Das behalte ich mal. Erinnerungen sind wichtig, sie sind zu schade um im Staub zu verkommen“ fügte der Fürst hinzu. Es war an der Zeit auch dieses Haus zu verlassen, er hatte nun eigentlich das was er wollte, doch durfte das vor Nanami nicht preisgeben. Er musste weiter suchen, das Haus der Ishidas war schließlich noch offen. Würde er Nanami austricksen können, sie mit falschen Hinweisen auf eine Fährte locken, von der er sie am Ende mit einem Ruck wieder abbrachte? Es lag an ihm, doch dabei musste er aufpassen.
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Re: Ehemaliges Kopfgeldjägerdorf

Beitrag von Nanami am Mi Jun 17, 2015 12:09 am

Nanami sah ihn ertappt an. Natürlich versuchte er, die Situation heurnter zu spielen. Es schien glatt eine natürliche Reaktion zu sein, wenn man bedachte, dass sein Versprecher doch schon .. kein kleiner gewesen war. Und wahrscheinlich würde sie ihm diesen sogar noch einige Zeit vorhalten, um ihn etwas zu ärgern. Denn genau dies tat die Lilahaarige eben gerne – ärgerte andere, stichelte etwas, um zu provozieren. Für sie brachte das unheimlich Spaß, amüsierte sie und ließ sie dann doch ab und an grinsen, obwohl sie das in den heutigen Tagen deutlich seltener tat, als damals, als sie noch jung war – und etwas unbeschwerter. Aber schon seit sie klein war, war sie darauf fixiert gewesen, stärker zu werden. Deswegen trainierte sie schon damals den ganzen Tag, was letztlich dazu geführt hatte, dass ihre sozialen Kontakte sehr darunter gelitten hatten. Letztlich war es dann so weit gekommen, dass ihre Kameraden sie ärgerten, weil sie sich zu sehr mit sich selbst beschäftigte, anstatt eben mit anderen. So war sie eben auch den einen Tag in den See gelandet. Die anderen hatten natürlich nicht wissen können, dass sie nicht schwimmen konnte – aber doch hatten sie sie einfach zurück gelassen und es war Session gewesen, der ihr damals das Leben gerettet hatte. Er hatte sie nicht einfach zurück gelassen, sondern hatte zu ihr gehalten. Und aus diesem Grundbaustein war eine unglaubliche Freundschaft entstanden, auf die Nanami in der damaligen Zeit nicht verzichten wollte, eben bis sie Session für den Mörder ihrer Familie erklärt hatte, weil nun mal alle Indizien dafür gesprochen hatten. „Sicher, dass es das ist?“, stichelte sie also weiter, wollte durchaus die Grenzen des Rotschopfes am heutigen Tage austesten, um doch noch etwas schlau aus ihm werden zu können. Denn sie wollte ihn endlich einschätzen können und seine Reaktion auf solche Dinge konnte da sehr ausschlaggebend sein. „Wenn du etwas zu sagen hast, kannst du ruhig mit mir reden – ich werds schon niemanden verraten.“ Sie machte weiter damit, etwas zu sticheln, beschloss aber jetzt für den Moment, dass es wahrscheinlich erstmal genug war. Sie sollte ihn erstmal reagieren lassen. Hoffentlich nahm er das ganze nicht zu ernst und wurde zu einem beleidigten oder einem zickigen Magier. Dann.. würde sie doch wirklich anfangen, seine Wandlung in der ganzen Zeit als eher negativ zu betrachten.

Wahrscheinlich war Nanami einfach traumatisiert durch ihre Vergangenheit. Dadurch, dass sie ihre Eltern und ihren Bruder verloren hatte und auch noch geglaubt hatte, dass es derjenige gewesen war, dem sie zu der Zeit doch mit am meisten vertraut hatte. Dieser Vertrauensbruch in Verbindung mit dem Verlust ihrer Eltern hatte nun mal bleibende Schäden an der Magierin hinterlassen, welche noch heute Nachwehen zeigten. Genau deshalb fiel es ihr eben so schwer zu verstehen, warum andere ihre Familien verließen, obwohl es doch eigentlich ein völlig normaler und nötiger Ablösungsprozess war. Diesen gab es überall, sogar im Tierreich und so war es eigentlich nicht verwunderlich, dass Session seine Familie verlassen hatte. Wäre Nanamis Familie nicht so tragisch aus der Welt geschieden, hätte sie ihre Familie sicherlich auch eines Tages verlassen, aber das war etwas, was sie sich im Moment noch nicht recht eingestehen konnte. „Und was wäre, wenn du den Täter nicht kennen würdest? Nicht finden würdest? Du würdest nie mehr zur Ruhe kommen und dir immer zu Vorwürfe machen, warum du nicht bei ihnen geblieben bist, warum du das nicht verhindert hast.“ Jedenfalls war es genau das, was Nanami durch den Kopf gegangen war, nachdem sie ihre Familie tot aufgefunden hatte und sie glaubte eigentlich, dass bei anderen ähnliche Gedanken aufkommen würden. Immerhin war eine solche Reaktion wohl glatt sehr natürlich, man gab sich selbst schnell die Schuld an Dingen, an denen man vielleicht so oder so nie etwas hätte ändern können..

Session schien wirklich den Überblick zu haben, so fand er das angebliche Haus der Nuras, welches heute natürlich kein ganzes Haus mehr war, sondern nur noch eine Ruine. Nanami hatte ihren Platz, von welchem sie einen guten Blick über das Dorf gehabt hatte, verlassen um ihm zu folgen und ihn zu beobachten, denn sie traute ihm ja noch immer nicht völlig. Er drückte ihr dann Dokumente in die Hand, die darauf hindeuteten, dass die Familie das Dorf verlassen hatte, bevor es so zu gerichtet worden war. Sie wollte nicht recht glauben, dass so gute Freunde ihrer Eltern das getan hatten, wobei sie auch nie geglaubt hatte, dass Session so etwas tun würde – und letztlich hatte sie ihn trotzdem dafür verantwortlich gemacht. Folglich schien eigentlich nichts unmöglich zu sein. „Jemand von den Nuras? Ich weiß nicht.“ Aber es sprach für sich, dass sie das Dorf verlassen hatten, bevor ihnen etwas passieren konnte. Vielleicht wussten sie also doch mehr, als sie früher immer zu gegeben hatten? Sie wusste nicht, was sie mit dem Papierkram noch anstellen sollte, weshalb sie ihn fallen ließ – sie brauchte keine Beweise mitnehmen, denn sie würde damit vor kein Gericht gehen, Selbstjustiz war in ihren Augen gefragt.

Im Anschluss ging es dann also zum Haus von Nanamis Familie, da Session nicht wusste, wo die andere Familie wohnte, mit der ihre Eltern sich gut verstanden hatten. Vielleicht würden sie sogar hier etwas finden, auch wenn Nanami das nicht wirklich glaubte. Sie konnte es nicht unterdrücken, etwas in Erinnerungen zu schwelgen, als sie das Haus betrat und so ließ sie Session versehentlich kurz aus den Augen, als sie dies bemerkte, machte sie sich aber gleich daran, dies zu ändern und ihn zu finden, was sie dann auch tat. Session war natürlich ab und an hier gewesen, als das Gebäude noch ganz gestanden hatte und meinte sogar, ihr Zimmer ausmachen zu können, welches sie dann auch betraten. Sie ging ihm hinterher, folgte ihm aufmerksam, ehe er die selbstgemalten Bilder am Boden entdeckte und zu gleich eines aufhob. Natürlich hatte sie ihm nie Bilder gezeigt! Jedoch bekam sie doch große Augen, als er es dann auch noch in seiner Tasche verschwinden ließ. War das sein Ernst? Jedoch hatte er auch gleich eine Erklärung parat, Nanami schnaubte. „Das Bild ist total alt. Das ist peinlich, okay? Ich konnte nicht einmal gut zeichnen! Und es gibt Erinnerungen, auf die man gut verzichten kann.“ Ihr wäre es lieber, er würde das Bild nicht mitnehmen, doch würde sie ihn auch nicht dafür bestrafen, würde er es tun. Dann sollte er eben! „Ich habe kaum etwas gezeigt. Es gibt Dinge, die tut man eher für sich selbst. Das gehörte für mich immer dazu.“ Heute würde ein Bild, welches sie von ihm malen würde, deutlich anders aussehen..
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Re: Ehemaliges Kopfgeldjägerdorf

Beitrag von Session am Sa Jun 20, 2015 10:57 am

Obwohl Nanami die ganze Zeit eher skeptisch und misstrauisch gegenüber dem Rothaarigen, vermeintlichen Mörder ihrer Familie war, gab es einige Augenblicke in denen sie sich anders verhielt, vielleicht kurz vergaß, für wen sie ihn eigentlich hielt. Es waren die Momente, in denen sie Session etwas neckte, stichelte und ein Grinsen ihr Gesicht zierte. Etwas, dass Session schon seit einer halben Ewigkeit nicht mehr gesehen hatte. Auch wenn es auf seine Kosten war und er sich irgendwelche Sprüche anhören musste, die ihn gar nicht mal unbedingt trafen, war es nett anzusehen, dass sie vielleicht doch nicht so kalt war, wie sie es am Anfang vorgab. Obwohl sie den Fürsten wahrscheinlich hasste, ihn verabscheute für den Mord ihrer Familie, unabhängig davon ob er es tat oder nicht, wollte Session versuchen einiges wieder gut zu machen, einfach auch aus eigenem Interesse. Er hätte diese ganze Aktion nicht für voll nehmen müssen, in der Bar hätte bereits gegen sie kämpfen können, doch er wollte mit Absicht den längeren und härteren Weg.  Warum er das tat, nun ja, wahrscheinlich wollte er die Sache mit Nanami nicht einfach enden lassen, tief in ihm war ihm das Mädchen von Früher wohl noch sehr wichtig, obwohl Session es vielleicht nicht wahrhaben konnte. Grundlos tat man sowas jedenfalls nicht, besonders wenn man ein hohes Risiko dabei eingehen konnte. Wie es nach der Aufklärungsaktion weiterging, wusste er nicht. Aus welchem Blickwinkel sie ihn dann betrachten wurde, konnte er nicht erahnen, immerhin wollte er ihr vermitteln, dass der wahre Bruder ihrer Eltern, der eigene Bruder war. Selbst wenn sie vor ihm standen, musste Nanami dem Rothaarigen trotz Beweis nichts abkaufen. Dann bliebe ihm wohl nichts anderes als ein Kampf übrig. Ansonsten wäre er gerne dazu bereit, an alte Zeiten anzuknüpfen, so gut es eben ging. So musste auch Session kurz grinsen, als sie weiter damit machte, ihn ein wenig zu ärgern. „Alles in Ordnung, war nur ein Ausrutscher, mehr nicht. Aber gerne, dein Angebot mit dir zu reden, werde ich noch wahrnehmen, doch wird es sich dabei um andere Dinge handeln, die du ja wohl von mir wissen wolltest.“ Gab der Fürst zurück, während er kurz mit den Schultern zuckte.

Diese Familiengeschichte ließ sie einfach nicht los. Einerseits verständlich, andererseits fiel es auch Session schwer soweit darüber zu reden. Immerhin hatte er noch eine Familie, aber auch Fehler begangen, die er versuchte wieder gut zumachen, in dem er stärker wurde, die Kraft erlangte seine Liebsten zu beschützen.  Nanami redete weiter auf ihn ein, verstand seine Intention die Kasais zu verlassen noch nicht ganz. „Ich habe das getan, da ich mich sonst immer auf einer Stelle bewegt hätte. Ich hätte nichts erreicht, nichts gekonnt und hätte nie so leben können, wie ich es wollte. Irgendwann spaltet man sich von seiner Familie ab, weil es dazugehört. Man muss ihnen vertrauen können, sich sicher sein, dass sie für sich sorgen können. Natürlich kann immer etwas passieren, doch derjenige der an allem Schuld ist, wird dafür zur Rechenschaft gezogen werden. So auch in deinem Fall. Dafür sorge ich“ Das war Sessions vollkommener Ernst. Derjenige der das Nanamis Familie angetan hatte, würde dafür büßen. Nur wusste sie noch nicht, dass sie am Ende diejenige war, die die Aufgabe hatte, ihren Bruder dafür zu bestrafen. Session hielt sich mehr oder minder daraus, denn sie würde es auch ohne seine Unterstützung schaffen. Falls doch etwas passieren sollte, war er allerdings zur Stelle. Darauf konnte sie sich verlassen. „Wenn du mir nicht glaubst, kannst du ja später immer noch versuchen mich zu bekämpfen. Die Option steht dir immer offen. Ich mein ja nur“ fügte er hinzu, stichelte diesmal etwas von seiner Seite, blickte die junge Dame keck an.

Session hatte nun damit begonnen, einige Häuser genauer abzusuchen, stieß dabei auf dass der Nuras, in dem er einige Dokumente vorfand, die belegen konnten, dass diese Familie schon vor einigen Jahren ihren Wohnort gewechselt hatte. Eine interessante Spur für Nanami vielleicht, an der der Rothaarige ansetzen musste. Als nächstes pendelte er jedoch direkt in das ehemalige Haus der Arisawas, also das Haus in dem die junge Dame einst gelebt hatte, als sie noch ein Kind war.  Hier fand er genau das, was er wollte. Ein Tagebuch ihres lebendigen Bruders das belegte, dass er derjenige war, der seine eigenen Eltern ermordete und das gleiche mit seiner Schwester tun wollte. Seine Belege aus der Allianz waren also stimmig, nun hatte er einen weiteren Beweis in seiner Hand, der nun mehr als eindeutig war. Vielleicht würde sich dort auch ein weiteres Indiz auf den Aufenthaltsort des Mannes finden lassen. Jedenfalls fand er in dem Haus noch etwas durchaus Interessantes. Ein altes Bild dass Nanami einst malte. Darauf zu sehen war unter anderem der Rothaarige. Es amüsierte ihn ein wenig, war eine nette Erinnerung, weshalb er sich dieses Bild prompt einsteckte. Natürlich war es Nanami peinlich, darum suchte sie nach Rechtfertigungen für diese Situation, was Session nur zum Grinsen brachte. „Hab dich mal nicht so. Ist doch nur ein Bild. Früher hätte ich mich sicherlich gefreut, wenn du es mir gezeigt hättest.“ Meinte er und blickte kurz zu ihr herüber, bevor er das Haus endgültig verließ. Nun, es gab eigentlich nichts mehr was er brauchte, aber das konnte die Lilahaarige ja nicht wissen. Aus diesem Grund, stapfte er noch in ein Haus nach dem anderen, kramte in dem herum, was er finden konnte, doch in den meisten Fällen, fand er einfach nichts. So auch im vermeintlichen Haus der Ishidas. „Also, die Fährte schickt uns klar auf den Weg der Nuras. Wir sollten diese Spur nicht verlieren, ich kann mich noch daran erinnern, in welchem Ort sie nun angeblich leben würden. Darum können wir uns Morgen kümmern, nun sollten wir erstmal irgendwie rasten. Es wird langsam Nacht“ dabei blickte der Fürst kurz in den Himmel, fühlte sich seiner Aussage bestätigt, bevor er genau eines der anderen Häuser im Blick hatte. Es war innen komplett leer, das Dach nur noch zur Hälfte. Er hatte vor, die Nacht dort zu verbringen, vielleicht würde auch Nanami das tun. Bevor er jedoch sich dort einfach hinsetzte und versuchte zu schlafen, sammelte er noch kleine Möbelstücke wie Stühle und Schränke, schlug sie auseinander. Die Einzelteile verfrachtete er in die Ruine, stapelte sie zusammen und brachte sie mithilfe seiner Magie zum Brennen. Nun hatte er ein kleines Lagerfeuer was ihn vielleicht vor der Kälte und Wildtieren schützte. Vorsichtig ging er in das Haus, setzte sich an eine Wand, ein wenig vom Feuer entfernt, hier konnte ja eh nichts mehr anbrennen. „Wenn du dich mit mir unterhalten wolltest, dann wäre es jetzt der beste Zeitpunkt. Schließlich willst du ja wissen wer ich geworden bin, und ich ebenso bei dir“ rief er zu ihr herüber. Da sie ihn wahrscheinlich eh nicht aus den Augen lassen würde, war es wohl klar, dass sie im selben Raum nächtigte. Noch war er allerdings nicht müde, sondern wollte die Zeit nutzen.
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Re: Ehemaliges Kopfgeldjägerdorf

Beitrag von Nanami am So Jun 21, 2015 2:45 am

Session nannte es also einen Ausrutscher, solche Worte ausgesprochen zu haben. Doch sein Stottern dabei und wie er ins Wanken gekommen war, sprach nun mal wiederum auch wirklich für sich. Zwar hatte die Lilahaarige noch nicht so genau darüber nachgedacht, aber alleine die Tatsache, dass er bereit dazu war, diesen Weg mit ihr zu gehen und ihr zu beweisen, nicht der Mörder ihrer Familie zu sein, sprach eigentlich für sich. Immerhin hätte er sich auch auf den Kampf einlassen können, denn sie glaubte auch nicht, dass er Angst vor einem Kampf mit ihr hatte. So ein Typ war er nicht – aber doch war er dem Kampf entgangen, wollte diesem Kampf entgehen und mit ihr auf eine lange Reise gehen, um den Mörder zu finden. Natürlich würden die beiden so einige Zeit miteinander verbringen und zu erst beharrte das der Arisawa gar nicht, immerhin dachte sie noch immer, bei ihm den Mörder ihrer Familie vor sich zu haben. Aber je mehr Zeit sie nun mit ihm verbrachte, so mehr schien sich dieser Fakt gar in den Hintergrund zu drängen, viel eher dachte sie an die alten, guten Zeiten in denen sie viel Zeit mit ihm verbracht hatte. Besonders, als der Rotschopf sie eher auf die Spur der Nuras lockte, wovon sie ja nicht wusste, dass es sein Ziel war, genau dies zu erreichen. Und ohne zu wissen, dass er den Mörder ihrer Familie eigentlich schon genau kannte, es ihr jedoch verheimlichte, weil sie es ihm eben nicht einfach glauben könnte, wahrscheinlich sogar Session selbst dafür büßen lassen würde, so etwas je zu denken. Sie würde Beweise brauchen, wenn nicht sogar das Schuldeingeständnis ihres eigenen Bruders gleich dazu, um wirklich zu glauben, dass jemand aus ihrer eigenen Familie das getan hatte. Aber diese Gedanken gingen schon wieder viel zu weit, denn erstmal waren sie noch hier, in ihrem Heimatdorf, auf der Suche nach Informationen und noch immer konnte Nanami ein wenig sticheln, ließ es sich einfach nicht nehmen, weiter darauf herum zu hacken, dass sich der sonst so kontrolliert wirkende Session versprochen hatte. Fast wie ein kleines Kind zog sie sich daran hoch, ärgerte ihn, fast wie es in früheren Zeiten war und so fühlte sie sich auch fast ein wenig in die guten alten Zeiten zurück versetzt, was es ihr natürlich erleichterte, zu lächeln und offener zu sein, nicht die so kühl wirkende Nanami zu sein, die jeden von sich abwies. „Seien wir realistisch, Session. Solltest du dein warst ernst meinen, wärst du dann hier – mit mir?“ Friedlich nebeneinander? Wohl kaum. Sie hatte ihn dabei erwischt, konnte jedoch nicht abstreiten, dass es auf sie genauso anwendbar ist. Sie wollte eben vielleicht auch gerne glauben, dass ihr ehemals bester Freund nicht der Mörder ihrer Familie war. „Du musst es also gar nicht abstreiten. Aber gut, dass du bereit bist, zu reden.“ Sie hatte wirklich einige Fragen an ihn.

Nanami verstand durchaus, dass man der eigenen Familie vertrauen musste, das hatte sie auch getan, keine Frage. Auch ein Ablösungsprozess war natürlich und gehörte zum Leben dazu, doch für jemanden, der viel zu jung die eigene Familie verloren hatte, war es eben wirklich schwer, diesen exakt nachzuvollziehen. Natürlich, die Familie konnte etwas sein, das einen voran trieb und gleichzeitig etwas sein, was einen auf der Stelle treten ließ, weshalb sie seine Beweggründe durchaus hatte nachvollziehen können. Doch würde sie ihre Familie verlassen, würde sie in der ständigen Angst leben müssen, dass eben dieser etwas passierte. Das passierte leider schneller, als man manchmal wollte und sie würde es sich niemals verzeihen, ihre Familie verloren zu haben, als sie nicht daheim war – sie hatte sie nicht beschützen können, sie nicht retten können, weil sie nicht da gewesen war. Dieses schlechte Gewissen nagte noch immer an ihr und war mit das schlimmste, was der Tod ihrer Familie bewirkt hatte. „Würdest du dir verzeihen können, sollte deine Familie sterben und du warst nicht dort, um ihnen zu helfen?“ Denn Rache alleine brachte die Familie eben auch nicht zurück, brachte vielleicht nur kurzweilig Befriedigung, die jedoch nicht lange anhalten würde. Und trotzdem suchte Nanami den Mörder ihrer Familie und hoffte, so eher mit der ganzen Sache abschließen zu können. Manchmal sollte sie vielleicht mehr auf ihre eigenen Worte hören, anstatt nur große Reden anderen gegenüber zu schwingen. „Ich werde darauf zurückkommen, wenn nötig.“ Natürlich würde sie ihn bekämpfen, würde die Spur bei ihm enden. Wenn er wirklich der Mörder war, ganz so wie sie zu Anfang vermutete, würde auch die gemeinsame Reise die Tatsachen nicht verdrehen – oder sich ihr Ziel, Rache zu nehmen, ändern.

Während Nanami das Bild als peinlich befand und lieber wollte, dass er es hier ließ oder gar verbrannte, steckte er es ein und sah es um einiges lockerer. Er meinte sogar, dass er sich damals gefreut hätte, wenn sie es ihm gezeigt hätte. „Und jetzt, freust du dich nicht mehr darüber?“, fragte sie fast keck, immerhin hatte er es so doch überhaupt gesehen. Wären sie nicht hier her zurück gekommen, hätte er es niemals gesehen. Auch wenn sich die Beziehung, die die beiden zu einander hatten, etwas geändert hatte – so konnten sie ihre gemeinsame Vergangenheit nicht einfach vergessen. „Es wäre nur fair, von dir auch etwas altes zu finden – und mitzunehmen.“ Um es ihm immer wieder auf der Reise vorhalten zu können. Wehe, er würde das mit dem Bild machen. Dann würde es schneller aus seiner Tasche verschwinden, als er glaubte. Denn sie blieb dabei: es war peinlich und entsprach nicht dem Ernst dieser Mission. Sie folgte ihn in die anderen Häuser, dort schien es aber keine sonderlich interessanten Dinge mehr zu geben, weshalb die Suche für heute wohl langsam abgeschlossen war, denn es wurde auch langsam dunkel und nach dem langen Marsch und der Sucherei könnten die beiden auch ein paar ruhige Stunden und etwas Schlaf gut gebrauchen. Sie nickte, war gespannt, ob die Spur der Nuras sie wirklich weiter führen würde. Es war doch nur ein einzelnes Reiskorn in einem ganzen Kochtopf voller dieser. Einige Familien waren von hier verschwunden, vielleicht mussten es nicht die Nuras gewesen sein. Doch andersrum war es die einzige Spur, die sie in diesem Moment hatten..
Genaustens beobachtete sie den Kasai dabei, wie er für ein Feuer sorgte, in dem er Holz – in Form von alten Möbeln – sammelte, es zu einem Haufen werden ließ, den er dann einfach magisch entzündete. Große Verwunderung strahlte Nanami daraufhin nicht aus, Magie gehörte schon längst in ihr Leben. Sie sah sich nochmal in diesem Haus um, wusste gar nicht, welche Familie hier einst gelebt hatte, doch war es noch vergleichsweise gut in Schuss, weshalb es sich eben angeboten hatte, um zu nächtigen. Und natürlich ließ Nanami Session nicht aus den Augen, auch hier nicht. Doch nun schien er bereit dazu zu sein, etwas zu reden. Immerhin schien nun wirklich die passende Zeit dafür zu sein und die Magierin fackelte auch nicht lange, um ihn mit ihren Fragen zu löchern. „Was hast du gemacht, nachdem du deine Familie verlassen hast? Woher hast du mögliche Informationen über den Mord an meiner Familie? Du brauchtest dafür eine Nacht, während ich all die Jahre auf der Suche war.“
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Re: Ehemaliges Kopfgeldjägerdorf

Beitrag von Session am Mi Jun 24, 2015 1:26 am

Noch immer ging es in ihrer kleinen Unterhaltung um diesen Ausrutscher der Session verbal passiert war. Sie konnte es nicht ganz lassen, ihn damit weiterhin aufzuziehen, es machte ihr Spaß gegen ihn zu sticheln. Session nahm es ihr nicht übel, hatte durchaus Humor, auch wenn es komisch war, dass er diesen grade bei Nanami zeigen musste, vor allem in dieser Situation. Er hätte eher gedacht, dass sie während ihrer Reise kaum ein Wort von sich gab, wenn überhaupt dann kalt und abweisend. So wie man auf den Mörder seiner Familie eben reagieren würde. Doch Nanami schien in manchen Teilen, noch immer eine Person in Session zu sehen, die vielleicht doch nicht der Mörder war, sondern jemand anders, den es galt zusammen zu finden und die Familie damit zu rächen. Nicht ohne Grund begleitete sie der Fürst auf diese Mission, entwich einem fast unvermeidbaren somit. Sie hatte Recht, wäre es ihm nicht wichtig gewesen, hätte er den einfachen Ausweg wählen können. „Du wirst früh genug bemerken, dass es eine mehr als vernünftige Entscheidung meinerseits gewesen war, dich nicht zu bekämpfen. Nur so, wirst du wirklich erfahren, wer an allem Schuld ist. Sei dir dessen bewusst“ sprach er offen und direkt zu ihr, blickte sie aber nicht an. Das darauffolgende Angebot, miteinander noch etwas zu sprechen, wollte beide wahrnehmen. Einfach um wieder ein paar Dinge über den jeweils anderen zu erfahren. Wenn man sich aus den Augen verlor, verlor man auch jeglichen Bezug zu dem Menschen. Obwohl eine Kluft zwischen ihnen lag, die mehr als deutlich war, wollten sie einfach diesen Bezug ein Stück weit wiederherstellen. Vielleicht würde er ja einiges über sie in Erfahrung bringen können, was es ihm leichter machte, sich wieder mit ihr zu verstehen. Am liebsten wäre es ihr, wenn er es schaffen konnte, ein Stück weit ihres Vertrauens zurückzuerobern, bevor sie vor ihrem Bruder standen und alles erneut aufgeklärt werden musste. Natürlich war er nicht ehrlich zu ihr, als er sagte, dass sie den Nuras auf der Spur waren. Er konnte nicht ehrlich sein. Es würde ihm in dem Fall sogar das Genick brechen. Sie sollte sich selbst davon überzeugen, dass es tatsächlich ihr noch lebender Bruder war, der das anrichtete. Erst dann würde er ihr die Beweise vorlegen, die es eindeutig aufzeigten. Entweder er gestand es seiner Schwester und gab es zu, oder Nanami musste entscheiden wem sie nun glaubte. Eine Aktion die Session in Kauf nehmen musste. Schließlich hatte er es sich selbst so ausgesucht. Wenn sie ihm nicht glaubte, dann musste er wohl alle beide bekämpfen. Er hatte dann alles getan, was in seiner Macht stand, ihr zu helfen.

Wenn es nicht darum ging, dass Nanami versuchte Session aufzuziehen, war das Thema Familie allzeit präsent. Zentral war es für die Lilahaarige nicht zu verstehen, warum er seine eigene Familie verlassen hatte. Als eine Person, die die eigene durch einen Mord verloren hat, war es wohl auch kaum zu verstehen. „Wie soll man den Tod einer geliebten Person verzeihen können? Weißt du, es gab mal ein Mädchen dem ich mein Herz geschenkt habe. Doch innerhalb kurzer Zeit, wurde sie krank, verstarb ohne dass ich etwas tun konnte. Zwar wurde sie nicht ermordet, doch etwas haben sie gemeinsam. Manchmal schafft man es nicht, einzugreifen um den Tod zu verhindern. Nur kann man bei einer Krankheit nicht nach Rache sinnen, bei einem Mord schon. Die Trauer ist am Ende die gleiche. Du hast deinen Weg gewählt und du sollst ihn bekommen, doch er endet nicht bei mir. Egal wie sehr du es auch anzweifeln magst. Ich werde dir alles genau zeigen, wenn der richtige Moment gekommen ist und du nicht anders können wirst, außer deinen eigenen Augen zu trauen“ kalte aber auch weise Worte des rothaarigen Fürsten.  Hoffentlich konnte sie verstehen was er meinte, ohne Widerworte zu geben. Es war dann doch eher eine persönliche Note in dem, was Session ihr da verriet, doch sollte sie es nicht falsch verstehen. Er hatte auch Verluste und Rückschläge hinnehmen müssen. Allerdings war er kein Mann, mit dem man das so einfach tun konnte. Er kam immer wieder auf die Beine, stärker und stärker. Das machte ihn aus, den mysteriösen Fürsten. Einerseits spielte er in der Allianz seine Rolle, andererseits war er ein Mann, der genau wusste wofür und weshalb er Dinge tat.

Es weckte definitiv eine ganze Menge an Erinnerungen, als sie dort zu in ihrer alten Heimat standen, ganz speziell in Nanamis Familienhaus. Dort gab es eigentlich das wichtigste zu finden für Session. Ein Tagebuch ihres Bruders das ihm wichtige Dinge verraten konnte. Zum Beispiel warum er es getan hatte und wo er sich vielleicht nun aufhielt, was seine Pläne waren. Dieses Buch durfte Nanami nicht in die Hände bekommen. Zumindest noch nicht. Erst wenn sie vor ihm standen, dann würde sie sein Tagebuch und die Seite aus dem Allianzarchiv vorgelegt bekommen. Zusätzlich dazu, dass sie dachte, ihr Bruder wäre tot, sprachen diese Beweise für sich.  Fragte sich nur, ob sie den Mumm hatte, das letzte bisschen Familie zu bekämpfen dass sie hatte. Falls nicht, dann würde es halt der Rothaarige kurzerhand erledigen, während sie in Tränen ausbrach, oder was auch immer.  Jedenfalls fand er noch etwas recht interessantes dort. Ein Bild von Nanami, dort abgebildet war der Rothaarige. Es war ihr peinlich, ganz offensichtlich. Allerdings sprach er davon, dass er sich früher darüber gefreut hatte, was sie dazu veranlasste nachzufragen, ob es heute nicht mehr so wäre.  Kurz lachte er auf. „Heute würdest du mir bestimmt nichts mehr zeichnen. Obwohl, kannst es ja mal versuchen“ scherzte er, schaute sie keck an. Viel mehr geschah in dem Haus auch nicht, die weitere Suche verlief auch erfolglos. Also beschlossen sie, sich ab jetzt Ruhe zu gönnen und für die Nacht in einem der kaputten Häuser zu rasten. Dafür sammelte Session ein paar Möbel, zerschlug sie und entfachte ein Feuer. An der Wand angelehnt, wartete er auf Nanami um sich nun mit ihr zu unterhalten, wollte wissen welche Fragen sie an ihn hatte.  Sein Blick war gebannt an das knisterte und flackernde Feuer. Daraufhin folgten 2 einfache Fragen. Was er machte, nachdem ihre Familie gestorben war und wie er so schnell Informationen auftreiben konnte.  Er musste aufpassen was er sagte, dachte kurz nach, sprach dann. „Ich war nur noch selten im Dorf, führte oft Kopfgeldjägeraufträge alleine aus, hatte viel Vertrauen  meiner Familie.  Ich wusste ja nicht, dass du es auf mich abgesehen hattest. Dann war es für mich an der Zeit, zu gehen. Ich besaß damals keine magischen Kräfte, wollte mir welche aneignen. Eben aus dem Grund, Menschen verteidigen zu können, die ich liebe. Es war die Zeit in der meine Geliebte verstorben war. Auf meiner Reise kam ich in eine Art Organisation. Wir kämpfen für unsere eigenen Ziele und Vorstellungen. Dort gibt es ein Archiv in dem Verbrechen aufgelistet sind. Ich brauchte nicht lange bis ich diesen Vorfall hier fand. Daher kommt das“ erklärte ihr der Rothaarige mit einmal mal, richtete seinen Blick durch die Flammen auf sie. „Was ist mit dir geschehen? Was hast du getan, als du auf dich alleine gestellt warst? Und vor allem, wie hältst du dich jetzt über Wasser?“ Das waren erstmal ein paar Fragen, die er ihr in dieser sich annähernden kalten Nacht stellte. Entspannt angelehnt wartete er auf ihre Worte, ließ sie nicht aus den Augen.
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Re: Ehemaliges Kopfgeldjägerdorf

Beitrag von Nanami am Mi Jun 24, 2015 3:08 pm

Die Überzeugung des Rothaarigens sprach wirklich für sich, nur wollte sich Nanami davon nicht einlullen lassen. Natürlich, jeder angeklagte versuchte, den Verdacht von sich abzubringen, so würde es auch Session tun. Und so konnte niemand, außer Session selbst wahrscheinlich sagen, ob er nun schuldig war, oder nicht. Nanami selbst blieben hier auf der gemeinsamen Reise zwei Möglichkeiten – entweder sie würde stumm neben ihrem früheren guten Freund her laufen, ihm böse Blicke zu werfen und ihm mehr als deutlich zeigen, was sie momentan von ihm hielt – oder sie würde versuchen, lockerer zu werden, das eine oder andere Wort mit ihm zu wechseln. Natürlich, bei letzterem würde diese Reise weitaus angenehmer werden, jedoch bestand wirklich die Gefahr, dass bei der ganzen Zeit, die sie gemeinsam verbringen würden, sie einander wieder etwas näher kommen würden. Und dabei musste Nanami beachten, dass sie sich selbst treu blieb, sich nicht von ihm überzeugen ließ, sondern immer im Hinterkopf behielt, dass es sich bei Session wirklich um den Mörder ihrer Familie handeln könnte. Wahrscheinlich wäre es glatt hinderlich, sich nun ordentlich mit ihm zu unterhalten, wenn er es doch am Ende sein könnte, den sie töten wollte, den sie bekämpfen wollte. Aber noch schien genau dies in weiter Zukunft zu liegen, denn die Reise der beiden hatte erst begonnen, sie hatten noch viel vor sich und bis dahin hatte die Magierin noch genug Zeit, sich genauere Gedanken zu machen, zu überlegen, wie sie mit der ganzen Situation umgehen sollte und vor allem wie sie Session begegnen sollte – jetzt und später, oder wie sie ihn bekämpfen sollte, sollte es wirklich dazu kommen. Doch für den Moment schienen diese Gedanken unwichtig zu sein, denn sie waren noch auf ihrer Reise, noch nicht am Ziel und so stand es erstmal im Vordergrund, Informationen zu sammeln und Hinweise zu finden. Doch erwiderte die Lilahaarige nichts auf seien Worte – sie würden am Ende sehen, ob er nur große Töne spuckte, oder ob er die Wahrheit sprach und er wirklich unschuldig war, nur bis dahin schien es eine endlose Diskussion darüber zu werden, ob er nun der Schuldige war, oder nicht – ob es richtig war, ihn noch nicht zu bekämpfen. Nur bis dahin sich über dieses Thema zu unterhalten, erschien ihr nicht all zu sinnhaft, so erwiderte sie nichts auf seine Worte, blickte ihm lediglich kurz in die Augen, um Blickkontakt herzustellen und klar zu machen, dass sie seine Worte durchaus wahrgenommen hatte, aber nur die Zeit den Wahrheitsgehalt von eben diesen aufdecken würde. Und Nanami nahm sich vor, ausnahmsweise einmal geduldig zu sein und sich zurück zu lehnen, ihn zu beobachten und diese Reise abzuwarten, auch wenn ihr das eigentlich schwer fiel.

Nun war es an Session, etwas weiter auszuholen und als er begann, von einem Mädchen zu erzählen, in das er sich anscheinend verliebt hatte, war die Magierin doch etwas verwundert. Sie hatte nicht mit einer so privat klingenden Antwort gerechnet, nicht mit etwas so privaten, was die eigene Gefühlswelt betraft. Anscheinend versuchte er doch, etwas von sich preiszugeben, Nanami alles ein wenig zu erklären und schämte sich dabei nicht davor, etwas aus der Vergangenheit zu erzählen, was wirklich für sich sprach. Natürlich, wäre Nanami nun unglaublich paranoid, könnte man auch dies als eine Taktik des Rotschopfes ansehen, ihr Vertrauen zu gewinnen. Und natürlich war Nanami vorsichtig, aber das hinderte sie doch nicht daran, nun zu zu hören und seinen Worten zu lauschen? Verluste schienen zum Leben dazu zu gehören und während sie ihre Famliie verloren hatte, hatte Sessions eine noch – jedoch hatte er auch einen sicherlich nicht geringen Verlust einstecken müssen, als seine Geliebte aus dieser Welt geschieden war. Während Nanami den Mörder ihrer Famlie finden wollte und könnte, ihn erledigen könnte, damit sie in der Nacht ruhiger schlafen konnte, konnte Session niemanden für den Tod verantwortlich machen, hatte nichts, woran er die Trauer hatte auslassen können, weil es ein fast natürlicher Tod gewesen war, der die Dame erreicht hatte. Manchmal war das Schicksal unausweichlich und ein mieser Verräter, eine Krankheit konnte jeden treffen und das sogar recht plötzlich. „Ich kann noch nicht sagen, wie diese Reise ausgehen wird oder wie sie verlaufen wird. Das liegt nicht alleine in meiner Hand und wahrscheinlich auch nicht alleine in deiner.“ Denn wer wusste, ob ihnen nicht noch etwas in die Quere kommen würde, ob nicht irgendetwas passieren würde? Nichts war unmöglich, erst recht nicht in einer Welt, in der es sogar Magie gab. „Und manchmal ist man nur der hilflose Zuschauer, der nichts ausrichten kann, der sich dem Schicksal beugen muss. Auch der Tod des Mörders wird meine Familie nicht zurückholen.“ Das wusste sie und doch strebte sie es an, das Leben von eben diesem zu beenden, weil sie nur dies als gerecht empfand.

Nun, wo sie sich in einem der Häuser befanden und Session ein kleines Feuer entfacht hatte, wurde alles etwas ruhiger. Der Tag hatte sich dem Ende zu geneigt und erst Morgen würde die Reise der beiden weiter gehen. Nanami musste zu geben, dass der Rotschopf wahrscheinlich nicht unrecht hatte – wahrscheinlich würde sie ihm heute nichts mehr zeichnen, dafür war sie zu alt, dafür war das Leben zu ernst geworden, um an solch kindlichen Dingen festzuhalten. Die Zeit veränderte einen, veränderte die Umstände und den eigenen Blickwinkel auf die verschiedensten Dinge. Zeichnen passte nicht in ihre heutige Welt, passte nicht dazu, dass bereits das Blut des einen oder anderen an ihren Händen klebte. Und so ließ sie den Satz unkommentiert, auch wenn es ihr am liebsten wäre, dass er das Bild einfach in das vor ihm liegende Feuer werfen würde, nur darauf könnte sie wohl lange warten und letztlich schien es ja wirklich nur ein einfaches Bild zu sein, so viel war da schon nicht bei. Es war alt, sie war damals jung gewesen. Jedes kleine Kind zeichnete doch ab und an mal und sie würde niemals leugnen können, dass sie sich damals wirklich gut mit Session verstanden hatte. Als umso schlimmer empfand man es dann heute, als sie sich doch zu erst als Feinde gegenüber gestanden hatten. Aber ja, vielleicht würde sich das noch ändern.. Session jedenfalls antwortete dann auf die Fragen, die die Magierin ihm stellte. Session also hatte das Dorf nach und nach verlassen, hatte sich Magie angeeignet, Verluste einstecken müssen, ehe er anscheinend Teil irgendeiner Organisation geworden war. Und von eben dieser hatte er auch die Informationen. Genau diese Tatsache jedoch ließ Nanami skeptisch werden. Eine Organisation, die Informationen über eine solche Tat aus einem einfachen Wüstendorf von vor so vielen Jahren besaß? Das.. sprach für sich und sie wusste nicht, was sie davon halten sollte. „Das muss ein großes Achiv sein, wenn selbst etwas solches darin verzeichnet ist. Wieso bist du dorthin gegangen, zu dieser Organisation? Ich nehme an, dass du sie nicht weiter benennen willst.“ Immerhin gab es welche, die durchaus Versprechungen machten, vielleicht aber stimmten auch einfach die Ziele überein? Möglich war ja bekanntlich alles. Da er es als Organisation stehen ließ, ging sie davon aus, dass er den Namen für sich behalten wollte, ansonsten hätte er davon doch freier erzählt, oder nicht? Auf den Kopf gefallen war die Magierin ja nicht. „Ich habe das Dorf verlassen, kam in ein Waisenhaus. Dort fand ich Kinder, denen es ähnlich ergangen war, wie mir. Zusammen mit ihnen schwor ich mir Rache an den Kopfgeldjägern. Wir machten es uns zur Aufgabe, diese zu töten. Nun, und da auf Kopfgeldjäger auch das eine oder andere Geld ausgesetzt ist, lässt sich damit noch immer leben.“ Auch, wenn sie damit selbst zu einer Kopfgeldjägerin geworden war..
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Re: Ehemaliges Kopfgeldjägerdorf

Beitrag von Session am So Jun 28, 2015 2:50 am

Langsam aber sicher kehrte wieder Ruhe ein. Nachdem sie sich ausgiebig über meist dasselbe Thema unterhielten, hatten sie dazu alles gesagt, was es zu sagen gab. Session versuchte schließlich immer noch, seine Worte so gewählt auszudrücken, dass sie ihr zusagten. Immerhin begegnete sie allem was er sagte mit großer Skepsis und keinem Stück Vertrauen.  Das konnte er aber auch nicht erwarten, deswegen musste er ihr mit großer Geduld und Vorsichtig gegenübertreten. Eines der Sachen was der Rothaarige dann doch ganz gut bewältigte. Jedenfalls war die Stimmung zwischen den beiden nicht kalt und abweisend, zumindest nicht auf Dauer. Nanami zeigte durchaus eine Seite von sich, die sie in der Bar noch nicht zum Vorschein hat kommen lassen. Interessant, wie der Fürst fand. Allerdings brauchte es immer noch einen gewissen Abstand zwischen den beiden, der dafür sorgte dass sie sich einfach nicht zu nahe kommen konnten. Die Differenzen von Nanamis Seite aus waren noch nicht behoben, wer  konnte schon sagen, ob sie das überhaupt würden. Er ließ ihr Zeit, die brauchte sie auch. Immerhin versuchte er es, die Sache aus ihrem Blickwinkel zu betrachten, sich in die Lilahaarige hineinzuversetzen und zu fühlen, was sie fühlte. Den Hass auf den Rothaarigen, den sie zu Unrecht auf ihn schob. Grade das war doch ein Ansporn, sie für sich zurückzugewinnen, auf eine Art und Weise zumindest.  Vielleicht wäre dann ein Abschnitt seines Lebens abgehakt. So musste er sich nur noch um die anderen Dinge kümmern. Die Allianz zum Beispiel. Ein Kapitel, dessen Ende noch nicht bekannt war. Welche Rolle er dabei spielte, war ihm einerseits bereits bewusst, doch wie er sie ausführte noch nicht. Eine Idee hatte der Rotschopf zwar, aber mehr noch nicht. Es war auch situationsabhängig, welchen Weg er wählte. Doch um es einfach zu sagen, auf ewig wollte er in der Allianz nicht verweilen. Er hatte andere Pläne.

Die nächsten Worte, die der Fürst an seine Partnerin überbrachte, schienen sie zum Nachdenken anzuregen. Vielleicht hatte sie nicht damit gerechnet, dass Session solch private Informationen von sich preisgab. Natürlich meinte er damit seine verstorbene Liebe. Mit all den Jahren verging der Schmerz etwas. Doch ihr Gesicht sah er immer noch deutlich vor sich. Man vergaß einen Menschen nie, wenn er einem etwas bedeutete. Er musste weiterleben, auch ohne sie, obwohl er sie in manchen Augenblicken seines Lebens vermisste, sie gerne dabei gehabt hätte. Mit ihr, wäre er wohl niemals dort gelandet wo er nun war, sondern in guten Händen, wohl geborgen und auf dem richtigeren Weg als den, den er sich aussuchte. Aber ändern könnte er es nicht mehr, denn eine Krankheit machte ihm einen Strich durch die Rechnung. Das war etwas, was man nicht mit seinen eigenen Händen greifen und unschädlich machen konnte. An einer Krankheit konnte man keine Rache verüben wenn sie eine geliebte Person mit sich riss. Er musste mit dem Schmerz, der Trauer und Hilflosigkeit leben. Das war der Grund, warum er sich schwor stärker zu werden, Menschen vor dem Tod zu bewahren. Auch wenn das eine Fähigkeit war, die er so in dem Fall kaum erreichen konnte. Er wollte nur so mächtig sein, dass es ihm möglich war, seine letzten verbleibenden geliebten Menschen zu retten, wenn es nötig war. So wollte es auch Nanami tun, durch Selbstjustiz und Rache an dem Mörder ihrer Eltern, der ebenso ein Stück ihrer Familie war. Sie musste einen eisernen Willen haben und viel Kraft um das durchzustehen, doch Session war ja noch an ihrer Seite. Auch, wenn sie zusammen vor ihrem Bruder standen und sie eine mehr als schwere Entscheidung treffen musste, wie sie nun fortfuhr. Der Rothaarige würde schon dafür sorgen, dass sie sich für das richtige entschied.  Ihre Worte waren nun weise gewählt, nicht kalt oder beleidigend, auch nicht stichelnd. „Die Reise wird ein Ende haben, doch du musst entscheiden, welches du wählst. Was ich damit meine, wirst du früh genug bemerken, ganz sicher. Ich hoffe, dass dein gesunder Menschenverstand dich nicht verlassen wird.“ Fing er an, wollte aber auch gleich auf ihre 2. Aussagen zurückkommen. „Deine Familie wird nicht mehr zurück zu den Lebenden kommen, aber das weißt du auch. Ob es vernünftig ist, sich zu rächen, ist eine andere Sache. Einerseits befriedigt es den Drang danach, zu vergelten. Andererseits ändert es nichts am Fakt, dass er dich deiner Familie beraubt hat. Aber er wird dafür büßen, was er getan hat. Ich bin mir sicher, dass deine Eltern in einer Art und Weise stolz gewesen wären, was für eine selbstbewusste und zielstrebige junge Frau aus dir geworden ist.  Die alles dafür tut, um ihre Mission zu beenden, damit sie nachts wieder ruhig schlafen kann…“  somit beendete er seine Ausführungen vorerst, war sich sicher, dass sie diese Worte nicht übel nehmen würde, sondern verstand was er damit zum Ausdruck bringen wollte.


Dort saßen sie nun also. Zu 2. in einem zerstörten Gebäude, vor einem flackernden Lagerfeuer, gefüttert durch altes Mobiliar. Nach dem sie ihre Suche soweit abgeschlossen hatten, gönnten sie sich für diese Nacht ruhe, bevor sie das alte Dorf wieder verließen. Am nächsten Tag dann, ging es in den nächsten Ort, auf der angeblichen Spur der Nuras, obwohl Session den Bruder von Nanami verfolgte. Noch durfte sie das nicht wissen, aber alles mit der Zeit, sie würde es noch erfahren, ganz klar. Die Zeit am Feuer wurde nun dafür genutzt, sich etwas auszutauschen, sich wieder etwas kennenzulernen, da der Zahn der Zeit ihnen eine Menge geraubt hatte. Natürlich auch die Verhältnisse zwischen ihnen, die gar nichts anderes zuließen, aber im Moment sollten sie einfach froh darüber sein, dass sie zumindest einen kleinen Schritt aufeinander zumachten. Die ersten Fragen waren gemacht, Antworten darauf und weitere Fragen folgten beiderseits. Sie nahm an, dass Session den Namen seiner Organisation nicht verraten wollte. Wenn sie nur wüsste. Er konnte und würde es ihr nicht sagen. Diese Reise und die dunkle Allianz waren 2 verschiedene Sachen die nicht zusammenpassten. „Natürlich ist es ein großes Archiv, es gibt ja auch schließlich eine Menge Verbrechen auf dieser Welt. Meine Gründe warum ich dorthin gegangen bin, sind verschieden. Zum einen war ich dort in der Lage, meine gelernten Kräfte einzusetzen und zu erweitern, zum anderen brauchte ich es, um mir meine Existenz zu sichern. Abgesehen davon dass ich ihre Ansichten teile, oder zumindest geteilt haben. Augenscheinlich. Ohne diese Organisation würden meine eigenen Ziele weiter in die Ferne rücken, obwohl ich vielleicht schon nah dran bin, sie zu greifen“ erklärte er ruhig mit sanfter Stimme, während das Knistern des Feuers eher unbeabsichtigt als Untermalung diente. „Außerdem spielen Namen manchmal gar keine Rolle, eher was sich dahinter verbirgt ist interessant“ merkte er noch an, während er ihr einen schelmischen Blick zuwarf. Nun war sie an der Reihe, auf seine Fragen zu antworten, so war es eben üblich. Ein Waisenhaus also, zusammenhängend mit anderen Kindern die sich alle auf den Weg machten, um Kopfgeldjäger zu töten. Das machte sie im Prinzip selbst zu einer, aber sowas in der Art hatte er ja bereits mitbekommen. Gerechnet mit dieser Story hatte er zwar nicht, konnte er aber auch gar nicht tun. „Verstehe. Irgendwie muss man sich sein Überleben sichern, auch wenn man anderen Menschen dafür das Leben nimmt. So spielt der Kreislauf der Existenz. Fressen oder gefressen werden, nur der Stärkste kann überleben. Ich werde dich jedenfalls nicht dafür verurteilen, auf welche Art und Weise du dir dein Dasein sicherst, immerhin habe ich das Recht dazu nicht. Pass bloß auf, dass dir das eines Tages nicht noch zum Verhängnis wird.  Ich habe vielen Leuten das Leben genommen, die gedacht haben unantastbar zu sein. Glaub mir, niemand ist das.“  Wollte er klarstellen, aber das war keineswegs kritisch oder sonst was gemeint, nur offen und ehrlich. „Ich meine, selbst ich habe eine Person am Hals die mich vielleicht töten will und wusste nichts davon. Manchmal spielt das Leben unfair. Aber wenn man die Chance hat es noch zu ändern, sollte man genau das tun“ das war es soweit mit seinen Aussagen, bei denen er sie die meiste Zeit angeguckt hatte, einen intensiven Blickkontakt herzustellen versuchte. Die eine oder andere Frage hatte er dann aber doch noch. „Wenn du es schaffst, den Mörder deiner Familie zu töten, mit dir selbst wieder im Gleichgewicht bist, was hast du dann vor? Wie soll dein Leben weitergehen? Du musst dann niemals wieder jemandem das Leben nehmen, wenn du nicht willst“ so viel dazu. Session nahm eine entspannte Haltung ein, blickte sie derweil noch weiterhin an, Stille herrschte.
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Re: Ehemaliges Kopfgeldjägerdorf

Beitrag von Nanami am Di Jun 30, 2015 1:37 am

Nanami musste doch zu geben, dass es sie ein wenig nervte – Session tat immer zu so, als wüsste er mehr, als er zu geben wollte. Wieso? Wieso tat er so wissend, ließ aber seine Begleitung nicht an seinem Wissen teilhaben? Für Nanami ergab das keinen Sinn, außer er wollte etwa sich selbst nicht damit belasten, wusste, dass er es war. Das ergab noch Sinn in ihren Augen, aber würde er sich dann diese Mühe machen, wenn er es auch einfach zu geben könnte, anstatt sich die Arbeit zu machen und sie an der Nase herum zu führen? Sie wurde also das Gefühl nicht los, dass er ihr etwas verheimlichte, nur konnte sie sich leider noch nicht ganz erklären, was es war – schien er doch den Ausgang dieser Reise bereits zu kennen. Innerlich brodelte sie doch etwas, konnte sie das einfach nicht nachvollziehen. Sie hasste es, wenn jemand etwas vor ihr verheimlichte – besonders, wenn es jemand war, auf dem man bei dieser Reise wohl auf gewisser Weise angewiesen war. Er hatte vorgeschlagen, in das alte Dorf zu gehen – auch wenn Nanami zu geben musste, dass ihre Füße sie wohl auch früher oder später hier her getragen hätte, würde sie nicht davon ausgehen, dass Session der Übeltäter war. Aber ob sie wirklich bei den Nuras geschaut hätte, das Haus gefunden hätte, diese Unterlagen entdeckt hätte? Das konnte sie so nicht sagen, wollte sich nicht unterschätzen, aber eben auch nicht überschätzen. Zu zweit war diese Reise jedoch etwas ganz anderes, immerhin konnte man sich unterhalten, man musste aber gleichzeitig irgendwie auf den anderen aufpassen, denn Nanami wollte wirklich nur ungern ein Auge zu machen vor ihm, hatte sie doch Angst, in einen Hinterhalt zu geraten. Sie glaubte, dass er durchaus zu so etwas gemeinem fähig war, wer wusste schon, zu was für einen Menschen er wirklich geworden war. Reden konnte man ja immerhin viel, wenn der Tag lang war und auf einfache Worte konnte die Lilahaarige wirklich nicht vertrauen, dazu war sie in all den Jahren zu skeptisch geworden und war zu oft von Leuten enttäuscht worden, von denen sie dachte, sie könnte ihnen vertrauen. Und Session.. konnte sie nicht trauen, nicht nach allem. Und nun wollte sie auch nicht länger ein Geheimnis daraus machen, was sie von dem Spiel hielt, welches er hier anscheinend spielte. „Willst du mich eigentlich an der Nase herum führen?“ Sie war stehen geblieben und sah ihren einst guten Freund an. Sie wollte das nicht auf sich sitzen lassen, diese Unwissenheit. „Du weißt mehr, als du sagst. Du weißt, wie diese Reise ausgehen wird? Warum weißt du das? Warum sind wir hier, wenn du den Ausgang kennst?“ Im Anschluss meinte er sich tatsächlich auch noch einbilden zu können, zu wissen, zu was für einer Person Nanami geworden war. Dabei hatte er doch überhaupt keine Ahnung von ihr, wusste nicht, was sie durch gemacht hatte und wer sie heute wirklich war. Er tat so unglaublich wissend und überlegen, wieso nahm er sich das heraus? Fühlte er sich so sicher? Okay, ja, sie war gereizt dadurch, dass sie wirklich glaubte, dass er eben mehr wusste, als er ihr erzählen wollte. Aber konnte man ihr das wirklich verübeln? „Ich tu das, weil es richtig ist, damit der Mörder nicht noch eine Familie zerstören kann. Und weil ich darauf hin gearbeitet habe.“ Man brauchte ein Ziel, ihres war es eben gewesen, den Mörder ihrer Familie töten zu können. Das hatte sie stark gemacht. Doch was würde sie stark machen, wenn sie ihre Mission beendet hatte? Was wäre dann ihr Ziel, was würde sie tun? Ja, das wusste sie selbst noch nicht so genau..

Die Magierin hatte wirklich versucht, sich wieder zu beruhigen. Runter zu kommen, die Wut hinunter zu schlucken, um weiterhin nicht unüberlegt zu handeln oder um nicht unaufmerksam zu werden. Das konnte leider schneller passieren, als man glaubte und so musste sie wirklich gut aufpassen. Das Lagerfeier, wenn man es so nennen wollte, schaffte es mit dem beruhigenden Knisternwirklich, sie wieder etwas runter zu bringen, dazu kam das entspannte Sitzen, welches nach dem langen Marsch und dem Tag echt gut tat, wie sie zu geben musste. Weiterhin sprach Session von dieser Organisation, dessen Namen er nicht nennen wollte, die ihm aber geholfen hatte, Informationen zu bekommen und anscheinend auch dabei, stärker zu werden und ihn zu der Person zu machen, die er heute war. Seine Stimme war ruhig, gar nicht so, wie es in dem Inneren der Lilahaarigen grade eigentlich aussah. Aber sie versuchte ja runter zu kommen. Leichter gesagt, als getan, wenn man dauernd sein Gesicht vor sich sah und ahnte, dass er mehr zu wissen schien, als er zu geben wollte. Wen würde das nicht rasent machen? „Zu erst dachte ich, du sprichst vom Rat, der sicherlich ein großes Archiv vorweisen kann“, gab Nanami dann zu, hatte aber bereits in der Vergangenheitsform gesprochen, denn würde er wirklich dem Rat angehören oder Zugang zu ihren Archiven haben, dann würde er das doch zu geben, oder? Auf so etwas waren viele stolz. Und vielleicht hätte sie ja auch Dean fragen können, der schuldete ihr immerhin noch einen Gefallen und war beim Rat Era tätig. „Aber das glaube ich nicht.“ Nur was es dann war, konnte sie sich nicht ganz erklären, aber war das wirklich so wichtig, dahinter zu kommen? Sie hatte lediglich Interesse an diesem Archiv, welches ihr bei ihrer Arbeit wirklich sehr helfen würde.. „Moment.Du sprichst davon, augenscheinlich die Ziele geteilt zu haben. Und trotzdem bist du noch dort?“ Das verstand sie nicht, aber.. er sollte tun, was er nicht lassen konnte, eigentlich wollte Nanami auch gar kein weiteres Interesse daran zeige. Wie er wohl reagieren würde, würde sie zum Spaß sagen, sie wolle auch mit machen? Nein, das verkniff sie sich dann doch erstmal..


Was dachte er nur von ihr? Dass sie wirklich glaubte, unantastbar zu sein? Nein, so überzeugt war sie nicht. Sie glaubte, dass ihr Job durchaus notwendig war, das hieß jedoch nicht, dass es das richtige war, was sie tat, oder dass sie nicht eines Tages dafür bestraft werden würde. Der Tod gehörte zum Leben mit dazu und sollte sie eines Tages bei einer ihrer Missionen umkommen, dann war es eben so. Vermutlich war sie dann sogar selbst schuld und musste damit leben – in diesem Moment wohl eher sterben. „Wenn ich ehrlich bin, wäre es mir egal, ob du mich dafür verurteilst, oder nicht. Ich tu das, weil ich es für richtig halte und nicht um von anderen dafür beurteilt zu werden. Ich weiß, was ich tu. Und ich weiß, dass es gefährlich ist, dass ich wahrscheinlich eines Tages dabei drauf gehe ist auch nicht unrealistisch. Du hast Menschen getötet, genauso wie ich. Ich würde sagen, wir stehen uns da in nichts nach.“ Und so war er wirklich in keiner Position, sie in irgendeiner Weise zu verurteilen. Sie hatte nicht vor, etwas an ihrem Leben zu ändern und wenn jemand hinter ihm her war, dann war es eben so. Konnte genauso gut sein, dass auch jemand hinter ihr her war, sie wusste es nur noch nicht. Das Leben spielte eben, wie es wollte. „Warum denkst du, dass ich das nicht tun will? Ich bin kein kleines Mädchen mehr, Session. Ich bin durchaus dazu in der Lage jemanden zu töten, ohne es zu bereuen. Töten oder getötet werden. Das Leben ist kein Kinderspielplatz, keine Schlägerei um eine Schaukel sondern harte Realität. Man passt sich an das Leben an.“ Sie wusste ja selbst noch nicht genau, was sie danach tun würde. Wahrscheinlich würde sie weiter machen, wie bisher. War ja nichts dabei, oder? Zur Ruhe setzen klang unglaublich langweilig. „Vielleicht werde ich so weiter machen, vielleicht werde ich Teil einer Gilde – es gibt so viele Möglichkeiten. Man muss sehen, was die Zeit einem bringt.“
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Re: Ehemaliges Kopfgeldjägerdorf

Beitrag von Session am Sa Jul 04, 2015 1:33 pm

Nun, eigentlich war die Suche für diesen Tag beendet, der anstrengende Teil vorüber, doch da hatte sich der rothaarige Fürst gewaltig getäuscht. Er hätte nicht gedacht, dass das Angebot mit ihr zu reden, zum Teil zu einer wahren Qual werden würde. Nach erledigter Arbeit, wollte er den Abend am Feuer ausklingen lassen, ein paar Worte mit ihr wechseln, bevor er dann irgendwann einschlief. Doch das Blatt wendete sich schnell. Es waren nicht nur irgendwelche Worte, denn Nanami schien das nicht zu reichen, sie sah alles viel enger, ernster und skeptischer, wie schon zuvor. Man konnte ihr etwas erzählen, egal wie es gemeint war und sie hatte die Fähigkeit, diese Worte falsch klingen zu lassen, sie in Frage zu stellen und bis zum letzten Fünkchen zu hinterfragen. Das war etwas, was Session eigentlich nicht gut hieß, doch er versuchte es zu überspielen, die Fassung zu bewahren. Wenn er selbst so drauf war, würde sie das nur noch mehr verunsichern und Stress bringen, den er auf der Reise absolut nicht gebrauchen konnte. Daher brauchte er Ruhe und Konzentration, immer wenn er auf ihre Antwort, eine zurückgab.  Natürlich wusste er eine Menge über diese Mission, die er sich selbst auftrug, schließlich leitete er das Ganze mehr oder minder. Da hatte er auch einen Plan, der ein Ziel zur Folge hatte. Nur dieses Ziel durfte die Lilahaarige nicht wissen, was sie absolut nicht akzeptieren konnte. Sie gab einfach keine Ruhe, egal was Session versuchte ihr klar zu machen. Warum er mehr wusste? Ganz einfach zu erklären. „Das fragst du mich? Nanami, ich versuche dich nicht zu betrügen, sondern dir verdammt nochmal zu helfen und das kann ich nicht, wenn du alles was ich tue, in Frage stellst. Wenn wir am Ende dort sind, wo wir hinwollen, nämlich vor demjenigen der deine Familie getötet hat, hat sich alles ausgezahlt. Bis dahin gib dich mit dem zufrieden, was ich dir erzähle“ machte der Rothaarige harsch klar. Dabei hatte er eine durchaus ernste Miene aufgelegt. Er versuchte ihr einfach nur klarzumachen, dass es gewisse Grenzen gab, die man nicht überschreiten sollte, unabhängig davon was sie von ihm hielt oder was sie glaubte, wer er zu sein schien.  Danach herrschte einen Augenblick stille, bis Session auf ihre anderen Worte zu sprechen kam, der Grund warum sie den Mörder töten wollte, warum sie nach Rache strebte, auch wenn sie ihre eigene Familie damit nicht rächen konnte. Sie tat es, um andere Familien vor dem gleichen Unglück zu bewahren, dass sie erleben musste. Recht selbstlos, dennoch etwas töricht von ihr. „Oh, äußerst nobel. Nanami, die Heldin der Nation“ provozierte er bewusst, war aber noch nicht fertig. Sie sollte ordentlich was zu spüren bekommen. „Würde am Ende doch nichts bringen, wenn der Mörder kein dämlicher Schwächling ist, der sich einfach von dir wegpusten lässt. Nachher war das alles umsonst, weil er möglicherweise stärker ist als du. Aber das weißt du ja, du bist eine erwachsene Frau und bist dir dessen sicher bewusst, auf was du dich da einlässt.“ Nach diesen Worten winkte er mit der Hand ab, grinste nur kurz.

Danach ging das Gespräch weiterhin, bis hin zur dunklen Allianz, der Session noch dient. Natürlich klärte er sie dahingehend nicht auf, sondern tat es als eine Organisation ab, die ihre Prinzipien und Vorstellungen hatte, denen man nachgehen wollte. Dahingehend was Session ihr verriet, im Zusammenhang mit den großen Archiven, ging sie sogar davon aus, dass es der Rat ERA sein könnte. Bei diesem Gedanken musste der Rothaarige fast schmunzeln, dafür war es doch zu ironisch gewesen. Die Allianz war das genaue Gegenstück zum Rat. ERA war das, was man an Fiore ändern wollte. Schließlich aber, nahm sie ihren Gedanken von selbst zurück, wollte aber nochmal darauf zurückkommen, was der Fürst über seine Vorstellungen und Ansichten der Organisation gesagt hatte und darüber, dass er sie nur augenscheinlich teilte. „Weißt du, manchmal brauch man etwas, wo man anfangen kann. Man brauch eine gewisse Existenz, eine Grundlage die es einem ermöglicht einen Schritt weiter zu gehen. Um das zu erreichen, was ich wollte, brauchte ich diese Organisation. Da ich aber meinem Ziel immer näher komme, ist es unwahrscheinlich, dass ich den Rest meines Lebens dort verbringen werde“ erläuterte er kurz und knapp. Mehr brauchte sie darüber auch nicht wissen. Immerhin hatte er bereits verraten, dass es sein Ziel war, mächtiger zu werden um die Personen zu retten die er liebte. Das war nicht einmal gelogen, sondern die komplette Wahrheit. Mittlerweile war er ziemlich mächtig geworden, was es ihm erlaubte, Menschen zu schützen, wenn er schnell genug in ihrer Nähe war. Allerdings scheiterte es manchmal schon genau daran. Es gab bereits einen Augenblick in dem er es auf die Probe stellen musste. Schließlich wurde auch seine Familie attackiert, das sogar in ihrer neuen Heimat. Irgendjemand schien immer noch Probleme mit ihren ehemaligen Tätigkeiten zu haben. Doch dieser jemand, existiert dank dem Rothaarigen nicht mehr.


Der letzte Teil ihrer Unterhaltung war ebenfalls noch etwas persönlicher, ob man das nun gut fand, oder nicht, war eine andere Sache. Jedenfalls machte Nanami dort weiter, wo sie aufgehört hatte. Bei ihrer Skepsis und dem schlecht machen, Sessions Worten.  Natürlich konnte es ihr egal sein, ob Session sie verurteilte oder nicht, schließlich hielt sie ihn ja auch für einen Mörder. Das Risiko war hoch, dabei zu sterben, dessen war sie sich auch bewusst, aber auch der Fürst hatte genug Menschen das Leben genommen, sie war also nicht die einzige. Er schüttelte kurz den Kopf. „Es gibt einen Unterschied. Du fängst dort an, wo ich als unreifer junger Mann aufgehört habe. Du tötest Menschen für Geld, auch wenn es selbst Kopfgeldjäger sind, denen du doch so abgeneigt gegenüber bist. Du müsstest dich eigentlich selbst hassen, für das was du tust. Ich habe damit aufgehört, weil ich realisiert habe, dass das stupide töten eines Individuum zu nichts führt, außer zu einer kranken Persönlichkeit. Ich selbst habe Menschen getötet, weil sie das System bedrohen und gefährden. Das ist etwas anderes“ stellte Session klar, mit kalter Miene und fast monotonem Unterton. Dabei weilte sein Blick erneut in den Flammen des Feuers. Sie redete weiter davon, dass sie durchaus in der Lage war, einen Menschen zu töten, ohne es zu bereuen, denn das Leben war hart. Fressen oder gefressen werden, so sah es meist aus. „Dann hättest du mich doch einfach versuchen können, zu töten. Warum gabst du mir überhaupt erst die Chance, dich auf so eine Reise zu bringen? Wärst du wirklich entschlossen gewesen, hätten wir es in der Bar ausgetragen, war am Ende noch atmen würde, ist nicht relevant. Aber dennoch stehe ich jetzt hier. Du hättest mir es nicht einmal ermöglichen brauchen, auch wenn ich den Weg des Kampfes meiden wollte“ konfrontierte er sie direkt, während er ihr ins Gesicht schaute. Diese Worte kamen erst nachdem er den Plan gehört hatte, was sie aus ihrem Leben machen wollte. An sich keine schlechte Idee, zu einer Gilde zu gehen. Etwas falsch machen konnte man damit nicht unbedingt. Man verhinderte sinnloses Morden und verdiente mit Aufträgen sein Geld. Zumindest wenn man auf der richtigen Seite stand, hieß das. aHand a
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Re: Ehemaliges Kopfgeldjägerdorf

Beitrag von Nanami am Di Jul 07, 2015 1:27 am

Nein, Sessions Worte beruhigten die Lilahaarige natürlich nicht. Im Gegenteil, sie blieb mehr als nur unzufrieden, als der Rothaarige meinte, dass sie sich damit zufrieden geben musste. Er klang ja schon fast wie ihr Vater! Es machte sie wirklich wütend, dass er so mit ihr umsprang. Ihr anscheinend irgendetwas verheimlichte - weil Nanami natürlich auch jedes Wort auf die Goldwage legen musste. Natürlich tat sie das, immerhin konnte sie ihrem ehemaligen Freund nicht einfach so vertrauen, nachdem sie jetzt immer noch glaubte, dass es sich bei ihm durchaus um den Mörder ihrer Familie handeln könnte. Würde er nicht anders herum genauso reagieren? Skeptisch, jedes Wort abschätzend? Er musste eben aufpassen, was er sagte, denn die Arisawa war darauf bedacht, jedes seiner Worte zu untersuchen, um irgendwie schlau aus der ganzen Angelegenheit zu werden, doch machte Session es ihr alles andere, als einfach, in dem er ihr doch durchaus etwas vor ihr verheimlichte und das nicht einmal leugnete. Also verheimlichte er etwas vor ihr, nur konnte sie noch nicht sagen, was es war und wie viel es war. Zu gerne wüsste sie, wie viel er wirklich wusste, doch einfach so würde sie leider wirklich nicht dahinter kommen, so einfach war es nicht. „Betrügen ist nicht gleich Lügen“, stellte sie dann also doch direkt klar. Nein, das machte einen großen Unterschied, wobei es auch zusammen hängen konnte, würde er sie wirklich betrügen, zum Betrügen gehörten Lügen, aber zu Lügen nicht gleich ein Betrug. „Meinst du nicht, ich habe das Recht dazu, es in Frage zu stellen? Im Moment sprechen eigentlich noch immer alle Beweise dafür, dass du meine Familie auf dem Gewissen hast, ist dir das überhaupt bewusst? Statt dessen sagst du zu mir, ich soll mich mit den Informationen zufrieden gehen, dabei geht es doch eher darum, dich zu entlasten. Aber bitte, behalt deine Geheimnisse, wenn es dich glücklich macht.“ Sie zuckte mit den Achseln, sollte er doch tun, was er wollte, aber er sollte nicht meinen, dass Nanami dumm war und es nicht bemerkte. Nein, statt dessen machte sie ihm den Standpunkt deutlich und wie er damit umging blieb eben seine Sache. Er war ja alt genug, um mit solchen Dingen umzugehen, hoffte jedenfalls die Lilahaarige, die dann im nächsten Moment jedoch ihre Hände augenblicklich zu Fäusten ballte, als es Session doch wirklich wagte, sie klar und deutlich zu provozieren. Wüsste sie nicht, dass der Rotschopf ihr kräftemäßig leider überlegen war, hätte sie nur zu gerne zu geschlagen, aber so war es reichlich unüberlegt und sie versuchte tief durchzuatmen, um vielleicht nicht all zu aggressiv und temperamentvoll auf seine Worte zu reagieren. „Ganz dünnes Eis, ganz dünnes. Sarkasmus kann ganz schnell in die Hose gehen, wir wollen doch nicht, dass ein Malheur passiert, hm?“, entgegnete sie, sichtlich angenervt von der Provokation. „Und? Dann ist er eben stärker als ich, aber glaubst du, das würde mich an meinem Vorhaben hindern? Nein. Aufgeben ist etwas für Weicheier.“ Sie schüttelte den Kopf. Nein, Aufgeben kam nicht in die Tüte.

Also hatte Session seine Organisation nur ausgenutzt, um einen Anfangspunkt zu haben, um eine Grundlage zu schaffen, auf die er bauen konnte und mit der er arbeiten konnte. Jedoch würde er anscheinend, so bald er seine Ziele erreicht hatte, sich von dieser Organisation trennen. Dachte er wirklich so über diese Gemeinschaft? Das konnte Nanami nicht verstehen, sah er diese Organisation nur als Mittel zum Zweck? Was war mit den Leuten dort? Mit den Menschen, die er kennen gelernt hatte? Waren diese im tatsächlich folglich.. egal? Nanami dachte, würde sie Teil einer Gilde werden, würde sie nicht einfach gehen können, würde die Leute vielleicht als eine Art zweite Familie sehen. Aber vielleicht war sie auch einfach mehr der Familienmensch, als Session, war es ihr doch schon schwer gefallen, sich von ihren Freunden zu trennen, mit denen sie zusammen gearbeitet hatte. „Du betrachtest das ganze unglaublich rational, also ist die Organisation nur ein Mittel zum Zweck, aber was ist mit den Leuten dort, die du kennen gelernt hast? Wirst du diese einfach hinter dir lassen können?“ Die Lilahaarige jedenfalls könnte genau dies nicht so einfach tun.. Aber sie war ja auch eine Frau, eine emotionale noch gleich mit dazu, die doch viel wert auf Kontakt zu anderen legte, vor allem auf Guten.

Als sie gemeinsam am selbstgemachten Lagerfeuer saßen jedoch, überspannte der Rotschopf den Bogen in Nanamis Augen erneut. Schon wieder fühlte sie sich provoziert und als unreif abgestempelt. Dachte er wirklich, sie wüsste nicht, was sie da tat? Was das bedeutete? Er hatte doch keine Ahnung von ihrem Selbstbild oder davon, was in ihrem Inneren eigentlich ablief und doch bildete er sich anscheinend ein, ein Bild davon zu haben, als würde er alles wissen. „Woher willst du wissen, ob ich mich nicht selbst hasse?“ Sie sah nur kurz zu ihm, ließ die Frage ungeklärt im Raum stehen und wollte auch innerlich gar nicht weiter über eine Antwort philosophieren. „Ich verbinde damit viel mehr, als du es tust. Ich weiß, dass ich nicht besser bin, als andere Kopfgeldjäger. Das muss ich auch gar nicht sein. Aber nenn mich nicht unreif, denn dazu hast du kein Recht. Wenigstens benutze ich nichts, was ich nachher wegwerfe, um stärker zu werden.“ So kam sie letztlich noch auf das zu sprechen, was Session zu vor erzählt hatte. „Ich bleibe dabei – du solltest dich um deine Sachen kümmern, ich kümmer mich um meine. Es sollte dir egal sein, was ich tu und das ist es wahrscheinlich auch.“ Deshalb sollte er es einfach gut sein lassen. „Außerdem lässt sich sagen, dass jedes Wesen, welches irrational denkt, das System bedroht. Und da ich mich durchaus als irrational beschreiben würde, warum tötest du dann nicht mich?“

Eine Frage, die sie nun einfach in den Raum stellte, kurz bevor es an ihm war, ein wirklich sehr ähnliches Thema anzuschneiden. Und.. sie wusste zu erst gar nicht, was sie wirklich erwidern sollte, wusste sie doch selbst nicht, was sie dazu trieb, nicht gegen ihn zu kämpfen, sondern ihm diese Chance zu geben. Innerlich hoffte sie wahrscheinlich einfach noch darauf, dass er es wirklich nicht war, auch wenn sie sich das nicht eingestehen wollte. „Vielleicht wollte ich dir eine Chance geben, weil du mir einmal das Leben gerettet hast.“ Sie zuckte mit den Achseln, als wäre das nichts großes. Aber vielleicht unterhielt sie sich hier grade tatsächlich mit dem Mörder ihrer Familie! „Aber da du dich in diesem Moment wie ein Idiot aufführst, anstatt froh darüber zu sein, dass es nicht in einem wirklichen Kampf geendet ist.. vielleicht hätte ich wirklich nicht aufhören sollen. Vielleicht hätte ich dich doch weiter angreifen sollen.“ Dann wäre sie seinen Provokationen und Fragen jedenfalls entkommen. "Nacht", sagte sie dann kalt und knapp, ließ eine Kristallwand um sich herum aus dem Boden sprießen, damit er nicht auf die Idee kam, sie in der Nacht zu töten. Ja, sie war empfindlich - immerhin war sie auch eine Frau. Und die konnten bekanntlich mal anstrengend sein..
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